Symbolbild: Vermummte Einsatzkräfte stehen vor einem Kiosk in Berlin. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Video: Abendschau | 24.10.2019 | Rainer Unruh | Im Studio: Andreas Geisel | Bild: dpa-Symbolbild/Paul Zinken

Libanesischer Clan im Visier - Großrazzia gegen Bandenkriminalität auch in Berlin

In Berlin beraten Fachleute am Donnerstag, wie sie Clan-Kriminalität besser bekämpfen können. Zeitgleich gab es eine Großrazzia in vier Bundesländern gegen mutmaßliche kriminelle Mitglieder einer libanesischen Großfamilie.

Bundespolizisten und Beamte der Anti-Terror-Spezialeinheit GSG9 sind seit dem frühen Donnerstagmorgen mit einer großen Razzia gegen mutmaßlich kriminelle Mitglieder einer libanesischen Großfamilie vorgegangen. Das berichtete zuerst die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Polizeikreise, inzwischen haben Polizei und Staatsanwaltschaft den Großeinsatz bestätigt. 28 Objekte in vier Bundesländern wurden dabei durchsucht, der Großteil in Rheinland-Pfalz, eins in Berlin. Auf Nachfrage von rbb|24 wollte eine Sprecherin der Bundespolizei keine näheren Angaben zu dem Haus in Berlin machen.

Das Verfahren führt die Staatsanwaltschaft Trier. Dort bereiteten sechs Staatsanwälte die Großrazzia vor, indem sie Beweise sammelten. Der Hauptverdächtige soll laut Informationen der "Bild" ein libanesischer Familienvater sein; er und sein ebenfalls verdächtiger Sohn seien inzwischen in Bitburg (Rheinland-Pfalz) verhaftet worden. Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigten lediglich, dass zwei Haftbefehle vollstreckt wurden.

Mehr als 100.000 Euro Bargeld beschlagnahmt

Die Staatsanwaltschaft wirft den Verdächtigen demnach organisierte Clan-Kriminalität, Gründung und Betreiben eines Schleuser-Netzwerks vor. Sie sollen unter anderem libanesische Landsleute nach Deutschland geschleust haben.

Bei der Razzia am Donnerstag in Berlin, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und in Rheinland-Pfalz fanden die Polizisten laut "Bild" auch mehr als 100.000 Euro Bargeld, Diebesgut und drei Schusswaffen.

Zur gleichen Zeit, seit Donnerstagmorgen, konferieren in Berlin Experten darüber, wie Clankriminalität effektiver bekämpft werden kann. Dazu ist nach Einschätzung der Fachleute die nationale und internationale Zusammenarbeit entscheidend. Das betonten Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) und der Europol-Chef für den Bereich der organisierten Kriminalität, Jari Matti Liukku.

"Wenn es gelingt, bundesländerübergreifend und staatenübergreifend zu arbeiten, sind wir schon einen ganzen Schritt weiter", sagte Geisel. In ganz Deutschland galten im vergangenen Jahr 45 große Ermittlungsverfahren im Bereich der organisierten Kriminalität den Clans. Das ging kürzlich aus dem jüngsten BKA-Lagebild hervor. Dabei ging es nicht nur um Mitglieder arabischstämmiger Familien, sondern auch um Großfamilien aus dem früheren Jugoslawien und der Türkei.

Sendung: Inforadio, 24.10.19, 12 Uhr

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2 Kommentare

  1. 1.

    Bitte nicht nachlassen, immer wieder Druck und vor allem Einkommensverhältnisse prüfen.

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