Ein Hirsch überquert vor einem Auto die Straße (Quelle: imago images/imagebroker)
imago images/imagebroker
Video: Supermarkt | 21.10.2019 | Caroline Benzel | Bild: imago images/imagebroker

Tipps für Autofahrer - Wie man sich am besten bei Wildtierunfällen verhält

Derzeit kommt es wieder häufiger zu Wildunfällen auf den Straßen in Berlin und Brandenburg. Besonders die dunkle Jahreszeit ist gefährlich. Wer sich falsch verhält, provoziert drastische Auswirkungen. Von Caroline Benzel

Mit Beginn der dunklen Jahreszeit steigt wieder das Risiko für Wildunfälle. Vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung sind Wildschwein, Fuchs und Hirsch unterwegs und überqueren auch befahrene Straßen. Vor allem in Brandenburg sind Wildunfälle an der Tagesordnung. Das Land mit den zahlreichen Wäldern gehört bundesweit zur Spitze auf der Wildunfall-Liste. Außerhalb von Ortschaften entsteht jeder zweie Unfall mittlerweile durch einen Wildwechsel. Nach Angaben des Brandenburger Polizeipräsidiums waren im vergangenen Jahr mehr als 15.000 Fahrzeuge in Unfälle mit Wildtieren verwickelt.

Dieses Problem ist in Berlin deutlich geringer. Die Statistik hält sich hier seit fünf Jahren konstant bei durchschnittlich 15 Wildunfällen im Jahr, so das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Hinzu kommt: Während Autofahrer in den meisten Fällen mit einem Blechschaden davon kommen, kann der Zusammenprall für einen Motorradfahrer mit Wildtieren im schlimmsten Fall tödlich enden. Doch was tun, wenn wirklich mal ein Hirsch vors Auto springt?

In keinem Fall ausweichen

Wer sich bei Wildwechseln falsch verhält, kann böse Überraschungen erleben. Deshalb weist der Autoexperte des rbb-Verbrauchermagazins Super.Markt, Andreas Keßler, deutlich darauf hin, dass Autofahrer bei Wildtierübergängen in keinem Fall ausweichen sollten. Auch nicht, wenn ein ganzes Rudel Wildschweine über die Fahrbahn läuft. Ausweichmanöver können den Fahrer und den entgegenkommenden Verkehr gefährden. Besser ist es, schon beim Warnschild die Geschwindigkeit auf maximal 70 Stundenkilometer runterzuschrauben, aufmerksam zu fahren und beim Wildwechsel zu bremsen.

Wildunfälle sind häufig Polizeisache

Wenn es doch kracht und ein Wildtier auf der Straße liegt, sind Autofahrer verpflichtet, die Polizei zu verständigen. Die Oberste Jagdbehörde des Landes Brandenburg weist darauf hin, dass gemäß Paragraph 27 des Jagdgesetzes eine Meldepflicht bei Zusammenstößen zwischen Kraftfahrzeugen und Wild besteht, sogar dann, wenn das Tier nicht verletzt ist. In Berlin gilt die Meldepflicht hingegen nur, wenn das Tier verletzt ist.

Tote oder verletzte Wildtiere müssen von Fachpersonal, sogenannten Jagdausübungsberechtigten, behandelt werden. "Dieser kümmert sich um das tote Stück Wild. Wenn das Wild aber nur verletzt ist, sucht der Jäger es und erlöst es von seinen Leiden", erklärt Carsten Leßner von der Jagd- und Forstbehörde Brandenburg.

Wer zahlt den Schaden?

Um den Schaden müssen sich Verbraucher selbst kümmern. Autoexperte Keßler rät dazu, Fotos zu machen und eine Wildunfallschadenbestätigung bei der Polizei einzufordern. All das erleichtere später die Abwicklung mit der Kasko-Versicherung. Grundsätzlich gilt: Schäden am eigenen Auto zahlt nur die Vollkasko- oder die Teilkasko-Versicherung. Aber die meisten Teilkaskoversicherungen zahlen nur bei Unfällen mit Haarwild, also Füchsen, Hasen, Wildschweinen und Rehen. Unfälle mit großen Vögeln oder Nutztieren wie Kühen, Pferden oder Schweinen sind bei Teilkasko oft ausgeschlossen.

Schilder beachten, Wildunfälle vermeiden

Um die Unfallzahlen mit Wildschweinen, Rehen und Co. wieder zu senken, gibt es unterschiedliche Strategien. Eine davon sind Wildwarnpfeifen, die sich Autofahrer am Fahrzeug befestigen können. Sie erzeugen mithilfe des Fahrtwindes einen hochfrequenten Ton, den nur das Wild hören kann. Es soll dadurch sofort verschreckt werden. "Dummerweise gewöhnen sich die Tiere dran, ähnlich wie auch an die Geräusche einer Autobahn und stören sich auch nicht mehr", so Keßler. Er hat einen anderen Tipp: "Nicht zu schnell fahren. Bremsbereit sein und keinesfalls über 70 Stundenkilometer fahren."

Sendung: Super.Markt, 22.10.2019, 20:15 Uhr

Beitrag von Caroline Benzel

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

2 Kommentare

  1. 2.

    Hallo Ich,

    Sie haben natürlich völlig recht - es ist ein hochfrequenter Ton. Sorry für den Fehler und danke für Ihren Hinweis.

    Beste Grüße,

    Ihre Redaktion

  2. 1.

    "erzeugen mithilfe des Fahrtwindes einen hochfrequentierten Ton". Aha wer besucht den Ton denn da so häufig? Was erzeugt wird, ist ein hochfrequenter Ton, nicht ein hoch frequentierter!

Das könnte Sie auch interessieren

Archivbild: Prof. Fritz von Weizsäcker (Quelle: dpa/Eva Oertwig)
dpa/Eva Oertwig

Fritz von Weizsäcker - Ein Leben für die Medizin

Sein Vater war Bundespräsident und Regierender Bürgermeister von Berlin, er entschied sich für eine Medizinerlaufbahn: Fritz von Weizsäcker, der am Dienstag im Alter von 59 Jahren getötet wurde.