Der Eingang des Amtsgerichts Tiergarten mit Schriftzug des Gerichts und dem Berliner Wappen (Quelle: dpa/Gökalp)
Bild: dpa/Taylan Gökalp

Berliner Amtsgericht - Polizist wegen Fesselspielen mit 14-Jährigem verurteilt

Kinderpornos auf dem Computer und Fesselspiele mit einem 14-Jährigen: Das Amtsgericht Tiergarten hat einen Mann zu acht Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Der Berliner Polizist gestand die Taten - und lieferte eine ungewöhnliche Erklärung.

Das Amtsgericht Tiergarten hat am Dienstag einen Berliner Polizisten wegen Missbrauchs eines Jugendlichen und des Besitzes von Kinderpornografie zu acht Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt.

Der Mann hatte 2016 zwei Mal die Füße des damals 14-Jährigen gefesselt und fotografiert. Nach Ansicht des Gerichts berührte der derzeit suspendierte Beamte den Jungen dabei zwar nicht sexuell. Die Richter sahen dennoch ein sexuelles Motiv. Außerdem fanden die Ermittler mehr als 300 kinderpornografische Bilder auf dem Computer des Angeklagten.

Das Gericht folgte mit dem Urteil dem Antrag der Staatsanwältin, die einen "niedrigschwelligen" sexuellen Bezug der Taten sah. Der Verteidiger bestritt ein sexuelles Motiv hinter den Taten und forderte Freispruch vom Vorwurf des Missbrauchs. 

Fesselfotos gegen Geld

Der 49-jährige Angeklagte gestand, den Jugendlichen zweimal gefesselt zu haben, sagte aber auch: "Ich kitzle, fessle und massiere gerne Füße." Das habe nichts mit Sex zu tun. Auch sammle er Fotos von gefesselten Füßen.

Mit dem Jugendlichen will er vereinbart haben, dass dessen Intimbereich "bekleidet und unberührt bleibt". Schließlich gab er auch an, den Jungen für die Fesselspiele bezahlt beziehungsweise den Kauf von Kleidung angeboten zu haben.

Das Urteil ist bisher nicht rechtskräftig, weil der Angeklagte noch Berufung einlegen kann.

Sendung: Abendschau, 01.10.2019, 19.30 Uhr

Kommentar

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7 Kommentare

  1. 6.

    Wenn das Gericht die Vorwürfe als Erwiesen ansieht, soll der Täter auch die Konsequenzen tragen. Nur: was genau hat der Beruf des Täters mit seinem Taten zu tun? Soll hier etwa eine bestimmte Meinung ggü. der Polizei geschaffen werden? Im Bericht ist jedenfalls kein Bezug zu Polizei zu erkennen, nicht einmal, dass er einen Dienstrechner für seine Tat genutzt haben soll.

  2. 4.

    Und die gefundenen Bilder mit kinderpornografischen Inhalten haben keine weitere Rolle gespielt? Eigenartig Berichterstattung seitens des rbb... Und leider wieder ein Polizist als Täter.

  3. 2.

    "Ich kitzle, fessle und massiere gerne Füße." Na dann müssen wir uns ja keine Sorgen machen.

  4. 1.

    Ich frage mich was der Polizist im Kopf hat.

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