Sprengmeister Matthias Kotulla am 11.11.2019. (Quelle: rbb/Matthias Bartsch)
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Video: rbb24 | Material: Tobias Goltz, Abendschau | 11.11.2019 | Bild: rbb/Matthias Bartsch

Mehrere Verzögerungen - Weltkriegsbombe in Hellersdorf erfolgreich entschärft

Nach mehreren Verzögerungen ist am Montagnachmittag in Berlin-Hellersdorf eine Weltkriegsbombe kontrolliert gesprengt und unschädlich gemacht worden. Rund 13.000 evakuierte Bewohner konnten anschließend in ihre Wohnungen zurückkehren.

Die Weltkriegsbombe, die am Donnerstag in Berlin-Hellersdorf gefunden wurde, ist erfolgreich entschärft worden. Die Polizei Berlin meldete, der herausgeschnittene Zünder sei um 14:53 Uhr kontrolliert gesprengt worden. Ein Roboter hatte den Zünder mit einem Wasser-Sandgemisch aus der Bombe herausgelöst. "Damit ist jegliche Gefahr gebannt", sagte ein Polizeisprecher am Montagnachmittag. Die Bombe selbst wurde anschließend zum Sprengplatz Grunewald transportiert und soll dort zu einem späteren Zeitpunkt gesprengt werden.

Menschen laufen zurück in ihre Wohnungen, nachdem die Bombe in Berlin-Hellersdorf entschärft wurde. (Foto: rbb/Tobias Goltz)
Die Hellersdorfer Anwohner strömen zurück in ihre Wohnungen | Bild: rbb/Tobias Goltz

Evakuierung zog sich hin

Wie die Polizei am frühen Nachmittag twitterte, begannen Spezialisten vom Landeskriminalamt gegen 13:30 Uhr mit der Entschärfung. Die Entschärfung sollte bis zu eineinhalb Stunden dauern. Weil jedoch "Personen, die unseren Einsatzkräften zuvor nicht die Tür geöffnet hatten, plötzlich ihre Wohnungen verlassen wollten", musste die Entschärfung gegen 14:45 Uhr kurz unterbrochen werden.

Wegen des Blindgängers mussten am Montag nach Polizeiangaben etwa 13.000 Menschen in Hellersdorf ihre Wohnungen und Arbeitsplätze verlassen. Seit dem Morgen begingen daher Polizisten jedes einzelne Gebäude im Sperrgebiet und forderten die Bewohner auf, ihre Häuser zu verlassen. Die Evakuierung dauerte einem Sprecher zufolge länger als geplant, weil mehr Menschen als erwartet ihre Wohnungen im Sperrkreis nicht selbstständig hätten verlassen können und in andere Unterkünfte oder ins Krankenhaus gebracht worden seien. Hier unterstützten Feuerwehr und Deutsches Rotes Kreuz. Die Berliner Polizei hatte mitgeteilt, dass sie mit etwa 240 Kräften im Einsatz war.

Bereits am Montagmorgen um 8 Uhr hat die Berliner Feuerwehr eine Gefahreninformation veröffentlicht und bat die Menschen im abgesperrten Bereich, diesen zu verlassen und den "Anweisungen der Einsatzkräfte" zu folgen. Am Montagabend teilte die Feuerwehr dann um 17:23 Uhr auf Twitter mit: "Der Gesamteinsatz ist abgeschlossen." 40 Feuerwehrkräfte seien während der Entschärfung der Bombe im Einsatz gewesen. Die Entschärfung habe insgesamt 90 Minuten gedauert, heißt es im Abschlussbericht.

Sperrkreis um den Fundort

Abbildung des Sperrkreises (Quelle: Mappa/rbb)
| Bild: Mappa/rbb

Schulen und Kitas im Sperrkreis geschlossen

Nach Angaben des Bezirksamts blieben wegen der Entschärfung am Montag mehrere Schulen, Kitas und andere Einrichtungen geschlossen. Es wurden unter anderem in den Schulhallen des Sartre-Gymnasiums und der Jean-Piaget-Schule Notunterkünfte für Anwohner eingerichtet. Dort hatten sich zu Entschärfungsbeginn nach Angaben des Bezirkes Marzahn-Hellersdorf insgesamt 100 Menschen, ein Hund und eine Katze eingefunden.

Wegen der Bombenentschärfung gab es auch Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr. Nach Polizeiangaben war der Bus- und Straßenbahnverkehr innerhalb des Sperrkreises betroffen: Im Einzelnen sind das die Buslinien 195, 197 und X54 sowie die Straßenbahnlinien M6 und 18.

Auf dem Twitter-Einsatzkanal der Polizei Berlin hatte es seit Beginn der Evakuierung Informationen rund um den aktuellen Stand gegeben.

Die 250 Kilo schwere Fliegerbombe amerikanischer Bauart war am Donnerstagmittag bei Bauarbeiten im Bereich des Guts Hellersdorf inmitten eines Wohngebiets gefunden worden. Da von der Bombe keine unmittelbare Gefahr ausging, war die Entschärfung auf Montagmorgen gelegt worden.

Sendung: Inforadio, 11.11.2019, 09:00 Uhr

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16 Kommentare

  1. 16.

    Ich finde es schon bemerkenswert wie immer an den öffentlichen Behörden herumkritisiert wird. Schon mal darüber nachgedacht, was für ein logistischer Aufwand hinter solchen Einsätzen steckt???? Dazu kommt noch der Personalmangel in vielen Bereichen!
    Würde gerne mal sehen ob die ganzen Kritiker es selber besser machen würden! .....ganz sicher nicht!!!!

  2. 15.

    Mal an alle Meckerer: Ich schäme mich für alle Mit?-Bürger in Hellersdorf, die solche negativen, unqualifizierten Kommentare von sich gegeben haben!!! Jeder hatte am Samstag in seinem Briefkasten einen Zettel im Briefkasten!
    Es ging um Leib und Leben, hätte ja auch schief gehen können...
    Also weniger sülzen und mehr nachdenken!
    Und: auch mal dankbar!!!!! sein.
    Menno, geht mir die Meckerei auf'n Keks! Kommt mal langsam wieder klar! Was seid ihr undankbar!!!

  3. 14.

    In Zeiten, wo Leute sich nicht mehr informieren? Das können Sie doch nicht ernst meinen. Wer sich nicht informiert, der ist nur eines: selbst schuld. Das sind wohl eher Zeiten, wo die Leute immer tumber werden.

    Es ging alles rechtzeitig durch die Medien. Heute morgen wurde auch von den durchfahrenden Bahnen berichtet.
    Warum kommt jemand, der auf Hilfe beim Verlassen seiner Wohnung angewiesen ist, eigentlich nicht mal von selbst auf die idee, Kontakt aufzunehmen und um Hilfe zu bitten? So entstand mal wieder eine unnötige Verzögerung.

    Und was das Gemoser von Berlinerin angeht. Montag früh den AG anrufen und alles ist gut. Das Gesetz sagt, dass ein erforderlicher Urlaub zu genehmigen ist. Wo also ist das Problem?

  4. 13.

    Gute Arbeit der Einsatzkräfte

  5. 12.

    Das sehe ich nicht so, da war nichts bekannt. In Zeiten wo Leute kein TV mehr schauen und nur Streams hören/sehen kann man nicht vertrauen das jemand Nachrichten hört... Die offizielle Meldung kam erst heute morgen über KATWARN. Vermutlich auch der Grund das erst heute zu machen. Ich stell mir gerade vor wenn Sie das Ding am Fundtag gesprengt hätten... Und unsere tollen Beamten haben es ja auch nicht in den Griff bekommen in JEDEN Briefkasten ein Zettel zu werfen. Wir hatten zum Beispiel keinen drin, hatten das nur vom Nachbarn bekommen. Aber da kann man ja nicht drauf vertrauen.

  6. 11.

    Auch dies stand in den Medien. Sowie Evakuierung beginnt, fahren alle Straßenbahnen ohne Halt durch und mit beginn der Sprengung steht sie. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.
    Meckern, meckern und wieder meckern. Aber wehe es passiert. "Hey Vater Staat, ich habe Staub abbekommen..." usw.
    Unmöglich diese Leute

  7. 10.

    Nicht meckern, sondern die Leute ihre Arbeit machen lassen. Ubd bekannt war diese Aktion auch durch die Medien.

  8. 8.

    Ist ja schön, wie sie alle nur wieder meckern können. Seit Freitag ist doch alles bekannt!!! Einfach mal lesen und mitdenken.

  9. 6.

    Aber die sind alle maßlos überfordert mit der Situation. Heute morgen war die Tram halte bei uns rappel voll und die Bahn fährt einfach durch, das soll mal einer verstehen. Da hat doch irgendwo einer derbe gepennt bei der Planung.

  10. 5.

    Kinder mit ins Büro nehmen, fertig. Ansonsten Land Berlin das in Rechnung stellen. Das was sie sparen weil die Entschärfung nicht am WE gemacht wurde zahlen sie dann eben wieder drauf. Hauptsache das wird heute kein Karnevals Knaller ... Ansonsten stimmt es sicherlich auch, dass viele "leider" keine Arbeit haben in dieser Gegend.

  11. 4.

    Mein AG fände es nicht so prickelnd, wenn man wegen organisatorischer Unzulänglichkeiten fehlen würde. Stellt euch das in Oranienburg vor - fehlste alle 2 Wochen!

  12. 3.

    Das müssten Sie mal die fragen, die diese Bombe vor ca. 75 Jahren dort abgelegt haben! Die Bomberbesatzung damals hätte sich doch denken müssen das sich Berlinerin aufregen wird wenn die Bombe in 2019 entfernt werden muß. Da hätten die Amis die auch woanders hinschmeißen können, wo weniger Familien mit Kindern wohnen. Unmöglich!

  13. 2.

    Es kommt ja nun nicht jeden Tag vor, dass man wegen sowas einen Tag mal Urlaub nehmen muss.
    Klar ist es nicht schön aber ändern kann man es nun mal nicht und jeder wird es verkraften.
    Heult dich nicht immer alle rum.

  14. 1.

    Interessant ist, dass alle Hellersdorfer Eltern Urlaub nehmen müssen - denn es gibt keine Ausweichkitas oder Schulen. Da wohnen ja doch einige Familien mit Kindern. 50 %, bei Ein-Eltern-Familien 100 %, müssen dann daheim bleiben und in die Turnhallen wandern. Finden die Arbeitgeber das gut? Oder geht man davon aus, dass mind. einer von 1-2 Elternteilen eh arbeitslos ist?

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