Ein zerstörtes Auto steht in einem Gebüsch (Quelle: DPA/Britta Pedersen)
Audio: Inforadio | 07.09.2019 | Albrecht Piper | Bild: DPA

Vier Passanten in Berlin getötet - Polizei zieht bei Unfallfahrer medizinischen Notfall in Betracht

Nach dem schweren Verkehrsunfall am Freitag in Berlin-Mitte ermittelt die Polizei auch wegen eines möglichen medizinischen Notfalls beim Fahrer. Er war aus ungeklärten Gründen auf den Gehweg gerast. Vier Menschen starben, darunter ein Dreijähriger.

Nach dem schweren Verkehrsunfall in Berlin-Mitte, bei dem am Freitagabend vier Menschen gestorben sind, ermittelt die Polizei auch wegen eines möglichen medizinischen Notfalls beim Unfallfahrer. Erste Hinweise darauf "fließen ebenso wie sämtliche anderen Aussagen, Informationen und Beweise in das Ermittlungsverfahren mit ein", teilte die Berliner Polizei am Samstagmittag mit. Dem Porsche-Fahrer sei Blut entnommen worden, erklärte die Polizei. Er erlitt bei dem Unfall am Freitagabend Kopfverletzungen und liegt im Krankenhaus.

Die Verletzungen sind nicht lebensgefährlich. 
Schwer beschädigter Porsche nach tödlichem Unfall in Berlin
Ein Unfallgutachter sieht sich den Unfallort an. | | Bild: Morris Pudwell

Der 42-Jährige war am Freitagabend um 19.10 Uhr mit seinem Porsche Macan an der Invalidenstraße Ecke Ackerstraße aus noch ungeklärter Ursache auf den Gehweg geraten. Vier Menschen wurden dabei getötet, darunter auch ein drei Jahre alter Junge.

Ebenfalls noch am Unfallort verstorben sind laut Polizei zwei Männer im Alter von 28 und 29 Jahren, sowie eine 64-jährige Frau. Eine 38 Jahre alte Frau und ein neunjähriger Junge erlitten einen Schock und wurden medizinisch behandelt. Es handelt sich um einen der schwersten Verkehrsunfälle in der jüngeren Berliner Geschichte.

Große Anteilnahme in der Berliner Bevölkerung

Zu möglichen Verwandtschaftsverhältnissen machte die Polizei aus Pietätsgründen weder hinsichtlich der Insassen des Wagens noch der Passanten Angaben. Im Unfallwagen saßen neben dem Fahrer auch ein sechsjähriges Mädchen und eine 67 Jahre alte Frau.

Polizeipressesprecher Thilo Cablitz betonte bereits am Freitagabend, dass alles auf einen tragischen Verkehrsunfall hinweise. Spekulationen über ein illegales Autorennen wies die Polizei zurück.

Notfallseelsorger, die Berliner Feuerwehr und die Polizeipfarrerin haben am Freitagabend Zeuginnen und Zeugen des Unfalls sowie Einsatzkräfte betreut. "Das ist seelisch auch für schon sehr erfahrene Kollegen sehr belastend", sagte Wilke. Am Samstag haben Menschen zahlreiche Blumensträuße am Unfallort niedergelegt, um ihre Trauer auszudrücken. Für Samstagnachmittag haben mehrere Verbände und Initiativen an der Unfallstelle zu einer Mahnwache aufgerufen.

"Das ist seelisch sehr belastend"

Den Einsatzkräften habe sich am Freitagabend zunächst ein unübersichtliches Bild geboten, sagte Feuerwehrsprecher Jens-Peter Wilke dem rbb. Denn das SUV hatte sich überschlagen und war in einem Bauzaun gelandet. Die Ersthelfer hätten auch das Grundstück dahinter abgesucht, um sicherzustellen, dass sich dort keine weiteren Verletzten befinden.

Ein Unfallgutachter war am späten Abend vor Ort, der Verkehrsunfalldienst hat die Ermittlungen übernommen. Der Unfallort wurde weiträumig abgesperrt, zahlreiche Kräfte von Feuerwehr und Polizei waren  im Einsatz. Die Tramlinien M8 und M12 wurden umgeleitet.

Unfallort

Karte Unfall Invalidenstraße (Quelle: rbb)

Sendung: Inforadio, 07.09.2019, 14:00 Uhr

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26 Kommentare

  1. 25.

    Ob medizinische Gründe beim Fahrers, technische Probleme am Fahrzeug oder strafwürdiges Fehlverhalten war, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. Spekulatius gibt es aber schon in den Geschäften und Redaktionen.

  2. 24.

    Können wir nicht mal auf das Thema zurückkommen. Wie es so aussieht, handelt es sich um ein sehr tragisches Unglück, das die Folge von gesundheitlichen Schwierigkeiten des Fahrers war.
    Ich als Außenstehender benötige weder Alter, Herkunft, Wohnort oder sonst etwas des Fahrers noch der Opfer.
    Es geht nicht um Neugier und es geht auch nicht um das gruselige Bildungsniveau einiger Schreiber, die meinen, wer Deutsch in der Schule gelernt hat, der möchte anderen sein Niveau aufdrängen. Statt an die Tasten sollten sich vielleicht manche noch einmal vor die Bücher setzen und lernen.

  3. 23.

    Können wir nicht mal auf das Thema zurückkommen. Wie es so aussieht, handelt es sich um ein sehr tragisches Unglück, das die Folge von gesundheitlichen Schwierigkeiten des Fahrers war.
    Ich als Außenstehender benötige weder Alter, Herkunft, Wohnort oder sonst etwas des Fahrers noch der Opfer.
    Es geht nicht um Neugier und es geht auch nicht um das gruselige Bildungsniveau einiger Schreiber, die meinen, wer Deutsch in der Schule gelernt hat, der möchte anderen sein Niveau aufdrängen. Statt an die Tasten sollten sich vielleicht manche noch einmal vor die Bücher setzen und lernen.

  4. 22.

    Was sollen Ihre Anfeindungen hier, wir haben in Deutschland Gesetze, die Opfer und Täter schützen sollen und das ist gut so. Zu Ihrer Anmerkung, wer das Wort propangieren benutzt, muss nicht zwangsläufig mit Punkt enden, Ihr Bildungsniveau anderen aufzudrängen, ist auch nicht Sinn dieser Kommentarfunktion des RBB, " IHNEN "schreibt man auch nicht so, das ist absolut unkorrekt, wäre schön wenn Sie sachliche Kommentare hier abgeben würden. Danke !!!!

  5. 21.

    @Maro, nun ist es aber gut. Es geht um einen sehr tragischen Unfall. Hier muss sich niemand schämen. Oder wenn schon, dann z.B. auch für "was geht IHNEN" das an oder für "propangieren". Sätze enden mit einem Punkt.
    Nein, ich schreibe jetzt nicht, schämen Sie sich. Der eine Schreiber hat halt kein Deutsch gelernt, der andere ist potentiell überneugierig.

  6. 20.

    Was geht Ihnen denn das an, wo der Wohnort des Verursachers ist, es gibt auch den Schutz der Privatsphäre, das ist auch gut so, das niemand was veröffentlicht, die Polizei wird nach dem Ende der Ermittlungen schon die Unfallursache bekanntgeben, was Sie hier propangieren ist absolut unterste Schublade ,Schämen Sie sich.

  7. 17.

    Bravo, liebe rbb24-Redaktion. Ich kann diese widerliche Neugier auf den "Verursacher" auch nicht verstehen. Sie ist einfach nur abstoßend.
    Verursacher war evtl. eine Erkrankung des Fahrers. Darüber sollte berichtet werden und nicht über den Fahrer selbst. Auch über die Opfer ist nichts weiter bekannt. Und das ist auch gut so.
    Ein schlimmer schlimmer Unfall, bei dem 4 Menschen ihr Leben verloren haben. Ich drücke mein Bedauern aus, aber ganz sicher kondoliere ich nicht im Internet wildfremden Menschen. Aber diese Feinheiten verschließen sich inzwischen so manchem Menschen.

  8. 15.

    Ich finde es schon recht eigenartig, dass über den Fahrer des Unglückswagens außer dem Alter nichts veröffentlicht wird. Bei jedem Ereignis wird über die Beteiligten, insbesondere den Verursacher, berichtet. Wie Beruf, Wohnort und verschiedene andere Angaben. Hier wird nichts bekannt gegeben. Aber das Verhalten von Polizei und Presse ist schon seltsam.
    Auch wurden über das Fahrzeug keine konkreten Angaben gemacht. Von diesem Typ gibt es 3 Varianten von 245 bis 440 PS. Um welchen Macan Typ handelte es sich?

  9. 14.

    Schrecklich. Sowohl für die Angehörigen der Toten als auch für die Insassen des Autos. Alles Gute und viel Kraft allen. Solch ein Unglück zu verarbeiten braucht Zeit. Man versucht eine Erklärung zu finden und findet keine Antworten. Alles was über die Medien verbreitet wird, kommt an einen heran. Da mischen sich Fakten mit Spekulationen und als Trauernder bekommt man auch die Wut auf alles mögliche. Erst spät wird einem bewusst, dass nun alles anders ist. Der Umstand, dass wildfremde Mitmenschen nun Beileid bekunden vermengt sich mit den Rufen nach verkehrspolitischen Konsequenzen und übertüncht damit das Beileid.. Am liebsten würde man dies alles nicht wahrnehmen wollen.

  10. 13.

    Sehe ich auch so. Aber leider befeuern die Medien die Sache. Wir sind schnell beim „Täter“ und bei der „Waffe“. Die Opfer sind immer schnell vergessen. Die Schlagzeilen drehen sich nun um SUV und politische Forderungen.

  11. 12.

    Ein VW Bus ist ähnlich schwer. Der bei politisch korrekten Personen gerne gewählte Volvo von 1986 auch in etwa, bremst nur nicht so gut und besitzt weder aktive Sicherheitssysteme noch angemessenen Fussgängerschutz. Wie sieht es aus mit Rettungswagen und Bussen? Hochgradig gefährliche Mordinstrumente!
    Es ist völlig egal, wie viel PS die Kiste hat. „Ausfahren“ kann man die sowieso nicht in der Stadt.

    Schau dir mal die Pizzalieferanten spät abends an. Die fahren mit 80 durch die Stadt, aber mit dem Golf 3 oder Dacia. Also mit Autos, die sicherheitstechnisch nicht mit einem SUV vergleichbar sind. Aber das ist egal, denn der Lieferdienst bringt dir ja auch den veganen Demeter Avocadosalat mit Chiasamen nach Hause und das machst du ja nur einmal die Woche.

    Ja ich hatte mal einen SUV - super, wenn man oft viel transportieren muss. Inzwischen fahre ich wieder Golfklasse. Weil mir Aggressionen und Bedrohungen ernsthaft Angst gemacht haben. Dafür muss ich teilweise 2x fahren. is so.

  12. 11.

    In Stuttgart hat es am Freitag auch einen Unfall gegeben. Zum Glück war es kein SUV, die Fußgänger erlitten nur schwere Verletzungen.

  13. 10.

    Physik 1. Studienjahr:
    Nicht die Masse steigt, sondern die kinetische Energie.
    Aber wie auch immer...SUV, E-Kutsche, Holzroller....
    Empathie mit den Opfern ist angesagt, anstelle von inhaltslosem, populistischem Politikergesülze!!

  14. 9.

    Liebe KommentatorInnen, es geht hier um die Ermittlungen nach einem schweren Verkehrsunfall, zu denen bisher das oben berichtete bekannt ist. Wenn Sie über verschiedene Automodelle und deren Eigenschaften diskutieren möchten, können Sie das unter diesem Beitrag: https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2019/09/toedlicher-suv-unfall-berlin-porsche-macan-politische-reaktionen.html

    Danke und einen schönen Abend

  15. 8.

    Porsche Macan 2000 Kg EGolf 14000kg. Wenn man jetzt noch daran denkt das die Masse mit der Geschwindigkeit im Quadrat steigt.... Aber freie Fahrt für freue Bürger ist ja wohl Ihr Mantra.
    Da läßt man gerne die Physik außer Acht. Und wofür genau braucht man einen SUV in der Stadt?

  16. 7.

    Es ist wirklich ein sehr, sehr tragisches Unglück!!!

    Aber, warum diese populistische Neiddebatte über SUVs? Es hätte auch ein 40-Tonner mit um die 500 PS gewesen sein können. Würden Sie die Lkws, die auch Ihre Lebensmittel usw. transportieren, aus den Städten verbannen wollen?

    Ich selber fahre übrigens keinen SUV! Kann aber diese unbedachten Verurteilungen nicht verstehen.

    LG Ulrich Vorbeck

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