07.09.2019, Berlin: Eine Frau legt Blumen an der Stelle ab, an der am 06.09.2019 vier Menschen bei einem Verkehrsunfall gestorben waren (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Bild: dpa/Paul Zinken

Staatsanwaltschaft liegt Stellungnahme vor - Anwalt des SUV-Fahrers spricht von gesundheitlichem Problem

Nach dem SUV-Unfall mit vier Toten in Berlin hat die Staatsanwaltschaft konkrete Hinweise auf ein mögliches Gesundheitsproblem des Fahrers. In einer Stellungnahme spreche nun auch der Anwalt davon. Ermittler suchten beim Fahrer bereits nach entsprechenden Dokumenten.

Nach dem schweren Autounfall in Berlin-Mitte mit vier Todesopfern verdichten sich die Hinweise, dass der Unfall auf einen medizinischen Notfall zurückzuführen ist. "Die Hinweise und Spekulationen, wie sie von Anfang an bestanden, haben sich derzeit weiter konkretisiert", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Montag der rbb-Abendschau. "Wir reden über eine akute gesundheitliche Problematik."

Steltner zufolge liegen diese Hinweise der Staatsanwaltschaft inzwischen auch schriftlich vor: "Der Rechtsanwalt des beschuldigten Fahrers des Unfallfahrzeugs hat eine erste Stellungnahme abgegeben und hat in der Tat bestätigt, dass eine akute gesundheitliche Problematik Ursache des Unfall gewesen sein könnte", sagte Steltner.

Beweisstücke beschlagnahmt

Am Montag war bekannt geworden, dass die Ermittler mit Hilfe einer Wohnungsdurchsuchung versuchten, an genauere Informationen zu kommen. "Wir haben Ende vergangener Woche die Privaträumlichkeiten des Fahrers durchsucht, um Beweismittel zu finden", bestätigte Steltner. Dabei sei es auch um Dokumente zum Gesundheitszustand gegangen. "Wir haben Beweismittel gefunden", sagte Steltner. "Die müssen ausgewertet werden." Eine Patientenakte könnte nicht so einfach beschlagnahmt werden, betonte Steltner. Daher müssten die Ermittler nun den Hinweis auf einen medizinischen Notfall klären.

In eine gesundheitliche Notlage zu geraten, "das kann jedem passieren", betonte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Wichtig bei den Ermittlungen sei, "inwieweit so eine gesundheitliche Situation für den Beschuldigten vorhersehbar gewesen sein könnte". Denn das sei möglicherweise strafrechtlich relevant - unter dem Gesichtspunkt der Fahrlässigkeit. "Das muss geklärt werden", so Steltner.

Hinweise auf eine Amokfahrt gebe es weiterhin nicht, so Steltner; auch nicht darauf, dass Drogen oder Alkohol im Spiel gewesen seien.

Mit SUV auf Gehweg gefahren

Bei dem Unglück vom 6. September war der Fahrer mit seinem SUV auf den Gehweg geraten; vier Menschen starben. Nach dem Unfall soll die Beifahrerin ausgesagt haben, dass der Fahrer einen epileptischen Anfall gehabt habe. An die Patientenakte kommt die Polizei jedoch wegen der ärztlichen Schweigepflicht nicht heran.

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25 Kommentare

  1. 25.

    Naja, Gelesenes zu verstehen, brächte einige und vieles voran.
    Stimmung machen geht wahrlich anders. Aber wer einfach gestrickt ist, vermutet hinter jedem, auch nur so simplen Wortspiel eine derselben.
    You got it?

  2. 24.

    Sie bestätigen nur die Stimmungsmache gegen eine bestimmte Art von Fahrzeugen.
    Nein, mit einem Kleinwagen wäre das so nicht passiert (wobei es durchaus Kleinwagen gibt, die eine solche Beschleunigung erreichen). Mit einem "Familienkombi" mit ausreichend PS aber schon.
    Heute erst wieder im Dorf erlebt, glücklicherweise ohne Unfall. Obwohl, manchmal wünschte ich ich wär' ein Baum...
    Wenn es keine technische oder gesundheitliche Ursache gibt ist es immer menschliches Versagen, mal Unfähigkeit oder aber eben weil ein Idiot hinterm Steuer sitzt.

  3. 23.

    Das ist doch alles nur Palava.
    Mit der Entbindung von der Verschwiegenheitspflicht könnte der Unfallverursacher der Staatsanwaltschaft die Einsichtnahme in die Gesungheitsakte ermöglichen und so schnellstens zur Aufklärung beitragen. Was der Anwalt zum Besten gibt, halte ich nicht für relevant sondern für Taktik. Sollte es gesundheitliche Probleme gegeben haben, die nicht vorhersehbar waren, könnte das entlastend sein Wenn er einfach nur links überholen und dann abbiegen wollte , dann eben nicht. Völlig egal mit welchem Fahrzeug. @!!

  4. 22.

    Dieses Video zeigt nicht viel. Allerdings mutet das wenige für mich durchaus bekannt an. Solche Manöver sieht man in Berlin öfter. Da stehen lahme Schnecken an der Ampel, der Weg im Gegenverkehr ist frei, also vorbei an der Schlange und vorn einscheren. Die pervers hohe PS Zahl und Turbo machen es möglich. Sieht man so selten nicht. In dem Fall die Kontrolle über das Fahrzeug dann verloren. Epileptischen Anfälle, grand mal, erzeugen zu erst feinschlägige dann größer werdende unkontrollierte Bewegungen der Arme und Beine und Bewusstlosigkeit, zudem Einnässen und Zungenbiss. Kenne ich gut auch aus dem Beruf. Kontrolliertes Lenken oder aufs Gas treten oder Bremsen vor der Kreuzung unmöglich. Das Auto hätte sich in dem Falle ruckartig bewegen müssen Nicht umsonst hieß Epilepsie im Volksmund früher auch Schüttellähmung. Dieses Bild wie im Video erscheint mir sehr unwahrscheinlich für eine Epilepsie. Größenwahn wohl eher. Was ja auch ein gesundheitliches Problem darstellt.

  5. 21.

    Nachtrag: Das Video von liveleak ist zu finden unter dem Titel "Four people killed by Porsche in Berlin". Vielleicht könnte die Redaktion es verlinken? Wie das n-tv-Video endet es so, dass (glücklicherweise) der Aufprall selbst nicht gezeigt wird. Entscheidend ist, dass man aber die enorme Geschwindigkeit erahnen kann und das Losfahren des Macan-Fahrers bei gelb/grün erkennt.

  6. 20.

    Auf dem Video (bei n-tv.de seltsamerweise in halber Geschwindigkeit, bei livelak.com in normaler Geschwindigkeit) sieht man, wie die Ampel grün wird und der Marcan-Fahrer losrast. Auch das Motorgeräusch ist hörbar. Der Fahrer beschleunigt auf vermutlich über 80 km/h. Das Manöver sieht entschlossen aus, ein Abweichen von der Linie ist nicht sichtbar. Der Fahrer scheint die Situation falsch eingeschätzt zu haben. Das Einscheren gelingt ihm nicht. Sollte ein medizinisches Problem vorgelegen haben, ist dieses Ausscheren nicht nachvollziehbar. Bremsen, Gang raus, Warnblinkanlage einschalten, eventuell Motor aus. Der mutmaßliche Täter wollte laut Video an die Spitze der Schlange gelangen. Niedere Beweggründe: um jeden Preis der Erste sein. Ein Verdacht: Hier könnte möglicherweise auch ein Mordmerkmal vorliegen.

  7. 19.

    Es gibt ein Video des Unfalls, aus einem in der Nähe befindlichen Taxi aufgenommen. Ich werde das Video jetzt hier sicher nicht verlinken, aber ohne weiteren Kontext sieht es nach einem dramatisch fehlgeschlagenen Überholmanöver aus. Der Porsche fährt mit 70-80 km/h auf der Gegenfahrbahn auf die Kreuzung zu. Ein Kleinwagen käme bei handlungsunfähigem Fahrer nicht innerhalb so kurzer Zeit auf dieses Tempo und hätte den umstehenden Personen möglicherweise die entscheidenden Sekunden mehr Handlungsspielraum gelassen.

    Es gibt aber noch weitere Ungereimtheiten - z.B. bremst der Porsche vor dem Zusammenstoß eindeutig sichtbar ab. Ob sich ein Notbremssystem des Fahrzeugs aktiviert hat oder der Fahrer vielleicht doch nicht so handlungsunfähig war, wird die Untersuchung hoffentlich zeigen. Leider ein Fall, der sehr stark zum Spekulieren einlädt, insbesondere wenn die Fakten nur scheibchenweise ans Licht kommen. Für die Angehörigen der Opfer muss es eine unerträgliche Unsicherheit sein.

  8. 18.

    Huuuu - jetzt fehlt nur noch der Begriff "Lügenpresse" - dann seid Ihr entlarvt.
    Übrigens: wenn jeder Großstädter mit seinem gelä#ndegängigen Fahrzeug die Brötchen holt oder das Kind zur Schule/Kita panzert, vorher über den Acker geschlichen ist, sollte der Wagen, wie jeder Trecker, in der Stadt nur mit 25km/h bzw. 40 km/h zugelassen und fahrbar sein.
    Nur soviel zum (Un)Sinn solcher Shietkarren in Großstädten - den Opfern und Angehörigen mein Beileid.

  9. 17.

    Nein, der SUV hat niemanden umgebracht, es war der Fahrer

    Nein, mit einen Kleinwagen wäre es nicht passiert, der schafft mangels Masse und Geschwindigkeit nicht mehrere Poller plus Laternenmast

    Nein, SUVs oder LKWs werden nicht aus der Innenstadt verbannt, zumindest letztere werden gebraucht

    Nein, es bringt nichts zu leugnen, daß der Strassenverkehr jedes Jahr 3500 Tote plus unzählige Verletzte fordert

    Nein, der Mensch ist weder technisch noch ethisch dafür reif, diesen Unsinn des Individualverkehrs hinter sich zu lassen

    Ja, der Mensch wird immer das Allgemeinwohl über sein eigenes stellen

    Ja, der Mensch wird immer sein bisschen Hirn hauptsächlich dazu nutzen, die eigenen kleinen Überzeugungen zu rechtfertigen

  10. 16.

    Eine Nichtvorlage von Unterlagen wird als Vereitelung und zum Nachteil gewertet.
    Ich kann hier nur Preis geben, dass in Dienstunfähigsverfahren von Beamten alles auf den Tisch der Richter kommt.
    Nicht nur Strafrechtlich, sondern auch gegenüber der Führerscheinstelle wird alles bewertet.
    Zivilrechtliche Aspekte und Ansprüche treten hinzu.
    Die Spekulationen sollten beendet werden. Die Opfer sind noch nicht beerdigt und es ist einfach pietätlos welche Details der Opfer an die Öffentlichkeit gezerrt werden. Eigentlich müsste der Presserat hier einschreiten.

  11. 15.

    Jemandem, durch den vier Menschen, davon ein Kleinkind, getötet worden sind und der nicht vollumfänglich an der Aufklärung des Falles beiträgt, traue ich nicht die von Ihnen genannten Gewissensnöte zu.
    Mir scheint eher, daß der Betreffende mit allen ihm selbstverständlich rechtlich zustehenden Mitteln seinen persönlichen Schaden möglichst kleinhalten möchte.

  12. 14.

    1. Was sollen die Redakteure davon haben, wenn Sie Stimmung gegen einen bestimmten Fahrzeugtyp haben? Es war nun mal ein "...". Würde dies in den Berichten nicht erwähnt werden, würde man den Redakteuren, Journalisten oder wem auch immer vorwerfen, dass sie verheimlichen wollen, was für ein Fahrzeugtyp es gewesen ist.

    2. Wenn der Fahrer nichts zu verbergen hat, warum entbindet er die Ärzte dann nicht von ihrer Schweigepflicht.

    3. Wünschen wir uns alle Glück, dass uns so etwas niemals passieren möge; weder als Verursacher noch als Opfer!

  13. 13.

    Warum? Er hat Menschen getötet! Er soll wieder froh sein? Was soll dieser Text? Hier wieder Täter vor Opfer? So geht das nicht. Die Angehörigender Opfer brauchen sicherlich entsprechende Hilfe!!

  14. 12.

    Weil das einem Schuldanerkenntnis gleichkäme. Und davon wird dem sein Anwalt abgeraten haben. Daher ist die Wohnungsdurchsuchung wegen Verdunklungsgefahr gerechtfertigt und sinnvoll gewesen. Die Durchsuchung hat Druck ausgelöst, daher die Erklärung vom Anwalt.
    In Berufsgruppen, die Land- oder Luftfahrzeuge führen, sind bestimmte Krankheiten Ausschlußkritierium und in der Fliegerei werden die Krankheiten beim LBA gespeichert und auf Anfrage nach einem Unfall öffetnlich gemacht. Warum nicht auch Gesundheitsprüfungen für Landfahrzeugnutzer bei Ausschluß vom Straßenverkehr wie beispielsweise Epilepsie oder Diabetes? In der Fliegerei bliebt man damit am Boden und fasst keinen Flieger mehr an - dann bitte auch im Straßenverkehr - dass wäre legitim und würde einige Gefahrenpotentiale damit ausschließen.

  15. 8.

    Wenn jemand ein akutes gesundheitliches Problem hat, und dadurch entlastet wird, warum weigert er sich dann, seine Patientenakte rauszurücken??? Ich bin der Meinung, der Fahrer hat fahrlässig gehandelt, weil er wusste das da was passieren kann. Aber trotzdem hat er nicht damit gerechnet, das es passiert. Dann soll er wenigstens den arsch in der Hose haben und dafür gradestehen. Immerhin sind 4 Leute tot, und etliche Zeugen haben ein Trauma durch den Unfall.

  16. 7.

    Stimmt und ganz ehrlich,das dieser Unfall passiert ist,ist sehr tragisch,aber muss man da jetzt so ein riesen Ding draus machen? Klar sind Unfälle immer sch...,egal ob mit Kleine oder großen Auto,LKW oder Bus,aber diese ewige Diskussion über SUV (sorry,das ich das Wort wieder benutze ) ist doch furchtbar.Seid es heißt Klimawandel wird über jeden kleinen Mist diskutier,alles wird auf die Goldschale gelegt,lasst uns doch gleich in die Steinzeit zurück kehren.Furchtbar.

  17. 6.

    Da haben Sie vollkommen recht. Es gibt hier ein paar User die bei diesem Wort" SUV" richtig ausfallend werden und mit der Sachlichkeit ist es dann vorbei. Es wird nicht erkannt das dieser schreckliche Unfall 4 Menschen das Leben gekostet hat, sondern es wird nur auf diese Art von Auto eingeprügelt. Das jedes andere Auto diesen Unfall hätte verursachen können ist und vollkommen nebensächlich.

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