Symbolbild: Entwurf (von Milla und Partner aus Stuttgart) von der Einheitswippe. (Quelle: dpa)
Bild: dpa

Wegen Fledermäusen - Bau der "Einheitswippe" kann erst im Frühjahr 2020 starten

Der Bau des Freiheits- und Einheitsdenkmals in Berlin wird nicht mehr in diesem Jahr beginnen.
Die Senatsummweltverwaltung lehnte am Mittwoch eine Ausnahmegenehmigung für den sofortigen Start der Arbeiten ab. Grund ist der Schutz von Fledermäusen, die im Sockel des einstigen Kaiser-Wilhelm-Denkmals am Humboldt-Forum leben und die nach Erkenntnissen von Tier- und Naturschützern bereits mit dem Winterschlaf begonnen haben.

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hatte gegen die Ausnahmegenehmigung geklagt. Weil die Klage eine aufschiebende Wirkung hat, dürfe zunächst keine Bauerlaubnis erteilt werden, sagte ein Sprecher der Umweltverwaltung am Mittwoch. Wegen des Winterschlafs der Tiere ist ein Baubeginn laut Nabu vor Mai 2020 nicht möglich. Ansonsten wäre eine Störung oder der Tod der streng geschützten Tiere die Folge.

Nabu kritisiert fehlende Alternativen

Anfang Oktober hatte die Behörde für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz die Ausnahmegenehmigung für den Baubeginn erteilt. Gleichzeitig hatte sie den Generalunternehmer des Bundes, die ARGE Milla Partner, aufgefordert, die seit Jahren anhängigen Natur- und Artenschutzauflagen zu erfüllen.

Laut Nabu sind aber bisher weder ein ausreichendes Ersatzquartier noch alternative Brutplätze für die Fledermäuse geschaffen worden. Trotz eingebauter Sperren seien die Tiere wieder in das Gewölbe im Sockel geflogen. Eine Gutachterin habe dort im Oktober Wasser-, Zwerg- sowie Rauhautfledermäuse nachgewiesen. Sie stehen auf der Roten Liste als gefährdete Säugetiere.

Auf dem Sockel der Vergangenheit

Für das seit Jahren umstrittene Projekt hatte der Bundestag im vergangenen Jahr 17 Millionen Euro freigegeben. Auf dem Sockel des früheren Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals vor dem  künftigen Humboldt Forum soll eine riesige begehbare Waage an die friedliche Wiedergewinnung der Deutschen Einheit erinnern.

Sendung: Abendschau, 06.11.2019, 19.30 Uhr

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10 Kommentare

  1. 10.

    Den Neptunbrunnen genau an diesem Ort wieder hinzustellen, damit hätten Sie das unwillkürlich das "nächste Fass" aufgemacht: Auch wenn das Gebäude in Gestalt des früheren Berliner Schlosses von der Art seiner Nutzung das Humboldt-Forum ist und kein Königsschloss mehr, so wird ihm doch eine gewisse Repräsentanz nicht abgesprochen. Auch in Bezug auf das Deutsche. Die Symbolisierung von Rhein, Elbe, Oder und Weichsel (!!) an der repräsentativsten Seite des Gebäudes halte ich für ausgesprochen unklug.

    Da, wo der Vier-Flüsse-Brunnen steht, ist er schon richtig. Gegebenenfalls könnte eine Informationstafel auf das bleibend andere "territoriale Gefüge" hinweisen.

  2. 9.

    Als Ostdeutscher, der auf der Straße stand, fühle ich mich in keinster Weise von diesem "Denkmal" vertreten. Vor allem an diesem historischen Ort. Dort sollte man den Neptunbrunnen wieder hinstellen. Meine volle Sympathie den Fledermäusen.

  3. 8.

    Ja, da weiß der Osten, wie sehr er verschaukelt wurde. Dazu braucht nicht so viel ausgeben werden, es gibt wichtiges - in Ost und West.

  4. 7.

    .. und jährlich grüßt die Fledermaus :-)

  5. 6.

    was für ein unansehnliches und geldverschwendericher haufen.
    berlin hat das geld für so ein unnötigen kram wärens schulen verfallen rentner in altersarmut leben und so viele obdachlos sind .es gäben ne menge das man mit dem geld tun könnte . aber sowas protziges und unnützes sollte es nicht sein.
    berlin hat mauergedenkstäten die zu erhalten reicht aus.die wippe braucht keiner mmmm auser skateborder, rollerraudys inlinskater die würden sich freun:)

  6. 5.

    hoffendlich bleiben die Fledermäuse da noch viele,viele Jahre.....dann wird vielleiche diese hässliche unnütze Wippe nie gebaut....

  7. 4.

    17 Millionen Euro ! Was für eine Verschwendung !

    Da würden sich die Kids von „Die Arche“ und „Strassenkinder e.V.“ mächtig drüber freuen und der Staat hätte in die Zukunft investiert!

    Es gibt sooo viel Stellen an denen das Geld gut aufgehoben wäre - diese schwachsinnige Wippe gehört aber nicht dazu!

  8. 2.

    Hoffentlich garnicht. Das kostet auch wieder viel mehr als geplant.und ist auch noch mehr als hässlich.

  9. 1.

    Ein klarer Fall von Steuerverschwendung ! Brauch keiner ! Aber lieber erst mal die Diäten erhöhen bevor die Rentnerin die mit 600 Euro Rente nach 40 Jahren Arbeit nachhause geht!

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