Razzia im Dezember 2017 in Berlin (Bild: imago images/Olaf Wagner)
Bild: imago images/Olaf Wagner

Razzien und Festnahmen in Berlin - Polizei gelingt Schlag gegen Abrechnungsbetrug

Im Zusammenhang mit Abrechnungsbetrug bei Intensiv-Pflegediensten hat die Polizei am Dienstag neun Wohnungen und Büros in Berlin, Bayern und Hessen durchsucht. Dabei wurden drei Menschen festgenommen, wie die Polizei und die Berliner Staatsanwaltschaft gemeinsam mitteilten.

Sieben der durchsuchten Objekte, darunter drei Pflegedienste, befinden sich in Berlin. Gegen die drei Festgenommenen - laut Polizei eine 56-jährige Frau, ein 57-Jähriger und ein 40-Jähriger, die Geschäftsführer oder Gesellschafter der Pflegedienste sind - wurden Haftbefehle vollstreckt.

Schaden in Millionenhöhe entstanden

Den Durchsuchungen gingen monatelange Ermittlungen gegen insgesamt sieben Beschuldigte wegen banden- und gewerbsmäßigen Abrechnungsbetrugs voraus. Die Behörden verdächtigen die Pflegedienste, mindestens seit Anfang 2017 nicht dafür qualifizierte Personen als Intensivpfleger eingesetzt zu haben. Für Kräfte aus Osteuropa, vor allem aus der Slowakei, sollen Zeugnisse gefälscht worden sein.

Nach vorläufigem Stand sei ein Schaden von 6,3 Millionen Euro entstanden, teilte die Polizei mit. Die Intensivpflege von Beatmungspatienten ist meist eine 24-Stunden- Betreuung, die die Krankenkassen monatlich im Schnitt 20.000 Euro pro Patient kostet.

Auch zu einem laufenden Verfahren der Staatsanwaltschaft Berlin, in dem bereits Anklage erhoben worden sei, seien Unterlagen sichergestellt worden. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten bereits im Mai sechs Pflegedienste in Berlin, Brandenburg und Schleswig-Holstein durchsucht und damals ebenfalls drei Haftbefehle vollstreckt.

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3 Kommentare

  1. 3.

    Den Schaden haben die Versicherten, die unqualifizierte Pflege erhielten. Wer schuldet die Pflege ? Wie werden die Versicherten entschädigt ? Die Krankenkassen haben gezahlt, was verordnet war.

  2. 2.

    Ich war ein ahnungsloser Mitarbeiter und stehe ohne Arbeit plötzlich da. Mein schwerkranker Patient hat von heute auf morgen keine Versorgung mehr. Ich habe der Firma vertraut Es ist eine Schande.,wie kann man so etwas machen.

  3. 1.

    Die Schwächsten auszunutzen und dabei Millionen zu stehlen ist echt das letzte,

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