Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesverteidigungsministerin und Bundesvorsitzende der CDU, geht beim Gelöbnis im Bendlerblock in Berlin im Juli 2019. Quelle: dpa/Michael Kappeler
Video: rbb24 | 12.11.2019 | 13 uhr | Bild: dpa/Michael Kappeler

Areal um Reichstagsgebäude gesperrt - Verkehr staut sich wegen Bundeswehr-Gelöbnis in Mitte

Das Gelöbnis der neuen Bundeswehr-Rekruten in Berlin hat am Dienstag Proteste gegen die Verteidigungspolitik auf den Plan gerufen: Für Autofahrer gab es bis zum Nachmittag an einigen Stellen rings um das Reichstagsgebäude in Berlin-Mitte kein Durchkommen.

Erstmals seit sechs Jahren haben wieder Bundeswehrrekruten ein öffentliches Gelöbnis vor dem Reichstagsgebäude in Berlin abgelegt. Etwa 400 Rekruten nahmen daran teil. Der Großteil davon kommt nach Angaben des Verteidigungsministeriums aus Berlin und Brandenburg, unter anderem aus dem Logistikbataillon 172 aus Beelitz (Potsdam-Mittelmark). Zu der Veranstaltung vor  dem Reichstag waren nur ausgewählte Personen  zugelassen.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) sagte bei der Zeremonie am Dienstag, die Bundeswehr sei ein unverzichtbarer Teil der Gesellschaft. "Die Bundeswehr verteidigt Deutschland gegen äußere Bedrohungen", so die CDU-Politikerin. Sie sei ein wesentliches Instrument der wehrhaften Demokratie und handele im Geist und im Auftrag des Grundgesetzes.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) sagte, die Entscheidung der Soldaten sei ein mutiges Versprechen, im Notfall auch zu kämpfen. Das Parlament entscheide darüber nie leichtfertig. Deutschland dürfe sich aber auch nicht wegducken. 

Demo gegen Verteidigungspolitik

Am Vormittag versammelten sich am Potsdamer Platz bereits etwa 100 Menschen, um gegen die Verteidigungspolitik der Bundesregierung zu demonstrieren. Abgeschirmt von einer ungewöhnlich großen Anzahl an Polizisten zogen die Teilnehmer vom Potsdamer Platz vorbei am Verteidigungsministerium und der türkischen Botschaft. Immer wieder forderten sie einen Stopp von Rüstungsexporten in Kriegsgebiete und kritisierten die Politik der Bundesregierung. 

Die Verkehrszentrale Berlin meldete gegen 8.30 Uhr bereits Staus auf den Umfahrungen Spreeweg und Tiergartenstraße. Die Straßensperrungen im Gebiet um das Reichstagsgebäude wurden gegen 14 Uhr wieder aufgehoben, wie die Verkehrsinformationszentrale über Twitter mitteilte.

In Berlin fand zuletzt am 20. Juli 2013 ein öffentliches Gelöbnis vor dem Reichstagsgebäude statt. In früheren Jahren hatte es in Deutschland immer wieder Proteste und Störungen bei Gelöbnissen gegeben. Kritiker erklärten, es werde Militarismus öffentlich zur Schau gestellt.

Insgesamt waren in Deutschland am Dienstag zum Gründungstag der Bundeswehr sechs feierliche Gelöbnisse geplant. Am 12. November 1955 hatte der erste Verteidigungsminister der Bundesrepublik, Theodor Blank, den ersten 101 Freiwilligen der Bundeswehr ihre
Ernennungsurkunden überreicht.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Beitrags fehlte die Information, dass zu der Veranstaltung vor dem Reichstag nur ausgewählte Personen zugelassen waren. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen. 

Sendung: Inforadio, 12.11.2019, 11 Uhr

26 Kommentare

  1. 26.

    Nicht so schlimm, wenn sich der Verkehr mal staut. Das passiert aus weit nichtigeren Gründen alle Nase lang.

  2. 25.

    Was ist ein Bamborium? Vor der versuchten Anwendung von Fremdwörtern bitte nachlesen.

  3. 24.

    Die Bundeswehr braucht man ohne Frage, aber man hätte die "Gelöbnisse" auch in den Kasernen mit Angehörigen abhalten können.
    Ein Gelöbnis von "Glatten" (Rangloser Soldaten), oder neudeutsch Rekruten m/w/d. ist ja nun kein großes Ding.
    Weshalb die Bevölkerung nun die Suppe durch Staus rund um den Reichstag auslöffeln muss, erschließt sich mir nicht.
    Zu meiner Zwangs-Vereidigung zu NVA Zeiten musste auf die Verfassung der DDR der Gehorsam geschworen werden.
    Der Zirkus von heute ähnelt eher einer Beweihräucherung von Freiwilligen, das ist ein großer Unterschied.
    Wir hatten damals keine Wahl.
    Wenn man bei der Bundeswehr keinen Bock mehr hat, kündigt man den Job als Soldat. Was soll der übertriebene Festakt?

  4. 23.

    Schon mal was von Schreibfehlern gehört? Die google Tastatur ist halt ziemlich klein.

  5. 22.

    Von mir aus braucht das Bamborium nicht sein.

  6. 21.

    Wenn der 3. WW kommen sollte, werden Sie wahrscheinlich DIENEN müssen.

  7. 20.

    @ Mo H. Mett

    Das nennt man Tippfehler.

    Sollte heißen nach der Hilfe

  8. 19.

    Der Bereich am Reichstag war doch heute auch kein öffentlicher Ort. Demonstrationen sind dort ebenso nur mit besonderer Genehmigung möglich (Bannmeile) und die Versammlungsfreiheit des GG gilt dort Ausdrücklich nicht. Heute waren Demos in Ruf oder Sichtweise generell untersagt.
    Anders als es der RBB behauptet, war es eben kein öffentliches Gelöbnis, sondern eine geschlossene Veranstaltung unter freiem Himmel. Nur für geladene Gäste unter Ausschluss einer physisch anwesenden Öffentlichkeit.
    Und ja, ich grundsätzlich zeigt die Historie dass es immer besser ist wenn die Soldaten in den Kasernen bleiben.

  9. 18.

    Wann war denn der 3. Weltkrieg?

    wenn der kommen sollte, dann haben wir weltweit keine Probleme und Sorgen mehr. Danach wird sich auch das Klima wieder erholen...

    und falls Menschen es überlebten, werden diese wirklich wieder in der Steinzeit anfangen ;-)

  10. 17.

    Also für mich als Unformfetischisten waren das Momente der höchsten Erregung diese ganzen schnafte gekleideten Jungen Leute in so großer Anzahl bestaunen zu dürfen - dafür zahle ich doch gerne Rundfunk- und TV-Gebühren, muß sonst wieder bis zu den Faschingsumzügen in Wessiland warten, kommen auch im TV.

  11. 16.

    Kommt noch. Haben Sie etwa "Mad Max" oder "Terminator" nicht gesehen? ;))

  12. 15.

    Immer so begriffsstutzig. Lassen Sie einfach das t weg und schon ist es auch für Sie lesbar.

    Viel interessanter finde ich Beitrag Nr. 9. Was bedeutet "wiederd" mich an und wann fand Jörgs 3. Weltkrieg statt? Ich habe den offenbar verschlafen.

  13. 14.

    Vor wem sollen wir uns denn bittesehr bedroht fühlen? Hier wird neuerdings ein Bedrohungsszenario aufgebaut, um die Rüstungsausgaben zu rechtfertigen. Wer Waffen sät, wird Krieg ernten. Nichts gelernt aus der Geschichte, Hauptsache, wir sind wieder wer.
    Und für diese paar Rekruten solch ein Verkehrschaos anrichten. Total sinnlos.
    Aufmärsche dieser Art werden woanders immer kritisiert. Aber wir sind ja die Guten.

  14. 13.

    Was ist denn bitte "die Nacht der uniformierten Hilfe"? Sowas wie Halloween oder Fasching???

  15. 12.

    Egal welche Uniform man trägt, man wird häufig kritisch begutachtet. In Berlin ist es besonders ausgeprägt. Aber die jetzt am
    Lautesten gegen Uniform schreien sind im Fall der Fälle die ersten die Nacht der uniformierten Hilfe schreien.

  16. 11.

    Habe ich irgendetwas verpasst, oder im Geschichtsunterricht doch zu viel geschlafen? Wann war denn der 3. Weltkrieg?

  17. 10.

    Ich bin gerade durch das Chaos mit dem Bus recht gut durchgekommen. Sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg. Klar hat es ein wenig länger als sonst gedauert. Die Busse waren also keineswegs "blockiert".

    Diese notorischen Nörgler, die hier vertreten sind, gehen mir viel mehr auf den Keks. Was für unzufriedene Menschen es doch gibt.

  18. 9.

    Jeder hat die Pflicht andere Menschen zu töten wenn es den für das Heimatland ist! Das ist das was sie meinen und das wiederd mich an - nichts gelernt aus 3 Weltkriegen.

  19. 8.

    denn zu was anderem ist unsere Bundeswehr seit vielen Jahren überhaupt nicht fähig. Die meisten Fahrzeuge im Bestand sind entweder defekt oder es fehlen Ersatzteile. Munition zum "Krieg führen" haben wir für genau 1 Tag.
    Denke, das haben wir auch unserer Regierung aus den letzten 12 Jahre zu verdanken.

    Vielen Dank und Herzlichen Glückwunsch dazu ;-)

  20. 7.

    Nein! Die Bundeswehr gehört in die Mitte unserer Gesellschaft und nicht in die Kasernen!

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