Arafat Abou-Chaker bei einem Prozess in Berlin (Imago/Wagner)
Bild: Imago/Olaf Wagner

Streit mit Rapper Bushido - Staatsanwaltschaft erhebt offenbar Anklage gegen Abou-Chaker

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat einem Bericht des "Spiegel" zufolge mehrere Mitglieder des Abou-Chaker-Clans angeklagt. Die Anklage soll in Verbindung mit dem Streit zwischen Arafat Abou-Chaker und dem Rapper Bushido stehen.

In Zusammenhang mit dem Streit zwischen Rapper Bushido und Arafat Abou-Chaker hat die Berliner Staatsanwaltschaft offenbar Anklage gegen mehrere Mitglieder des Abou-Chaker-Clans erhoben. Das hat der "Spiegel" aus Justizkreisen erfahren, wie er am Dienstag berichtet [spiegel.de]. Die Ermittler werfen den Brüdern Arafat, Yasser, Nasser und Rommel demnach eine Reihe von Straftaten vor, die überwiegend in Verbindung mit Bushido stehen sollen.

Erpressung, Freiheitsberaubung, Körperverletzung

Der mutmaßliche Haupttäter ist laut "Spiegel"-Informationen Arafat Abou-Chaker. Er soll unter anderem wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung, Freiheitsberaubung, gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung angeklagt sein. Bei Nasser und Rommel gehe es vor allem um Beihilfe.

Die etwa 100-seitige Anklage wurde laut "Spiegel" am 17. September fertiggestellt und vor kurzem erhoben. Der Verteidiger von Arafat Abou-Chaker wollte sich gegenüber dem Nachrichtenmagazin nicht äußern. Die Verteidiger der weiteren Angeschuldigten ließen entsprechende Anfragen unbeantwortet.

Verhaftung im Gerichtssaal

Hintergrund des Verfahrens ist ein Streit zwischen Arafat Abou-Chaker und Bushido. Die beiden waren jahrelang Freunde und Geschäftspartner, Bushido stand unter dem Schutz des libanesischstämmigen Clans und hatte Abou-Chaker sogar eine Generalvollmacht über seine Geschäfte erteilt.

Vor anderthalb Jahren hatte sich der Rapper nach einem Streit von Abou-Chaker losgesagt. Die Hintergründe der Trennung sind unklar. In der Folge soll Arafat Abou-Chaker veranlasst haben, dass die Frau und die Kinder des Musikers entführt werden. Dazu kam es dann aber nicht. In diesem Zusammenhang wurde auch Bushidos Villa in Kleinmachnow durchsucht. Arafat Abou-Chaker war am 15. Januar nach dem Ende eines Prozesses gegen ihn im Amtsgericht Tiergarten verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Verbrechen gegen die Familie seines ehemaligen Geschäftspartners Bushido geplant zu haben. Mehrere Medien berichteten, dass die Frau oder die Kinder des Musikers entführt werden sollten. Der Haftbefehl wurde zwei Wochen später aufgehoben.

Sendung: Abendschau, 01.10.2019, 19:30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

6 Kommentare

  1. 6.

    " Der Haftbefehl wurde zwei Wochen später aufgehoben. " na also und " Erpressung, Freiheitsberaubung, Körperverletzung " wird nicht nachweisbar sein , also alles gut für Abou-Chaker . Deutschland als El Dorado für pfiffige Kriminelle , diese Botschaft wird gehört werden : in Deutschland kannste machen was du willst , außer Parkscheibe vergessen, dann haste ein Problem

  2. 5.

    die Mimik von Abou-Chaker auf dem Bild drückt mindestens Gelassenheit aus , jedenfalls keine Sorge vor Strafe

  3. 4.

    Auch die verlegene, ewig zaghafte politische Korrektheit ist und bleibt ein Problem bei der Bekämpfung der Clankriminalität.

    Aktuelles Beispiel: https://www.welt.de/politik/deutschland/article201272534/Linke-diskutieren-ueber-Clans-Wir-sollten-ueber-deutsche-Familienclans-sprechen.html

  4. 3.

    Sie haben ja recht, das sind letztlich arme Würstchen, ohne jede Ehre, Integrität und Würde.

    Aber sie machen Millionenumsätze ... Bushido vielleicht gerade noch auf legalem Wege, aber im Fall von Abou-Chaker ausschließlich durch umfangreiche schwerstkriminelle Machenschaften.

    Und der Rechtsstaat, wie ein müder Papiertiger, kann ihnen nichts anhaben. Er scheitert an seinen eigenen hohen Maßstäben und Idealen.

    Das sind Maßstäbe und Ideale, die natürlich Errungenschaften unserer Gesellschaft darstellen, deren Konzept aber dieses Phänomen der Clankriminalität nicht mit einkalkuliert hat.

  5. 2.

    Gangserrap :)
    Wenn ich Herrn Tschakka und den kleinen Buschido so sehe, kann ich mich vor Lachen kaum halten.
    Was für nutzlose Helden ihres schwachgeistigen Kundenkreises.

  6. 1.

    Klingt ernst, ist aber kein Problem für die Abou-Chakers.

    Alle Zeugen werden im Hintergrund durch massive Bedrohung systematisch ruhiggestellt, und die Anklage dementsprechend letztendlich fallengelassen. Hat immer schon so funktioniert, und funktioniert auch weiterhin.

    Das ist, wenn man so will, eine Form der “Asymmetrischen Kriegführung“, die von den Clans, die zudem keinerlei Skrupel kennen, über Jahrzehnte perfektioniert wurde. Aufgrund dieser Asymmetrie in Verbindung mit absoluter Skrupellosigkeit ist der Rechtsstaat gegenüber diesen Strukturen der organisierten Schwerstkriminalität machtlos.

    Lieber rbb, bitte berichten Sie auch in Zukunft weiter über diesen Fall.

Das könnte Sie auch interessieren