Mehrwegbecher in Berlin, abgestellt von Journalisten während der GroKo-Verhandlungen im Februar 2018 (Quelle: imago-images/Stefan Boness/Ipon)
Video: Abendschau | 25.11.2019 | Susanne Bruha | Bild: imago-images/Stefan Boness/Ipon

Neues Pfand- und Spülsystem - Berlin sagt Einweg-Kaffeebechern den Kampf an

Schnell mal einen Kaffee im Einwegbecher - das produziert in Berlin ungeheure Mengen an Müll. Die Deutsche Umwelthilfe geht von 460.000 Bechern pro Tag aus. Nun soll das vom Senat beschlossene Pfand- und Spülystem eingeführt werden.

Der Berliner Senat sagt der Flut von Einwegbechern den Kampf an. Dazu hat Umweltsenatorin Regine Günther (Bündnis90/Die Grünen) am Montag ein neues Pilotprojekt vorgestellt. Es sieht vor, dass im Einzugsbereich der U-Bahn-Linie 2 und der Stadtbahn mehr Anbieter als bisher wiederverwendbare Pfandbecher ausgeben.

Abgeholt, gespült, zurückgebracht

Vorgesehen ist der Aufbau eines Logistiksystems: Gebrauchte Becher werden abgeholt, gespült und saubere Becher wieder ausgeliefert. Dabei sollen Lastenfahrräder genutzt werden. Die Umsetzung übernimmt die Firma Recup, die Berliner Cafés und Bäckern seit einigen Jahren Mehrwegpfandbecher anbietet.

Bisher sind rund 250 Verkaufsstellen dabei, etwa ein Fünftel davon im Bereich von U2 und Stadtbahn. Die Becher können bei jedem teilnehmenden Café zurückgegeben werden. Bisher spülen diese gebrauchte Becher selbst. Dass Spülmöglichkeiten fehlen, sei ein Grund, aus dem kleine Verkaufsstellen bisher keine Mehrwegbecher anbieten, hieß es bei der Umweltverwaltung.

Gefördert werde das Vorhaben für zwei Jahre mit insgesamt 160.00 Euro. Vergleichbare Lösungen gebe es bundesweit noch nicht. Starten solle die Spüllogistik im März 2020. Die Ausschreibung für das Pfandbecher-System hatte bereits im Sommer dieses Jahres begonnen.

"Das Projekt geht in die richtige Richtung", sagte Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) auf dpa-Anfrage. "Man kann aber auch die Frage stellen: Warum erst jetzt?" Wenn sich das Projekt als "Luftnummer" erweisen sollte, so Fischer, müsse die Politik Maßnahmen ergreifen, wie eine Abgabe auf Einwegbecher.

Pappbecher-Verbrauch hat sich kaum verändert

Am Aufkommen der Wegwerfbecher hat sich dem Experten zufolge in den vergangenen Jahren kaum etwas geändert. Die DUH geht allein in Berlin von einem täglichen Verbrauch von 460.000 Stück aus. Die Becher bestehen in der Regel nicht nur aus Pappe, sondern sind oft mit Plastik beschichtet.

Sendung: Abendschau, 25.11.2019, 19.30 Uhr

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42 Kommentare

  1. 42.

    Nein haben Sie nicht. Habe Sie schon recht gut verstanden. Bin selbst Raucher und schmeiße meine Kippen nicht gedankenlos einfach so weg. Denn dafür habe ich auch einen Einwegaschenbecher zur Not in der Hosentasche. Zudem vermeide ich das Rauchen sowieso, bin ich unterwegs. Ich verwies nur extra auf das Nikotin hin, da dieser Inhaltsstoff in abgebrannten Zigaretten das kleinere Übel ist. Nikotin kommt übrigens auch in Pflanzen vor.

  2. 41.

    Lieber Haha,

    das fragen wir uns auch! Nicht unser Wille, so stellts der Hersteller zur Verfügung.

    Zu unserer Verteidigung: es gibt an dem Kaffeeautomaten auch eine Taste im unteren Bereich, um eine wiederbenutzbare Tasse in den Automaten zu stellen. Sie werden kaum einen rbb-Mitarbeiter bzw. Inforadio-Kollegen finden, der diese Pappbecher nutzt ;)

    Liebe Grüße
    rbb|24

  3. 40.

    Lieber rbb, ich habe neulich im Haus des Rundfunks beim Inforadio in der Kaffeeküche einen Pappbecher benutzt, um den hervorragenden Kaffee aus dem Automaten (Marke nenne ich nicht, schmeckt aber toll) zu genießen. Warum gibt es denn dort Pappbecher? Ach ja, im Fernsehzentrum steht auch ein Automat mit Einwegbechern ;-)))

  4. 39.

    "m übrigen ist das Nikotin in den Fluppen das allerkleinste Übel am Rauchen." Habe ich mich unklar ausgedrückt? Fragen Sie mal die Wasserbetriebe, was die alles aus dem Grundwasser herausfiltern müssen und was es kostet, Trinkwasserqualität zu gewährleisten. Mir ging es nicht um die Raucher.

  5. 38.

    Nur so zu Ihrer Information, die( im übrigen viel zu kleinen)Abfallbehälter der BSR enthalten auch für gerauchte Glimmstängel Platz zur Entsorgung. Im übrigen ist das Nikotin in den Fluppen das allerkleinste Übel am Rauchen. Macht nur süchtig. Es sind all die zusätzlichen Inhaltsstoffe, die nicht nur Krebsauslösend sind, sondern gravierend die Umwelt belasten.

  6. 37.

    Na, da hätte ich ihm aber Kontra gegeben und locker gesagt: mir wird schon schlecht beim zusehen und hätte neben ihm den Platz freigemacht. Nun gut, kann ich auch jetzt nur so einfach in den Raum werfen. War ja nicht dabei. Finde aber solch rücksichtsloses Verhalten unhöflich den anderen Fahrgästen gegenüber. Und prompt fällt mir das Lied aus dem Musical“Linie 1“ wieder ein: Du sitzt mir gegenüber.......... Ach nee, war ja die U-Bahn;-)

  7. 36.

    Eben. Auf einen gut selbst zubereiteten Kaffee sollte man nicht verzichten. Das geht aber nur mit gut gerösteten, selbstgemahlenen Kaffeebohnen. Diese Kaffeemaschinen mit Zeitansage, wann der Pulverkaffee aufgebrüht wird, sind was für Nichtkenner des guten Kaffeegeschmacks und für ganz bequeme Personen. Auch deshalb rennen so viele zu diesen großen Cafeketten, weil eben dort die Röstung stimmt, frisch gemahlen wird und es ein breit gefächertes Sortiment gibt. Zuhause nehmen sich nur die wahren Kaffeegenießer die Zeit und verfahren genauso. Ich mache es ebenso. Es gibt wahrlich nichts schöneres, wenn man sich morgens, oder wann auch immer, die Zeit nimmt um dann den selbstgemahlenen Kaffee zu trinken.

  8. 35.

    Keine Frage des Alters ;-) Bin bei Ihnen, obwohl ich jünger bin. Allerdings muss man den ToGo Becher ja nicht in die Stadtlandschaft werfen. Der nächste Mülleimer kommt auf jeden Fall. Wobei ich Kippen mit dem darin befindlichen Nikotin viel schädlicher halte. Das Grundwasser zu filtern kostet inzwischen ein Haufen Geld. Aber die Becheraktion betrifft mich nicht, weil die Linien nicht meine sind. Weder U2 noch Stadtbahn.

  9. 34.

    Hab heute bei Modulor im Cafe "on the run" sofort meinen Espresso in einem warmen Porzellantässchen bekommen. Konnte nach der vergnüglichen Pause weiterrennen. Im Wissen, dass die Kaffeeproduktion allein schon sehr viele Ressourcen verbraucht. Da verzichte ich gern auf Plastik(beschichtete)Becher aller Art. Boykott "to go" :)

  10. 32.

    Und genau deshalb mag ich mich als Alte auch nicht mehr ändern, sondern werde weiter meinen zum Teil umweltschädliches Leben genießen. Frei nach der Devise: Ist mir doch egal. In ein paar Jahren bin ich Geschichte.

  11. 31.

    Und genau deshalb mag ich mich als Alte auch nicht mehr ändern, sondern werde weiter meinen zum Teil umweltschädliches Leben genießen. Frei nach der Devise: Ist mir doch egal. In ein paar Jahren bin ich Geschichte.

  12. 30.

    Ich habe noch nie erlebt, dass ein Busfahrer mal jemanden mit Getränken oder Essen am Einsteigen gehindert hat. Sehnse dat is Berlin!
    In Wessiland kommt niemand auf die Idee mit seinem Essen oder offenen Dosen in den Bus zu steigen.

    Mein schönstes Erlebnis um 23.30 Uhr am Bahnhof Zoo. Der Bus kommt, alle steigen ein und neben mich setzt sich ein junger Mensch mit einem stinkenden Döner. Auf meine Frage, ob sowas sein müsse, bekam ich die Antwort, ob ich mal abbeißen wolle. Den tumben Busfahrer interessierte das alles nicht. Was ich sogar ein klitzekleines bisschen verstehen kann. Ehe er angegriffen wird, hält er ich halt raus.

  13. 29.

    Hallo Lothar, ja, die vielen Einwegbecher nerven. Was ich aber noch viel schlimmer finde, dass diese einfach so in die Landschaft geworfen werden. Nicht nur am Kurfürstendamm ist das so. Ich sehe das bei mir draußen in Grünau, wo ich wohne, genau so wie auch in Westend, wo ich arbeite. Also meine Eltern haben mich dazu erzogen, nichts in die Landschaft zu werfen. Mit meinen 49 Jahren halte ich das immer noch so. Und wenn kein Papierkorb in der Nähe ist, stopfe ich den Müll eben in meinen Rucksack und entsorge den später oder auch zu Hause. Und hier will keiner jemandem seinen Kaffegenuss vermiesen...(wie 12. ja meinte).

  14. 27.

    Uneinig scheinen sich die Generationen darin zu sein, was entgegen des eigens ausgerufenen Ziels billigend in Kauf genommen wird.

  15. 26.

    Bisher galt glaub ich "Is mir egal". Die Bildsymbole [keine Speisen & Getränke, Maulkorb für Hunde, Rauchen verboten, Alkohol ...] sind bedeutungslos - oder?!

  16. 25.

    Ganz einfach: verbieten. Wie bereits andere Wegwerfartikel. NYCity hat sogar übergroße Zuckergetränke verboten - zwecks Gesundheitsschutz ;)

  17. 24.

    Was mich immer irritiert ist, die "Alten" haben die Welt in diese Umweltkrise gestürzt (überspitzt ausgedrückt).
    Die "Jungen" möchten diese Welt noch lange erhalten. Für sich. Für ihre Zukunft.

    Und wen sieht man mit diesen Pappbechern durch die Gegend rennen? Nicht die Alten, sondern die Jungen.

    Dann frage ich mich immer, warum soll ich als Alte eigentlich meine Gewohnheiten ändern, wenn den Jungen die Umwelt tatsächlich doch völlig egal ist.

  18. 23.

    Seit wann ist denn in öffentlichen Verkehrsmitteln essen und trinken gestattet?
    Auf Kaffee und-Tee to Go kann man doch eigentlich verzichten. Die Getränke kann man doch gut zu Hause zubereiten. Heute ist doch alles programmierbar und dann ist der Kaffee fertig wenn man aufsteht oder man nach Hause kommt. Im Thermobehälter kann man seine Getränke auch transportieren.
    Einen gepflegten Kaffee sollte man in Ruhe genießen.

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