Maik Schneider im Gerichtssaal mit seinem Anwalt Oliver Milke (Bild: dpa/Bernd Settnik)
Bild: dpa/Bernd Settnik

Turnhallenbrand von Nauen - Maik Schneiders Anwalt legt erneut Revision ein

Der Turnhallenbrand von Nauen (Havelland) wird voraussichtlich erneut ein Fall für den Bundesgerichtshof (BGH). Die Verteidigung des ehemaligen NPD-Politikers Maik Schneider hat Revision gegen das Urteil des Landgerichts Potsdam eingelegt. Das bestätigte das Gericht am Freitag.

Schneiders Anwalt Sven-Oliver Milke sagte, die Verteidigung habe einen Befangenheitsantrag gegen die zuständige Kammer gestellt, der zu Unrecht abgelehnt worden sei.

Urteil vom Mittwoch: Neun Jahre und ein Monat Haft

Schneider war am Mittwoch im Revisionsprozess vor dem Landgericht Potsdam zu insgesamt neun Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 32-Jährige unter anderem im August 2015 gemeinsam mit einem Komplizen eine Turnhalle in Nauen anzündete, die für die Unterbringung von Flüchtlingen vorgesehen war.

Befangenheit: BGH hob erstes Urteil auf

Das erste Urteil im Fall Maik Schneider hatte keinen Bestand: Der Bundesgerichtshof hob es auf, da die Kammer an einem Schöffen festgehalten hatte, obwohl er die Aussage des Angeklagten als "Quatsch" bezeichnet hatte.

Seit Oktober 2018 lief der zweite Prozess. Zu der langen Dauer trugen auch zahlreiche Beweisanträge der Verteidigung bei, die teilweise nicht mehr durch die Strafprozessordnung gedeckt gewesen seien, sagte der Vorsitzende Richter Klaus Feldmann. Wegen zu langer Verfahrensdauer bereits im ersten Prozess war Schneider im Januar nach knapp drei Jahren aus der U-Haft entlassen worden. Diese Zeit wird bei der Haft nun berücksichtigt.

Sendung: Abendschau, 04.10.2019, 19:30 Uhr

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4 Kommentare

  1. 4.

    Ich kann es nicht mehr hören. Aber irgendwann wird der Herr Maik Schneider für seine menschenverachtenden Straftaten auch endlich mal bestraft. Und wenn sein Herr RA noch so viele Beweisanträge stellt: Dieser rechte Brandstifter wird für viele Jahre eingesperrt werden, und die Gesellschaft kann dann aufatmen und sich wieder sicherer fühlen!

  2. 3.

    Ich glaube der Rechtsanwalt ekelt sich vor gar nichts.

  3. 2.

    Wegsperren für immer. Solche Leute ändern sich nie.

  4. 1.

    Saubermann sein wollen, aber dann zu feige seine Strafe zu akzeptieren. In seinem Wunschstaat würde man vermutlich anders mit ihm umgehen. Aber dann finden solche Leute, das "System" doch nicht mehr so schrecklich.

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