Gedrängt stehen Schweine am Futtertrog im Stall eines Mastbetriebes. Quelle: dpa/Patrick Pleul
Video: Brandenburg Aktuell | 15.11.2019 | C. Krippahl | Bild: dpa/Patrick Pleul

Infiziertes Wildschwein entdeckt - Brandenburger Landestierarzt warnt vor Schweinepest

In Asien hat die Afrikanische Schweinepest mehr als fünf Millionen Tiere dahingerafft, nun wurde 80 Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze ein infiziertes Wildschwein entdeckt. Brandenburgs Landestierarzt warnt vor "enormen wirtschaftlichen Schäden".

In Westpolen ist bei einem toten Wildschwein die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen worden. Das bestätigte der Brandenburgs Landestierarzt Stephan Nickisch am Freitag dem rbb.

Wie der Veterinärmediziner sagte, wurde das infizierte Tier in der Wojewodschaft Lebus, 80 Kilometer von der Grenze entfernt, gemeldet. Polnische Behörden hätten am Freitag das Bundesministerium für Landwirtschaft informiert, daraufhin habe es eine Telefonkonferenz mit allen Bundesländern gegeben, sagt Nickisch.

Infektionsgebiet rückt näher an die Grenze

"Bislang war das Infektionsgebiet 300 Kilometer weiter entfernt. Wahrscheinlich gab es eine sogenannte Sprunginfektion, etwa über Lebensmittel", vermutet der Veterinärmediziner.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige, fast immer tödlich verlaufende Tierseuche, die Haus- und Wildschweine befällt. Auf den Menschen ist die Seuche nicht übertragbar. Fleischprodukte aus infizierten Tieren können aber zu einer Weiterverbreitung der Seuche führen.

In Asien, vor allem im Südosten des Kontinents und in China, mussten nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen [fao.org] in diesem Jahr bereits mehr als fünf Millionen Schweine notgeschlachtet werden, die Bestände vieler Höfe sind der Seuche zum Opfer gefallen. Deshalb warnt Landestierarzt Nickisch vor "enormen wirtschaftlichen Schäden". Einer Mitteilung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg aus dem Dezember 2018 zufolge, halten Viehbauern rund 750.000 Schweine in Brandenburg.

Warnung an Polen-Reisende

"Derzeit müssen wir jeden Tag davon ausgehen, dass die Schweinepest eingeschleppt wird", sagte Nickisch rbb|24 auf Nachfrage. In der kommenden Woche sollen in Brandenburg erste Maßnahmen zur Früherkennung von Seuchenfällen anlaufen. Jäger werden aufgefordert, in den Wäldern nach toten Wildschweinen Ausschau zu halten und geeignete Proben wie Blut, Lymphknoten, Milz oder Lunge an das Veterinäramt zu schicken. "Für jede Einsendung bekommen Jäger 30 Euro", sagt Nickisch.

Im Jahr 2019 wurden in Polen nach Angaben des Friedrich-Löffler-Instituts [fli.de] bereits rund 2.000 Fälle der Afrikanischen Schweinepest gemeldet - mehr als 1.900 davon bei Wildschweinen. In der gesamten Europäischen Union hat es den Angaben zufolge rund 7.000 Meldungen infizierter Tiere gegeben.

Brandenburger Landwirte, die Schweine auf ihren Höfen halten, sollten zudem ihre Sicherheitsmaßnahmen überprüfen. "In Panik brauchen wird nun nicht zu verfallen", sagte Nickisch. Reisende sollten jedoch keine Lebensmittel mehr aus dem polnischen Infektionsgebiet nach Deutschland mitbringen. "Es besteht die Gefahr, dass sich über solche Lebensmittel die Seuche weiter ausbreitet."

Sendung: Brandenburg aktuell, 15.11.2019, 19.30 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    #govegan

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