Polizist mit Maschinengewehr auf dem Potsdamer Weihnachtsmarkt (Bild: imago images/Martin Müller)
Video: Abendschau | 21.11.2019 | Tom Garus | Bild: imago images/Martin Müller

Bewaffnete Polizisten und Poller - Sicherheitsvorkehrungen auf Weihnachtsmärkten bleiben streng

Zahlreiche Weihnachtsmärkte in Berlin und Brandenburg eröffnen am Montag -  und auch in diesem Jahr müssen sich die Besucher auf Poller und bewaffnete Polizisten einstellen. In manchen Orten werden die Sicherheitsmaßnahmen sogar verschärft.

Auch drei Jahre nach dem Terroranschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt bleiben die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen auf Weihnachtsmärkten in Berlin und Brandenburg bestehen. Betreiber wie Polizei wollen dafür sorgen, dass die Besucher eine friedliche Vorweihnachtszeit genießen können.

In Brandenburgs Landeshauptstadt Potsdam sollen beispielsweise auf drei Straßen die Zufahrten zur zentralen Einkaufsmeile, der Brandenburger Straße, durch Transporter gesperrt werden. "Neben dem Brandenburger Tor und auf dem Luisenplatz steht außerdem ein Kühlfahrzeug, um die unkontrollierte Zufahrt zu verhindern", sagte ein Sprecher vom Weihnachtsmarkt-Veranstalter Coex. Tagsüber werde Coex außerdem Ordner einsetzen, nachts soll eine private Sicherheitsfirma für Ordnung sorgen.

Polizei: Weihnachtsmärkte bleiben mögliches Terrorziel

In Cottbus werden laut Coex wie im Vorjahr Betonpoller am zentralen Altmarkt platziert. Tagsüber sollen auch hier Ordner das Gelände schützen.

In Brandenburg an der Havel sind die Sicherheitsvorkehrungen nach Angaben einer Stadtsprecherin sogar noch umfangreicher als im Jahr zuvor. "Es gibt vier Anfahrschutzanlagen aus Beton sowie Kameraüberwachung rund um die Uhr auf dem gesamten Markt", sagte sie.

Nach Polizeiangaben liegen aktuell zwar keine Erkenntnisse vor, aus denen sich eine terroristische Gefährdung ableiten lässt. Dennoch seien Weihnachtsmärkte grundsätzlich ein mögliches Ziel potenzieller terroristischer Straftätern, hieß es vonseiten des Polizeipräsidiums. Daher werde die Polizei auf den Weihnachtsmärkten mit uniformierten Streifen und teils mit Maschinenpistolen ausgerüsteten Beamten im Einsatz sein, hieß es.

Auch kleine Weihnachtsmärkte treffen Vorkehrungen

Kleinere Städte wie beispielsweise Prenzlau (Uckermark) haben ihr Sicherheitskonzept seit dem Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin Ende 2016 ebenfalls angepasst. "Wir platzieren seitdem Betonpoller und Lkw am Eingangsbereich. Alles andere wäre finanziell schwierig", sagte die Pressesprecherin der Kommune. In Perleberg (Prignitz) sind nach Angaben des Weihnachtsmarkt-Betreibers bestimmte Zufahrtsstraßen zum Großen Markt in der Zeit des Weihnachtsmarktes gesperrt.

Die Märkte in den großen Städten werden am kommenden Montag (25.11.) eröffnen, etliche kleinere Weihnachtsmärkte wie etwa in Templin (Uckermark) oder Perleberg (Prignitz), starten traditionell erst Mitte Dezember.

Sicherheitskonzept am Breitscheidplatz bleibt bestehen

Auch die großen Berliner Weihnachtsmärkte, darunter jene auf dem Breitscheidplatz, dem  Alexanderplatz, dem Potsdamer Platz und vor dem Charlottenburger Schloss, eröffnen am Montag.

Auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz bleiben auch in diesem Jahr die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen bestehen. Je nach Beurteilung der Lage könne es durchaus vorkommen, dass dabei die "Maschinenpistole zum Stadtbild" gehöre, sagte der Polizei-Abschnittsleiter Dirk Gerasch am Donnerstag. Das Konzept des letzten Jahres mit den Verkehrssperren habe sich bewährt, deshalb werde man daran festhalten, so Gerasch.

Der 36. Berliner Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz beginnt am Montagmorgen um 10 Uhr mit einem Gottesdienst, anschließend öffnen die Stände für die Besucher. Zur offiziellen Eröffnung mit Einschalten der Festbeleuchtung wird für den Nachmittag Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller erwartet.

Sendung: Antenne Brandenburg, 21.11.2019, 07 Uhr


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25 Kommentare

  1. 25.

    So lange es Positionen gibt, welche sagen, dass diese aktuellen abstrakten Terror- bzw Anschlagsgefahren schon vor 2015 zu Deutschland gehörten, so lange wird es keine passenden Maßnahmen geben. Und die Politik ist doch eh nur ein Fähnchen im Wind und reagiert nur statt zu agieren.

  2. 24.

    „Nach Polizeiangaben liegen aktuell zwar keine Erkenntnisse vor, aus denen sich eine terroristische Gefährdung ableiten lässt.“
    Der Verfassungsschutz berichtet derzeit von um die 12000 Gefährder in der BRD. Nur weil die Polizei sagt dass sich keine terroristische Gefährdung ableiten lässt, heißt das nicht dass die Gefahr nicht real da ist!
    Wenn diese Gefahr nicht real wäre, würde es auf Weihnachtsmärkten keine Maschinenpistolen, Betonpoller, Personenkontrollen und dergleichen geben! Oder wird das alles aus Spaß organisiert?
    Bewaffnet Märkte schützen aber keine Gefahr sehen passt nicht zusammen!
    Nennt das Problem beim Namen und macht Euch damit ehrlich!

  3. 23.

    diadem.
    Damit ist alles gesagt.

  4. 22.

    Ich frage mich was unser Senat mit dem geradezu lächerlich festungsartigen Ausbau des Weihnachtsmarktes am Kudamm bewirken will ? Meiner Meinung nach ist das eine Verhöhnung der Opfer des Anschlags. DAS hätte bei einem verantwortungsvollem Senat nämlich schon damals dort stehen müssen. Die allgemeine Sicherheitslage war schon damals ausreichend angespannt. Schande über sie Verantwortlichen sie haben Blut an ihren Händen !

  5. 21.

    Richtig interpretieren heißt in Ihrem Sinne interpretieren ? aha !
    Glühwein und Lebkuchen genießen, umgeben von Maschinengewehren und schweren Fahrzeugsperren made in Israel.
    Das wurde bestimmt nicht wegen sich prügelnden einheimischen Besoffenen aufgefahren.
    Das resultiert heraus :

    https://www.rbb24.de/politik/beitrag/av7/video-radikale-islamisten-terrorverdacht-berlin.html

    Fröhliche Weinachten !

  6. 20.

    Es bleibt dabei, der originäre Grund für die Absage des Baumblütenfest in Werder waren die extrem angestiegenen Kosten für die Erfüllung der hohen Sicherheitsauflagen.
    Warum soll es in Werder anders sein als in Charlottenburg?
    In Charlottenburg ging es um den Anti-Terror-Schutz rund um den Weihnachtsmarkt mit Kosten in Höhe von 15.000 Euro, wodurch ebenfalls die Absage im Raume stand.

    https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2019/10/berlin-weihnachtsmarkt-charlottenburger-schloss-urteil.html

  7. 19.

    Eine Frage unbeantwortet zu lassen und dann eine wahllose Gegenfrage zu stellen, ist sinnlos.
    Ich warte halt dann noch ein bisschen auf eine Antwort.

  8. 17.

    An 1. - 3. und 9. - 10. und noch einige andere Kommentierende: merkwürdige Auffassung
    Was soll diese Frage nach den Grenzen? Denken Sie doch mal an den Anschlag in Halle/Saale vom vorigen Monat, an den Anschlag in München 2016 im/am OEZ in Moosach, an das Müchner Oktoberfest 1980 etc., etc.
    Anschläge von durchgeknallten Vollpfosten lassen sich doch auch mit Grenzen nicht verhindern.
    Viel Spaß dann aufm Weihnachtsmarkt mit kugelsicheren Trinkbechern ;-)

  9. 16.

    Es kommt halt immer auf die Einstellung/den Standpunkt des Betrachters an. Und Sie wollen sich das Ganze so drehen, dass die bösen Islamisten dafür verantwortlich ist.

    Weniger Saufen der Einheimischen, weniger Prügeleien und von allem Danebenbenehmen ein bisschen weniger wäre ebenso hilfreich wie Artikel lesen, verstehen und richtig interpretieren.

  10. 15.

    Als ich noch mit meiner Tochter zusammen auf den Weihnachtsmarkt ging, gehörten Weihnachtsmänner zum Bild dazu, was ja eigentlich normal war! Heute sind es schwer bewaffnete Spezialkräfte der Polizei. Das einem kleinen Kind bei zu bringen, ist nicht einfach. Später kann man diesem Kind erklären, dass die damalige Bundeskanzlerin daran schuld war, dass anstatt Weihnachtsmänner, bewaffnete und unter Umständen schließende Polizisten zum Weihnachtsmarkt gehören. Ob dafür dann das geforderte Verständnis vorhanden ist, sei dahin gestellt.

  11. 14.

    Schönen Dank für den Link. Er bestätigt meine Aussagen.

    "Wie Rathaussprecher Henry Klix auf rbb-Anfrage sagte, scheiterte die Vergabe des Auftrages unter anderem an hohen Sicherheitsauflagen."

    Die Geschichten mit den Schlägereien und dem Alkoholismus wurden als Begründung nachgeschoben. Kurz vor dem Baumblütenfest hatte die Bürgermeisterin von Werder den jahrelang auch schon vorher tätigen Veranstalter über den grünen Klee gelobt, kein Wort von einer Absage. Und so heißt es auch in ihrem Link
    "Probleme mit betrunkenen Besuchern – die Polizei zählte zuletzt mehr als 100 Körperverletzungen – habe es gegeben, räumt Schultz ein. "Aber die gibt es auch beim Oktoberfest und beim Kölner Karneval. Dann muss man das Konzept verändern." Er regt sich auf: "Wenn man in Köln den Karneval absagen würde – ich möchte nicht wissen, was da wohl los wäre. So geht es nicht."
    Zudem wundert sich Schultz, dass die Stadt dieses Argument – zu viele Schlägereien - ausgerechnet jetzt präsentiert."

  12. 13.

    Tja Sven aus Berlin, sie sind noch eine Antwort schuldig!? ,Wahrscheinlich wissen sie genau, das sie Unsinn geschrieben haben.

  13. 10.

    Sie haben vollkommen Recht, nur ist es schon zu spät.
    Keiner weiß genau, wieviel Gefährder schon hier sind.
    In Berlin leben mittlerweile über 1000 Salafisten

  14. 8.

    Sie haben offensichtlich Probleme mit der Wahrheit. Oder ist es nur einfach bösartige Hetze?

    Das Fest wurde keinesfalls wegen islamistischen Terrors abgesagt, sondern weil die Stadt es u.a. leid war, dass dort so viele Besoffene unterwegs waren. Daher sollte es ein neues Konzept geben.
    Auch der rbb hat darüber berichtet:
    https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2019/09/baumbluetenfest-werder-havel-absage-bauern-wehren-sich-brandenburg.html

  15. 7.

    Das alles wäre nicht nötig wenn die Politik rechtzeitig besser gehandelt hätte.
    Ich habe keine Lust einen Weihnachtsmarkt zu besuchen, der schon fast militärisch bewacht werden muss.
    Soweit ist unsere sogenannte Freiheit schon nicht seit 2015 nicht mehr vorhanden.

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