Vor Schaltern der Lufthansa steht ein Schild mit der Aufschrift "Kein Eingang". (Quelle: imago-images/Patrick Schreiber)
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Lufthansa-Flugbegleiter im Ausstand - Erneut Dutzende Flugausfälle in Tegel wegen Streiks

Zwei volle Tage streiken die Flugbegleiter von Lufthansa: Am Donnerstag und Freitag sind am Flughafen in Berlin-Tegel fast alle Verbindungen nach München und Frankfurt ausgefallen. Am Samstag soll der Flugbetrieb wieder weitgehend normal laufen.

In Berlin waren am Freitag erneut Dutzende Flüge von den Streiks der Flugbegleiter bei der Lufthansa betroffen. Insgesamt 36 Abflüge und 37 Ankünfte wurden auf den Strecken nach Frankfurt und München gestreichen. Lediglich am Morgen sollte ein Lufthansa-Flug um 9.00 Uhr nach München sowie am Abend ein weiterer um 20.45 Uhr nach Frankfurt starten. Andere Ziele werden unter dem Lufthansa-Logo von Tegel aus nicht angeflogen.

Die Lufthansa-Töchter Swissair und Austrian Airlines fliegen planmäßig von und nach Wien und Zürich. Auch die Flüge der Eurowings sind gesetzt. Sie fliegen von Tegel aus hauptsächlich innerdeutsche Ziele an, darunter auch München.

Mehr Flugausfälle als erwartet

Insgesamt hat die Lufthansa wegen des zweitägigen Streiks mehr Flüge absagen müssen als erwartet. Am Donnerstag hatten die Arbeitsniederlegungen begonnen, zu dem die Gewerkschaft Ufo aufgerufen hatte. Insgesamt 1.500 Flüge seien deswegen annulliert worden, teilte Lufthansa in Frankfurt mit. 200.000 Menschen seien betroffen gewesen. Zuvor hatte die Lufthansa erklärt, die Streiks an den beiden Tagen hätten 1.300 Flugstreichungen verursacht und 180.000 Menschen betroffen.

Am ersten Streiktag waren am Flughafen Tegel sowohl nach Frankfurt als auch nach München sämtliche Lufthansa-Verbindungen gestrichen worden. Mehrere Dutzend Starts und Landungen waren betroffen. Die Flüge der Lufthansa-Töchter Swissair und Austrian Airlines nach Wien und Zürich starteten und landeten planmäßig. Auch bei den Inlandsflügen der ebenfalls zur Lufthansa gehörenden Eurowings gab es keine Einschränkungen.

Flugbetrieb soll Samstag wieder planmäßig laufen

Am Samstag solle der Flugbetrieb wieder "weitestgehend planmäßig" stattfinden, erklärte die Airline. Dennoch könne es wegen der Streiks bei der Lufthansa-Kerngesellschaft noch zu "vereinzelten Flugausfällen oder Verspätungen kommen".

Den Kunden waren wegen des Streiks Umbuchungen auf andere Gesellschaften und Tage sowie im innerdeutschen Verkehr auf die Bahn angeboten worden. Einen Ansturm auf die Bahn hatte es jedoch am Donnerstag nicht gegeben. Für Freitag aber erwartete die Deutsche Bahn auf den Strecken Berlin-München und Berlin-Frankfurt (Main) mit einem vermehrtem Fahrgastaufkommen.

Lufthansa und Ufo wollen wieder sprechen

Die Streiks zeigten bereits am Donnerstag Wirkung: Nach monatelanger Pause erklärte Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr, dass man nun wieder das Gespräch mit der Kabinengewerkschaft Ufo suche, um eine Schlichtung zu vereinbaren. Ufo stimmte dem Vorschlag zu. Man werde die von der Lufthansa angeregten Gespräche über das Wochenende wahrnehmen, so ein Ufo-Vertreter.

Der Streik bei Lufthansa soll am Freitag aber wie geplant fortgesetzt werden. Ufo werde aber von einer Ausweitung auf die Konzerntöchter Eurowings, Germanwings, Cityline und Sun-Express absehen.

Versuch gescheitert, Streik zu stoppen

Bislang hatte der Konzern Gespräche mit dem Argument abgelehnt, dass der Ufo-Vorstand nicht vertretungsberechtigt sei. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo fordert für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie den besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. 

Mit dem Versuch, den Streik noch juristisch zu stoppen, war Lufthansa am Mittwoch in zwei Gerichtsinstanzen gescheitert. Sowohl das Arbeitsgericht Frankfurt als auch das hessische Landesarbeitsgericht lehnten eine Einstweilige Verfügung gegen den Ufo-Streik ab.

Sendung: Inforadio, 08.11.2019, 06:00 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Also ich brauche keine Flugbegleiter jedenfalls innerhalb Europas, ich brauche nur ein Piloten Getränke hole ich mir selber.
    Bei LS nehme ich andere Fluggesellschaft die noch was bieten also nur ständig streikendes Flugpersonal.

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