Eine Frau sucht ein Buch in den Regalen der Amerika-Gedenk-Bibliothek in Berlin.
Audio: Inforadio | 15.11.2019 | Markus Streim | Bild: imago/Sven Lambert

Ab Sonntag - Wenn die Bibliotheken Berlins für eine Woche dichtmachen

"Licht aus! Spot an!" mit diesem Flyer informiert auch die Amerika-Gedenkbibliothek über die bevorstehende Schließzeit ab Montag. Samstag ist die letzte Gelegenheit zur Ausleihe. Viele der täglich 3.500 Kunden haben sich bereits darauf eingestellt, wenn auch mit Wehmut. Von Markus Streim

Amerika Gedenkbibliothek, kurz AGB, am Halleschen Ufer in Berlin-Kreuzberg. Einige Nutzer stehen schon morgens, eine Viertelstunde vor Öffnung, für die besten Arbeitsplätze an. Vor allem die Stammgäste sind von der Schließung vom 17. bis 24. November betroffen. "Ich decke mich jetzt ein für diese Zeit", sagt eine Besucherin. Und ein Mann ergänzt: "Ich kann verstehen, dass der Ausleihprozess schwierig ist. Aber natürlich könnte man den Ort weiterhin öffentlich halten, dass man auch zum Lesen kommen könnte."

Die Software wird erneuert

Aber genau das wird es nicht geben, sagt Anna Jacobi, Pressesprecherin der Zentral- und Landesbibliothek Berlin, zu der auch die AGB gehört. In der Zeit der Umstellung können auch die Räume nicht genutzt werden. Eine Woche lang gibt es keinen Betrieb in den Öffentlichen Bibliotheken Berlins. Der Grund für diese lange Schließung: Die Software der Nutzer-Datenbank und der Online nutzbaren Recherchedatenbank wird erneuert. "Unsere gesamten Daten gehen von einer Datenquelle auf eine andere. Das ist so gigantisch, dass das mehrere Tage dauert. Und in dieser Zeit dürfen wir die ganzen Kataloge gar nicht anfassen."

Kunden können sich auf Verbesserungen freuen

Neben dem Serverumzug wird auch gleich noch die Website Voebb.de überarbeitet. Die alte sei in die Jahre gekommen – trotz 21 Millionen Besuchern pro Jahr. An der Umstellung wird bereits seit Monaten gearbeitet. "Sie wird verbesserte Suchfunktionen haben und eine interaktive Karte. Das heißt, ich kann etwa anklicken, welche Bibliothek gerade geöffnet ist, welche eine Außenrückgabe oder einen barrierefreien Zugang hat", sagt Jacobi.

Die Bereitstellung von Onlinemedien ist von dem Relaunch übrigens nicht betroffen und wird auch während der Pause funktionieren – sofern man bereits einen Zugang hat. "Man kann keinen neuen Bibliotheksausweis machen, aber wenn man einen hat, kann man sich ein E-Book ausleihen, Filme streamen, Musik hören, all das, was wir eben digital anbieten", erklärt Jacobi.

Fortbildungen für die Mitarbeiter

Den analogen Lesestoff gibt es aber erst ab 25. November wieder. Alle Berliner Bibliotheken mit Ausnahme von Uni- und Staatsbibliothek bleiben bis dahin geschlossen. Rund 1.000 Mitarbeiter werden in der Zeit fortgebildet. An einigen Standorten gibt es auch Umbaumaßnahmen. Wenn Kunden vorher noch etwas zu erledigen haben, sollten sie das jetzt machen, empfiehlt Zentral und Landesbibliothek Sprecherin Anna Jacobi: "Sich bevorraten ist eine gute Idee. Das mach ich gleich auch noch. Aber vor allem bitte auch gucken: Laufen meine Bücher aus? Sollte ich sie vielleicht vorher verlängern?"

Aber: Es entstehen in der Schlusswoche immerhin keine Mahngebühren.

Beitrag von Markus Streim

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2 Kommentare

  1. 2.

    @Lostöter: Es steht doch im Artikel das auch der Onlineauftritt grundlegend überarbeitet wird, da er veraltet ist. Eine neue Datenbank für das Leihsystem in Haus zieht zwangsweise auch eine Umstellung des Onlinesystems mit sich, damit es miteinander kompatibel bleibt. Währe das nicht der Fall, könnte das Onlinesystem während der Schließung ja aktiv bleiben.

  2. 1.

    Die digitale Ausleihe sollte bitte auch überarbeitet werden! Die Seiten sind total verrutscht.Auf einem EBook ( Tolino) sehr schlecht! Laut Aussage der Bibliothek kein Gerätefehler, es liegt am Server.Doch ob das Problem behoben wird????

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