Ein Wildschwein steht auf einem Plateau im Wald. (Quelle: dpa|Lino Mirgeler)
Video: Brandenburg aktuell | 19.11.2019 | Meyer Hoelscher | Bild: dpa|Lino Mirgeler

Keine Frage des Ob, sondern des Wann - Brandenburg bereitet sich auf Schweinepest vor

Vor wenigen Tagen ist in West-Polen ein totes Wildschwein entdeckt worden - infiziert mit der Afrikanischen Schweinepest. Experten befürchten, dass das Virus bald auch in Deutschland auftreten könnte. In Brandenburg werden bereits erste Vorkehrungen getroffen.

Nach dem Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Polen nahe der deutschen Grenze wächst in Brandenburg die Sorge vor der Seuche. Einige Landwirte treffen bereits erste Sicherheitsmaßnahmen, überprüfen etwa alle Zäune oder schulen ihr Personal hinsichtlich Vorkehrungen.

Nach Informationen des rbb sind auch Schilder mit der Aufschrift "Achtung! Betreten verboten, Seuchengefahr" gefragt. Der Geschäftsführer des Agrarhandels Brama West, Guido Brachwitz, sagte dem rbb-Nachrichtenmagazin Brandenburg Aktuell, Landwirte aus den Landkreisen hätten sich außerdem bereits hinreichend mit Schutzkleidung und Desinfektionsmitteln eingedeckt. Sollte es in Deutschland einen ersten Seuchenfall geben, sollen zudem elektrische Netze verhindern, dass bereits infizierte Wildschweine mit Schweinen aus der Landwirtschaft in Kontakt kommen. Einige Landkreise hätten diese Netze bereits bestellt, so Brachwitz.

Auffällige Schweine-Kadaver sofort melden

Torsten Reinwald vom Deutschen Jagdverband (DJV) sagte derweil der Nachrichtenagentur DPA, verschärfte Aufmerksamkeit sei nicht nur in Brandenburg und den anderen Ost-Bundesländern geboten. "Wir wissen nicht, wo das Virus in Deutschland zuschlagen wird." Es sei aber keine Frage des Ob, sondern nur noch eine des Wann.

"Es ist extrem wichtig, dass Landwirte, Forstwirte, Jäger und Spaziergänger verdächtige Kadaver sowie Tiere mit Blut an Haut oder Schnauze sofort melden." Anfassen oder gar transportieren solle man tote oder erkrankte Schweine auf keinen Fall, warnte DJV-Experte Reinwald. "Die Körperflüssigkeiten sind hochinfektiös", betonte er mit Blick auf die Übertragungsgefahr von Schwein zu Schwein. Für den Menschen sind die Viren ungefährlich.

Seuche kann Landwirte in Ruin stürzen

Ein ASP-Befall kann für Landwirte den wirtschaftlichen Ruin bedeuten. Zwar seien Landwirte im Fall eines Seuchenbefalls versichert, erklärt Landesbauernpräsident Henrik Wendorff dem rbb. "Wir haben natürlich Vorsorgeversicherungen, sogenannte Tierseuchenversicherungen, die für den Schaden aufkommen." Allerdings würden diese in der Regel nicht für Folgeschäden aufkommen. Müsse der komplette Schweinebestand im Fall einer Schweinepest gekeult werden und stünde der Stall infolge dessen ein Jahr leer, sei der Landwirt auf sich allein gestellt, so Wendorff.  

Aus Sorge vor der weiteren Verbreitung des Virus will sich auch die EU-Kommission einen Überblick über die Situation verschaffen. Ein Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) in Mecklenburg-Vorpommern reist am Mittwoch nach Westpolen, wie das Bundesforschungsinstitut auf der Insel Riems bei Greifswald am Dienstag mitteile.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 19.11.2019, 19.30 Uhr

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5 Kommentare

  1. 4.

    "In Brandenburg werden bereits erste Vorkehrungen getroffen. "
    und in SH mockiert man sich über den Zaun, den Dänemark gegen die Schweinepest errichtet hat.. wie lange noch ?

  2. 3.

    Du darfst kein Schwein sein, in dieser Welt...

  3. 2.

    Hat der Verwaltungsfreund nicht ganz unrecht.

  4. 1.

    Tja, so lange die extrem hohen Schwarzwildbestaende nicht nachhaltig reduziert werden, koennen solche Probleme stendig auftreten.

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