Archivbild: Prof. Fritz von Weizsäcker (Quelle: dpa/Eva Oertwig)
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Fritz von Weizsäcker - Ein Leben für die Medizin

Sein Vater war Bundespräsident und Regierender Bürgermeister von Berlin, er entschied sich für eine Medizinerlaufbahn: Fritz von Weizsäcker, der am Dienstag im Alter von 59 Jahren getötet wurde.  

Fritz Eckhart Freiherr von Weizsäcker wurde 1960 in Essen geboren. Er stammte aus einer sehr bekannten Familie. Sein Vater Richard von Weizsäcker (1920-2015) war von 1984 bis 1994 Bundespräsident, zuvor für die CDU Regierender Bürgermeister von Berlin (West). Seine Mutter ist die frühere deutsche First Lady Marianne von Weizsäcker (87). Seine Eltern hatten 1953 geheiratet.

Richard von Weizsäcker arbeitete damals als Jurist bei Mannesmann. Bis 1962 wohnte die Familie in Essen und Düsseldorf, zog dann nach Ingelheim und 1967 nach Bonn. Fritz von Weizsäcker war das jüngste der vier Kinder. Einer seiner Cousins ist der Umweltwissenschaftler und frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Ulrich von Weizsäcker.

Medizinstudium in Bonn und Heidelberg

Fritz von Weizsäcker war zuletzt Chefarzt an der Berliner Schlosspark-Klinik und hatte eine lange Karriere als Mediziner hinter sich. Von 1979 bis 1987 studierte er Humanmedizin in Bonn und Heidelberg. Anschließend ging er für ein praktisches Jahr in die USA. Nach dem Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie wurde er 2003 Professor für Innere Medizin an der Universität Freiburg.

Zu seinen Stationen als Mediziner zählten neben Freiburg die Harvard Medical School in Boston und das Universitätsspital Zürich. Seit 2005 war von Weizsäcker Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I an der Schlosspark-Klinik in Berlin-Charlottenburg.

Auch abseits der Klinik aktiv

Fritz von Weizsäcker galt als Experte für Leber- und Gallenwegserkrankungen. Nach Angaben des Portals Gesundheitsstadt Berlin, bei dem er im Vorstand saß, forschte von Weizsäcker lange Zeit auf dem Gebiet der Hepatologie, der Physiologie und Pathologie von Leber und Gallenwegen und der molekularen Virologie. Zu seinen Behandlungsschwerpunkten zählten demnach infektiöse Leberentzündungen wie Hepatitis B oder C, Fettleber-Hepatitis oder Fettleber.  

Neben seinem beruflichen Wirken engagierte sich Fritz von Weizsäcker nach Angaben seiner Klinik in mehreren Vereinigungen. So saß er unter anderem im Vorstand der Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie in Berlin und Brandenburg und im Vorstand beim Gesundheitsportal. Von Weizsäcker war Mitglied der FDP.

Am Dienstag ist er im Alter von 59 Jahren getötet worden. Über das Motiv des Täters ist noch nichts bekannt.

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