18.11.2019, Berlin: Sichergestellte Waffen liegen auf einem Tisch bei einem Pressegespräch über die Ergebnisse der Bekämpfung grenzüberschreitender organisierter Kriminalität mit dem Projekt «LIMES» (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Video: rbb24 | 18.11.2019 | 13 Uhr | Bild: dpa

Internationales Polizeiprojekt - Polizei identifiziert 800 verdächtige Diebe aus Osteuropa

Machinenpistolen, hunderte Kilo Drogen und 685 gestohlene Autos: Das ist nur ein Teil dessen, was die Berliner Kripo mit Kollegen aus ganz Europa beschlagnahmt hat. Bei dem Polizeiprojekt "Limes" ging es vor allem um Organisierte Kriminalität aus Russland.

Gegen 88 kriminelle Banden und fast 800 Verdächtige vor allem aus Osteuropa ist die Berliner Kriminalpolizei in den vergangenen Jahren gemeinsam mit deutschen und europäischen Kollegen vorgegangen. Knapp drei Jahre dauerte das von der EU mitfinanzierte Polizeiprojekt "Limes", wie Polizeichefs aus Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt am Montag in einer gemeinsamen Mitteilung sagten.

685 Autos, kiloweise Drogen und Maschinenpistolen

Im Fokus standen zahlreiche osteuropäische Banden von Autodieben sowie Organisierte Kriminalität aus Russland. Rund 350 Verdächtige wurden in dem Zeitraum festgenommen, es gab mehr als 400 Durchsuchungen und insgesamt mehr als 2.200 Ermittlungsverfahren. 685 gestohlene Autos und LKW wurden beschlagnahmt. Nebenbei stießen die Fahnder auch auf kiloweise Drogen wie Kokain, Cannabis und Ecstasy sowie Waffen, darunter mehrere Maschinenpistolen und eine Handgranate.

Das Projekt habe auch dazu gedient, Expertennetzwerke aufzubauen, teilte die Polizei mit. Außerdem förderte es den Angaben zufolge regelmäßigen Informationsaustausch zwischen den Behörden, "finanzielle und technische Unterstützung von operativen Maßnahmen in internationalen Ermittlungsverfahren sowie die Identifizierung krimineller Gruppen, Strukturen und neuer Phänomene."

Zusammenarbeit mit sechs EU-Ländern

Die bislang ermittelte Höhe des Schadens liege demnach bei knapp 60 Millionen Euro. Nach Schätzungen wurden von den zahlreichen Banden mehr als 10.000 Fahrzeuge gestohlen.

Neben den deutschen Landeskriminalämtern waren an dem Projekt Polen, Tschechien, Estland, Lettland, Litauen und Schweden sowie Europol beteiligt. Die EU steuerte 500.000 Euro bei, vor allem für Reisekosten der beteiligten Polizisten und technische Ausstattung wie
GPS-Sender.

Diebstahl über Nacht

Thomas Susebach vom Berliner LKA, der das Projekt "Limes" leitete, sagte, die typischen Täter würden von Polen nach Berlin fahren, nachts in mehreren Stunden acht bis zehn teure Autos stehlen und vorerst nur umstellen. Dann verschwänden sie wieder über die Grenze,
während die Autos später von Kurierfahrern abgeholt und ebenfalls über die Grenze gefahren würden. Gegen diese gut organisierten Banden helfe nur eine internationale Zusammenarbeit der Polizei.


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4 Kommentare

  1. 4.

    Immer wieder hört bzw. liest man von den Erfolgen der Sicherheitsdienste in letzter Zeit. Meinen Glückwunsch und ich hoffe, dass diese Erfolgsgeschichte gegen Clans und Kriminelle etc. Nicht mehr aufhört. Dieses Volk ist uns lange genug auf der Nase rumgetanzt. Es wird Zeit aufzuräumen.
    Die sich an unsere Spielregeln nicht halten sofort ausweisen und die anderen wegsperren. Danke an die Menschen die jeden Tag für uns den Kopf hinhalten.

  2. 3.

    Ja, dass sind leider die Nachteile der offenen Grenzen.

  3. 2.

    Da sieht man was europaweite Zusammenarbeit bringt. Chapeau.

  4. 1.

    Vor allem sollten die Kurierfahrer für lange Zeit eingesperrt werden. Heute ergreifen und morgen laufen lassen bringt mich viel. Wenige Tage später sind sie wieder da und überführen das nächste geklaute Auto.

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