Hund und Mensch schlafen in einem Bett (Quelle: imago images/Bernhard Claasen)
Audio: Inforadio | 25.10.2019 | Malte Pieper | Bild: imago images/Bernhard Claasen

Zeitumstellung von Samstag auf Sonntag - Eine Stunde mehr Schlaf

Alle halbe Jahre dieselbe Frage: Wird die Uhr nun vor- oder zurückgestellt? Für die Nacht zu Sonntag lautet die Antwort "zurück" - so dass wir alle eine Stunde länger schlafen können. Aber die Jahre der Zeitumstellung sind gezählt. 2021 soll Schluss damit sein.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt. Ab dann ist es morgens früher hell und abends früher dunkel. Es ist also nicht länger Sommerzeit, sondern das, was vielfach umgangssprachlich als Winterzeit bezeichnet wird: wir sind zurück in der "normalen" Zeit.

Der Wechsel erfolgt um zwei Uhr in der Nacht auf Sonntag - wie immer am letzten Wochenende im Oktober. Im Gegensatz zur Zeitumstellung im Frühjahr wird die Nacht dadurch um eine Stunde länger.

Zeitumstellung sollte Ressourcen schonen

Die Idee zur Zeitumstellung ist im Ersten Weltkrieg entstanden. Damals war das Petroleum, das für Lampen benutzt wurde knapp - und es mangelte auch an Kohle zum Heizen. Um möglichst viel Material für militärische Zwecke zu sparen, führte Deutschland 1916 als erstes Land der Welt die Zeitumstellung ein. Es wurde im Sommer ohnehin hell, bevor die meisten Menschen aufstanden, deshalb wollte man lieber eine zusätzliche Stunde kostenloser Helligkeit am Abend ausnutzen.

Viele Länder Europas folgten kurz darauf. Nach dem Krieg schafften die meisten von ihnen, so auch Deutschland, die Zeitumstellung wieder ab. Als die Ressourcen im Zweiten Weltkrieg erneut knapp wurden, führte Hitler die Sommerzeit 1940 wieder ein. Nach dem Krieg gab es in Deutschland wechselnde Regelungen, darunter zum Beispiel in einzelnen Jahren eine zusätzliche "Hochsommerzeit", in der die Uhr um zwei Stunden vorgestellt wurde. Erst 1979 einigten sich Ost- und Westdeutschland darauf, die Sommerzeit gemeinsam wieder einzuführen.

2021 soll sie wahrscheinlich wegfallen

Ein Bericht für den Bundestag kam 2016 zu dem Schluss, es gebe "keine belastbaren Hinweise darauf, dass die Anwendung der Sommerzeit ernsthafte positive oder negative energetische, wirtschaftliche oder gesundheitliche Effekte nach sich ziehen würde." Effekte soll die Zeitumstellung jedoch - insbesondere im Frühjahr - in gesundheitlicher Hinsicht haben. Deutsche und finnische Wissenschaftler werteten jeweils hunderte Krankenhausdaten der vergangenen Jahre aus. Ergebnis: In den ersten drei Arbeitstagen nach der Umstellung auf die Sommerzeit stieg die Häufigkeit von Schlaganfällen und Herzinfarkten auffällig an.

Im März 2019 beschloss das EU-Parlament dann mit großer Mehrheit die Abschaffung der Zeitumstellung. Ab dem Jahr 2021 soll Schluss damit sein. Da aber ein "Flickenteppich verschiedener Zeitzonen in Europa" verhindert werden soll, haben die EU-Länder nun mehr Zeit, um sich auf eine Zeit zu einigen: Sie sollen bis April 2020 mitteilen, welche Zeit sie beibehalten wollen - die normale - oder die Sommerzeit. Im März 2021 soll zum letzten Mal die Zeitumstellung auf Sommerzeit erfolgen.

Sendung: Radioeins, 25.10.2019, 08.30 Uhr

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21 Kommentare

  1. 20.

    "Wenn ich zufällig Nachtdienst zur Umstellung habe, ist es echt toll wenn um 2:59 die Uhr auf 02:00 zurückspringt und eine Stunde unbezahlt mehr arbeiten darf".

    Wie schön, dass Sie dafür im Frühjahr Ihr Geld für eine Stunde, die Sie gar nicht gearbeitet haben, bekommen. Das unterschlagen Sie in Ihrem Kommentar.

  2. 19.

    "Wenn ich zufällig Nachtdienst zur Umstellung habe, ist es echt toll wenn um 2:59 die Uhr auf 02:00 zurückspringt und eine Stunde unbezahlt mehr arbeiten darf".

    Wie schön, dass Sie dafür im Frühjahr Ihr Geld für eine Stunde, die Sie gar nicht gearbeitet haben, bekommen. Das unterschlagen Sie in Ihrem Kommentar.

  3. 18.

    Sie haben vollkommen recht, das es einige Dinge gibt, wo es Probleme mit der Zeitumstellung gibt. Jedoch bin ich der Meinung das einige es auch übertreiben. Hoffentlich wird sie bald abgeschafft, dann hat das alles ein Ende.

  4. 17.

    Es gibt halt Menschen, die wirklch Probleme mit der Zeitumstellung haben, besonders von der Winter- auf die Sommerzeit. Tierfütterung, Krankenhäuser etc. Glücklich, wer nicht dazugehört! Vorschlag: 1/2 Stunde Zeitumstellung einmalig, dann kommen die Fans beider Zeiten zu ihrem Recht. Der Kick der Umstellerei wird einigen irgendwann fehlen!

  5. 16.

    Ich amüsiere mich immer wie die Ausschlafenden es doch schwer haben.
    Bei mir klingelt der Wecker Mo-So zum Frühdienst um 2:30, dann ab Arbeiten, und um 18:00 überlege ich ob ich schlafen gehe. Was haben es die Menschen mit der Zeitumstellung doch schwer.
    Wenn ich zufällig Nachtdienst zur Umstellung habe, ist es echt toll wenn um 2:59 die Uhr auf 02:00 zurückspringt und eine Stunde unbezahlt mehr arbeiten darf, man was haben es doch die Ausschläfer am WE doch schwer... wenn sie zu Hause auf die Uhr starren... und mit ihrer Zeit nicht wissen was sie anfangen sollen.
    Letzten Endes hoffe ich bei finalen Einigung aus die MEZ, damit das Drama ein Ende hat.

  6. 15.

    Hehe, da steht "können", nicht "müssen". Sonst kommt gleich wieder jemand und plustert sich wie Dorett auf.

    Ich verstehe das ganze Bohei ohnehin nicht. Ich kann mir merken, wann die Uhr vor- und wann zurückgedreht wird. Und die Umstellung macht mir auch nichts aus. Bin ich jetzt ein Genie?

  7. 14.

    Hehe, da steht "können", nicht "müssen". Sonst kommt gleich wieder jemand und plustert sich wie Dorett auf.

    Ich verstehe das ganze Bohei ohnehin nicht. Ich kann mir merken, wann die Uhr vor- und wann zurückgedreht wird. Und die Umstellung macht mir auch nichts aus. Bin ich jetzt ein Genie?

  8. 13.

    Sie brauhen dle Redaktion nicht nachzuplappern. Es ist alles geklärt. ;-)

    Dennoch hätte ich mir die Erläuterung im Kommentar Nr. 6 bereits im Bericht gewünscht. Da gehört sie nämlich hin.

  9. 12.

    Was für eine schwachsinnige Aussage "eine Stunde mehr schlaf".
    Anstatt um 8 bin ich um 7 wach geworden, ganz normaler Schlafrythmus. Man hat lediglich mehr vom Tag (Sonntag)

  10. 11.

    Ach ja: und genau deshalb steht im Medientext ja auch "soll" und nicht "wird". Es bewährt sich immer wieder, Texte richtig zu lesen und auch zu verstehen.

  11. 10.

    Das mit dem Hund war ja auch bewusst als "OT" gekennzeichnet. Das dies ein Symbolfoto ist war mir schon klar.
    Manche Leute haben Probleme......

  12. 9.

    Viele, die jetzt wieder rumjammern, dass die Zeitumstellung ja so furchtbar umständlich und gesundheitsschädlich sei,
    werden dann zu denen gehören, die rummeckern, dass es im Hochsommer schon um neun dunkel wird (ewige Winterzeit) bzw. im Dezember/Januar erst um halb zehn hell wird (ewige Sommerzeit).
    Deshalb hoffe ich sehr, dass sich die EU-Staaten noch lange, lange nicht einigen können und sich meine vielen Funkuhren weiterhin zuverlässig umstellen.

  13. 8.

    Da würde Sie auch der Hund nicht haben wollen. Ich gehe mal davon aus das dies ein Symbolfoto ist.
    Manche Leute haben Probleme......

  14. 7.

    Ständig an der Uhr drehen ist einfach nur "suboptimal" - egal in welchem Kontext. Der Energiespareffekt konnte nicht bewiesen werden - er wurde eher wiederlegt. Ich für meinen Teil habe aber Monate mit dieser Umstellung zu kämpfen. Es wird echt Zeit, das man sich wieder an den natürlichen Ablauf besinnt.
    OT: warum pennt ein Hund in Bett? Ich lege mich ja auch nicht ins "Körbchen".

  15. 6.

    Im März 2021 soll das letzte Mal die Uhr vorgestellt, im Winter dann zurückgestellt werden. Die Ursprungszeit ist die Winterzeit. Was die Sache so unkonkret macht: Die Mehrheit der EU-Bürger hat zwar für die Abschaffung gestimmt und auch EU-Kommission und Europaparlament sprechen sich dafür aus, letztlich müssen es aber alle EU-Mitgliedsstaaten einzeln entscheiden. Da auch wir nicht in die Glaskugel schauen können, steht es also noch im Konjunktiv :)

  16. 5.

    Als Sommerzeitregelung verwendete man die Zonenzeit der östlich angrenzenden Zeitzone, die mit der Osteuropäischen Zeit übereinstimmt. Europa sollte besser drei angemessene Zeitzonen haben: sonst zwingt eine gleichgeschaltete Uhrzeit in Görlitz taghell und in Bordeaux in Dunkelheit zum Aufstehen. Auch die Wirtschaft muß Zeitzonen achten! Auf die Normal-Zeit umstellen und dann nie mehr: das entspricht dem menschlichen Biorhythmus und dem der anderen Lebewesen, wenn sich die MEZ die mitteleuropäische Normalzeit/Winterzeit nach den Längengraden z.B. Görlitz am 15. Längengrad und dem Sonnenstand berechnet. Frankreich hat falsch verschobene Zeit, müsste eigentlich GMTGreenwich britische Zeit 0 Längengrad übernehmen. In Deutschland gibt es erst ab 1878 die gemeinsame Zeit; interessanterweise entsprach die Ausdehnung des damaligen Kaiserreiches exakt der MEZ der mitteleuropäischen Zeitzone, heute in etwa Polen und Deutschland: exakt berechnete mitteleuropäische Normalzeit!

  17. 4.

    Als Sommerzeitregelung verwendete man die Zonenzeit der östlich angrenzenden Zeitzone, die mit der Osteuropäischen Zeit übereinstimmt. Europa sollte besser drei angemessene Zeitzonen haben: sonst zwingt eine gleichgeschaltete Uhrzeit in Görlitz taghell und in Bordeaux in Dunkelheit zum Aufstehen. Auch die Wirtschaft muß Zeitzonen achten! Auf die Normal-Zeit umstellen und dann nie mehr: das entspricht dem menschlichen Biorhythmus und dem der anderen Lebewesen, wenn sich die MEZ die mitteleuropäische Normalzeit/Winterzeit nach den Längengraden z.B. Görlitz am 15. Längengrad und dem Sonnenstand berechnet. Frankreich hat falsch verschobene Zeit, müsste eigentlich GMTGreenwich britische Zeit 0 Längengrad übernehmen. In Deutschland gibt es erst ab 1878 die gemeinsame Zeit; interessanterweise entsprach die Ausdehnung des damaligen Kaiserreiches exakt der MEZ der mitteleuropäischen Zeitzone, heute in etwa Polen und Deutschland: exakt berechnete mitteleuropäische Normalzeit!

  18. 3.

    Also ich würde lieber bei der Sommerzeit bleiben. Abends schon ab 16:30 Uhr geht auf die Psyche macht depressiv!

  19. 2.

    " Im März 2021 soll zum letzten Mal die Zeitumstellung auf Sommerzeit erfolgen."

    Ach ja, die Medien sind doch immer gut dafür, Gerüchte und Unwahrheiten zu verbreiten. Es gibt überhaupt keine Einigung. Also steht das "ob" und erst recht das "wann" in den Sternen.

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