Hand hält große Scheine Bargeld (Bild: imago images/ Frédéric Cirou)
Audio: Inforadio | 19.11.19 | Arne Hell | Bild: imago images/ Frédéric Cirou

Mutmaßlich illegale Geldtransfers in Türkei - Festnahmen bei Razzia gegen Geldschleuser-Mafia

Polizei, Steuerfahndung und Justiz sind am Dienstagmorgen in Berlin, Hamburg, Hessen, Baden-Württemberg und NRW sowie in den Niederlanden mit einer Großrazzia gegen illegale Millionentransfers ins Ausland vorgegangen.

27 Beschuldigte im Alter zwischen 23 und 61 Jahren sollen hohe Beträge Bargeld aus Deutschland ins Ausland transferiert haben. Gegen sechs Beschuldigte lägen Haftbefehle vor, die teils mit Spezialeinsatzkräften vollstreckt worden seien, teilten das Landeskriminalamt (LKA) Nordrhein-Westfalen und die Staatsanwaltschaft Düsseldorf mit. 850 Polizisten und elf Staatsanwälte waren im Einsatz. 62 Objekte wurden durchsucht.  

Geldtransfers wurden nirgendwo erfasst

Die Verdächtigen sollen ein sogenanntes "Hawala"-System aufgebaut haben, um Geld vor allem in die Türkei zu verschieben. Das funktioniert so: Ein Kunde zahlt in Deutschland Bargeld ein, der "Hawala"-Banker informiert seinen Geschäftspartner in einem anderen Land. Der zahlt dort die gleiche Summe in bar an einen Empfänger aus. Die Transkation muss nirgendwo erfasst werden.

"Auf diesem Wege wurde mutmaßlich illegal erworbenes Vermögen in Höhe von mehreren Millionen Euro am legalen Bankensystem vorbei in andere Staaten transferiert", teilte das LKA mit. Laut WDR soll es um eine Gesamtsumme von mehr als 200 Millionen Euro gehen.

Ermittler vermuten Schwarzgeld der Organisierten Kriminalität

Die Gruppe soll bundesweit aktiv gewesen sein, mit Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen. Nach Informationen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung kommt der Hauptbeschuldigte aus Duisburg. Als Einzahlstellen für das Geld sollen unter anderem Juwelierläden genutzt worden sein. Woher das Geld stammt ist noch offen, "Hawala"-Stellen werden auch für legales Geld genutzt.

Die Ermittler vermuten eigenen Angaben zufolge, dass ein Großteil Schwarzgeld ist oder aus illegalen Geschäften stammt. Das Netzwerk soll Teil der Organisierten Kriminalität sein. Durchsucht werden nach ARD-Informationen unter anderem Metallfirmen, Juweliere und Privatwohnungen von Verdächtigen.  

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