Rettungskräfte und Unfallort (Quelle: NonstopMedia)
Video: Brandenburg aktuell | 02.11.2019 | Bild: NonstopMedia

Landkreis Oberhavel - Zwei Autofahrer sterben bei Unfällen auf der B96

Bei zwei Unfällen auf der B96 sind am Freitagabend zwei Autofahrer ums Leben gekommen und mehrere Menschen schwer verletzt worden. In einem Fall hatten Zeugen zunächst keine Rettungskräfte alarmieren können - der Unfall geschah in einem Funkloch.

Zwei Autofahrer sind bei Unfällen auf der Bundesstraße 96 in Brandenburg tödlich verunglückt. Ein Autofahrer starb am Freitagabend zwischen Gransee und Fürstenberg (Landkreis Oberhavel). In den Unfall waren auch zwei Lastwagen verwickelt, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Nach ersten Erkenntnissen sei der Unfall bei einem passiert, als der Pkw einen Lkw überholte und dabei mit einem weiteren, entgegenkommenden Lkw zusammenstieß. Der Fahrer des Kleinwagens starb noch an der Unfallstelle, einer der beiden Lkw-Fahrer wurde ins Krankenhaus gebracht.

Der andere Fahrer blieb unverletzt. Nach seiner Schilderung versuchten mehrere Zeugen, Rettungskräfte zu alarmieren, was ihnen wegen eines Funklochs jedoch nicht gelungen sei. Erst als einer der Zeugen mehrere Hundert Meter entfernt auf eine Anhöhe stieg, konnte er die Feuerwehr alarmieren. "Es war ein Moment der absoluten Hilfslosigkeit", beschreibt der Lkw-Fahrer die Situation nach dem Unfall.

Wagen mit fünf Insassen kommt von der Fahrbahn ab

Kurz danach ereignete sich auf der Bundesstraße 96 zwischen Oranienburg-Nord und Germendorf (Landkreis Oberhavel) ein zweiter tödlicher Unfall. Ein Wagen sei aus noch unklaren Gründen gegen 23 Uhr von der Fahrbahn abgekommen. Für den 22 Jahre alten Fahrer kam jede Hilfe zu spät. Seine vier Begleiter wurden verletzt ins Krankenhaus gebracht, einer von ihnen schwebte am Abend in Lebensgefahr. Bei diesem Unfall hatte ein automatisches Notrufsystem des Wagens eigenständig Rettungskräfte alarmiert, die dadurch schnell am Unfallort eintreffen konnten.

Gutachter untersuchten die genauen Unfallursachen. Wie die "Märkische Allgemeine" am Samstag berichtet, soll es Hinweise auf Alkoholkonsum geben. Zudem sei die Polizei bereits zehn Minuten vor dem Unfall auf das Fahrtzeug und seine Insassen aufmerksam gemacht worden sein, nachdem Zeugen an einer Tankstelle auffälliges Verhalten beobachtet hatten.

Tödlicher Unfall, B96 bei Fürstenberg/Havel (Quelle: NonstopMedia)Das automatische Notrufsystem des Wagens hatte die Rettungskräfte alarmiert.

Sendung: Antenne Brandenburg, 02.11.2019, 8 Uhr

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14 Kommentare

  1. 14.

    Man könnte die Frequenzen auch einfach behalten und in staatlicher Hand ein Netz anbieten. Mobilfunknetze sind Infrastruktur und sollten nicht privatisiert werden.

  2. 13.

    Das Problem was uns in D von den verantwortlichen Politikern geschaffen wurde ist, dass die Verträge für die Netzabdeckung die Versorgung von 99% der Haushalte vorsieht. Allein diese nicht-100%-Versorgung führt dazu, dass knapp 400.000 Haushalte (Zahl der Haushalte aus 2018 41,4Millionen Quelle:statistisches Bundesamt) wohl nicht versorgt werden müssen.
    Und da es nunmal so ist, dass im Wald kein Haushalt existiert, warum sollen die Netz-Betreiber dort eine Netz-Versorgung bereit stellen?
    Wir brauchen doch nur mal 60 Kilometer gen Osten fahren. Da bekommen wir schon häufig vorm Grenzübergang das polnische Mobilfunknetz aufs Handy, weil entweder stärker oder in D sogut wie nichts funkt. Und die heutigen Smartphones suchen sich immer die stärkste Verbindung.
    Es scheint also auch andere Versorgungsvertragsmodelle zu geben.
    Und ohne Mobilfunknetz wird kein Notfall-Assistent vom Auto Hilfe holen können...vom autonomen Fahren brauchen wir hier die nächsten Jahre gar nicht sprechen.

  3. 12.

    Es gibt nicht nur ein Mobilfunknetz in Deutschland sondern drei. Das alle drei Netzbetreiber einen bestimmten Abschnitt einer Bundesstraße wissentlich nicht einmal mit 2G (GSM/Edge)versorgen, möchte ich bezweifeln.

    Doch. Solche Stellen gibt es wirklich in Deutschland. Wie gesagt - 2G soll demnächst abgeschaltet werden und, wenn alles klappt, auf mindestens 3G oder 4G umgestellt werden.

    Früher konnte man ohne Sim-Karte die 110 oder die 112 anrufen. Dann wurde automatisch in das stärkste Netz eingebucht und gut war. Dies wurde ja abgeschafft.
    Wenn man nun mit Handy (und Sim) im Notfall die 110 anrufen möchte, kann es oft aufgrund fehlendem Netz scheitern. In diesem Fall unbedingt die 112 anrufen, da dort wieder das stärkste Netz gesucht wird und der Notruf abgesetzt wird!!!

    Das ist auch etwas, was man jedem Bürger auch mal mitteilen sollte! Viele wissen davon leider nichts und man bekommt ja auch immer gesagt, das man die 110 anrufen soll.
    Allerdings mit der 112

  4. 11.

    Da hätte GSM gereicht... LTE ist für Notruf nicht notwendig.

    GSM soll nach und nach abgeschaltet werden und dafür auf mindestens LTE umgestellt werden. Das macht die Sache allerdings auch nicht besser.

    Es gibt einige "Dörfer" in Brandenburg, da ist das Handynetz im Ort faktisch nicht verfügbar. Ortsausgang - im Wald = voller Ausschlag und das in beiden Richtungen. Also genau das Gegenteil von der Situation hier. Nur das ist für mich noch unbegreiflicher. Da ist man im Wald am Telefonieren, kommt in Ort rein, hat Funkloch, fährt aus Ort raus und weiter gehts...

  5. 10.

    Jetzt machen sie die Telko-Unternehmen nicht ärmer als sie sind.
    Das der Preis so hoch ging lag in erster Linie daran, dass die bisherigen 3 einen vierten Netzbetreiber so weit wie möglich verhindern wollten.
    Das sind die gleichen, die sich mit dem Abfallprodukt SMS eine goldene Nase verdient haben und da war der Netzausbau auch nicht besser.

  6. 9.

    Was man unbedingt wissen sollte: Es gibt nicht nur ein Mobilfunknetz in Deutschland sondern drei. Das alle drei Netzbetreiber einen bestimmten Abschnitt einer Bundesstraße wissentlich nicht einmal mit 2G (GSM/Edge)versorgen, möchte ich bezweifeln. Wahrscheinlicher ist es wohl das eines der drei Netze die Fläche im Regelbetrieb versorgt hätte, dieses aber möglicherweise einfach zu dem Zeitpunkt eine technische Störung hatte.

    Klar ist das nicht begrüßenswert, wenn man aber Parteien wählt die beschließen den Netzbetreibern mit der Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen mehr Geld als nötig abzuknöpfen, darf sich nicht wundern das für den wenig lukrativen Flächenausbau kein Geld übrig bleibt.

  7. 8.

    Woher ich den Vergleich nehme?... Weil ich auf einem Boot dort war. Und nicht nur an einer Stelle... Die gesamte Fahrt von mehreren Stunden anlässlich einer Taucher Ausbildung, konnte ich meine Bilder direkt in meinen Status stellen. In Brandenburg geht das an vielen Stellen nicht...und es sterben Menschen, weil keine Hilfe geholt werden kann... Die Ursache dieses Unfalles will ich gar nicht diskutieren... Aber das mangelnde Mobilnetz ist in Brandenburg allgegenwärtig... dort und in weiten Bereichen der Uckermark...

  8. 7.

    Wie die Unfälle entstanden und wer die Schuldigen waren will ich mal nicht kommentieren.
    Ein Hoch auf die GroKo-Politik mit Frau Merkel an der Spitze. Die Digitalisierung geht in D mit Riesenschritten voran (Ironie Off). Ein flächendeckendes Funknetz kann schon lebensrettend sein wenn schnelle Hilfe gebraucht wird.

  9. 6.

    Woher nehmen sie diesen Vergleich? Ich wage es zu bezweifeln, was Sie behaupten. Sie wissen bestimmt warum.

  10. 5.

    Echt peinlich mit den Mobilfunknetzen in Brandenburg. Hier sollten Strafverfahren gegen die verantwortlichen Politiker und Telekommunikationsunternehmen eingeleitet werden. War zuletzt in Ägypten... Auf dem roten Meer außerhalb der 3 Meilenzone volles LTE und in Brandenburg sterben Unfallopfer wegen Funklöchern... Da hätte GSM gereicht... LTE ist für Notruf nicht notwendig.

  11. 4.

    Sch...auf Funkloch und Notrufsystem ! Einer hat trotz Gegenverkehr überholt , der andere angeblich ,wahrscheinlich trunken . Das sind die Fakten . Und Frage ...weshalb und wie sollte der Tankwart eingreifen ?! Die Mitinsassen vom Trunkenbold wussten mit Sicherheit davon . Also mein Mitleid hält sich bei solch Personen in Grenzen . Mir tun die wirklich Unbeteiligten leod

  12. 3.

    Manche Dinge haben sich leider auch nach 30 Jahren nicht geändert. Z.B., dass man keinen Handyempfang hat. Schlimm, wenn deshalb Hilfe nicht gerufen werden kann.

  13. 2.

    Bei diesem Unfall hatte ein automatisches Notrufsystem des Wagens eigenständig Rettungskräfte alarmiert

    alle Fahrzeuge, welche nach dem 31.03.2018 eine EU-Typgenehmigung erlangen, müssen so ein System im Fahrzeug haben. Ich finde es schade, das man für ältere Fahrzeuge nicht verpflichtend so ein System nachrüsten muss.

    Was ich auch schade finde ist, das in Funklöchern diese Systeme ebenfalls nicht funktionieren. Erschreckend, das in einem so fortschrittlichem Land überhaupt noch Funklöcher existieren!

  14. 1.

    OMG! Der zweite Tote hätte durch sofortiges Eingreifen vielleicht verhindert werden können - früher wurden Wirte und Tankwarte angehalten, Betrunkenen den Schlüssel abzunehmen... ok, heute würden selbige vermutlich verprügelt. Trotzdem, es wäre möglich gewesen...

    Und über das Brandenburger Funkloch schreibe ich ja hier fast täglich - in Burkina Faso hätte man vermutlich sofort die nicht vorhandene Rettung anrufen können. Eine Schande für das Land!

    Allen Angehörigen und Freunde wünsche ich viel Kraft, Menschen, die für sie da sind... und den Verletzten vor allem Genesung.

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