Polizistin steht vor der synagoge in Halle (Bild: dpa/Armin Weigel)
Audio: Antenne Brandenburg | 25.10.2019 | Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke | Bild: dpa/Armin Weigel

Nach Anschlag von Halle - Brandenburger Polizei will Synagogen dauerhaft bewachen

Nach dem Anschlag von Halle möchte die Polizei in Brandenburg wichtige Orte jüdischen Lebens bis auf Weiteres mit Standposten beschützen.

Objekte wie Friedhöfe, Gedenksteine und Gedenktafeln sollen durch Wachdienste in unregelmäßigen Zeitabständen kontrolliert werden. Das teilte die Polizei am Freitag nach einem Sicherheitsgespräch mit Vertretern von 14 jüdischen Gemeinden und Einrichtungen in Potsdam mit. Genauere Angaben zu den geschützten Orten machte Polizeisprecher Torsten Herbst nicht und nannte dafür taktische Gründe.

Deutlich mehr Antisemitismus in Brandenburg

Neben der Sicherung sensibler Orte soll ein Sicherheitsnetzwerk verschiedener Behörden und Institutionen schnellere Absprachen auf regionaler Ebene ermöglichen.

An dem Treffen nahmen Polizeistellen sowie Vertreter der Innenministeriums und des Kulturministeriums teil. Laut Polizei sind antisemitische Straftaten von rechts in diesem Jahr gegenüber dem Vorjahr in Brandenburg deutlich gestiegen. Bis zum 15. Oktober erfasste die Polizei 94 Fälle, im Jahr 2018 waren es in dem Zeitraum 56 Fälle. "Die Sicherheitslage rund um jüdische Einrichtungen hat sich auch im Land Brandenburg verschärft", betonte Brandenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke am Freitag in Potsdam.

Auch in Berlin sind die Sicherheitsvorkehrungen rund um Synagogen nach dem Anschlag von Halle erhöht worden. Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte schon kurz nach dem Ereignis die Polizei gebeten, "die Schutzmaßnahmen für jüdische Einrichtungen in der Stadt umgehend und bis auf weiteres zu erhöhen", wie er erklärte. Diese Maßnahmen würden im Einvernehmen mit den jüdischen Gemeinden umgesetzt.

Sendung: Brandenburg aktuell, 25.10.2019, 19:30 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Und das in 2019. Sagt viel über Deutschland.

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