Symbolbild: Eine Prostituierte trägt vor einem Fenster Lippenstift auf. (Quelle: dpa/Schulze)
Audio: Inforadio | 07.10.2019 | Interview mit Escortdame Victoria | Bild: dpa/Schulze

Interview | Arbeit als Escort - "Wir möchten uns nicht als 'Nutte' outen"

Victoria* arbeitet seit Jahren als Escort. Für ihren Job schlüpft sie in eine andere Rolle und trifft sich mit meist älteren Männern in Luxusrestaurants, Opernhäusern und Fünfsternehotels zum Sex. Aus ihrem Doppelleben möchte sie ungern aussteigen.

rbb: Victoria, wie sieht ein typischer Einsatz als Escort aus?

Victoria*: Es gibt eine lange Vorarbeit. Man fängt an, sich zu stylen, muss ordentlich rasiert sein, glatte Haut haben, gut riechen von oben bis unten. Die Grundsubstanz – also mein Körper – soll quasi perfekt sein. Meistens sind die Dates zwei bis drei Stunden, und vorher brauche ich ein bis zwei Stunden, um mich fertig zu machen. Dann ziehe ich mir etwas Schickes an, parfümiere und schminke mich gut, sodass ich nicht wirklich wie eine Prostituierte aussehe. Ich versuche, relativ dezent zu sein, edel zu wirken. Und ja, dann fährt man im Taxi zum Termin.

Das ist wie ein Auftritt, für den Sie sich schön zurechtmachen?

Ja, das ist 'ne Performance. Absolut.

Ist das nur aufs Äußerliche bezogen, oder werden Sie durch das Zurechtmachen auch ein bisschen ein anderer Mensch?

Das ist fast wie ein Ritual. Das machen vielleicht auch Schauspieler, wenn sie in der Maske sitzen: Man wird jemand anderes. Ich hatte am Anfang starke Probleme mit diesem Job. Dann hatte ich diesen Gedanken: Ich werde jetzt zu jemand anderem, ich performe, ich habe auch einen anderen Namen. Und ab dem Zeitpunkt habe ich das quasi als eine Art Rolle gesehen. Natürlich verhalte ich mich im Date nicht, wie ich mich mit einem normalen Mann verhalten würde. Weder sexuell noch im persönlichen Gespräch.

Escort Victoria - Ihr Gesicht möchte sie nicht zeigen (Quelle: privat)
Victoria | Bild: privat

Sie begleiten Männer - wohin?

Im besten Fall sind es Opernbesuche. Aber meistens gehen wir tatsächlich ins Hotel, in schöne Fünfsternehotels. Darunter habe ich irgendwann nicht mehr gearbeitet, weil ich das persönlich als Bonus dieses Jobs empfunden habe. Im Fünfsternehotel ist auch ein anderes Klientel als in einem Dreisternehotel. Die meisten Agenturen, die höherpreisig arbeiten, haben dieses Klientel.

Escort-Agenturen vermitteln zwischen Ihnen, den Escorts, und den Kunden, die Sie buchen. Ist das jedesmal eine Überraschung, auf wen Sie da treffen? Wie sieht er aus, wie ist er drauf? 

Es gibt Stammkunden, aber meistens ist es jemand Neues. Man muss auch fähig sein, sich darauf einzustellen. Diese "Ability" entwickelt man auch. Der Job ist "Learning By Doing". Es erzählt einem keiner, wie's wirklich geht.

Es ist kein Ausbildungsberuf.

Nein. Es sind Mechanismen, die man sich so aneignet.

Also blitzschnell jemanden erfassen, gleichzeitig freundlich und offen auf denjenigen wirken, damit er nicht gleich denkt: Ich gefalle ihr nicht.

Diesen Punkt sollte man auch immer bedenken, wenn man gut sein will: Die meisten Herren sind nicht mehr attraktiv. Sie sind meist älter, arbeiten viel und haben keine Zeit, sich ständig fit zu halten. Das machen die wenigsten Menschen, wenn sie älter werden. Und diese Herren geben mir relativ viel Geld. Es geht eher sekundär um Sex. Er soll denken, dass du ihn sexy findest und ihn begehrst. Das ist fast schon sozialtherapeutische Arbeit: Leuten das Gefühl zu geben, dass sie toll sind, dass sie sexy sind, dass sie gut im Bett sind. Auch wenn sie sonst was 'nen gesellschaftlichen Status haben: Das ist immer noch sehr wichtig für sie.

Geht es wirklich vor allem um die Begegnung oder ums Bett?

Männer, die ausschließlich Sex haben wollen, gehen in Bordelle. Im Escort-Bereich hat man länger Zeit. Insofern ist es halt dieses Begehrtwerden, sich Kennenlernen, das ist sehr sensitiv. Man riecht sich, schaut sich in die Augen, findet sich sympathisch. Man ist gespannt. Er macht sich vielleicht Gedanken. Was hat sie drunter an? Ich mache vielleicht auch mal 'ne Anspielung oder sage: Oh, ich habe mein Höschen vergessen. Da geht schon das Kopfkino beim Dinner los. Das gehört halt dazu. Erotik, nicht purer Sex.

Dennoch ist es in Deutschland zwingend so, dass Sie auch als Escort unter das Prostituiertenschutzgesetz fallen. Sie brauchen einen Prostituierten-Ausweis, den Sie immer mit sich führen müssen, falls Sie kontrolliert werden. Ich weiß, dass Ihnen und Kolleginnen das sehr aufstößt. Warum?

Das große Problem für die meisten Escorts ist, dass wir das nebenberuflich machen. Wir sitzen nicht die ganze Zeit im Bordell und warten. Es passiert in den Abendstunden. Wir haben meist noch ein reales Leben, einen Hauptjob, eventuell auch eine Familie, Kinder. Wir führen eine Art Doppelleben und möchten uns dann nicht unbedingt als "Nutte" outen. Für mich persönlich ist das ganze Spiel drumherum auch etwas anderes, als ausschließlich Prostituierte zu sein.

Sie fühlen sich in einen Topf geworfen mit der ganzen Branche, die auch viel Schatten hat. Sie sehen sich nicht im Schattengewerbe, sondern eigentlich auf der lichteren Seite. Die Unternehmen, für die Sie arbeiten, arbeiten auf Rechnung, mit Steuernummer. Fühlen Sie sich dadurch entwertet?

Absolut. Aber ich finde auch, dass Frauen, die im Bordell arbeiten, diesen dummen Ausweis nicht mit sich rumtragen müssen. Wenn wir erwischt werden ohne diesen Ausweis, dann haben wir ein Problem. Es kostet relativ viel Strafe. Das ist eine Frechheit. Auch wenn wir den Ausweis in der hintersten Schublade zuhause verstecken, wird ihn irgendjemand finden. Dann kann ein ganzes Leben zerbrechen. Und davor habe ich Angst. 

Ihre Familie weiß nicht, dass Sie das machen?

Am Anfang habe ich es einigen Menschen erzählt, von denen ich dachte, sie seien sehr gute Freunde. Sie haben sich direkt von mir abgewendet. Mir hat auch keiner zugehört, als ich gesagt habe, dass ich nicht 20 Männer am Tag bediene, sondern mich in Hotels oder in guten Restaurants aufhalte. Das will keiner hören. Menschen sehen nur: Sex, die nimmt Geld, das ist noch schlimmer als eine Schlampe. Wenn eine Frau nach außen zeigt, dass sie ein sexuelles Wesen ist, sind wir per se immer sehr gelabelt in einer negativen Art und Weise. Ich möchte auch nicht das Bild zerstören, das die Familie von mir hat. Dieser Begriff Prostituierte ist so stark, dass du nicht mehr mit mir sprechen könntest, ohne die ganze Zeit dieses Ding im Kopf zu haben. Also bin ich dann ausschließlich, glaube ich, die Prostituierte, sobald ich mich oute. Auch wenn's Bekannte sind oder Freunde.

Sie haben ein Buch geschrieben über die Arbeit als Escort.

Es wird wahrscheinlich im Dezember veröffentlicht. Ich habe dieses Buch geschrieben, um den Menschen mal zu präsentieren, wie ein Leben eines Escorts aussieht. Es gibt mittlerweile ja ganz tolle Serien, irgendwie, die halt auch sehr fiktiv sind. Ich habe das Doppelleben thematisiert, wie man in die Rolle schlüpft, auch im Privatleben damit umgeht. Wenn man einen Mann kennenlernt, wird man auch emotional hin und her geschleudert. Weil man doch irgendwie Gefühle hat als Mensch. Deswegen hab ich dieses Buch geschrieben und fünf Jahre meines Lebens dargestellt. Wie ich von einer billigen Agentur zu ganz teuren gekommen bin. Wo ich dann nach Paris geflogen bin, für Wochenenden, nach London. Viele Promis, viele Politiker getroffen habe. Das ist wie bei jeder Karriere. Ich habe mich von ganz unten relativ weit hochgearbeitet. Bis ich dann zu alt für dieses richtig teure Segment war. Mit 30 ist man da raus. Ich hatte Zeiten, da hab ich für zwei Stunden tausend Euro genommen. Und das zahlen die Männer für die jungen Frauen.

Dennoch habe ich bei Ihnen herausgehört, dass es schon ein aufregendes, sicherlich manchmal anstrengendes, aber auch ein tolles Leben ist.

Das ist irgendwie ein Teil dieses Jobs, dass du halt nicht ständig, aber häufig, auf ganz tolle Menschen triffst. Sehr gute Gespräche hast, zu guten Dinners eingeladen wirst, in den teuersten Restaurants dinierst, in den teuersten Hotels schläfst. Du kannst so eine Art Luxusleben leben, man verdient auch nicht schlecht. Dieser Job hat so viele gute positive Aspekte, dass es schwierig ist, auszusteigen.

Mit Victoria* (die nicht wirklich so heißt) sprach Sylvia Tiegs für Inforadio. Dieser Text ist eine gekürzte und redigierte Version. Den Originalbeitrag können Sie mit Klick auf das Audiosymbol im Header des Artikels nachhören.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

23 Kommentare

  1. 23.

    Ich finde es gut, dass sich der RBB auch mal solch einem Tabuthema widmet und aufzeigt, dass Prostitution nicht zwingend mit Zwang und Zerstörung der Seele zu tun haben muss. Ich selbst bin in der glücklichen Lage, für meine Sexualität nicht zahlen zu müssen, aber ich habe da trotzdem eine liberale Sicht auf die Realität. Das heißt nicht, dass ich es verharmlosen würde, es gibt natürlich schlimmste Begleiterscheinungen wie Zwangsprostitution, Menschenhandel und Vergewaltigung. Dagegen muss der Staat hart ankämpfen. Es gibt aber auch die andere, freiwillige Seite. Letztlich sind wir doch alle von "Prostitution" umgeben, manchmal sogar mit heimlicher Bewunderung. Wenn der alte reiche Herr sich eine junge Dame anlacht und glaubt, sie würde ihn wirklich lieben, was ist das dann? Wenn der junge karibische Boy sich eine ältere, beleibte Dame anlacht, für eine Zukunft in Europa? Ja selbst die gute alte Vernunftsehe? Der Sugardaddy ist doch auch nichts anderes als ein Freier. Etc pp.

  2. 22.

    Natürlich sehen sich die Escort-Damen als etwas besseres an, wer will es ihnen verdenken? Sie haben ja tatsächlich die mit Abstand besseren Arbeitsbedingungen. Der Daimer-Mitarbeiter im Stammwerk sieht sich dem kleinen Werkstattschrauber bei Willis Werkstatt um die Ecke auch überlegen und wird doppelt so gut entlohnt. Letztlich ist es doch nur das gesellschaftliche Tabu, die eigene Sexualität nur mit festen Partnern oder Partnerinnen auszuleben, die uns die Prostitution so vehement ablehnen lässt. Dabei gibt es tatsächlich Menschen, die da freier in ihren Ansichten sind. Da gibt es dann die "Schlampe", die es mit jedem tut und es gibt welche, die daraus ihren Beruf machen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Dummerweise ist dieses Geschäftsmodell aber nun mal zeitlich begrenzt und für "danach" braucht es einen Plan B. Beim Escort geht aber in aller Regel wenigstens nicht die Seele kaputt und die Damen sind gebildet genug, um später aussteigen zu können.

  3. 20.

    Escort ist auch bloss ein Euphemismus für Prostitution. Und wenn die interviewte Dame damit angibt, es in fünf Sterne Hotels geschafft zu haben, dann diskreditiert sie damit gleichzeitig ihre Arbeitskolleginnen auf dem Strassenstrich, sieht sich ihnen gegenüber als etwas Besseres an. Dabei ist sie genau auf Augenhöhe mir ihnen: Sex gegen Geld ist und bleibt was es ist, sei es auf Satinlaken oder in einem Hauseingang.

  4. 19.

    Eigentlich wollte ich für immer in Kalifornien bleiben. Aber es ist eben nicht so leicht sein Brot dort zu verdienen. Besonders als illegaler Einwanderer. Zudem hatte ich nur ein dreimonatiges Touristen Visum. Ich blieb bis zum Ende des Jahres 75. Wäre ich untergetaucht all die Jahre, dann hätte ich durch die Amnestie vom späteren US Präsident Ronald Reagan die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten.

  5. 18.

    Die Damen am Kurfürstendamm waren damals so etwas wie die Edelhuren. Uhlandstr. Ecke Kurfürstendamm standen immer viele. Durch meine Arbeit konnten ich mit vielen Plauschen wenn keine Kundschaft da war.
    Aber irgendwann hat sich das alles verändert.Und heute sind die Edelhuren von damals eben Escort- Damen.
    Aber wie Sie schon ganz richtig sagten...es waren ganz andere Zeiten.
    Wann kamen Sie aus Kalifornien zurück nach Berlin?

  6. 17.

    Liebe Heike, Sie müssen sich dafür keineswegs entschuldigen. Denn hier sind Sie besonders als Frau nicht die Einzige. Das habe ich schon öfter gehört. Was die Liebesbeziehung zu meinen damaligen Freund anbelangt, so war ich ja selber schuld. Ein kl.Seitensprung und er gab mir ohne wenn und aber sofort den Laufpass. Aber hey, das waren die 70 er Jahre und ich hatte nie im Leben soviele schöne Männer gesehen wie in San Francisco. Zurück zum Thema. Können Sie sich noch daran erinnern, wie Edelprostituierte oberhalb des Kurfürstendamm standen? Eine Zeitlang wohnte ich Anfang d.80er Jahre Potsdamer Ecke Winterfeldstraße. Hier standen auch Frauen die in den umliegenden Hotels ihre Arbeit verrichteten. Eine landete bei mir mal morgens in meine Wohnung. Sie war verprügelt worden und hatte ein vollkommen zugeschwollenes blaues Auge. Sie bat mich darum, ihr ein Taxi zu rufen. Hier sehen Sie schon den Unterschied zu den Escort Damen.

  7. 16.

    Entschuldigen Sie bitte, wenn ich das so sage....die schönsten Männer waren und sind nun einmal schwul. So haben wir Mädels das früher schon immer festgestellt.
    Wenn ich mich recht erinnere haben Sie in einem früheren Kommentar ihre Zeit in Kalifornien erwähnt und das sie nicht so glücklich geendet ist. Was mir sehr leid tut.
    Die Jebenstraße ist bestimmt kein wirklich schöner Ort, aber Sie haben versucht Fuß zu fassen und haben es ja dann Gott sei Dank auch geschafft.
    Für die Mädels in der Kurfürstenstraße und damals noch am 17. Juni war und ist es auch nicht wirklich einfach, da sehe ich es so, das wenn man als Call- Boy oder Escort- Dame arbeitet, es wahrscheinlich doch ein wenig angenehmer ist. Aber der Rest ist das Gleiche.

  8. 15.

    Als ich 1972 nach Westberlin zog, war ich dort auch in der Jebensstaße tätig. Sogar im Winter stand ich dort herum. Ist kein Ruhmesblatt von mir. Schon 2 Jahre später war Schluß damit, da ich eine feste Anstellung in einer Schwulen Bar bekam und ich mich 1974 in einen bildschönen Kalifornier verliebte. Dem ich nachfolgte in die USA.

  9. 14.

    Lieber Lothar, ich danke Ihnen für Ihre Offenheit. Die Sendungen mit Ilona kenne ich gut, nur ich habe nicht immer alle gesehen.
    Ich habe Ende der 80ziger Anfang der 90ziger Jahre viel am Bahnhof Zoo gearbeitet. Hinter der Bahnhofshalle in der Jebenstr. war die Meile für die Stricher. Ich kannte es dort immer als friedlich. Wenn wir Nachts Zeit hatten und die Jungs hatten nichts zu tun, haben wir ab und zu eine zusammen geraucht oder Kaffee getrunken.
    Ich vertrete voll und ganz Ihre Meinung, das eine Escort-Dame und eine Nutte, sowie ein Call- Boy und ein Stricher das gleiche sind. Nur ein wenig anders verpackt.

  10. 13.

    Hallo Schwester Constructa! Ich war mal mit einem der Teilnehmer befreundet. Es war ein blonder junger Mann um die 25 Jahre. Ich glaube er trug keine Sonnenbrille. Ich würde mich freuen wenn Du es bist oder Du zufällig noch Kontakt zu ihm hast. E-MAIL: medien10000@gmail.com

  11. 12.

    ...nur leider haben Sie den Kern meiner Aussage offenbar nicht verstanden: Warum soll man unterscheiden, ob man eine Excel-Tabelle, ein Beratungsgespraech, eine Pflegedienstleistung, eine Unterrichtseinheit, ein Regal-Einraeumen ... verkauft oder eine, wie auch immer geartete, erotische Dienstleistung?? Voellig egal!! Die relevante Frage ist in allen Faellen nur, ob man wenigstens ein bisschen Spass an der Arbeit hat, koerperlich und geistig gesund bleibt und angemessen entlohnt wird. Oder ob man im Gegenteil durch wirtschaftliche Zwaenge, physische Gewalt, Krankheiten und Unterbezahlung kaputt geht. - Und fuer viel oder wenig Geld kaputt gehen kann man nun wahrlich auch in Jobs ohne Sex! Daher taugen Sexarbeiter*innen weder fuer genuessliche Abwertung noch fuer arrogantes Mitleid noch zum Beleg ueberholter feministischer Thesen durch diverse Leute, die sich als was Besseres sehen.

  12. 11.

    Egal welche Benennung, Hure, Nutte, Callboy, Escort, etc. Es ist und bleibt das gleiche. Die Dienstleistung Sex wird gegen Geld angeboten. Ich habe zwar durchaus Verständnis dafür, dass man sich im Kopf ein anderes Bild erschafft. Jedoch bleibt es dabei; sie lassen sich für Sex bezahlen. Ob auf einer schäbigen Pritsche oder in einem 5-Sterne Hotel, an der Imbissbude oder im teuren Restaurant ist unerheblich.
    Und wenn ihr Leben an diesem Geheimnis zerbricht, das war das ihre Entscheidung so zu arbeiten. Schließlich verdient sie sehr viel Geld damit und in diesem Fall macht es ihr ja auch Spaß. Andere Frauen werden gezwungen, doch "Victoria" und ihresgleichen entscheiden sich freiwillig für diesen Job. Dann bitte auch mit den Konsequenzen leben.
    Und ganz ehrlich; Frauen können sich auch als sexuelles Wesen erleben und zeigen, ohne das sie für Sex Geld nehmen. Hier redet sich jemand ganz massiv seine Lebensrealität schön.

  13. 10.

    Sie beschreiben es schon sehr zutreffend. Ich kann aber aus eigener Erfahrung als ehem. Straßenstricher mitteilen, dass ich in der Vergangenheit auch Freier hatte, die meine Anwesenheit zu schätzen wußten und mich zum Essen einluden und eine gute Unterhaltung wollten. Der Sex anschließend war eher nebensächlich. Bei vielen wohnte ich immer für mehrere Tage. Einer unter ihnen war Pfarrer und er kaufte mir sogar neue Kleidung und entlohnte mich recht großzügig. Aber eines haben ALLE ( auch die Escort Damen )gemeinsam, sie prostituieren sich für Geld.

  14. 9.

    Liebe Heike, nun oute ich mich hier( wiedereinmal ). Kennen Sie noch die Nachmittagssendung mit „Ilona Christen“? Die nahm sich immer irgendwelcher Themenbereiche an und lud Gäste dazu ein. Als das Thema Aids bereits in aller Munde war, griff I.Christen zu und machte eine besondere Sendung zu dem Thema. Dazu lud sie Straßenstricher ( 4 an der Zahl) und einen männl. Callboy ein. Unter den 4 Strichern war auch meine Wenigkeit. Alle, außer ich, trugen dunkle Sonnenbrillen, wollten nicht erkannt werden. Ich beschrieb meine Zeit als Bahnhof Zoo Stricher und schon nach kurzem Schlagabtausch wurde deutlich, das wir nur von der Christen vorgeführt wurden. Dann kam es obendrein zu einer hitzigen Debatte darüber, ob Callboys etwas „besseres“ seien. Ich verneinte und wurde deswegen harsch angegangen. Als später diese Sendung ausgestrahlt wurde, kam eine schon ältere Kollegin auf der Arbeit zu mir und lobte meine Offenheit. Sie outete sich mir gegenüber als lesbisch.

  15. 8.

    Sie haben mit der Ausbeutung nicht ganz unrecht, sicherlich ist dies ein ganz großer Punkt, jedoch gibt es auch genügen Frauen und Männer die es freiwillig machen, weil sie gutes Geld damit verdienen und einige sogar Spaß daran haben.

  16. 7.

    Netter Beitrag den Sie hier abliefern. Und ja, die Bezeichnung“ sich zu prostituieren“ ließe sich auch auf andere Lebensbereiche ausdehnen. Doch hier geht’s eindeutig um käuflichen Sex. Auch sollte unterschieden werden zwischen Straßenprostituion und „Edelstrich“. Ich erinnere mich noch sehr gut am deutlichen Unterschied zwischen Potsdamer Straße und dem Kurfürstendamm zu West-Berliner Zeit. Denn letzteres machen diese feinen Damen. An @ Birgit: Sie haben völlig recht mit Ihrer Aussage. Doch in diesem Fall handelt es sich um „freiwillige Prostitution“. Diese Frauen werden nicht dazu gezwungen und darin liegt auch der Unterschied. Das rbb24 auch hierüber berichtet, zeigt doch nur wie vielseitig unsere Gesellschaft ist. Sprich, auch darüber kann und soll geschrieben werden.

  17. 6.

    Es geht beim Escort eben nicht nur um die reine Sexdienstleistung. Escort-Ladys sind in der Regel sehr gebildet und kommunikativ, und natürlich beherrschen sie die deutsche Sprache perfekt und akzentfrei. Sie wollen Begleiterinnen für eine schöne Zeit sein. Da kann dann auch Sex dazu gehören, muss aber nicht. Ich sehe in den Damen so eine Art "Freundin auf Zeit", weil ich eben auch mal die Nähe einer attraktiven Frau genießen möchte, obwohl ich privat weder Zeit noch die Chance habe, Frauen kennenzulernen. In der Regel habe ich nur ganz kurze Zeitfenster von wenigen Stunden für private Unternehmungen, und das meist in irgendeiner Stadt irgendwo in Deutschland, und jeden Tag woanders. Von daher finde ich es schon schön, mir hin und wieder ein paar schöne Stunden mit einer tollen Frau zu gönnen. Gäbe es das nicht, würde mein Leben zu 100 Prozent aus Arbeit bestehen, ohne privaten Ausgleich.

  18. 5.

    Ich sehe das ganz genauso. Der Job ist auf der Straße oder in schicken Hotels der selbe. Es geht um Sex. Und wie Sie schon richtig erkannten, so lange alles frisch und knackig ist,lässt es sich gut verkaufen. Aber wenn die natürliche Schwerkraft einsetzt wird es auch für diese Damen und Herren sehr schwierig.
    Bei sogenannten Escort- Damen und Callboy`s ist das ganze nur etwas edler verpackt und deswegen liegen die Preise auch in einem ganz anderen Segment.
    Verurteilen würde ich diese Menschen jedoch nie, aus welchen Gründen auch immer sie diesen Job machen.

  19. 4.

    Wenn man sich selber seine ,, Lage " nicht eingestehen will, dann......
    Ein Alkoholiker schaut auch auf den anderen Alkoholiker mit dem Spruch
    ....so will ich nicht enden .....
    genau so ist es hier .....ich mach es ja NICHT auf der Strasse.....

Das könnte Sie auch interessieren