Luftaufnahme des Autobahndreiecks Funkturm in Berlin-Charlottenburg (Quelle: dpa/Schoening)
Video: rbb24 | 31.10.2019 | Tim Jaeger | Bild: dpa/Bildagentur-online/Schoening

Verkehrsreichstes Nadelöhr Deutschlands - Autobahndreieck Funkturm wird jahrelang zur Großbaustelle

Das Autobahndreieck Funkturm ist der Flaschenhals, durch den täglich Hunderttausende von und nach Berlin kommen. Da es marode ist, soll es ab 2023 komplett umgebaut werden. Sieben Jahre sollen die Arbeiten dauern. Mindestens.

Für Autopendler aus dem westlichen Umland wird der Weg von und nach Berlin in einigen Jahren eine noch größere Geduldsprobe. Grund ist der geplante Neubau des bundesweit am stärksten belasteten Autobahndreiecks am Funkturm in Charlottenburg. Die Arbeiten sollen frühestens 2023 beginnen und werden mindestens sieben Jahre dauern, wie die Baugesellschaft Deges am Donnerstag ankündigte.

Behelfsautobahn entlang von Halenseestraße und Westkreuz

Hauptgrund für den Umbau sind die vielen kurzen und eng hintereinanderliegenden Auf- und Abfahrten, die seit Jahren für Probleme sorgen. Durch den Neubau sollen sie entzerrt werden. Außerdem müssen baufällige Brücken erneuert werden. Ganz weichen muss für den Neubau des Autobahndreiecks der Rasthof Avus; die Anschluss-Stelle Messedamm wird neu gebaut.

Weil die Bauarbeiten bei laufendem Betrieb stattfinden, soll eine Behelfsautobahn entlang der Halenseestraße und des Westkreuzes entstehen. Doch dort wird es voraussichtlich langsamer vorangehen. Je nach Dauer der Planfeststellungsverfahren könnte parallel auch der Neubau der Rudolf-Wissel-Brücke der A100 laufen und weiter nördlich auf der A111 gebaut werden.

Grafik: Autobahndreieck Funkturm nach dem geplanten Umbau. (Quelle: Senatsverwaltung/deges.de)Grafik: Autobahndreieck Funkturm nach dem geplanten Umbau. (Quelle: Senatsverwaltung/deges.de)

Flüssigerer Verkehr und weniger Unfälle

"Es ist unvermeidbar. Das Autobahndreieck ist am Ende seiner Dauerhaftigkeit angelangt", sagte Burkhard Pott, Projektleiter bei der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges). Bei 24 der 25 Brücken bestehe Handlungsbedarf. Geplant ist, den Rasthof Avus zu schließen und das Autobahndreieck von A100 und A115 (Avus) über dessen Areal zu führen. Die Anschlussstelle Messedamm wird an die A115 südlich des S-Bahnhofs Messe Süd verlegt.

Mehr Fahrstreifen wird es nicht geben. Das sei nur sinnvoll, wenn es auf der gesamten Stadtautobahn geschehe, sagte Pott. "Wir werden nicht dafür sorgen, dass der Feierabendstau vorbei ist." Längere Ein- und Ausfädelspuren sollen aber insgesamt einen flüssigeren Verkehr und weniger Unfälle bringen.

Kein Anschluss für Güterbahnhof Grunewald

Außerdem werden neue und zum Teil höhere Lärmschutzwände gebaut. Die Anwohner sollten am Donnerstagabend informiert werden. Die Deges sagte einen engen Dialog zu.

Direkt an der Strecke liegt der frühere Güterbahnhof Grunewald, dessen Bebauung immer wieder diskutiert wird. Für ihn ist im Bauplan für das Dreieck kein Autobahnanschluss vorgesehen.

Das Dreieck Funkturm ist in den 1960er Jahren gebaut worden und für 20.000 Fahrzeuge pro Tag konzipiert. Heute sind es 230.000. Die Avus-Tribüne und das Avus-Hotel müssen dem Neubau nicht weichen, sie stehen unter Denkmalschutz.

Sendung: Abendschau, 31.10.2019, 19:30 Uhr

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19 Kommentare

  1. 18.

    Grundsätzlich absolut in Ordnung, das anzugehen. Aber mal wieder macht man den zweiten Schritt vor dem ersten. Es kann doch nur so laufen, dass man den Pendlern die nötigen Möglichkeiten schafft, ihre Autos vor diesem neuralgischen Punkt abzustellen und ihnen die Weiterfahrt mit dem ÖNV anbietet. Alles andere endet im vorhersehbaren Chaos. Aber es wird wohl so kommen wie es kommen muss...
    Wäre ja schön, wenn die Baustellen, die die Stadt schon seit gefühlten Ewigkeiten lahmlegen, mal zu Ende gebaut würden. Stattdessen: beschauliche Ruhe, flauschige Müllhäufchen auf den Brachen, die langsam wieder beginnen zu keimen, hie und da ein einsames Baumaschinchen und ach, EIN Bauarbeiter. Nicht zu fassen.

  2. 17.

    Wollte Berlin nicht die IAA einladen? Prima Plan, dann den Messestandort erstmal großräumig mit Baustellenzaun zu umgeben. Ein weiterer Irrsinn aus dem nicht funktionierenden Teil Deutschlands....

  3. 16.

    Aktuelles: Hertha soll dort ein Stadion bauen dürfen - wenn es nach Plänen aus der Senatskanzlei geht... Ebenfalls aktuell vom Senat: Jetzt soll dort das gesamte Autobahnareal umgebaut werden... Ein Blick von oben auf die Zukunft besagt: beides passt nicht zusammen.
    Ich lach mich kaputt, ein Witz nach dem nächsten...
    Die Anwohner der Eichkampsiedlung sind allerdings die größten Verlierer, sofern sich die Autobahnsanierung wie geplant durchsetzen sollte. Pfui an die Planer und den Senat.
    Warum restauriert man nicht das bestehende Autobahnkreuz?
    Es ist IMMERNOCH zweckmäßig trotz Verkehrsdichte, liegt direkt an der Messe, es werden keine unmittelbaren Anwohner zusätzlich geschädigt. Und bitte, wer mit dem Auto fährt, muß Beeinträchtigungen in Kauf nehmen so oder so. Und wollte der Senat nicht mal den öffentlichen Nahverkehr attraktiver gestalten....um weniger Emission in unserer Luft zu haben...?

  4. 14.

    Mandy´s mit ihrem ständig gleichen Mantra auch - hör doch auf mit diesem ewig gleichen Geschwafel. Dann schalte auch das Internet weg, das erzeugt auch jede Menge Schadstofemissionen, das wäre ein toller Anfang.
    P.S.: ich fahre auch mittlerweile mehr Rad als Auto, vor allem in der Stadt - aber Dein Getöse nervt......

  5. 13.

    Schön. Dann gibt es noch mehr Abgase, es wird noch mehr gerast und es gibt noch mehr Tote. Auch eine Möglichkeit, die überbevölkerung zu reduzieren.

  6. 12.

    Bei einem Stau fahren schon heute Autofahrer bzw. Pendler am Hüttenweg ab und fahren bzw. stehen auf der Königsallee in Zehlendorf/Wilmersdorf. Wenn sich die Anzahl der Routenausweichfahrer vervielfacht gibt es ein riesiges jahrelanges Verkehrschaos im weiten Umkreis dieser Straßen. Will man dies reduzieren müssen in Potsdam, Wannsee und Nikolassee Pendlerparkplätze angeboten werden und die Zugdichte der S-Bahn muss so eingerichtet werden dass alle S-Bahnnutzer bequem bzw. menschenwürdig fahren können.

  7. 11.

    In Berlin kommt man aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus was die Bauzeiten angeht. Das war früher mal anders... Sehr viel anders...

  8. 10.

    2023, da bin ich schon in Rente und muss da nicht mehr durch ;-). Aber es kann sich niemand beschweren, das die Baustelle "plötzlich" aufgetaucht ist. Vll. fahre ich mal mit der S-Bahn, so sie denn fährt, hin und sehe mir das Chaos an.
    <Sakrasmus enthalten>

  9. 8.

    Das kann ja heiter werden, ich bin ja Anwohner .
    Aber eigentlich ist das schon über fällig verstehe überhaubt nicht warum man so lange gewartet hat, allerdings wird das von der Zeit her wie beim BER enden .

  10. 7.

    Das gesamte Areal vom Güterbahnhof Grunewald,über die Messe am Funkturm,der AVUS incl.Stadtautobahn,dem ICC steht zur Disposition.
    Nicht zu vergessen das 20Hektar Grün-,Kleingarten- und Bahnareal von Halensee bis Lietzensee,vom BHF Charlottenburg zum BHF Westkreuz,vom BHF Halensee zum BHF Witzleben(ICC Nord)

    Heute hat das Abeordnetenhaus einen wichtigen Schritt zur Entwicklung des Raumes beschlossen:Der Flächennutzungsplan (FNP) Westkreuz/Heilbronnerstr. wurde nicht auf BAuen sondern auf Grün gestellt.

    https://westkreuzpark.de/

  11. 6.

    Die kurz hintereinander liegenden Ausfahrten am AB-Dreieck sind deshalb so gebaut worden, weil infolge des Mauerbaus der Autoverkehr auf der anschließenden Transitstrecke doch einigermaßen überschaubar war und darum noch dies, das und noch was anderes angeschlossen wurde. In Tegel ist ja die Situation analog.

    Jetzt, wo die Grenzen offen sind und damit (leider) auch die Autoverkehrsströme zugenommen haben, wäre eine Beibehaltung der Ausfahrtendichte schlicht ein Wahnwitz.

  12. 5.

    Das dauert bestimmt viel länger, dieser Senat hat es sich zur Aufgabe gestellt die Stadt in ein einziges Chaos zu verwandeln.
    Auto zu fahren ist langsam einem Verbrechen gleich.
    Zum ko...zen.
    Nicht in den Urlaub fliegen und auch nicht mehr mit dem Auto in den Urlaub fahren.
    Alle sollen am besten nur arbeiten und Steuern zahlen. Erholung soll am besten auch verhindert werden.

  13. 4.

    11 Jahre!? Wie lange plant man das schon? Zusätzliche 10? Über 20 Jahre. Einfach nur noch peinlich.
    Nur Stümper am Werk!

  14. 3.

    ach Du Sch....
    Na das wird ja was. Und was wird mit "uns" Radfahrern? Ich komme da gern vom Eichkamp und fädle mich da durch.

    Und ist ja mal ein super Timing - Stichwort ICC 2.0. Braucht das dann auch 7 Jahre, bis das umgebaut oder ist das dann fertig, aber niemand kommt hin?

  15. 2.

    Was sollen denn dann die Nutzer der S-Bahn sagen. Unzählige Steckensperrungen wegen Baumaßnahmen oder die hundertste Stellwerkumstellung - RRG meint es nicht gut mit den Nutzern des ÖPNV.

    Wie soll eigentlich der massive Investitionsstau aka Beseitigung von miese Straßen und maroden Brücken ohne viele Baustellen gemildert werden?

  16. 1.

    Ein weiterer genialer Streich von RRG um Autofahrer zu drangsalieren. Baustellen werden massenhaft eröffnet und nicht wieder abgebaut. Inzwischen sind es über 2400 in der ganzen Stadt.

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