Symbolbild: Fund eines mit der Afrikanischen Schweinepest infizierten Wildschweins. Hier eine Übung am 05.04.2019 in Hessen. (Quelle: dpa/Arne Dedert)
Bild: dpa/Arne Dedert

Deutsch-Polnische Grenze - Behörden melden weiteren Schweinepest-Fall

Nach dem ersten Fall der Afrikanischen Schweinepest nahe der polnischen Grenze wurden die Behörden nun erneut fündig: Bei einem weiteren verendeten Tier konnte die Pest nachgewiesen werden. Der Berliner Senat gibt derweil Warnungen heraus.

Kurz nach einem ersten Nachweis der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nahe der polnischen Grenze zu Brandenburg haben die Behörden einen zweiten Fund gemeldet. Der Erreger sei bei einem weiteren toten Wildschwein in der Wojwodschaft Lebus nachgewiesen worden, teilte der polnische Veterinärdienst am Montag mit.

Am Freitag hatte die Behörde über einen ersten Fall informiert. Die Afrikanische Schweinepest wurde demnach bei einem Wildschwein festgestellt, das am 4. November in der Nähe der Landstraße zwischen den Ortschaften Nowa Sol und Slawa im Kreis Wschowski gefunden wurde. Das Tier sei bei einem Wildunfall ums Leben gekommen. Der Fundort liegt etwa 80 Kilometer von der Grenze zu Brandenburg entfernt.

Sperrzonen um Fundort eingerichtet

Nach dem ersten Nachweis habe man Sperrzonen im Umkreis um den Fundort eingerichtet, sagte Stanislaw Mysliwiec, Vorsitzender der Landwirtschaftskammer, der Deutschen Presse-Agentur in Warschau. Freiwillige durchkämmten das Gelände nach toten Wildschweinen. "Am Samstag haben wir neun verendete Tiere gefunden, am Sonntag elf." Das jetzt positiv getestete Wildschwein sei ein Fund vom frühen Samstagmorgen. Die Testergebnisse für die weiteren Tiere sollen innerhalb der kommenden 48 Stunden vorliegen. 

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Greifswald bleibt bei seiner Risikobewertung für Deutschland. Die Gefahr einer Einschleppung der Seuche nach Deutschland durch den Menschen oder infizierte Tiere werde weiter als hoch eingeschätzt, sagte die Sprecherin des Instituts, Elke Reinking, am Montag. Die Risikobewertung war zuletzt im Mai 2019 angepasst worden, nachdem Fälle von ASP in Belgien aufgetreten waren. Dort hatte die Entfernung zur deutschen Grenze 70 Kilometer betragen. "Wir sind sehr aufmerksam", sagte Reinking. Interessant an dem Fall in Polen sei, dass zwischen dem Fund des infizierten Tieres 80 Kilometer vor der Grenze zu Brandenburg und den bisher weiter östlich aufgetretenen Fällen rund 250 Kilometer lägen.

Senat warnt vor Mitbringen von Fleisch und Wurst

Möglicherweise habe in dem Fall der Mensch eine Rolle gespielt. Der Mensch gilt als einer der größten Risikofaktoren für die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest. Bereits ein weggeworfenes Wurstbrot mit Erregern, das von einem Wildschwein gefressen wird, kann Experten zufolge die Krankheit auslösen.

Die Verbraucherschutzverwaltung von Berlin warnte davor, Fleisch und Wurst aus den betroffenen Ländern mitzubringen. Das sind neben Polen unter anderem das Baltikum, Belgien, Bulgarien, Rumänien, die Ukraine und die Tschechische Republik. Die Verwaltung rät außerdem, Wildschweine nicht zu füttern, keine Lebensmittel an für Wildschweine zugänglichen Stellen wegzuwerfen. Schweinehalter sollen zudem den Kontakt ihrer Tiere zu Wildschweinen verhindern.

Archivbild: Ein weibliches Wildschwein (Bache) sucht am 05.04.2016 in einem Mülleimer in einem Waldgebiet im Stadtbezirk Tegel in Berlin nach Futter. Weggeworfene Fleisch- oder Wurstreste können die Schweinepest übertragen. (Quelle: dpa/Gregor Fischer)

Die Afrikanische Schweinepest wurde vor einiger Zeit von Afrika nach Europa eingeschleppt. Sie führt bei Wild- und Hausschweinen häufig nach kurzer Krankheit zum Tod. Es gibt keine Impfstoffe dagegen. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 18.11.2019, 16 Uhr

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12 Kommentare

  1. 11.

    Wie immer werden die Jäger von den Behörden und Veterinärämtern in die Pflicht genommen. Im Gegensatz z.B. zu Tschechien lese ich aber nichts von vorbeugenden Maßnahmen durch die Schweinemastbetriebe. Desinfektionsbecken
    für Personen, PKW und LKW Fehlanzeige. Die Jäger sollen nach Möglichkeit die Bestände gegen Null reduzieren. Aber keiner sagt uns was wir mit dem erlegtem Wild machen sollen !! In vielen Gegenden liegt der Wildhandelspreis von
    Schwarzwild unter einem Euro. Da bringen wir Geld von zu Hause mit, zum Wohl der Allgemeinheit.

  2. 10.

    #govegan

  3. 9.

    Danke Dir. Es gibt noch Menschen, deren Horizont noch nicht eingeschränkt ist. Das gibt Hoffnung. Man muss ja auch mal dazu sagen, dass es nichts mit Tierschutz und Tierwohl oder gar Natur- und Umweltschutz zu tun hat, sich den sinnlosen und quälenden Tod von vielen unzähligen unschuldigen Schweinen zu wünschen und gar willentlich durch Einschleppung mittels Wildschweinwurst provozieren zu wollen.

  4. 8.

    Denkt doch mal über den üblichen Tellerrand hinaus!!!!
    Es ja nicht nur die Massentierhaltungen und die Wildschweine betroffen, sondern auch viel eher die Freilandhaltungen der Bio-Bauern und die "Kleinbauern", die nur ein paar Schweine zum Eigenbedarf halten.
    Und natürlich auch die Kinderbauernhöfe.

  5. 7.

    juhu... Schweinepest... endlich wieder mal was Neues.... oh... Moment mal... die hatten wir doch letztes Mal schon...

    Lasst euch mal wieder was neues einfallen.... Rinder waren schon lange nicht mehr dran!

  6. 6.

    Sorry, aber Schweinefarmen mit 50.000 Tieren sind per se eine Schweinerei! Für die Umwelt (Gülle, die das Grundwasser mit Nitraten verseucht) und für die Tiere. Und diese Fleischindustrie ist derart automatisiert, dass es dort kaum Arbeitsplätze gibt. Und ja, genau dieser Schweinerei wünsche ich, dass sie sich nicht mehr rechnet. Deutschland exportiert haufenweise billigst produziertes Schweinefleisch. Wir exportieren alleine nach China 3 Millionen Tonnen Schweinefleisch jährlich. Die Gülle dieser Schweinerei wird auf deutschen Äckern verklappt. Das ist so massiv, dass uns sogar die EU wegen der Nichteinhaltung der Nitrat-Grenzwerte verklagt.

    Kurz: Wenn durch die Schweinepest diese Betriebe dicht machen müssen, wäre das das Beste, was uns und unsere Umwelt passieren könnte. Und weniger Wildschweine in Brandenburg wären für das Ökosystem auch gut. Win-Win. Also her mit der Afrikanischen Schweinepest.

  7. 5.

    " Arbeitsplätze " sind das politische Totschlagargument schlechthin. Massenhaft Arbeitsplätze der Vergangenheit gingen durch techn. Neuerungen verloren .... Pferdeknechte gibt´s heute nicht mehr, auch keine Drucksetzer wie früher ,
    und ist eine Massentierhaltung heute noch sinnvoll und vetretbar ? ich denke heute nicht und früher auch nicht

  8. 4.

    Was würdest du sagen,wenn man dir die Pleite wünscht? Immerhin hängen doch einige Arbeitsplätze dran und das auf dem Land wo es ja nicht gerade massenhaft giebt.

  9. 3.

    Der Mensch gilt global als einer der größten Risikofaktoren überhaupt.

    und wenn das Virus für den Menschen ungefährlich ist sind doch lediglich die Massentierhaltungen von Schweinen gefährdet , also ganz im Sinne der Forderungen nach weniger Fleischverzehr

  10. 2.

    Die Afrikanische Schweinepest kurz vor der deutsch-polnischen Grenze? - Sauerei.

  11. 1.

    Was genau ist denn bedroht? Der viel zu hohe Bestand an Wildschweinen uns unserer Region oder die Massentierhaltung von Schweinen in Ställen bis zu 50.000 Tieren? Ehrlich gesagt wären mir die Pleite von diesen gülleverpesteten Massentierhaltern und ein geringerer Wildschweinbestand lieber, als ein "Verhindern" der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest. Wo genau gibt es 80 km östlich der Grenze Wildschweinwurst zu kaufen?

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