Mann stürzt ins Gleisbett der U-Bahn, Passanten retten
Bild: Morris Pudwell

U-Bahnhof Moritzplatz - Fahrgäste der U-Bahn retten bewusstlosen Mann aus Gleisbett

Aufmerksame Fahrgäste haben einem Mann am U-Bahnhof Moritzplatz wohl das Leben gerettet. Der Mann war ins Gleisbett gestürzt und bewusstlos liegengeblieben. Die Retter hoben ihn sofort zurück auf den Bahnsteig - kurz vor der nächsten Zugeinfahrt.

Aufmerksame Passanten haben in der vergangenen Nacht offenbar einem Mann am U-Bahnhof Moritzplatz das Leben gerettet.

Wie die BVG auf Nachfrage von rbb|24 bestätigte, war der Mann ohne Fremdeinwirkung ins Gleisbett gestürzt. Offenbar stand er unter Drogeneinfluss, so eine BVG-Sprecherin.

Er blieb bewusstlos auf den Gleisen liegen. Andere Fahrgäste, die seinen Sturz bemerkt hatten, eilten ihm sofort zu Hilfe und hoben ihn zurück auf den Bahnsteig. Nach ersten Erkenntnissen zog sich der Mann eine schwere Kopfverletzung bei dem Sturz zu und blieb von Anfang bis zum Ende des Einsatzes nicht ansprechbar. Die Passanten versorgten den Mann bis zum Eintreffen der Rettungskräfte.

Polizei stoppt U-Bahn-Zug

Nur dem beherzten Eingreifen der Fahrgäste ist es wohl zu verdanken, dass der Mann nicht von einem einfahrenden Zug erfasst wurde. Schon wenige Sekunden später kam eine U-Bahn, die durch Polizisten mit Lichtsignalen an der Einfahrt gehindert wurde.

Die Videodaten von dem Vorfall seien gesichert worden, sagte die BVG-Sprecherin. Die Polizei ermittelt.

Die Berliner Feuerwehr bestätigte dem rbb, dass sie mit zehn Einsatzkräften vor Ort war und den Mann ins Klinikum Friedrichshain gebracht hat. Über seinen Zustand ist bislang nichts bekannt.

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25 Kommentare

  1. 25.

    Ich finde, dass diejenigen Fahrgäste, die ihre Leben zur Rettung des Verletzen eingesetzt haben, eine angemessene Öffentliche Belobigung erhalten sollten. Dem Verunglückten baldige Genesung!

  2. 24.

    Also, ich schrieb das aus eigener Beobachtung, einen Unfall an der Bahn habe ich glücklicherweise noch nicht miterleben müssen, aber ich mache mir schon Gedanken über Sicherheit und habe schon mal Ausschau nach diesen Notstoppschaltern gehalten, und sie sind auf einem großen Bahnsteig einfach nicht leicht zu finden.

  3. 22.

    Soweit ich weiß, schaltet der Notsignalschalter ein rotes Signal¹ ein, das sich – aus Sicht des Zugfahrers – direkt vor dem Bahnsteiganfang befindet. D.h. im Normalfall würde der Zug vor dem Bahnsteig zum stehen kommen, da er ja vor einem roten Signal anhalten muss.

    Falls der Notsignalschalter aber zu spät betätigt wurde, könnte der Anhalteweg ab Aufleuchten des roten Signals bis zum Stillstand zu lang sein, sodass der Zug kommt nicht mehr vor dem Bahnsteig zum Halten kommt, sondern durchrutscht bis in den Bahnsteigbereich (die Physik kann man nicht überlisten). Deswegen sollte der Notsignalschalter im Gefahrenfall so früh wie möglich betätigt werden.

    ¹Genau genommen sind es drei rote Lampen übereinander.

  4. 21.

    Danke für die Info. Auch ich habe habe von diesem Schalter noch nie gehört. Es wäre schön, wenn der rbb mal ein Bild von diesem Schalter einfügen würde.

  5. 20.

    Diese Notsignalschalter/Gefahrenschalter bringen für gewöhnlich, die von ihnen Abhängigen Signale in Halt, bzw. Verhindern eine einfache in Fahrstellung dieser.

    Ob ein Zug noch vor dem Bahnsteig zum halten kommt hängt, ganz von dessen Position, Geschwindigkeit, usw. ab. Aber es erhöht die Changen erheblich.

    Aber von einem unbedachten selbst hinterher springen kann ich auch nur deutlich abraten, da wie schon etliche geschrieben haben, es ist keinem damit geholfen wenn statt dem eigendlichem Verunfalltem, auf einmal noch mehr dazukommen. Auch sind bei etliche Einfahrten, dies gilt für U- /S- und F-Bahn, nicht ausreihende, Sichtweiten für den Tf gegeben. Erschwerend kommt dazu, der erheblich Verlängerte Bremsweg im Vergleich zum PKW.

  6. 17.

    Ja, ich werde mir mal anschauen, wo genau diese Notsignalschalter sind. Denn der nächste Notfall ist leider zeitnah zu erwarten. Auch am Kottbusser Tor sind andauernd zugedröhnte Menschen unterwegs, die sich häufig selbst gefährden.

  7. 16.

    "Sie mögen ja recht haben aber als allererstes muss man der Person helfen alles andere kommt dann

    Danke an die Passanten die sofort geholfen haben.
    Wenn Sie erst zum Schalter rennen wäre der Mann wohl heute nicht mehr am Leben.
    Ich nenne so etwas immer Korinthenkakerei."

    wäre der Zug früher gekommen und alle zu Tode gekommen, die zum Helfen ins Gleisbett stiegen, um den Verunfallten zu bergen, würden sie das sicherlich anders sehen.
    Gerade für Retter gilt immer erst die Selbstsicherung- auch wenn ich ihre Reaktion hier menschlich nachvollziehen und auch sympatisch finde.
    Aber Leute, die sich anders verhalten bzw. sehen als Korinthenkacker zu bezeichnen, beleidigt alle Rettungskräfte dieser Welt, die sich eben immer erst sinnvoller Weise selbst sichern- alles andere kommt erst dann (um ihren Satz richtig zu stellen).
    Dem Verunglückten auf diesem Weg alles Gute und den Rettern mein Dank und Anerkennung- viel zu oft wird ja nur geklotzt.

  8. 15.

    Möglicherweise handelte es sich ja um genau dieses Lichtsignal, welches aufleuchtet, wenn der Schalter gezogen wird. An sich weiß jeder Berliner Polizist und jede Berliner Polizistin, wie er oder sie sich bei Einsätzen im U-Bahn-Bereich verhalten muss. Das ist Teil der Ausbildung und wird geübt. Aber für den Fall der Fälle können Sie sich noch etwas merken, nämlich das Kreissignal: Wenn Sie im Notfall zum Beispiel mit einer Handy-Taschenlampe in Richtung eines Zuges (gilt auch für die große Bahn) kreisförmige Bewegungen machen, wird das Fahrpersonal sofort eine Notbremsung einleiten. Das Licht muss auch nicht zwingend rot sein. Es muss alles als Nothaltsignal aufgefasst werden, was so gemeint sein könnte. Bei Tageslicht auch einfache kreisförmige Armbewegungen. Dabei (wg. Bremsweg) dem Zug entgegenlaufen. Aber machen Sie das niemals aus Spaß, das wäre eine Straftat! (§ 315 StGB)

  9. 14.

    Aha, na offenbar ist dieser Schalter nicht mal der Polizei bekannt: "Schon wenige Sekunden später kam eine U-Bahn, die durch Polizisten mit Lichtsignalen an der Einfahrt gehindert wurde." Also, bitte nicht so belehrend auftreten. Den Helfern meinen Respekt.

  10. 13.

    Heute früh war ich ein wenig unpräzise, was die Standorte der Notsignalschalter (sehen aus wie Notbrems-Schalter in den Zügen) angeht: Mit "Bahnsteigmitte" meinte ich "in der Mittelachse", aber das stimmt natürlich nur bei Mittelbahnsteigen. Bei Seitenbahnsteigen sind sie natürlich an beiden Seiten. Und selbstverständlich sind auf der Länge des Bahnsteiges mehrere verteilt.

    Ich halte das übrigens nicht für "Korinthenkackerei". Wer einfach ins Gleis steigt, dem droht dort der sofortige Tod. Dann ist nicht nur das ursprüngliche Opfer hinüber, sondern auch noch der Helfer. Es gibt zwar Bahnhöfe, in die der Zugfahrer schon von weitem hineinschauen kann, aber oftmals reicht der Bremsweg eben nicht aus. Nur das ausgelöste Notsignal und der daraufhin angehaltene Zug bieten den sicheren Rahmen für eine Rettung.

    Und bitte desweiteren darauf achten, dass im Kleinprofil (U1 bis U4) die Stromschiene von oben bestrichen wird, da liegt also ungeschützt die Fahrspannung von 750 Volt an.

  11. 12.

    Krea, das nennt man nicht "Korinthenkackerei", sondern "Eigenschutz". Falls Sie mal einen Führerschein gemacht haben, sollten Sie das eigentlich wissen. Niemand ist geholfen, wenn statt einem Verunfallten es plötzlich zwei oder mehr sind.

  12. 10.

    Eigensicherung ist sicherlich wichtig, aber manchmal reicht die Zeit dafür eben nicht aus. Die Entscheidung kann einem aber auch niemand abnehmen.

  13. 8.

    Offensichtlich hat auch die Polizei bei ihrem Eintreffen nicht sofort den Notsignalschalter betätigt, wenn sie den Zug mit Lichtsignalen an der Einfahrt hindern musste.

  14. 7.

    Sehr gut. Sie nehmen mir die Arbeit ab, dies zu schreiben.

    Es wäre wünschenswert, wenn die Redaktion das von selbst in jeden dieser Artikel schreibt. Denn zurzeit gibt es fast wöchentlich Nachrichten zu genau diesem Thema.

    Wenn die Fahrgäste den Artikel auf dem Smartphone lesen, dann machen sie vielleicht mal die Augen auf und sehen, dass die Nothaltschalter auf jedem U-Bahnhof an mehreren Stellen angebracht sind.

  15. 6.

    Sie mögen ja recht haben aber als allererstes muss man der Person helfen alles andere kommt dann. Danke an die Passanten die sofort geholfen haben.
    Wenn Sie erst zum Schalter rennen wäre der Mann wohl heute nicht mehr am Leben.
    Ich nenne so etwas immer Korinthenkakerei.

    Gute Besserung für den Unbekannten

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