Fahrzeuge fahren am 21.03.2017 in Berlin an einem Radargerät vorbei (Quelle: Paul Zinken/dpa)
Bild: dpa/Paul Zinken

29 stationäre Radarfallen - Berlin nimmt durch feste Blitzer Millionen ein

29 fest installierte Radarfallen stehen inzwischen an Berliner Straßen - Tendenz steigend. Im vergangenen Jahr wurden fast 213.000 Temposünder geblitzt und mussten blechen. Im ersten Halbjahr 2019 sorgte eine neue Anlage für besonders viele Fotos.

Fest installierte Blitzer haben Berlin im vergangenen Jahr viel Geld eingebracht: Fast 3,7 Millionen Euro nahm die Bußgeldstelle durch Messungen an stationären Radaranlagen ein, teilte die Berliner Innenverwaltung auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Peter Trapp mit [PDF unter pardok.parlament-berlin.de]. Und 2019 dürften es sogar noch mehr werden: Im ersten Halbjahr lagen die Einnahmen bereits bei knapp über drei Millionen Euro.

Viele tappen in die neuen Radarfallen

Auch die Zahl der Verstöße nahm zu: Waren es im ganzen Jahr 2018 insgesamt 212.770, waren es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits fast 179.000.

Die meisten Geschwindigkeitsübertretungen erfasste im vergangenen Jahr ein Blitzer auf der A100 im Tunnel Ortskern Britz (80.521), dann die Anlage Schildhornstraße/Gritznerstraße (23.413) und auf Platz 3 ein Blitzer an der Osloer Straße/Koloniestraße (20.174).

Im ersten Halbjahr 2019 belegen gleich zwei neue Blitzer Spitzenplätze: So erfasste eine neue Anlage an der BAB 111 ( Landesgrenze und Autobahnanschlussstelle Schulzendorfer Straße) insgesamt 64.766 Verstöße, auf Platz 2 liegt der Spitzenreiter von 2018 (Tunnel Ortskern Britz, 30.761) und auf Platz 3 eine neue Anlage am Adlergestell/Otto-Franke-Straße (17.622).

Die Betriebskosten für die Anlagen hielten sich dem gegenüber in Grenzen: 2018 lagen sie bei rund 136.500 Euro, im ersten Halbjahr dieses Jahres 62.000 Euro.

Hohe Kosten fallen allerdings bei der Installation neuer Anlagen an: Laut Innenverwaltung waren 2018 und im ersten Halbjahr 2019 insgesamt 29 stationäre Blitzanlagen in Betrieb. Elf wurden im Jahr 2018 neu installiert. Durchschnittlich fielen für die Einrichtung einer Anlage 123.000 Euro Kosten an.

Dazu auch mobile Blitzer im Einsatz

Neben den stationären Radarfallen sind in Berlin neuerdings auch mobile Anlagen im Einsatz. Kürzlich zog die Polizei eine erste - sehr positive - Bilanz: Bei ihren Einsätzen hätten die Anlagen etwa alle drei Minuten zu schnelle Fahrzeuge fotografiert. Die Anschaffungskosten von etwa 175.000 Euro seien bereits wieder eingespielt, hieß es.

Standort  Verstöße 2018  Verstöße 1. Hj. 2019
BAB 111 0 64.766
A100, Tunnel Ortskern Britz (TOB) 80.521
30.761
Adlergestell / Otto-Franke-Straße 0 17.622
Frankfurter Allee 169 16.183
16.142
Schildhornstraße / Gritznerstraße 23.413 9.631
Siemensdamm / Nikolaus-Groß-Weg 17.645 7.670
Elsenstraße / Puschkinallee 0 6.665
Osloer Straße / Koloniestraße
20.174 5.261
Seestraße 91-93 (2018 außer Betrieb) 0 3.713
Kaiserdamm /Messedamm 0 3.000
Mehringdamm / Bergmannstraße 6.691 2.810
Bornholmer Straße / Schönhauser Allee 8.836 2.283
Lindauer Alle / Roedernallee 0 1.765
Innsbrucker Platz 565 1.318
Reichpietschufer / George-C.-Marshall-Brücke 19.851
1.248
Bundesallee / Güntzelstraße 6.491 1.233
Buschkrugallee / AS Buschkrugallee 0 616
Hallesches Ufer / Schöneberger Straße 3.549 559
Prenzlauer Allee / Ostseestraße 1.892 544
Hermsdorfer Damm / Waidmannsluster Damm 1.785 334
Bundesallee / Nachodstraße 1.628 246
An der Wuhlheide / Rudolf-Rühl-Allee 0 246
Großer Stern / Altonaer Straße 1.733 224
Ernst-Reuter-Platz / Otto-Suhr-Allee 77 53
Theodor-Heuss-Platz 18 2
Scharnweberstraße / Antonienstraße  1.718  0
Kurfürstenstraße / An der Urania 0 0
Mollstraße / Otto-Braun-Straße 0 0
Potsdamer Straße / Bülowstraße 0 0

Kommentar

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35 Kommentare

  1. 35.

    Sie scheinen Ihre eigenen Regeln für höher zu halten als diejenigen, die im Verein zwischen Polizei und Verkehrssicherheitsfachleuten aufgestellt werden - und zwar, um Leib und Leben zu schützen.

    Wie wenig dieser Ansatz von Sinn geprägt ist, lässt sich im Zweifelsfall an den aufgestellten Kreuzen entlang einschlägiger Fahrbahnen ablesen, als die Betreffenden die aufgestellten Regeln gleichermaßen als unsinnig begriffen. Von recht wenigen Fällen persönlichen Unvermögens einmal abgesehen.

  2. 34.

    Genau mein Gedanke! Dazu passt auch, dass mit Vorliebe weiterhin dort geblitzt wo es Geld gibt nicht dort wo Sicherheit eine Rolle spielt. Nachts um 12 im Industriegebiet zum Beispiel. Bei uns in der Gegend - 30-Zone, viele Kindergärten und Schulen aber nahezu nie ein Blitzer zu sehen ist. Aber gefühlt 10% der Fahrzeuge 30 km/h fahren der Rest fährt teilweise deutlich schneller %

  3. 33.

    Wo sollen denn die Gelder für den Haushalt her kommen, die Stadt ist darauf angewiesen. Mich würde es mal interessieren, wo man die Gelder herkommen, wenn, wie irgendwie gewollt, alle zu Fuß, mit dem Fahrrad oder den Öffentlichen unterwegs sind. Also alles nur verar...

  4. 32.

    Erst unsinnige Regeln installieren und dann blitzen. Um keine falschen Anreize zu fördern, sollte der Senat das Geld nicht bekommen sondern irgendwer fern vom Einfluss des Senats. Entwicklungshilfe oder Bundessachen. Der der den Vorteil hat, sollte nicht über die Bedingungen entscheiden. Dass hier ein Interessenskonflikt vorliegt ist offenkundig.

    Das lustige ist, das sind alles Leute, die wir gewählt haben. Und wir lernen es einfach nicht.

    Euer Grüne Welle Raser. Freunde können mich auch Ampelphasenoptimierer nennen.
    Wer Busspuren macht, muss auch wissen, dass dann pro Grünphase weniger Autos drüber passen.

  5. 31.

    Komisch das laut Statistik oben zumindest im 1 HJ 2019 dort bis jetzt niemand geblitzt wurde?
    Auch frage ich mich ob und wie der Blitzer alle Fahrspuren aus allen richtungen abdecken kann?

  6. 30.

    Darum geht es mir nicht ich wohne dort in der Nähe und fahre jeden tag dort mit dem Fahrrad/KFZ vorbei und hab noch nicht gesehen das jemand geblitzt wurde, evt. schau ich mir das mal die Tage genauer an.

  7. 29.

    Es klingt in der Tat sehr zynisch, wenn bei hoher Blitzerquote von einer positiven Bilanz gesprochen wird und das war kein Versehen. Das Geld aus den Vergehen wird in die Haushaltsplanung einkalkuliert. Keine gute Außenwirkung. Die Kreuzungen werden nicht sicherer durch Blitzer. Investiert bitte in die Sicherheit, nicht in teilweise verkehrsgefährdende Blitzeranlagen. Nicht selten kommt es vor den Anlagen zu unnötigen Vollbremsungen obwohl die Geschwindigkeit nicht überschritten wurde. Nachweislich sehr wirkungsvoll haben sich Geschwindigkeitsanlagen mit Smilies erwiesen. Ist aber nur etwas um das Verhalten der Autofahrer positiv zu beeinflussen, für die Haushaltskasse eher ungeeignet.

  8. 28.

    Kann mir einer mal erklären ab welcher Geschwindigkeit der Blitzer Mehringsdamm/Bergmannstraße losgeht? Weil genau da wo der Blitzer steht, ist auch ein 30 Schild. Und jeder brettert da mit sehr viel mehr über die Kreuzung. Ich werde natürlich angehupt weil ich mich an die Begrenzung halten möchte, was sehr schwierig wird. Habe aber keine Lust Bußgeld zu bezahlen.

  9. 25.

    Gemäß der Straßenverkehrsordnung ist das Fahren über eine gelbe Ampel nur erlaubt, wenn eine gefahrlose Bremsung nicht mehr möglich ist bzw. bei einem mittelstarken Bremsvorgang das Fahrzeug nicht vor der Haltelinie zum Stillstand kommen würde. Hier müsste oft schon gehalten werden. "Geblitzt" wird in Deutschland zudem in der Regel erst nach einer Sekunde "Rot". Bestraft werden somit nur vorsätzliche Gesetzesbrecher. Geschwindigkeitsübertretungen werden abzüglich Messtolleranzen geahndet. Erst ab erheblichen Überschreitungen gibt es "Punkte" und Fahrverbote. Von Fallen und Abzocke kann nicht ernsthaft die Rede sein. Tagtäglich wird durch riskante Fahrweisen die Gefährdung und Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer billigend in kauf genommen. Daher müsste noch viel mehr kontrolliert werden.

  10. 24.

    In der Tat leidet die ganze Angelegenheit darunter, dass mit einem festen Budget an Einnahmen gerechnet wird. Insofern begeben sich staatl. Stellen in die Zwickmühle, etwas verhindern zu wollen, auf dessen Einnahmen sie sich wiederum angewiesen machen. Die andere Vorgehensweise habe ich im Beitrag 2 beschrieben und das halte ich für den Idealfall: Null Geschwindigkeitsverstöße, null Einnahmen, null Tote.

    Die Einnahmen und auch ihre Veranschlagung ist jedenfalls das Eingeständnis dafür, dass verkehrsrechtlich offenbar ein rechtsfreier Raum herrscht und der auch beibehalten werden soll. Wie sollen von weither Herkommende wissen, was hierzulande die Regeln sind, wenn es zum Volkssport geworden ist, sich kraft Kfz. gerade über diejenigen Regeln massenhaft hinwegzusetzen, die zum Schutz von Leib und Leben aufgestellt worden sind?

  11. 23.

    BerlinerinMontag, 14.10.2019 | 12:27 Uhr

    ";-) aber im Ernst, man fährt doch nur einmal in so eine sog. "Falle", dann merkt man sich das... "

    Das würde ein Mindestmaß an Intelligenz bei den geblitzten Fahrern voraussetzen...

    Als Kurierfahrer selbst ständig viele Kilometer unterwegs habe ich mir einen sehr subversiven Fahrstil zugelegt: Erstens halte ich viel Abstand und zweitens halte ich mich nach bestem Wissen und Gewissen an die Verkehrsregeln. Das führt im Vergleich zu manch einem Kollegen zu einer durchaus brauchbaren "Schatz wir gehen heute mal lecker vegan Essen" - Kasse ;))

    Und bei jedem Blitzer egal ob fest oder mobil zeige ich innerlich den "Verkehrsregelnsindnurfüranderedafahrern" das "schweigende Einhorn".

    Die Frage nach der Verwendung ist doch ganz einfach: Die so eingenommenen Gelder vermindern die Zahlungen aller Steuerzahler und sind insofern ja durchaus eine Freundlichkeit der Zahler.

  12. 22.

    Wofür werden die Einnahmen verwendet?
    Was ist wenn im Inneren S Bahnring keine Autos mehr fahren dürfen?
    Welche Geldquelle wird dann gesucht?

  13. 21.

    Mal ne Gegenrede. Was macht der Senat denn dann wenn keiner mehr zu schnell fährt und die Bußgeldeinnahmen sehr drastisch sinken ? Probiert man dann was Neues aus um die Haushaltskasse zu füllen? Mancher Blitzer dient eher nicht der Verkehrssicherheit, ist noch eine Geldmaschine. Meine Meinung.

  14. 19.
    Antwort auf [Max] vom 14.10.2019 um 11:35

    interessant ist es als Anhaltspunkt, wie viele Autos sich illegal im Strassenverkehr bewegen, da man öfter bei Unfällen ja auch lesen darf, Auto war nicht versichert, Kennzeichen gestohlen etc. ... Wenn das Kennzeichen nicht lesbar ist (mit Blitzschutzfolie beklebt oder anders verändert) nutzt auch kein Fahrerfoto etwas.

  15. 18.

    Gute Sache. Mehr davon! Vermutlich haben manche mittelgroße Städte mehr Anlagen als Berlin...

  16. 17.

    Wenn der Blitzer am Theo nur 2 Taten vermeldet, muss er kaputt sein. Ich stehe sehr oft an der Fußgängerampel dort und sehe, wie die Autos bei Rot durchrasen. Das sind ja schon mehr als 2 pro Tag.

  17. 16.
    Antwort auf [Max] vom 14.10.2019 um 11:35

    Es ist bzw. wäre analog eines Regresses oder bei Lebensmittel-Kontrollen im Falle von Gesundheitsbeeinträchtigungen. Verantwortlich ist derjenige, der den Nachweis in Richtung Besitzer nicht erbringen kann. Meines Erachtens sollte jedes Weiterverleihen des Kfz. über den Eigentümer hinaus von vornherein dokumentiert werden. Denn im Zweifelsfall kann mit dem Auto aufgrund seiner Wirkung zu viel Schaden angerichtet werden.

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