Einsatz am Rasthof Michendorf (Quelle: dpa/Stache)
Video: Abendschau | 15.10.2019 | J. Wochnik | Bild: dpa/Stache

A10 voll gesperrt, lange Staus - Mann drohte auf Rastplatz mit Waffe und Sprengstoffgürtel

Ein SEK-Team der Brandenburger Polizei hat auf dem Rastplatz Michendorf Süd einen Mann überwältigt, der mit einer Waffe und einem Sprengstoffgürtel gedroht hatte. Der Mann wurde bei dem Zugriff angeschossen. Seine Identität gibt den Ermittlern Rätsel auf.

Hinweis: Dieser Artikel wird nicht mehr aktualisiert. Informationen zu den weiteren Entwicklungen im Fall finden Sie hier.

Spezialeinsatzkräfte der Brandenburger Polizei haben auf dem Rastplatz Michendorf Süd an der Autobahn 10 einen Mann überwältigt, der mit einer Langwaffe und einem Sprengstoffgürtel gedroht hatte. Die Identität des Mannes, der bislang nicht einschlägig polizeibekannt war, ist weiterhin ungeklärt. Er wurde bei dem Einsatz durch Schüsse verletzt und kam ins Krankenhaus.

Zunächst hatte die Polizei gemeldet, bei dem Verdächtigen handle es sich um einen 22 Jahre alten Mann aus Brandenburg. Diese Informationen hat die Polizei aber am Dienstagnachmittag revidiert. Wie es zu den bisherigen Angaben gekommen ist, kommentierte die Polizei nicht. Man müsse noch die wahre Identität des Mannes klären, sagte eine Polizeisprecherin dem rbb. Sollte das im Laufe des Tages nicht möglich sein, sei auch eine Öffentlichkeitsfahndung denkbar, so die Sprecherin weiter.

Der Mann habe in der Nacht zu Dienstag gedroht, eine Waffe und Sprengstoff einzusetzen, teilte die Polizei mit. Außerdem habe er einen Diensthund mit einem Messer verletzt. Ein Notruf war den Angaben zufolge am späten Montagabend eingegangen, weil sich eine Person mit einer Waffe, einer dicken Jacke und einem Rucksack auf dem Rastplatz aufhielt. Daraufhin rückten  Spezialeinsatzkräfte der Brandenburger Polizei mit einem gepanzerten Fahrzeug sowie einer Verhandlungsgruppe an.

Zugriff um 4.10 Uhr

"Wir haben gegen 22.30 Uhr die Information erhalten, dass sich auf dem Rastplatz Michendorf Süd eine Person mit einer Waffe aufhält", sagte Polizeisprecher Mario Heinemann dem rbb. Daraufhin seien Einsatzkräfte hinzugezogen und die A10 zwischen Michendorf und Ferch gesperrt worden. Spezialeinsatzkräfte (SEK) und eine Verhandlungsgruppe der Brandenburger Polizei waren vor Ort.

Der Mann habe sich während der gesamten Zeit im Freien befunden, hieß es. Deshalb seien die umfangreichen Sperrmaßnahmen erforderlich gewesen. Er habe mit seiner Waffe und dem Einsatz von Sprengstoff gedroht. Gegen 4.10 Uhr konnte er überwältigt werden, zuvor hatte er mit einem Messer noch einen Polizeihund verletzt. Dieser musste notoperiert werden.

Sprengstoff wurde bei dem Mann nicht gefunden. Die Waffe entpuppte sich als sogenannte Anscheinswaffe, also etwa eine Attrappe oder eine Softair-Waffe. Die Ermittlungen zu seinem Motiv dauern an. Am Nachmittag sagte eine Polizeisprecherin dem rbb, der Mann habe sich während der Tat offenbar in einer psychischen Ausnahmesituation befunden. Sein Motiv sei weiter unklar.  

Autobahn bis zum Morgen gesperrt

Wegen des Polizeieinsatzes hatten sich lange Staus auf der Autobahn gebildet. "Wir stehen jetzt seit 6 Stunden vor dem Rasthof Michendorf. Mittlerweile total übermüdet und verzweifelt. Niemand spricht mit uns", klagte ein Autofahrer auf Twitter.

Im Bereich der Sperrung vor der Raststätte befand sich ein Bus mit krebskranken Menschen. Sie wurden mit einem Rettungsbus zur Rettungswache Beelitz-Heilstätten gebracht und dort durch die freilillige Feuerwehr versorgt.

Gegen 6.00 Uhr wurde die Sperrung aufgehoben, auch danach gab es aber noch massive Staus. Die Raststätte blieb wegen der kriminaltechnischen Untersuchungen mehrere Stunden gesperrt und wurde am frühen Nachmittag wieder freigegeben. 

Sendung: Brandenburg aktuell, 15.10.2019, 19.30 Uhr

Kommentar

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24 Kommentare

  1. 24.

    "Gibt es bei einschlägig polizeibekannten Tätern Fotos im Polizeicomputer?" Ähm, ja.... Sonst wären sie ja nicht bekannt... Einschlägig eben. Verstehe Ihre Frage nicht wirklich...

  2. 23.

    Richtig soweit.Nur das dann der Diensthund, rechtlich gesehen ein Einsatzmittel,eine Sache, zu Schaden gekommen wäre,und kein Mensch, und beim zweiten Beispiel es sich dann um eine Notwehrsituation gehandelt hätte.Also die Wahl der Mittel durch agieren des Täters beschränkt wurde.Nochmal: Kein verantwortlicher Einsatzleiter ordnet das Unterstromsetzen einer Zündvorrichtung oder eines Sprengsatzes an.Auch nicht in den USA.

  3. 22.

    Also warum zur Hölle soll dann die Polizei nicht schießen?---

    na einer muss doch die Kosten für diese Aktion übernehmen. Wenn er Tod ist, kann er dazu nicht mehr zu Rechenschaft gezogen werden. Leben allerdings schon :D

    für das böswillige Auslösen eines falschen Alarms. Beispiel: Amokandrohung. Das kann teuer werden: 50 bis 100.000 Euro. ­Zentral ist der Begriff „schuldhaftes Verhalten“.

  4. 21.

    "Die Identität des Mannes, der bislang nicht einschlägig polizeibekannt war, ist weiterhin ungeklärt."
    Die Identität des Mannes, ist also ungeklärt.
    Woher weiß man dann dass er nicht einschlägig polizeibekannt war? Gibt es bei einschlägig polizeibekannten Tätern Fotos im Polizeicomputer? Und von ihm nicht?

  5. 20.

    Und wieder all diese Täterversteher. Er hat sich selbst entschieden, sich in eine potenziell tödliche Situation zu begeben. Also warum zur Hölle soll dann die Polizei nicht schießen? In anderen europäischen Ländern wäre er gleich gänzlich ausgeschaltet worden um kein Risiko einzugehen. Und das ist richtig so. So kommt er nie wieder auf dämliche psycho Ideen wie diese. Und die klappen dann das nächste mal womöglich auch. Dieser Kuschelkurs mit Tätern und psychisch und sozial komplett inkompatiblen ist absurd.

  6. 19.

    Tolle Idee mit dem Taser. Vielleicht mal die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass der Sprengstoffgürtel echt gewesen wäre, der Straftäter mit einem sogenannten Totmannschalter ausgerüstet ist, und er automatisch aufgrund der Stromstösse losgelassen hätte, wäre der eingesetzte Beamte unweigerlich im Wirkungsbereich der Spengladung gewesen.---

    wenn er auf die Beamten zu rennt und er darauf hin erschossen würde, ebenfalls... o.O
    selbes gilt auch, wenn der Hund auf ihn los rennt. Spätestens wäre der Gürtel, falls vorhanden, explodiert.

    Vielleicht sollte man die These mal in Amerika verbreiten, wo der Taser an der Tagesordnung ist. Da zieht sich jeder Verbrecher dann nen Fake-Gürtel an... nur um nicht getasert zu werden oder wie soll man sich das vorstellen?

    Es geht darum, das man bevorzugt nicht tödliche Waffen einsetzt bzw. wo keine anderen Menschen durch Querschläger verletzt werden könnten - was ja hier aufgrund Absperrung nicht der Fall war.
    Da ist der Taser die Beste Wahl

  7. 18.

    Ich verstehe das Gerede nicht.

    Da wurde ein offenbar psychisch kranker oder aber unter Drogeneinfluss stehender Mensch durch einen gezielten Schuss aus der Dienstwaffe unschädlich gemacht und es wird über Herkunft und Elektroschockereinsatz diskutiert.

    Positiv- der Mann wurde nicht getötet
    Positiv- bis auf den Diensthund, kam niemand zu Schaden

    WTF

    Einzig grotesk ist ja wohl Uhrzeit und Ort des Geschehens...

  8. 17.

    Tolle Idee mit dem Taser. Vielleicht mal die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass der Sprengstoffgürtel echt gewesen wäre, der Straftäter mit einem sogenannten Totmannschalter ausgerüstet ist, und er automatisch aufgrund der Stromstösse losgelassen hätte, wäre der eingesetzte Beamte unweigerlich im Wirkungsbereich der Spengladung gewesen.

  9. 16.

    Zitat: "Wenn er keine gesundheitlichen Probleme mit dem Herzen hat,"
    Und, wie sollen die Einsatzkräfte das im vorhinein zweifelsfrei ausschließen? Was wäre los, wenn durch das/den Taser irgendwelche gesundheitlich schlimmen Folgen beim Täter auftreten?---

    tja... das weiß man im Vorfeld nie. Alternativ kann man ja auch die Kugel aus der Dienstwaffe nehmen. Ein bisschen zu weit rechts, links, oben oder unten und das war´s dann und er ist hinüber.
    Beim Tod gibts keine gesundheitlichen schlimmen Folgen mehr bei einem Täter.

    Schlagstock und Pfefferspray hilft nicht wirklich, wenn jemand mit einer Waffe vor einem steht.

    Also wurde als "Zwischenlösung" zu Schlagstock / Pfefferspray und der Dienstwaffe der Taser ausgesucht. Eine normalerweise nicht tödliche Waffe welche Täter, Angreifer, Verbrecher - was auch immer - nicht tödlich stoppt.

    Oder wollen wir noch mehr arme unschuldige Hunde "opfern", die für uns sich "abstechen" und eventuell töten lassen?

  10. 15.

    Ich hoffe, dass es dem Hund bald besser geht...

  11. 14.

    Einige vermuten natürlich gleich wieder, dass es sich um eine bestimmte Art von Mann handelt, nämlich um jemanden mit muslimischen/arabischen Hintergrund.---

    oder noch schlimmer... ein zurück gelassener von XR, welcher den Verkehr auf der Autobahn für viele Stunden durch "Ungehorsam" zum Stillstand bringen wollte...

    *grins* ne war nur nen Joke :D

    Wenn es berichtenswert ist, werden die Medien noch was über die Gründe sagen und wenn nicht, dann ist es halt so.
    Gut ist, das ein offenbar psychisch verwirrter Mensch aus dem Verkehr gezogen wurde.

  12. 13.

    Zitat: "Wenn er keine gesundheitlichen Probleme mit dem Herzen hat,"
    Und, wie sollen die Einsatzkräfte das im vorhinein zweifelsfrei ausschließen? Was wäre los, wenn durch das/den Taser irgendwelche gesundheitlich schlimmen Folgen beim Täter auftreten? Nett gemeint aber wohl nicht zielführend. Meine besten Genesungswünsche dem Diensthund, denn ich mag Hunde.

  13. 12.
    Antwort auf [Reimann] vom 15.10.2019 um 11:41

    „Mann“ bedeutet zunächst mal nur, dass es sich nicht um eine Frau handelt. Einige vermuten natürlich gleich wieder, dass es sich um eine bestimmte Art von Mann handelt, nämlich um jemanden mit muslimischen/arabischen Hintergrund. Aber so lange dazu nichts veröffentlicht wird, bleibt das Spekulation.

  14. 11.

    Ich frage mich, ob es eine Alternative zum stundenlangen Verhandeln gibt.---

    Das ist eine gute Frage. Hätte man die Sache mit einem Taser lösen können? Seit 2018 wurden einige Dienststellen der Polizei in Brandenburg mit diesen "nicht tödlichen Waffen" ausgestattet und dürfen nur genutzt werden, wenn man alternativ die eigene Waffe hätte einsetzen müssen.

    Da es sich in so einem oben genannten Fall um so eine Situation handelt (Eigenschutz, Schutz Bevölkerung) hätte man es eigentlich gut testen können. Es war ja dunkel, man hätte sich anschleichen können, abdrücken und der "Täter" hätte zuckend auf dem Boden gelegen.

    Wenn er keine gesundheitlichen Probleme mit dem Herzen hat, dürfte diese Methode der Situation doch eigentlich angemessen gewesen sein.

  15. 10.

    Bis ca. 3 Uhr konnten wir weder übers Internet noch per Verkehrsmeldungen verschiedener Radiosender etwas von dem Stau in Erfahrung bringen - NICHTS wurde durchgesagt, nicht mal eine Stauwarnung!----

    Ich war heute nacht um 2 unterwegs und mein Navi hat mir die Störungen auf dem Bildschirm angezeigt und diese gleich in die Berechnung der Route mit eingeplant.

    Natürlich nicht den Grund warum und wieso aber es war bei mir ersichtlich.

    Armer Hund :/ traurig, das dies in Deutschland nur als eine "Sachbeschädigung" geahndet wird und nicht gleich gesetzt wird, wie der Angriff auf einen Polizeibeamten.

    Aber aus genau diesem Grund sind Anscheinswaffen KEIN Spielzeug und gehören auch nicht in Kinderhände. Unter Anscheinswaffen zählen auch viele oder die meisten Softair-Waffen.

    Für das Tragen einer Anscheinswaffe in der Öffentlichkeit kann ein Bußgeld in Höhe bis zu 10.000€ erhoben werden und die "Waffe" eingezogen werden.

  16. 9.

    Wir wissen über die Motive und Hintergründe des Geschehens nichts. Auch nicht, ob hier ein Mensch in einer Ausnahmesituation war oder ein Straftäter Übles wollte. Ich hoffe sehr, dass der eine oder andere Hinweis hier im Forum nicht so gemeint ist, dass die Polizei einfach mal schnell jemanden über den Haufen schießen möge, damit doch der Verkehr wieder weiter läuft.

  17. 8.

    Schon klar. Mir geht es ja um die nachfolgende Situation, also wenn die Polizei vor Ort ist. Ich frage mich, ob es eine Alternative zum stundenlangen Verhandeln gibt.

  18. 7.

    @Sebastian. Möchte mal wissen was Sie machen wollen, wenn im Dunkeln an Ihrem Auto ein Vermummter, mit real aussehender Anscheinswaffe, auf dem Parkplatz vorbeiläuft. Das ist nicht lustig.

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