Symbolfoto: Ein Mann ruft am 23.12.2017 in Hamburg mit seinem Handy bei der Telefonseelsorge an (Quelle: dpa / Markus Scholz).
Audio: rbb 88.8 | 22.10.19 | Silke Mehring | Bild: dpa

Neues Hilfsangebot per Telefon - "Nightline Berlin" hört Studierenden zu

Studentinnen und Studenten können ab dem 24. Oktober ein anonymes Hilfsangebot der Berliner Humboldt-Universität nutzen. Die HU bietet jeden Donnerstag zwischen 21 und 0 Uhr unter der Nummer 030 2093 70666 die "Nightline Berlin" an. Das Besondere: Am anderen Ende der Leitung sitzen ebenfalls Studierende, die ehrenamtlich den Dienst am Hilfstelefon übernehmen. Die Uni hat es eingerichtet, um nach eigenen Angaben ein niedrigschwelliges Gesprächsangebot auf Augenhöhe zu schaffen. Das Projekt ist zunächst für ein Jahr finanziert.

In anderen Städten wie Potsdam, Frankfurt am Main, Dresden oder Münster gibt es eine solche Nightline schon. Studierende könnten mit jedem Problem anrufen, sagte Tanja Rathmann, Mitgründerin des Telefondienstes, Studentin und ausgebildete Notfallseelsorgerin, am Dienstag rbb|24.

"Meist sind es Beziehungsprobleme, Probleme mit dem Studium, Einsamkeit. Dinge, worüber man mit Freunden reden könnte, aber sich vielleicht ein wenig geniert - und mit denen man sich weder an die Studienberatung, noch an die Notfallseelsorge wenden würde", sagte Rathmann. Das zeigten die Erfahrungen der Nightline in Potsdam, die es bereits seit mehreren Jahren gibt. Insofern fülle das Angebot der HU eine Lücke.

Bei schwerwiegenderen Problemen sollen Anrufer weitervermittelt werden

Wichtig sei, nicht zu vergessen, dass die Zuhörer keine ausgebildeten Psychologen seien. Jeder Interessierte kann sich per Mail an die HU wenden, um mitzumachen. Zur Vorbereitung lernen die Helfer an einem Schulungswochenende, aktiv zuzuhören und die eigenen Grenzen zu kommunizieren.

Falls Anrufer allerdings von schwerwiegenden Problemen berichten, sollen sie an andere psychosoziale Dienste mit fachkundiger Betreuung weitergeleitet werden, betonte Tanja Rathmann. Außerdem sollen regelmäßige Besprechungen untereinander sowie Supervisionen von professionellen Psychologen verhindern, dass sich die studentischen Zuhörer überfordert fühlen.

Bereits die Erfahrung, mit einem Problem nicht alleine dazustehen, bringe Entlastung und könne helfen, selbst auf Lösungen zu kommen, erklärte Rathmann. "Und auch sonst: Bei manchen Dingen tut es einfach gut, wenn sie einmal raus sind."

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