Trümmer des Polizeiwagens am Unfallort (Quelle: dpa/Zinken)
Video: rbb|24 | 01.11.2019 | Material: Abendschau | Bild: dpa/Zinken

Tödliche Blaulichtfahrt - Staatsanwaltschaft im Fall Fabien kurz vor Anklageerhebung

Ein Polizeiauto rast bei einem Einsatz in Berlin in einen Kleinwagen, dessen junge Fahrerin stirbt. Gegen den Polizisten wird ermittelt. Doch erst jetzt - bald zwei Jahre später - kommt juristisch Bewegung in den Fall.

Im Fall der tödlichen Blaulichtfahrt eines Berliner Polizisten im Januar 2018 zeichnen sich jetzt die ersten juristischen Folgen ab. Bei dem Unfall in der Nähe des Alexanderplatzes war das Polizeifahrzeug mit dem Auto der 21-jährigen Fabien Martini kollidiert, die dabei tödlich verletzt wurde.

Anklageerhebung wohl noch im November

Nach rbb-Informationen wird ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung wohl noch in diesem Monat anklagereif. Nach den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft war der Fahrer zu riskant gefahren - auch unter Berücksichtigung des Einsatzes von Blaulicht und Martinshorn.

Ein anderes Verfahren wurde hingegen eingestellt, wie die Staatsanwaltschaft der rbb-Abendschau bestätigte. Dabei ermittelte sie gegen Unbekannt wegen des Vorwurfs einer möglichen Strafvereitelung. Der Verdacht: Kollegen des Polizisten hätten einen möglichen Alkoholkonsum des Fahrers gedeckt und nicht angezeigt. In der Charité war im Blut des Polizisten Alkohol nachgewiesen worden.

Anderes Verfahren eingestellt

Die Ermittlungen aber ergaben, dass auch neutrale Unfallzeugen und Ersthelfer, die unmittelbar nach dem Vorfall vor Ort waren, keinen Anhaltspunkt für einen möglichen Alkoholeinfluss festgestellt hatten. Das Verfahren wurde daher eingestellt, so die Staatsanwaltschaft.

Den Ermittlungen zufolge war der Einsatzwagen mit 134 km/h am 29. Januar 2018 durch den Tunnel an der Grunerstraße gerast und dann mit 93 km/h in die Fahrertür des Kleinwagens der 21-Jährigen eingeschlagen. Die junge Frau war sofort tot. Die Polizisten waren auf dem Weg zu einem angeblichen Raubüberfall, der sich aber wenig später als Fehlalarm herausstellte.

Sendung: rbb UM6, 01.11.2019, 18 Uhr

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