Polizisten in Berlin (Quelle: Bildagentur-online/Schoening)
Audio: Antenne Brandenburg | 14.10.2019 | Nachrichten | Bild: Bildagentur-online/Schoening

Einsatz an der "Alten Börse" - Polizei räumt besetztes Bahngrundstück in Marzahn

Mit 250 Einsatzkräften rückte die Berliner Polizei am Montagmorgen aus: Auf einem Gelände der Bahn hatten mutmaßlich Wohnungs-Aktivisten eine Wagenburg errichtet. Neun Menschen wurden vorübergehend festgenommen.

Auf dem Gelände "Alte Börse" in Berlin-Marzahn hat die Polizei am Montagvormittag eine Wagenburg geräumt. Es habe dabei neun vorübergehende Festnahmen gegeben, bestätigte Polizeisprecher Thilo Cablitz rbb|24. Gegen diese seien Strafermittlungsverfahren eingeleitet worden.

Wie Cablitz sagte, hatte sich vor einigen Wochen eine Gruppe Zutritt zu dem Areal verschafft und dort eine Wagenburg aus Fahrzeugen wie Bauwagen oder Transportern aufgebaut. Durch eine Veröffentlichung im Internet am 20. September habe die Bahn davon erfahren.

250 Polizisten im Einsatz

Wie die "B.Z." berichtet, hatten Aktivisten das Lager vor drei Wochen errichtet - als Protest gegen Wohnraummangel. Das betreffende Areal liege seit Jahrzehnten brach.

Ein Bahn-Sprecher erklärte, die Menschen seien einer Aufforderung zum Verlassen des Areals nicht nachgekommen. Eine Frist dafür sei am 26. September verstrichen. Die Bahn mache nun von ihrem Hausrecht Gebrauch, hieß es. Von der Polizei hieß es, die leiste nach einem gerichtlichen Beschluss Amtshilfe für einen Gerichtsvollzieher.

Laut Cablitz war die Polizei von Montagmorgen an mit 250 Kräften vor Ort und habe neun Personen "vom Gelände geführt". Die seien vorläufig festgenommen worden, um die Identitäten und die Eigentumsverhältnisse der Fahrzeuge zu klären. Calblitz sprach bis auf eine kleinere Rangelei von einem ruhigen Einsatz. Eine Person habe ihre Identität nicht preisgeben wollen.

Als Grund für die große Zahl an Einsatzkräften nannte Cablitz, dass das Areal sehr unübersichtlich ist und unklar gewesen sei, wie viele Besetzer sich auf dem Areal aufhalten. Unter den 250 Einsatzkräften sei zudem technisches Personal, um die Fahrzeuge abzutransportieren.

"Stadt zurückholen"

Die Besetzergruppe nennt sich "DieselA". Auf der linken Internetplattform Indymedia wurde die Besetzung mit folgenden Worten begründet: "Weil wir uns die Stadt zurückholen!" In einem späteren Beitrag hieß es: "Eigentum und Kapitalinteressen machen die Deutsche Bahn zur alleinigen Herrscherin über etliche Grundstücke in Städten und auf dem Land. Das wollen wir nicht hinnehmen."

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8 Kommentare

  1. 8.

    Das Gelände muss eine Nutzung bekommen, die Bahn sollte sich dahingehrnd nun verpflichten, wenn soviel öffentliches Interesse besteht. Eigentum verpflichtet.

  2. 7.

    Merkwürdig, von "herumjammern" konnte ich hier nichts lesen. Und eine Besetzung um auf die Wohnungsnot aufmerksam zu machen ist mit Ankündigung äußerst geistreich.

  3. 6.

    Vielleicht hat sich inzwischen die Einsicht durchgesetzt, dass es eine dumme Entscheidung war, und eine erneute Abstimmung würde zu einem anderen Ergebnis führen. #Brexit

  4. 5.

    Eine Bebauung des Tempelhofer Feldes ist auf Grund einer demokratischen Entscheidung, von einer Mehrheit der Berliner, gesetzlich nicht erlaubt. Ganz einfach.

  5. 4.

    Gar nicht. Das Feld ist zum einen ein noch immer nicht gekennzeichnete gedenkort dessen Bedeutung als Ort der Luftwaffe die Sachsenhausen übersteigt. Tempelhof ist der Grund und der Organisator der Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Zum anderen ist das Feld der wichtigste Ort für Kaltluftentstehung. Hier wird die Innenstadt gekühlt und belüftet. Eine Bebauung ist auf dem historischen Areal nicht möglich. Es gäbe nur die Möglichkeit an der Weisestrasse vor dem Feld einen Block zu spiegeln was aber die Neuköllner nicht wollen.
    Sinnvoll wäre also ein Vertrag mit Brandenburg und die Gestaltung der hauptstadtregion. Dazu gehört auch Infrastruktur wie Bus und Bahn, Kinderbetreuungund Schulen Kultur und öffentlicher Raum. Und was die Bahn angeht so könnten Berlin und Brandenburg beschlagnahmen.
    MfG

  6. 3.

    Vielleicht hätte man vorher mit dem Eigentümer reden sollen und nicht erst im Nachhinein und dann rumjammern.

  7. 2.

    Wie siehts mit der Randbebauung des Tempelhoferfeldes für Wohnungen aus?

  8. 1.

    Wir empfanden die Besetzer als direkte Nachbarn sehr freundlich und nett. Am Tag nach der Besetzung haben sie die Anwohner aufgesucht und über ihr Vorhaben gesprochen.
    Schade, dass die Bahn leer stehende Flächen nicht für kurze und mittelfristige Zeitraume freigibt und hilft, den Wohnungsmarkt zu entspannen. Die Bahn war nicht einmal zu Gesprächen bereit.
    Wir wünschen den Piraten alles Gute

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