Proteste im Landgericht Berlin (Quelle: rbb)
Video: Abendschau | 15.11.2019 | N. Siegmund | Bild: rbb

Auf Dezember vertagt - Tumulte und Proteste bei Prozess um "Liebig 34"

Der Prozess um eine Räumungsklage gegen die heutigen Bewohner des früher besetzten Hauses in der Liebigstraße 34 ist auf Dezember vertagt worden. Zuvor hatte es Proteste und Tumulte gegeben: Besucherinnen schrien laut und zogen sich teilweise aus.

Der Prozess um ein symbolträchtiges Haus der linksradikalen Szene in Berlin-Friedrichshain hat am Freitag mit einem Eklat begonnen. Der Richter im Landgericht in Charlottenburg ließ den Verhandlungssaal räumen, weil Bewohnerinnen des Hauses in der Liebigstraße 34 und Unterstützerinnen schrien, aufsprangen, Sprechchöre riefen und sich zum Teil auszogen.

Am späten Vormittag endete die Verhandlung zunächst ohne ein Urteil. Der Prozess werde am 13. Dezember fortgesetzt, sagte ein Gerichtssprecher. Das habe der Richter entschieden.

Beamte zerrten Frauen aus dem Raum

Die Räumung des Gerichtssaals erfolgte, nachdem zwei der 20 jungen Besucherinnen gellend schrien und dann mit nackten Brüsten und bemaltem Oberkörper durch den kleinen Verhandlungssaal stürmten. Die anderen Frauen sprangen auf und skandierten: "Liebig bleibt". Nach einigen Minuten zerrten Polizisten und Justizwachtmeister die Frauen zum Teil mit Gewalt aus dem Raum. Dabei flogen einige Stühle durch die Gegend.

Schon zuvor hatte es eine erste Unterbrechung gegeben. Eine junge Frau aus den Reihen der Bewohnerinnen fiel von ihrem Stuhl im Zuschauerbereich und blieb regungslos auf dem Boden liegen, während die anderen Frauen um Hilfe riefen. Polizisten und Sanitäter untersuchten sie und brachten sie in einem Rollstuhl aus dem Saal.

Am frühen Morgen musste die Polizei den Bereich um das Gericht weiträumig absperren, weil ein verdächtiger Gegenstand vor dem Eingang lag. Auf die Wand des Gebäudes waren Parolen wie "L34" gemalt.

Proteste beim Landgericht Berlin (Quelle: rbb/Sylvia Tiegs)

Haus von Immobilienverwalterin in Karlshorst beschädigt

Das Gericht muss über eine Räumungsklage gegen die heutigen Bewohner des früher besetzten Hauses in der Liebigstraße 34 entscheiden. Geklagt hat der Besitzer des Hauses. Die Bewohner bezeichnen sich als "anarcha-queer-feministisches Hausprojekt Liebig 34". Ende 2018 endete der Pachtvertrag zwischen ihnen und dem Hauseigentümer. Seitdem weigern sich die Bewohner auszuziehen und kündigten Widerstand an.

Am Mittwoch hatten vermummte Täter ein Haus und Autos einer Immobilienverwalterin in Karlshorst beschädigt und in einem Bekennerschreiben einen Bezug zu dem Räumungsprozess hergestellt.

Sendung: Inforadio, 15.11.2019, 12.00 Uhr

Kommentarfunktion am 19.11.2019, 22:05 Uhr geschlossen

Die Kommentare dienen zum Austausch der Nutzerinnen und Nutzer und der Redaktion über die berichteten Themen. Wir schließen die Kommentarfunktion unter anderem, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt.

42 Kommentare

  1. 42.

    Ich finde es immer spannend, wie hier von Einigen, kaum kritisiert man die linken Machenschaften, als Gegenpol die der Rechten angeführt werden. Da schreckt man auch nicht davor zurück, die Diskutanten als "Rechte" zu diffamieren.
    Wenn man die Zahlen des Bundeskriminalamt aus 2018 heran zieht, liegt eindeutig das linke Spektrum in der Ausübung der Gewalt gegen Menschen und Objekten vorne.
    Erinnert sei da an die Anschläge auf Baustellen in Leipzig, den Angriff auf eine Frau.
    Hier in Berlin die ständigen Angriffe auf Autos, Infrastruktur, Parteibüros und, wie in Karlshorst, auf Privatadressen von Bürgern dieser Stadt. Hier sogar im Zusammenhang mit dem Prozess.
    Ja, @Berliner, ob aus Dummheit oder Selbstbetrug, hilft es dann immer auf Andere zu zeigen und dann noch am Besten diffamieren, beleidigen, verunglimpfen.

  2. 41.

    Antwort auf [rbb-24-nutzer] vom 16.11.2019 um 10:32

    Verraten sie uns mal auf welcher rechtlichen Grundlage das geschehen soll. Aber mit Recht und Gesetz haben sie es ja ohnehin nicht so, was schon daran ersichtlich wird das sie nicht wissen was ein Eigentümer ist. Zumal sie keine Probleme mit dem rechtsradikalen Mob haben, wie ihre Kommentare hier schon öfter bewiesen haben.

    Und noch eines, Gentrifizierung hat einem Wohngebiet noch nie Frieden beschert, höchstens Grabesruhe.

  3. 40.

    Sollte Streit für die Eigentümer ausgehen, würde ich vorschlagen, dass Haus abzureißen. Nicht, dass es zur Pilgerstätte für den linksradikalen Mob wird. Sicher, es wird lange dauern, bis die von mir in diesem Falle begrüßte "Gentrifizierung" Früchte trägt und in diesem Wohngebiet Frieden einkehrt.
    Meine Meinung.

  4. 39.

    Auch sie sollten sich angewöhnen die Artikel zu denen sie verlinken durchzulesen.

    Es fängt schon mit der Überschrift an: "Was EIN Besetzer der Rigaer Straße denkt" (Hervorhebung durch mich), das wäre so als würde man EIN AfD Mitglied fragen und daraus auf den Rest der rechtsextremen "Partei" schließen.

    "Bei allen vier Anschlägen geht die Polizei von politisch motivierter Kriminalität aus dem linken Milieu aus. [...] 2013 zählte die Polizei überhaupt keine Brandanschläge auf Autos."
    Würde man Neukölln genau so beobachten säßen die rechtsextremen Terroristen dort schon lange hinter Gittern.

    "Dann sinniert er weiter über Sinn und Zweck der Autobrände: „Dieses wahllose Anzünden, davon bin ich nicht so der Freund.“

    Der Artikel eignet sich also recht wenig dafür was sie damit eigentlich beweisen wollen.

  5. 38.

    Es brennen regemäßig in der betreffenden Gegend PKWs.

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/autonome-in-berlin-friedrichshain-was-ein-besetzer-der-rigaer-strasse-denkt/20424610.html

    Ein kleiner Privater, der zur Alterssicherung in der Gegend eine Immobilie hat, ist ein armer Hund, wenn ich das so sagen darf. Denn entweder gibt es einen starken Wertverlust, wer will da in den heruntergewirtschafteten Immobilien sein Geld investieren, oder es wird von finanzkräftigen Spekulanten, wie im Falle von Liebig 34, reihenweise aufgesammelt, die das nötige Stehvermögen haben, sich gegen das Milieu durchzusetzen und konsequent den "Wohnung Für lau Nutznießern" ihr Geschäftsmodell vermiesen.

  6. 37.

    Also, ich wohne seit 11 Jahren im "Gefahrengebiet", Sie dürfen mich gerne mal fragen ...
    hier in der Rigaer Straße hat wohl niemand Angst, dass sein Auto brennt.
    Würde mich mal interessieren, woher Sie Ihre Informationen nehmen.

    Wenn die hiesigen Hausprojekte die AfD-Klientel fernhalten, hoffe ich, dass sie noch möglichst lange Bestand haben mögen.

  7. 36.

    „Die Bewohner bezeichnen sich als "anarcha-queer-feministisches Hausprojekt Liebig 34". Ende 2018 endete der Pachtvertrag zwischen ihnen und dem Hauseigentümer. Seitdem weigern sich die Bewohner auszuziehen und kündigten Widerstand an.“
    Auch für Sie: Ein Vertrag ist ein Vertrag.
    Beide Parteien haben die zeitliche Begrenzung von 10 Jahren damit schriftlich anerkannt. Das sind die Fakten.
    Und von friedlichen Menschen die in ihren 4 Wänden leben wollen zu sprechen ist schon sehr optimistisch, fragen Sie bitte mal die anderen Bewohner der Rigaer Straße, welchen die Autos abgefackelt oder in deren Häuser und Tiefgaragen die Feuerlöscher entleert wurden.

  8. 35.

    Würde vorschlagen das diese randalierende Klientel sich zu ihren Komplizen ins Baumhaus im Hambacher Forst gesellt, und gemeinsam den kommenden Winter genießen.

  9. 34.
    Antwort auf [rbb-24-nutzer] vom 16.11.2019 um 10:32

    Verraten sie uns mal auf welcher rechtlichen Grundlage das geschehen soll. Aber mit Recht und Gesetz haben sie es ja ohnehin nicht so, was schon daran ersichtlich wird das sie nicht wissen was ein Eigentümer ist. Zumal sie keine Probleme mit dem rechtsradikalen Mob haben, wie ihre Kommentare hier schon öfter bewiesen haben.

    Und noch eines, Gentrifizierung hat einem Wohngebiet noch nie Frieden beschert, höchstens Grabesruhe.

  10. 31.

    Abgesehen von diesem Artikel. Ich war am Mittwoch in meinem alten Kiez Rigaer/Samariter. Es ist unbeschreiblich was ich an Dreck, Müll und Schmierereien gesehen habe.

  11. 30.

    Man muss diesen linksextremen Straftätern, Gewalttätern die meinen, Ideologie irgendwie zu haben, sich dadurch rechtfertigen zu können, den Boden unter den Füßen wegziehen und deswegen darf es nie klammheimliche Sympathie, auch keine offene Sympathie mit diesen Straftätern geben.

  12. 29.

    "Vielleicht sollten diese sogenannten Aktivisten mal versuchen sich mit einer geregelten Arbeit anzufreunden. Wäre in vielerlei Hinsicht hilfreich."

    Ohne Worte

    Nee, doch...da gab es mal doch mal einen Filmbetrag vom SFB, wo von Gammlern, Hippies und arbeitsscheuen Gesindel am Breitscheidplatz berichtet wurde....

    Die Zeiten ändern sich, die Sprache bleibt gleich.

  13. 27.

    Vielleicht sollten diese sogenannten Aktivisten mal versuchen sich mit einer geregelten Arbeit anzufreunden. Wäre in vielerlei Hinsicht hilfreich.

  14. 26.

    Baustadtrat Schmidt lernt trotz deutlicher Warnungen seitens städtischer Fachleute gerade mehrfach auf die harte Tour, dass die Mieten, die er sich nach Gutsherrenart vorstellt - und die sicherlich noch über den Vorstellungen diese Hausprojektes liegen - nicht ausreichen, um die notwendigen Instandhaltungen und Sanierungen durchzuführen. Von Luft und Liebe kann kein Handwerker lieben. Aber der Steuerzahler kann gerne von Politikern in Haftung genommen werden.

  15. 24.

    Da plumpst eine junge Dame publikumswirksam in Ohnmacht und verschwindet zwischen den ersten beiden Stuhlreihen. Hysterisches Gekreische ist die Folge. Ein Polizist mit Sanitätsausbildung will der am Boden liegenden Frau helfen. Wieder Gekreische, kein Mann oder gar Polizist soll sie anfassen. Zwei andere Fräuleins reißen sich kreischend ihre Hemdchen von der Brust, die die eine nur unzureichend mit schwarzem Klebeband verhüllt hat. Hysterisch keifend raufen sich in der dritten Reihe zwei linke QuerfeministInnen ihre Haare unter den Wollmützen. Und zum Schluß fesseln sich alle gemeinsam mit Kabelbinder und lassen sich abführen. Was für eine jämmerliche Inszenierung – allerdings nicht im Theater, sondern vor Gericht. Gaga-Auftritt der linksextremistischen Hausbesetzerszene aus Berlin.

  16. 23.

    Ich habe Sie darüber informiert, das es durchaus Linke im damaligen Westberlin gegeben hat. Mehr nicht und Sie kommen gleich wieder mit solch einer abstrusen Antwort daher.

Das könnte Sie auch interessieren

Berliner Schaum zum Fest (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 11. Tür: Berliner Schaum zum Fest

Mit "Oh - es riecht gut, oh - es riecht fein" startet ein Kinderlied übers Weihnachtsbacken. Auch wer nicht backt, hat in Berlin viele Gelegenheiten, lokales Zuckerzeug zu erstehen. In Reinickendorf zum Beispiel kommt die Süßigkeit aus dem Kupferkessel und hat handgetupfte Augen.