Eröffnung vom 140. Baumblütenfest 2019. (Quelle: dpa/Sebastian Gabsch)
Video: Brandenburg aktuell | 19.09.2019 | T. Jaeger / F. Herkt | Bild: dpa/Sebastian Gabsch

Proteste und Kritik nach Absage - Werder will doch nur ein Jahr auf Baumblütenfest verzichten

Die Emotionen kochten hoch: In der Stadt Werder sollte es zwei Jahre lang kein Baumblütenfest mehr geben. Die Zukunft des beliebten Volksfestes schien fraglich. Nun gibt es eine Lösung - nach heftiger Kritik und Protesten vor dem Rathaus.

Die Stadt Werder will nun doch schon ab 2021 wieder das traditionelle Baumblütenfest veranstalten. Die Stadtverordneten stimmten am Donnerstagabend diesem Vorschlag von Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) zu. Nun soll zusammen mit Einwohnern und Obstbauern ein neues Konzept für den Neustart erarbeitet werden.

Vor gut einer Woche hatte die Stadt das Fest mit 140-jähriger Tradition für die kommenden zwei Jahre abgesagt. Als Grund wurde das Vergabeverfahren angeführt, das ohne Erfolg zu Ende gegangen war. Die Obstbauern hatten den Imageverlust für die Stadt beklagt. Sie
kritisierten zudem, dass sie erst aus den Medien von der Entscheidung erfahren hatten. Die SPD in Werder forderte wegen der Absage des Festes den Rücktritt von Bürgermeisterin Saß.

500 Menschen protestieren vor dem Rathaus

Als Ausgleich für das ausfallende Fest soll nun im kommenden Jahr zur Zeit der Baumblüte im kleineren Rahmen in den Gärten und Obsthöfen gefeiert werden. Für das Fest in den Höfen und Gärten im kommenden Jahr will die Stadt die Obstbauern unterstützen. Die Verwaltung wurde beauftragt, ein Sicherheitskonzept zu erarbeiten. Bis zum 12. Dezember soll es eine Beschlussvorlage für die Stadtverordnetenversammlung geben.

Bei einer Demonstration vor dem Rathaus vor Beginn der Stadtverordnetenversammlung forderten rund 500 Werderaner den Erhalt des Festes. Neben Obstbauern und Schaustellern waren auch Jugendliche und andere Bürger zum Hartplatz vor dem Rathaus gekommen, auf dem traditionell der Rummel beim Baumblütenfest stattfindet. Sie hielten Banner mit der Aufschrift "Baumblüte muss bleiben" in die Höhe, viele Teilnehmer trugen T-Shirts mit dem Aufdruck "Unsere Stadt, unsere Tradition: Baumblüte 2020".

Sendung: Antenne Brandenburg, 20.09.2019, 21 Uhr

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5 Kommentare

  1. 5.

    "Hut ab" die Verwaltung hat zugehört und startet eine breite Bürgerbeteiligung. Es ist hier zu spüren: die Verwaltung will helfen, den Bürgerwillen umzusetzen und den Fleiß der Obstbauern zu würdigen. Davon sind so manche größere Nachbarverwaltungen und so manches Bauamt noch weit entfernt. Wenn nun noch die Einnahmen in der Region bleiben, sind auch die Entbehrungen ertragbar - auf das richtige Maß kommt es an und wird nun ermittelt.

  2. 4.

    Von einer "Neuausrichtung" des Baumblütenfestes war in der Zwischenbilanz zum 140. und mithin bisher letzten Fest von Bürgermeisterin Saß keine Rede.

    https://cityreport.pnr24-online.de/werder-havel-zwischenresuemee-zum-140-baumbluetenfest/

    "Unsere Gäste konnten trotz einiger negativer Vorfälle an allen Tagen sicher feiern", so Saß in ihrem Zwischenresümee zum 140. Baumblütenfest. Und auch der Veranstalter wurde gelobt "Die Bürgermeisterin betonte, dass der Veranstalter die Lage mit Unterstützung der Sicherheitspartner und der Polizei immer unter Kontrolle hatte. Die Zusammenarbeit sei gut eingespielt. "

    Die Absage von Saß kam, nachdem besagter bisheriger langjähriger Betreiber, der auch das 141. Baumblütenfest organisieren sollte, die Kalkulation, hier wohl insbesondere die Aufwendungen für die Sicherheit, für Fest 141 vorgelegt hat.
    Da hieß es, für Außenstehende etwas unverständlich, man habe "keinen Veranstalter gefunden".

  3. 3.

    Wenn inkompetente und unwillige Entscheidungsträger*innen nicht persönlich betroffen sind, steigt die Gefahr fauler Ausreden umso mehr, sobald keine Konsequenzen dafür zu erwarten sind.

  4. 2.

    Das Baumblütenfest wird bleiben. Die Verwaltung darf helfen, den mehrheitlichen Bürgerwillen eines niveauvollem und einmaligen Festes, umzusetzen. Wenn die Verwaltung ihre gängelnde Einstellung nicht grundsätzlich ändert wird ihr gezeigt, das man sie so nicht braucht.

  5. 1.

    Die Stadt Werder weiß um Jahre von der schwierigen Vergabe, teilweise leider auch selbst gemacht! Statt sich mit den Obstbauern zusammenzusetzen und nach Lösungen für einen vermeintlichen Imageverlust zu suchen, haben sie ihre Hände in den Schoß gelegt. Ob nun durch Unlust oder Hilflosigkeit, da würde ich gern mal Maus spielen... Wenn durch reine Hilflosigkeit hervorgerufen, sollten diese Behördenmitglieder, die ja von den Steuerabgaben ihrer Bürger bezahlt werden (!), schleunigst heraus geschmissen werden. Bei Arbeitsunlust gehört eine Abmahnung in ihre Akten. Es geht nicht an, das ein Jahrhundert altes Fest durch Fehlverhalten in der Behörde auch nur für ein Jahr ausfällt!

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