Invalidenstraße Ecke Ackerstraße am 16.9.2019 (Bild: dpa/Jörg Carstensen)
Video: Abendschau | 17.10.2019 | Christian Titze, Gespräch mit Siegfried Brockmann | Bild: dpa/Jörg Carstensen

Berliner Invalidenstraße - Epileptischer Anfall führte zu tödlichem SUV-Unfall

Wochenlang war unklar, was genau zu dem tödlichen Unfall Anfang September in der Invalidenstraße in Berlin-Mitte geführt hat - jetzt hat der rbb erfahren: Es war tatsächlich ein epileptischer Anfall, durch den der Fahrer die Kontrolle über den SUV verloren hatte.

Die Ursache des tödlichen Unfalls auf der Berliner Invalidenstraße ist geklärt. Wie der rbb am Mittwoch exklusiv aus Ermittlerkreisen erfuhr, hatte der Fahrer nachweislich einen epileptischen Anfall. Aus diesem Grund erlitt er einen Krampf im Bein, was dazu führte, dass er das Gaspedal durchdrückte. "Die durchgehende Beschleunigung des Wagens auf 104 km/h soll auf einen Krampfanfall zurückzuführen sein", twitterte inzwischen die Berliner Staatsanwaltschaft. Sie gehe davon aus, dass der Beschuldigte regelmäßig die nötigen Medikamente eingenommen habe.

Die Ermittlungen dauerten gleichwohl an, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Geklärt werden muss noch, ob der Fahrer sein Versagen hätte vorhersehen können und man ihm fahrlässige Tötung zum Vorwurf machen kann.  

Patientenakte blieb verschlossen

Der Fahrer des Porsche Macan hatte mit hoher Geschwindigkeit auf der Gegenfahrspur den stehenden Verkehr an der Ampel überholt und war auf den Gehweg geraten. Der SUV knickte einen Ampelmast und mehrere Poller um, durchbrach einen Bauzaun und kam erst auf einem Baugrundstück zum Stehen. Das Video einer Dashcam in einem Taxi hatte die letzten Sekunden vor dem Unfall gezeigt.

Auf dem Gehweg der Invalidenstraße an der Kreuzung Ackerstraße war bei dem Unfall am 6. September außer dem Kleinkind auch die 64-jährige Großmutter des Jungen ums Leben gekommen. Zudem wurden ein Spanier (28) und ein Brite (29) getötet. Die Mutter des Dreijährigen, die auch noch ihren älteren Sohn dabei hatte, überlebte. 

Der 42-jährige SUV-Fahrer, der sich bei dem Unfall verletzt hatte, schwieg und ließ sich durch einen Anwalt vertreten. Der hatte schon wenige Tage nach dem Unfall gegenüber der Staatsanwaltschaft erklärt, dass ein "akuter medizinischer Notfall" vorgelegen habe. Die Beifahrerin des SUV-Fahrers hatte von einem epileptischen Anfall gesprochen. Die Patientenakte des Mannes blieb den Ermittlern jedoch aus rechtlichen Gründen verschlossen, weswegen die Wohnung des Mannes durchsucht wurde. Dort stellten die Ermittler Beweismaterial sicher – was genau sie dort fanden, wurde nicht bekannt gegeben.

Senat will Invalidenstraße sicherer machen

Der Unfall hatte nicht nur in Berlin, sondern in ganz Deutschland zu Betroffenheit und auch zu politischen Diskussionen geführt. Aus den Reihen der Grünen war die Forderung nach einem innerstädtischen Verbot von SUV-Autos laut worden.

Auf Berliner Landesebene führte der Unfall inzwischen auch zu konkreten Maßnahmen: Ende September beschloss der Berliner Senat schnelle Verbesserungen der Verkehrssituation rund um die Unfallstelle. So bald wie möglich soll in dem Abschnitt der Invalidenstraße Tempo 30 eingeführt werden. Außerdem werde es einen sogenannten geschützten Fahrradweg auf beiden Straßenseiten geben, teilte die Senatsverkehrsverwaltung mit. Die Maßnahmen könnten noch bis Ende des Jahres umgesetzt werden. Weitere Verbesserungen seien geplant.

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172 Kommentare

  1. 172.

    Dieses ständige Bashing gegen SUV nervt nur noch. Moderne SUV haben einen deutlich besseren cw-Wert als die meisten alten Karren, die sonst noch auf unseren Straßen herumfahren. Der Verbrauch ist mit ähnlich großen "normalen" PKW vergleichbar. Die Teile sehen manchmal wuchtig aus, manchmal leicht panzerartig-aggressiv. Mehr aber auch nicht. Der Großteil sind aber Klein-SUV, die kaum ins Auge fallen, meist ohne Allradantrieb und damit nicht mal geländetauglich. Sie werden gerne wegen der höheren Sitzposition gefahren, weil das einfach bequemer ist und das Ein- und Aussteigen erleichtert. Zusätzlich hat man ordentlich Kofferraum durch die höhere Bauweise. Es gibt also durchaus gute Gründe, ein angemessenes SUV zu fahren. Muss ja nicht jedem gefallen. Früher gab es mal Unmengen an Hochdachkombis, die sind von SUVs praktisch verdrängt worden. Cw-Wert und Gewicht sind dabei vergleichbar, der Verbrauch somit auch.

  2. 171.

    Bravo. Guter Kommentar. Empfinde ich genauso. Der User ist auch zu anderen Themen immer omnipräsent und sehr beharrlich...^^ SUV's sind mehr als Autos. Sie sind ein deutliches Statement und Schutzschild plus Prestigeobjekt in einem. Ein Freund von uns bereut seinen Kauf bereits, obwohl er täglich auf den Reiterhof und mit dem Pferd oft auf Turniere fährt mit der Chaise, da kann man so einen Boliden noch irgendwie nachvollziehen. Gibt also auch selbstkritikfähige SUV-Fahrer... ;-)

  3. 170.

    Diese emotionalisierte Diskussion über SUVs ist hochgradig lächerlich. Wenn ich mit dieser Geschwindigkeit mit einem Golf o.ä. in eine Menschenmenge fahre, sterben ebenfalls Menschen. Die einzige Frage die sich hier stellt ist, wusste der Fahrer von seiner neurologischen Erkrankung und war er in Behandlung?

    Die Anlage 4 der FeV (Fahrerlaubnis-Verordnung) regelt dazu ganz klar "häufiger vorkommende Erkrankungen und Mängel, die die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen längere Zeit beeinträchtigen oder aufheben können, […]
    Wenn der Fahrer nachweislich von der Erkrankung wusste und trotzdem Auto gefahren ist, handelte er vorsätzlich.
    Gem. Begutachtungsleitlinien des Bundesamtes für Straßenwesen (BAST) muss bei (Neu)-Beantragung des Führerscheins bei Epilepsie-Patienten ein neurologischen Gutachten vorgelegt werden.

  4. 169.

    Mit Schaltgetriebe könnte man meines Erachtens nicht so derart beschleunigen. Wäre er z.B. im zweiten Gang gewesen, hätten es alle mitbekommen und noch reagieren können. Haben alle modernen Autos Automatik? Wozu? Schalten gehört zu Autofahren dazu. Und wozu sich ständig ein neues Auto zulegen. Man fährt eines bis es nicht mehr reparabel ist.

  5. 168.

    Auch früher gab es schon Rüpel im Strassenverkehr. Nur hatte man doch noch merklich mehr Respekt vor d. Gesetzen u. wollte Unfälle um jeden Preis vermeiden. Heute sind alle viel zu gut versichert u. viele pfeifen auf die Regeln, passiert ja meist d. Übeltätern nichts. D. Unfall ist eine Tragödie, jedoch geschah er krankheitsbedingt. Dass d. großen Autos in d. wahnsinnigen Verkehr dieser Stadt ein Dorn im Auge sind, kann ich verstehen. Viel wichtiger wäre es m. E. aber, d. es mehr OA und Polizei auf d. Straßen gibt, d. für d. Einhaltung d. Regeln sorgt. Was täglich auf Berlins Straßen zu beobachten ist, läßt mich wundern, dass nicht noch viel mehr passiert.

  6. 167.

    Seit gefühlt 100 Kommentaren geht es nur noch darum, dass User Joker seinen Fuhrpark verteidigt. Muss das so? Hier "hated" keiner SUVs, nur die, die keine Eigentümer dieser Schrankwände sind, hinterfragen kritisch, ob man so eine Schrankwand im Stadtverkehr BRAUCHT.

    (Braucht man nicht für die Fahrt ins Büro...)

  7. 166.

    Ist es nicht so, dass Menschen die diese Krankheit haben nicht Auto fahren dürfen?

  8. 165.

    Der Unterschied ist, dass der Smart sich darauf hin um seine eigene Achse drehte. D.h. die Ampelmast hat das Auto zum stehen gebracht, nicht wie hier beim Macan, der einfach über den Ampelmast hinwegflog. Das ist ein gewaltiger Unterschied.

  9. 164.

    Ich stimme Ihnen zwar absolut zu, dann müsste rbb24 aber das Kommentieren komplett einstellen. Denn leider ist die Tendenz, dass hier manche User nur noch schreiben, um penetrant auf Ihre Meinung und Wahrnehmung zu beharren, auch wenn es in Richtung Respektlosigkeit geht und unterstellend wird, klar ersichtlich. Der gesellsch. Ton wird halt immer rauher. Scheinen auch viele keine Lust mehr drauf zu haben, sind so einige User gar nicht mehr, oder kaum noch, dabei. Alternativ rbb24 bei Twitter, da kann blockiert werden...^^ LG

  10. 163.

    Klar haben sie Verena widersprochen.
    "jaja... Blöde Kommentare ablassen und überhaupt keine Ahnung von der Krankheit haben." Das war ihre Aussage an Verena.

    Ich habe übrigens auf ihren Beitrag 123 geantwortet nicht 134, dort hatten sie die Falschaussage getätigt, dass der Macan kein Sportwagen sei.

    Und jetzt sagten sie, "Und ein SUV ist kein Geländewagen!"
    Laut Duden, Autofachzeitschriften und Wikipedia ist es ein Geländewagen. Oder zählt jetzt nur noch ihre Wahrnehmung? Ich halte mich lieber an Fakten.

    Warum das SUV keine Protzkarre ist, konnte sie auch leider nicht beantworten, in ihrem Beitrag 132 steht davon nichts. Sind sie selber SUV Fahrer? Nach den Kommentaren zu Urteilen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch.

  11. 162.

    Richtig! Man kann in der Stadt sowieso nicht schneller als 30 km/h fahren. Also brauchen wir keine 30er Zonen in Berlin.

  12. 161.

    Auch "Chroniker" fahren Auto. Epileptiker, Asthmatiker, Herzkranke. D. war ein entsetzlicher Unfall. Chronikern soll jetzt d. Autofahren verboten werden? Dann bitte auch alle Menschen ab 60 jährlich z. Untersuchung, d.d. Fahrtauglichkeit bewertet. Sehen, hören, Reaktionen. Und bitte einen psych. Reifetest für alle, ob d. überhaupt kapieren, was sie in einem KFZ für eine Verantwortung tragen, für eine "Waffe" bedienen. Da zweifelt man oft dran. Wer täglich d. Strassenverkehr u. deren Teilnehmer beobachtet, bekommt ohnehin latent Angst, es scheint für viele kaum noch wichtig zu sein, sich an d. Regeln zu halten. Und d. SUV-Thema war ohnehin überfällig. Wurde hier halt z. Aufhänger. Ergo: D. Privatverkehr insges. zu reduzieren wäre ein erster Ansatz.

  13. 160.

    Und im übrigen zu Krankenakte freigeben..
    Niemand kann gezwungen werden, diese einzusehen. Ich könnte wetten, daß JEDER VON Euch sich in der Situation genauso verhalten hätte und da braucht mir jetzt keiner zu kommen, das er das nicht getan hätte!

    Braucht euch nicht selbst zu belügen! Sobald man einen Anwalt einschaltet, was das gute Recht von jedem ist bekommt man sofort gesagt das man NICHTS MEHR zu sagen hat und das alles nur noch über den Anwalt geht!

    Auch wenn dies vielen nicht gefallt... Ist aber so!
    Und wenn Ärzte euch sagen, daß er unter bestimmten Voraussetzungen fahren darf, dann ist das auch so. Da müsst ihr nicht widersprechen und sagen, daß der Arzt keinen Plan hat.
    Ich finde es auch nicht gut nur ich kann es nicht ändern

  14. 159.

    Sorry aber es kann nicht sein, daß sich nun jeder Autofahrer ans Bein pissen lassen muss, nur weil hier Gruppen Dinge verbreiten, die von vorne bis hinten Schwachsinn sind und eigentlich, in real, nur aus Neidgründen verbreitet werden.

    Was ich selber nicht haben kann, weil die Kohle fehlt, brauchen andere auch nicht haben und tadaa...
    Aus einem dacia düster, einem SUV unter 12k€, wird auf einmal eine protz und Proll Karre.

    In was für einer kranken Welt leben wir, das wir unseren Mitmenschen schon nicht mal mehr das eigene Auto gönnen, das man mit seinen eigenen Geld nicht mehr das kaufen darf, was man selber möchte? Wo soll das bitteschön hin führen?

    Und da soll man sich nicht aufregen?
    Post 132 und 149 sollten mal alle lesen und lesen und überdenken

  15. 158.

    Sie haben Probleme. SUV Hass? Machen Sie sich lieber mal über die Opfer dieses Unfalls Gedanken.---

    Ich habe weder einen SUV Hass noch sonstigen Hass auf irgendwelche Autos. Von mir aus darf jeder Mensch das Fahrzeug fahren, was er sich leisten kann und was er möchte.

    Aber ich habe in der Tat ein Problem damit und bekomme Hass, wenn man vorsätzlich falsche Tatsachen verbreitet, wenn man auf Kosten von Menschenleben versucht, andere Menschen aufgrund ihres Fahrzeuges zu diskriminieren. Das man ganze Fahrzeug Gruppen als Mordwaffe hinstellen will, was weder der Realität noch irgendwelchen Fakten entspricht. Es wird einfach eine Lüge behauptet und dann hat die gefälligst jeder Bürger zu akzeptieren und zu befolgen. Anstelle man sich erst mal im Vorfeld informiert, verbreitet man erst mal wirre Gedanken.

  16. 157.

    Das zweite Theme sind völlig überflüssige Kraftfahrzeuge, die streng genommen kein Mensch braucht aber Menschenleben permant gefährdet. Sie als Arzt wollen doch hoffentlich nicht abstreiten dass ich als Radfahrer oder Fußgänger bei einem SUV schlechtere Überlebenschancen habe, bzw. die Verletzungen größer sind---

    Überflüssige Kraftfahrzeuge wie kleinstwageb und Kleinwagen, die nichts transportieren können, da zu wenig Ladefläche oder Eigengewicht für einen hänger zu ziehen. Überflüssig sind 2 sitzige Fahrzeuge, überflüssig sind Motorräder. Hoch gefährlich! 2 Räder, bis zu 200 PS und in 2 Sekunden auf 100kmh *Augen roll* wie könnten die alle eine ABE bekommen...

    Ein SUV ist für Fußgänger sicherer als jeder Kleinwagen. Beim Kleinwagen besteht die Gefahr mit dem Kopf auf die Scheibe aufzuschlagen mehr als bei einem SUV. Beim SUV haste Beine und hüfte gebrochen. Beim Kleinwagen Schädel eingeschlagen und tot. was ist schlimmer? Ist übrigens wissenschaftlich belegt

  17. 156.

    Sie haben Probleme. SUV Hass? Machen Sie sich lieber mal über die Opfer dieses Unfalls Gedanken.

  18. 155.

    Wenn man eh nur 25kmh bis 30kmh in Berlin fahren kann, denn sie wissen es ja selber, dann ist es absolut sinnlos ein Tempolimit von 30 kmh einzuführen, da man eh nur 30kmh fahren kann. Dies wäre nur unnötige Steuergelder für unnötige Schilder bedeuten würde. Auch Schilder pflegen kostet Geld. Nicht nur das aufstellen.

    Butter für die Fische für ihre Traum Phantasie Hausfrauenpanzer können Sie bei Post 132 nachlesen. Alles SUV!

    Wozu braucht man das?
    Besserer Einstieg, besserer Überblick auf die Straßen, bessere Möglichkeit Dinge zu transportieren, einfacher den Einkauf zu verstauen, sieht für einige besser aus und hat KEIN allrad und somit auch für Ihre Förster und Bauern Theorie total nutzlos, da die Fahrzeuge im Wald und Feld überhaupt nicht fahren können, da nur für Straße konzipiert.

    Ach si noch was - auserhalb den Städten fahren "vernünftige" Autos, wie sie sagen, wie z. B. SUV. Toll oder?

  19. 154.

    Versuchen sie mal zu erklären, warum ein SUV keine Protzkarre sein soll und warum man mit einem Geländewagen in der Stadt fahren sollte?---

    Erstens habe ich Verena in keinster Weise widersprochen!
    Und zweitens erklärt mein Beitrag 132 sehr gut, warum SUV keine Proll und Protzkarren sind...
    Es sei denn der normale Menschenverstand ist mittlerweile komplett ausgeschaltet

    Und ein SUV ist kein Geländewagen! Da sollten sie vielleicht auch sich vorher noch mal schlau machen.

    Und wenn wir schon dabei sind. Was spricht gegen Geländewagen in der Stadt? Aufgrund der Größe und das Gewicht sind sie langsamer als SUV oder andere Fahrzeuge. Unsicherer auch nicht weil sonst wären sie nicht zum Straßenverkehr zugelassen.

  20. 153.

    Lieber rbb, angesichts der ganzen Diskussionen um Hass auf Social Media und deren Folgen im RL stellt sich mir die Frage, ob die hier geführte Diskussion nicht beendet werden sollte. Eine sachliche Auseinandersetzung setzt andere Umgangsformen voraus. Hier werden pauschale Feindbilder aufgebaut, die nichts mehr mit dem Unfall zu tun haben. Schönen Tag.

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