Ein Taufbecken in der St. Hedwigs-Kathedrale am Bebelplatz in Berlin Mitte (Quelle: dpa/Jens Kalaene)
Bild: dpa/Jens Kalaene

Nie in der Kirche gewesen - 66-Jährige muss wegen Taufe Kirchensteuern nachzahlen

Das Berliner Verwaltungsgericht hat die Klage einer 66-Jährigen abgewiesen, die gegen zwei Kirchensteuerbescheide geklagt hatte. Ihr Argument: Sie habe nie eine Kirche besucht. Die Evangelische Kirche beharrte jedoch darauf, da sie als Kind getauft wurde.

Das Berliner Verwaltungsgericht hat die Klage eines ehemaligen Kirchenmitgliedes gegen den Einzug der Kirchensteuer abgewiesen. Die von der 66-jährigen Berlinerin angefochtenen Steuerbescheide seien rechtmäßig gewesen, sagte der Vorsitzende Richter der Kammer, Uwe Amelsberg, am Donnerstag. (Aktenzeichen: VG 27 K 292.15)

Klägerin war als Kind getauft worden

Die Klägerin war als Kleinkind in der DDR evangelisch getauft worden, hatte sich aber nach eigener Aussage nie der Kirche zugehörig gefühlt. Ihre Eltern waren bereits in den 50er Jahren aus der Kirche ausgetreten.

Der Klägerin waren für 2012 und 2013 insgesamt knapp 1.900 Euro an Kirchensteuern berechnet und eingezogen worden. Vorangegangen waren 2011 Ermittlungen der Kirchensteuerstelle des Finanzamtes Prenzlauer Berg bei der einstigen Kirchengemeinde der Klägerin in Bitterfeld (Sachsen-Anhalt), die die Taufe bestätigte. Mit ihrer Klage gegen die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) wollte die Frau den Steuereinzug für rechtswidrig erklären lassen. Zugleich forderte sie die Rückzahlung des Betrags.

Eltern waren in den 50er Jahren ausgetreten

Wie der Richter betonte, ist die Klägerin mit der Kindstaufe Mitglied der evangelischen Kirche geworden und erst 2014 ausgetreten. Laut Taufregister der Gemeinde Bitterfeld sei die heute 66-Jährige zwei Monate nach ihrer Geburt im Jahr 1953 durch die Taufe in die evangelische Kirche aufgenommen worden. Ihre Eltern traten nachweislich 1956 und 1958 aus.

Die Klägerin vertritt die Auffassung, dass ihre Eltern seinerzeit "unzweifelhaft" auch ihren Austritt miterklärt hätten. Dies wäre gesetzlich möglich gewesen, da ein Kind erst mit Vollendung des 14. Lebensjahres religionsmündig wird. Einen Nachweis über den Austritt
konnte die Klägerin jedoch nicht vorlegen.

Atheistisch erzogen und an Jugendweihe teilgenommen

Stattdessen berief sie sich darauf, atheistisch erzogen worden zu sein und an der DDR-Jugendweihe teilgenommen zu haben. Auch sei sie über Jahre nicht zur Kirchensteuer herangezogen worden. Selbst die Kirche in Berlin, wo sie seit den 70er-Jahren lebt, sei wohl davon ausgegangen, dass sie kein Mitglied ist. Warum die Kirchensteuerstelle erst 2011 sich nach der Kirchenmitgliedschaft der späteren Klägerin erkundigte, blieb in der Verhandlung offen.

Die Richter erklärten, der Austritt der Klägerin ergebe sich nicht aus den Austrittserklärungen ihrer Eltern. Sie habe damit rechnen können, selbst weiter Mitglied der Kirche zu sein - auch bevor sie von der Kirchensteuerstelle angeschrieben wurde.

Landeskirche begrüßt das Urteil

Wie das Gericht weiter ausführte, verstößt die durch eine Säuglingstaufe erworbene Mitgliedschaft nicht gegen die verfassungsrechtlich geschützte Religionsfreiheit und die darin angelegte Freiwilligkeit der Religionszugehörigkeit. Auch ein missbräuchliche Verwendung von Steuerdaten durch die Zusammenarbeit von EKBO und Finanzamt verneinte das Gericht.

Die Landeskirche begrüßte das Urteil. Sie sehe sich in ihrer Rechtsauffassung bestätigt, erklärte Konsistorialpräsident Jörg Antoine als Leiter der landeskirchlichen Verwaltung. Zugleich
bedauerte er, dass es mit der Klägerin vorab zu keiner Verständigung gekommen sei. Die EKBO hatte angeboten, auf die Hälfte des Betrags zu verzichten.

Sendung: Abendschau, 12.12.2019, 19.30 Uhr

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91 Kommentare

  1. 91.

    Im November 2017 bekam ich Post vom Erzbistum Bamberg, ich solle mehrere Jahre Kirchensteuer nachzahlen.
    Seit 22 Jahren habe ich keine Kirchensteuer gezahlt, weil ich damals ausgetreten bin, aber heute meine Austrittserklärung nicht mehr habe. Eine neue bekam ich am Standesamt nicht, weil ich angeblich nicht ausgetreten bin. All meine Bemühungen den Austritt zu bekunden wurden nicht anerkannt. Alle Finanzämter und Meldebehörden führen mich als konfessionslos, was das Erzbistum aber nicht interessiert. Meine Geschichte hat noch weitere Hämmer und ich kann bis zum 15.08.2020 erneut Klage erheben. Ich könnte gut Hilfe gebrauchen, weil ich gegen diese Ungerechtigkeit weiter vorgehen will. Bamberg hat im Jahre 2019 knapp 4300€ von mir erhalten und will jetzt nochmal 700€ von mir.

  2. 90.

    Danke für diesen Artikel! Ich bin gerade dabei mich mit dem Thema Kirchenaustritt zu beschäftigen. Er hat mich in meinem Vorhaben bestärkt....und morgen geht's ab zum Amtsgericht Tempelhof Kreuzberg.

    Dass das aber schon wieder 30€ kostet, finde ich eine Frechheit. Mich hat seinerzeit niemand gefragt, ob ich der Kirche beitreten möchte und meine Taufe war sicher auch nicht ganz billig.

  3. 89.

    Zur Volljährigkeit mit 18 hat man sich nicht gemeldet und dann kassieren kommen. Vielleicht ist man dann in die andere Konfession eingetreten und bekommt 2Rechnungen, diese (un)rechtssprechung ist nicht nachvollziehbar gut daß in Freikirchen freiwillig gegeben wird ohne Staatshilfe.

  4. 88.

    DIe Kirche begrüßt das Urteil. Es ist diesem milliardenschweren Unternehmen wichtiger einer älteren Dame 1900 Euro wegzunehmen als diese von "christlichen Werten" zu überzeugen. Den wichtigsten christlichen Wert kennt die Frau nun: Grenzenlose Gier. Doch jeder kleine Sieg um ein paar Euro "Kirchensteuer" ist ein kleiner Schritt hin zu Abschaffung dieser absurden Rechtskonstruktion. Dafür muß man der Kirche fast dankbar sein.

  5. 87.

    Einen Gottesstaat, in dem weltliche und geistliche Macht in einer Hand liegen, haben wir zum Glück nicht, das ist richtig. Iran illustriert deutlich die Konsequenzen. Die Verquickungen sind jedoch vielfältig. Offensichtlich wird dies, wenn sich Politiker und Beamte in der Funktion ihres Amtes öffentlich zu Gott bekennen (Teilnahme an Gottesdiensten), obwohl sie sich nach dem Beamtenstatusgesetz § 33 neutral zu verhalten haben.

    Die Präambel des GG beginnt:
    „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott ...hat sich das Deutsche Volk ... dieses Grundgesetz gegeben.“

    Der Amtseid der meisten Länder endet mit: „So wahr mir Gott helfe.“
    Man ist so gnädig, dieses Bekenntnis weglassen zu dürfen.

    Das Bayrische Justizministerium:
    Kreuze sind Standard in den Gerichtssälen. „Sie sind Ausdruck der christlichen Tradition unseres Staatswesens.“

    Landesverfassung Rheinland- Pfalz, Art. 33:
    „Die Schule hat die Jugend zur Gottesfurcht … zu erziehen.“

  6. 86.

    Ich muss Ihnen widersprechen. Es wird in Deutschland nicht seit über 100 Jahren Verfassungsbruch begangen. Sie scheinen die Staatskirche mit Laizismus zu verwechseln. In Deutschland gehören Sie nicht zwangsweise einer Religion an, welche durch den Staat vorgegeben wird, wie es Art. 140 GG i.V.m. Art. 137 Abs. 1 WRV verbietet. Noch weniger integriert der Bundespräsident oder ein anderes staatstragendes Amt eine religiöse Führerschaft innerhalb Deutschlands. Stattdessen können Sie wählen, ob und, wenn ja, welcher Religionsgemeinschaft Sie angehören möchten. In der gegenwärtigen Situation kooperieren Staat und Kirchen, was durch das Grundgesetz auch nicht untersagt ist. Ein laizistisches Bekenntnis, also die vollständige Trennung von Staat und Kirche, wie es bspw. in der französischen Verfassung enthalten ist, gibt das Grundgesetz nicht ab.

  7. 85.

    Seid solitarisch mit den Menschenrechten. Tretet aus!

  8. 84.

    Dem kann man nur zustimmen. Gesetzlich ist die Trennung Staat- Kirche seit 100 Jahren geregelt. Das GG Art. 140 hat den damaligen Art. 137 (1) der Weimarer Reichsverfassung inkorporiert: „Es besteht keine Staatskirche.“
    Seit 100 Jahren, 4 Monaten und 3 Tagen wird vielfältig Verfassungsbruch begangen.

  9. 83.

    Die Kirchen befinden sich trotz Zwangstaufe im freien Fall. Über eine halbe Million Austritte/Jahr in Deutschland sprechen eine deutliche Sprache. Natürlich begrüßt sie deshalb die ethisch bedenkliche Entscheidung, Unmündige zu einer Zwangsmitgliedschaft verpflichten zu dürfen. So kann neben dem vorteilhaften monetären Aspekt auch munter indoktriniert werden.

  10. 82.

    „… verstößt die durch eine Säuglingstaufe erworbene Mitgliedschaft nicht gegen die verfassungsrechtlich geschützte Religionsfreiheit und die darin angelegte Freiwilligkeit der Religionszugehörigkeit.“

    Es bedarf sicher eines Theologiestudiums, um in der Säuglingstaufe Freiwilligkeit zu erkennen. Kinder werden rechtlich immer noch als Objekt und nicht als Subjektiv angesehen. Kinder sollten das Recht haben, sich selbstständig eine Weltanschauung zu erarbeiten und zu vertreten. Sie sollten das Recht haben, sich den wissenschaftlichen Kenntnisstand der Zeit anzueignen und sollten nicht verpflichtet sein, den archaischen Werten der „Heiligen Schriften“ aus der Antike oder Frühmittelalter, die dem begrenzten Scheuklappendenken ihrer Eltern entsprechen, folgen zu müssen. Es wird Zeit, dass die Kinderrechte dezidiert in das Grundgesetz eingefügt werden.

  11. 81.

    Heutzutage wäre Jesus sowieso Kommunist!

  12. 80.

    Wie peinlich für diese Institution, wenn sie tatsächlich darauf besteht dieses Geld zu bekommen, zeigt ja nur das es dem Unternehmen Kirche nicht um mitMENSCHlichkeit und Schäflein geht, sondern um's geliebte Geld...

  13. 79.

    Tretet aus, tretet aus. Ich empfehle es bei jeder Gelegenheit. Schluss mit der staatlichen Verquickung mit diesem Hokuspokus Vereinen.

  14. 78.

    Alles in allem sind es jährlich 19 Milliarden, die mit allen Nebenleistungen und unabhängig von der Kirchensteuer aus der öffentlichen Hand an die beiden Großkirchen fließen. https://www.spiegel.de/politik/deutschland/neue-berechnungen-staat-stuetzt-kirchen-mit-milliarden-a-727683.html. Das entspricht 230 €, die jeder Bundesbürger vom Kleinkind bis zum Greis, egal ob Atheist, Jude oder Moslem jährlich an die beiden christlichen Kirchen abdrückt.

  15. 77.

    Das einige Christen grossartige Soziale Arbeit leisten, wird auch nicht bestritten und auch wertgeschätzt. Die Wut richtet sich weniger gegen einzelne Mitglieder, die die gepredigten Werte auch ernst nehmen. Als gegen die Institution Kirche, welche durch Sonderbehandlung(zb. beim Steuerrecht), Diskriminierung(Schwule) und einer gewissen Korruptheit (Vatikan) auffallen. Kann ja nicht sein, das im Vatikan mit Kirchengeldern auf dem internationalen Finanzparkett gezogt wird und wenn es schief läuft, müssen gläubig oder nicht, die Kleinen ran! Da offenbart sich einfach ein jahrhunderter alter Mechanismus von Obrigkeit und Untertan, den es zu überwinden gilt! Ich bin für ein Taufverbot von Minderjährigen, diese Entscheidung sollte bei reifem und klarem Bewusstsein getroffen werden.

  16. 76.

    ´Sehet den Raben, er saeet nicht, er erntet nicht und Gott ernährt ihn doch!
    Dieser Spruch passt doch ganz gut zur Kirche!
    Ausser eben das Gott in diesem Fall eine 64 jährige ist, die nie in der Kirche war!

  17. 75.

    Boar, ganz schön teuer son bsl Wasser auf die Stirn zu bekommen!

  18. 74.

    Wer bis jetzt noch gezögert hat aus diesem Verein auszutreten, hat jetzt einen handfesten Grund.

  19. 72.

    Glauben Sie wirklich an das Märchen der wohltätigen Kirchenunternehmen? Wenn die Kirche solche unbestritten wichtigen Aufgaben übernimmt, dann tut sie das als reines Wirtschaftsunternehmen und verdient damit Geld. Das ist auch grundsätzlich in Ordnung, nur soll man bitte nicht so tun, als wäre das aus Barmherzigkeit! Diese Zeiten sind lange vorbei. Von mir aus kann jeder glauben, was er möchte und so intensiv er möchte. Egal ob mit oder ohne Kirche. Eine Steuerpflicht rein daran festzumachen, dass ein unsebständiges Kleinstkind getauft wurde, empfinde ich trotzdem als höchst unchristlich und widerspricht jeglicher freier Selbstbestimmung. Das ist ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten und gehört abgeschafft!

  20. 71.

    Auch jemand, der keine Kirchensteuer bezahlt, finanziert die Kirche an vielen Stellen mit. Sei es die theologische Ausbildung an der Universität, 500 Millionen an Ausgleichszahlungen jährlich oder den Löwenanteil bei sämtlichen kirchlichen Einrichtungen. Krankenhäuser mit kirchlicher Trägerschaft werden zu weit über 90 Prozent aus Steuermitteln finanziert. Dafür erlaubt sich die Kirche ein fragwürdiges Arbeitsrecht oder schickt Frauen weg, wenn sie die Pille danach wollen. Durch den hohen Anteil aus Steuermitteln bei sämtlichen kirchlichen Einrichtungen, ließe sich das durchaus auch staatlich organisieren. Dafür sitzt man dann nicht jemandem gegenüber, der daran glaubt, dass man zur Hölle fährt, wenn man Sex vor der Ehe hat. Zumindest wird es so nicht durch die Institution vertreten. Bei diesem reaktionären Menschenbild muss man ziemlich verzweifelt sein sich gerade dort Hilfe zu suchen. Kirchensteuer gibt es so in kaum einem anderen Land auf der Welt.

  21. 70.

    Es geht hier ja nicht um die wichtige Arbeit der Kirchen. Sondern darum, dass die Finanzierung eben dieser Arbeit nicht von zufällig ausgewählten Menschen getragen werden darf.
    Wenn die Religion der Eltern, bei der Geburt des Kindes, darüber entscheidet ob eine Person Kirchensteuer zahlen muss, hat das wenig mit Selbstbestimmtheit und Religionsfreiheit zu tun. Für diese Steuer sollte ausschließlich die schriftliche Zustimmung bei Volljährigkeit in Betracht gezogen werden, da auch eine Konfirmation eher den Wunsch nach einem Besonderen Erlebnis, denn die Zugehörigkeit zu einer Religion ausdrückt.
    Wenn aber durch den Rückgang der Kirchensteuer die Finanzierung gesellschaftlich wichtiger Einrichtungen bedroht ist, müssen wir uns einen Weg überlegen, diese Finanzierung als Gesamtgesellschaft zu bewältigen. Vielleicht ist ja nicht in jedem Fall eine Kirche der beste Träger.

  22. 69.

    Lieber rbb,
    könnt ihr bitte die Überschrift korrigieren? Im Text schreibt ihr selbst "Der Klägerin waren für 2012 und 2013 insgesamt knapp 1.900 Euro an Kirchensteuern berechnet und eingezogen worden."
    Offensichtlich hat die Dame erst 2014 reagiert, ist aus der Kirche ausgetreten und hat geklagt. Sie wollte das Geld zurück haben.
    Auch im Urteil (VG-27-K-29215) heisst es: " Infolgedessen stehe der Klägerin auch kein Anspruch auf Erstattung der als Kirchensteuer einbehaltenen Beträge zu."
    Die Überschrift ist müsste also lauten "59-Jährige bekommt Bescheid und zahlt zwei Jahre Kirchensteuer. Dann klagt sie dagegen und bekommt das Geld nicht zurück"

  23. 68.

    Tja, dieser Hass ist aus den Ihnen zugegangenen Antworten deutlich ablesbar. Die Kirchen sind eben beliebte Feindbilder so einiger Menschen. Lassen Sie sich die Laune dadruch nicht vermiesen, ich bin voll bei Ihnen. Und den Hatern sage ich nur, kümmert Eich doch um Euren Kram, Ihr seid bestimmt keine Kirchenmitglieder. Und die Aufgaben, die die Kirchen übernehmen und für die sie dafür Gelder vom Staat bekommt, sind wichtig (zB Kältehilfe, Bahnhofsmission, Rettungsdienste etc.....). Aber das wollt Ihr ja nicht hören.

  24. 67.

    Betrieben werden viele Einrichtungen von kirchlichen Trägern, finanziert aber eher durch den Staat. Und dafür bekommen sie dann noch Sonderrechte im Arbeitsrecht. Ekelhaft.

    https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-12/kirche-staat-muenster-trennung/seite-2

  25. 66.

    Die Arbeit der Kirche spielt hierbei nun mal keine Rolle. Außerdem müssen säkulare humanistische Organisationen auch ohne Kirchensteuer klarkommen und leisten genauso gute, wenn nicht sogar bessere Hilfe.

  26. 65.

    Hey Karsten, das eine hat doch mit dem anderen überhaupt nix zu tun! Es kann doch tausende vorbildliche, hervorragende Mitarbeiter geben und trotzdem kann man kritisieren, dass eine Frau hier im hohen Alter für ne Sache belangt wird von der sie ihr gaaanzes Leben nie profitiert hat! Das finde ich höchst unchristlich!
    Kann man die nicht einfach in Ruhe lassen?

  27. 64.

    Nebenbei bemerkt : Arme Rentnerin : In diesem oder dem anderen Artikel wurde erwähnt, dass die Kirchensteuer in Höhe von 1900 Euro für zwei Jahre nachgefordert wurde. Ich habe mal überschlagen und komme auf ein Monatsbrutto von 4000 Euro ohne Arbeitgeberanteil an Sozialversicherung... in anderen Threads wäre die Frau gewiss eine böse Besserverdienende.

    Persönlich bin allerdings auch der Meinung, dass die Kirchsteuerpflicht mit der Konfirmation einsetzen sollte, das ist aber letztendlich von den Kirchenparlamenten zu entscheiden.
    Unabhängig davon sind alle Bezeichnungen wie "Sekte" o.ä. einfah nur herabwürdigend und es sollte doch bitte jeder vor seiner eigenen Haustür kehren und sich Gedanken machen, was Toleranz ist.

  28. 63.

    Leider haben viele Kommentatoren nur ein Auge für das monetäre und ziehen sich an der Kirchensteuer hoch. Komplett ignoriert wird die tägliche Arbeit der Kirchen mit den vielen Abgehängten im Land und auch außerhalb : Wie viele Behindertenheime und -werkstätten werden von der Kirche betrieben, und ich rede hier von den wirklich schweren Fällen. Man denke an die Seelsorge in Krankenhäusern, Hospizen, am Telefon oder direkt an Unfallorten. Auf dem Land - da wo die neuen Heilsbringer durch Abwesenheit glänzen, ist die Kirche wichtiger Bestandteil des Lebens. Es gibt Besuchsdienste (wo allein lebende Menschen regelmäßig besucht werden), Frauenkreise, Chöre, Umweltaktionen und für Familien bezahlbare Rüstfahrten. In den Städten denke ich zum Beispiel an die Bahnhofsmissionen, caritativen Einrichtungen und wer weiss noch was. Christen findet ihr in fast allen Ehrenamtlichen Bereichen. Woher also kommt der Hass ?

  29. 61.

    Bekräftigung des Glaubensbekenntnisses. Die RKK hat dafür die Kommunion und Firmung, die EK hat die Konfirmation. Hier gibt es für die zwangsweise getauften Säuglinge die Möglichkeit, in mündigerem Alter selber nochmal zu bestätigen der jeweiligen Kirche anzugehören. In beiden Kirchen findet die jeweils letzte Möglichkeit, seine Konfession zu bekunden, in einem Alter statt, in dem man in Deutschland strafmündig ist. Ist dies erfolgt hat kann die Kirche mMn davon ausgehen, dass sie Kirchensteuer einziehen kann. Hat man das nicht, dann eben nicht. Immerhin gibt es Pastoren, die wegen nicht stattgefundener Firmung, nicht kirchlich verheiraten. Ich werde außerdem bei jeder Personalausweisbeantragung nach meiner Konfession gefragt. Ich verstehe nicht, wie das Gericht eine Zwangstaufe als ausreichenden Grund ansehen kann, eine steuerpflichtige Konfession anzunehmen. Das Vorgehen der Kirche ist ethisch einfach sehr fragwürdig und bedauernswert.

  30. 60.

    Die Diskussion hier ist derart von Vorurteilen, Unwissenheit und Hass durchsetzt, dass mir Angst und Bange vor der Zukunft wird. Gerade eben der Begriff "religiös gebrandete Babys" und Finger weg : Wir Christen lassen unsere Kinder taufen, weil unserem Glauben nach die Kinder einen besonderen Schutz bekommen. Historisch betrachtet brachte die Taufe auch eine stärkere wirtschaftliche Absicherung für die Kinder, da die Paten im Falle des Versterbens der Eltern die Fürsorge für das Kind übernahmen. Damals wie heute verpflichteten sich Eltern und Paten, die Kinder im christlichen Sinne zu erziehen. Ich kann nichts Schlechtes an Toleranz, Nächstenliebe (unsere Kinder waren oft in Altersheimen) und eine Weltanschauung, welche die Bewahrung der Schöpfung einschließt, erkennen. Egoismus, Gier und Duckmäusertum sind nicht Teil der christlichen Lehre. Konfirmanden spenden bei der Konfirmation einen Betrag für Soziales, aus Dank für die Geschenke, die sie selbst erhalten

  31. 59.

    Wie kommen sie denn darauf? Ich will weder einen Pfaffen auf meiner Beerdigung, noch lege ich gesteigerten Wert auf Kirchen oder Theaterstücke an Heiligabend. Trotzdem wird der Kirche ein erheblicher Teil meiner Steuergelder hinterhergeworfen dafür, dass sie alle die nicht nach ihren Moralvorstellungen leben aktiv diskriminieren darf. Wir sollten uns ein Vorbild an Frankreich nehmen und den Staat bitte Staat und die Kirche bitte Kirche sein lassen. Ein laizistischer Staat sollte sich um das Weltliche selbst kümmern. Die Kirchen dürfen sich dann gern um das Seelenheil derer kümmern die das wünschen. Und abrechnen sollen sie das bitte selbst.

  32. 58.

    Wird jemand ev, getauft, bestätigt er mit der "Konfirmation" seine Zugehörigkeit zur Kirche. Da die Klägerin sicherlich nicht konfirmiert wurde, hat sie ihre Zugehörigkeit nicht bestätigt, ist somit auch nicht Mitglied der Kirche. So hat man uns das jedenfalls damals im "Konfi-Unterricht" erklärt.

  33. 57.

    "Richtig wäre ..." Und das entscheiden Sie aufgrund welcher Kompentenz? Die Eltern haben das Recht dazu. Und Sie?

  34. 56.

    Warum tritt diese Frau nicht aus der Kirche aus? Hilfe bekommt sie von der Kirche eh nicht.

  35. 55.

    Für mich ein sehr guter Grund ENDLICH aus diesem Zwangsverein auszutreten, was ich schon lange Zeit vor hatte. Von Christlichkeit hat man bei der Kirche in verschiedenen Zeitabschnitten der Geschichte nicht viel merken können und dieser Vorfall bestätigt meine Meinung mal wieder. Kirche ade! Christlich handeln kann man auch OHNE Zugehörigkeit zur Kirche, unchristliches Handeln innerhalb dieser Institutionen finde ich da wesentlich kritischer bzw. schlimmer.

  36. 54.

    Ich fürchte, angesichts dessen, wie bei uns Politik, Justiz und Medien mit hörigen Christen durchsetzt sind, wird ein Gang nach Karlsruhe nichts bringen. Da muss man wohl auf die europäische Ebene hoffen. Schließlich gibt es in Europa Länder, in denen Staat und Kirche getrennt sind und nicht miteinander verfilzt wie in Deutschland.

  37. 53.

    Wenn Sie sich so gut auskennen, wissen Sie ja sicherlich, dass es christliche Kirchen gibt, die sich ebenfalls auf die Bibel berufen, das alles trotzdem ein wenig anders sehen und ausschließlich Erwachsene taufen. Die Gottesdienste dieser Kirchen sollen denn auch deutlich besser besucht sein als die der Amtskirchen, aber bei letzteren ist ja wohl sowieso nicht so wichtig, wieviele Schäflein sich noch blicken lassen (je mehr, desto mehr Arbeit ...), sondern wie laut es in der Kasse klingelt.

    Wer kulturgeschichtliche Kenntnisse besitzt, weiß, dass dies eine lange, lange Tradition hat.

  38. 52.

    Ich wurde 1947 auch getauft und bin anfangs auch zur Christenlehre gegangen weil meine Eltern es so wollten.
    Mit 9 Jahren bin ich dann nicht mehr hingegangen und meine Mutter ist dann aus der Kirche ausgetreten. Sie hat gesagt, das die Kinder mit abgemeldet seien. Eine schriftliche Bestätigung hatte ich aber nicht. Bin dann sicherheitshalber 1991
    nach der Wende nochmal ausgetreten, hat damals 1 DM gekostet, und habe seitdem Ruhe vor der Kirche.
    Die Austrittserklärung habe ich bis heute noch.

  39. 51.

    Wichtige Unterstützung wird geleistet auf weltanschauungsrecht.de. Und einfach mal auf kichenaustritt.de reinschauen.

  40. 50.

    Bei der Kindestaufe handelt es sich wie beim muslimischen Kopftuch oder der jüdischen Beschneidung um einen Mechanismus, der der Verbreitung der Religion dient. Kinder werden so religiös „gebrandet“ bevor sie piep sagen können. Richtig wäre eine eigene Entscheidung im religionsmündigen Alter, wie wenige Freikirchen das praktizieren. Es gibt keine religiösen Babys, Finger weg von solchen Praktiken, die einst mit Angst vor der Hölle begründet wurden.

  41. 48.

    Die Bischöfe und Kardinäle in der RKK sind Sektierer. Leugnen die Missbrauchsvorwürfe in den eigenen Reihen immer noch. Nur einige ganz wenige fangen an laut darüber „nachzudenken“. Homosexuelle und Transpersonen werden gänzlich ausgeschlossen um teilnehmen zu dürfen an die Lehren Christi. Solange es das Zölibat gibt, wird sich die katholische Kirche keinen Schritt Richtung Zukunft bewegen. Staat und Kirche sind getrennt voneinander zu halten Punkt.

  42. 47.

    Ich bin nicht getauft, meine Frau (war) evangelisch. Jahrzehnte lang hat sie Kirchensteuer für ihr Gehalt abgeführt - so weit so gut. Da fällt dem Kirchensteueramt ein: Wir versteuern das gemeinsame Einkommen der Eheleute. Sie haben es bereits gelesen: Meine Frau ist ausgetreten.

    Die Kirchen schaffen sich selbst ab!

    Und nicht verwechseln: Glaube ist für viele Menschen sehr wichtig, was die Kirchen damit machen traurig...

  43. 46.

    Ich muss Sie enttäuschen: Ich gehe auch zu Weihnachten nicht in die Kirche und von mir aus kann für den Besuch von Gotteshäusern gern Eintritt verlangt werden. Dann möchte ich aber auch nicht, dass die Kirche beim Staat um Zuschüsse bei der Instandhaltung und Sanierung ihrer Gotteshäuser bettelt - wenn letztere nur für zahlende Kundschaft gedacht sind, dann sollen das mal die Schafe selbst bezahlen.

    Und einen Pfaffen an meinem Grab verbitte ich mir.

  44. 44.

    Der Sachverhalt wirft die Frage auf, ob Kirchenaustritte zu einem realen Mitgliederschwund führen.
    Offenbar kannte die Kirche die Klägerin als Mitglied gar nicht, denn sie hatte keinen Kontakt zu ihr. Für die Kirche war sie höchstens verschollen. Deshalb zählte sie offenbar auch nicht als Kirchenmitglied bis das Finanzamt sie aufspürte.
    Dann trat die Klägerin sofort aus der Kirche aus. Ergebnis; PlusMinus Null Kirchenmitglieder durch den Kirchenaustritt der Klägerin. Die jährlichen Kirchenaustritte könnten deshalb als überbewertet gelten. Die Finanzämter könnten Treiber der Kirchenaustritte sein. Es liegt an den Kirchen, ob Sie Anfragen der Finanzämter bezüglich der Taufregister beantworten.

  45. 43.

    Ich hoffe, Ihre Eltern haben Sie nicht als Säugling zum Mitglied in irgendeinem Verein gemacht, wovon Sie gar nichts wissen, der aber - wie hier wieder klar erkennbar - vor allem daran interessiert ist, dass seine Kasse klingelt. Und weil Sie nicht rechtzeitig ausgetreten sind bzw. gar nichts von der Zwangsmitgliedschaft, die man Ihnen als geschäftsunfähiges Kleinstkind verpasst hat, wussten, kommt dieser Verein nun und versucht Sie finanziell zur Ader zu lassen.

    Eigentlich sollte es so klar sein, dass derartiges Verhalten mindestens unanständig und unredlich ist, dass eine Erklärung überflüssig ist.

  46. 42.

    Ich krieg mich nicht mehr ein. SIE wollen erklären was die Kirchen alles an Nächstenliebe verbreitet? Dies tut sie aber in erster Linie an ihren Gläubigen, zahlenenden Mitgliedern hier im Land. Ich betone immer wieder, besonders die RKK schließt bestimmte Minderheiten aus und ja beleidigt, beschimpft und verunglimpft diese sogar. Ich schreibe jetzt zum dritten Mal hier als Betroffener Schwuler Mensch offen meinen Unmut und Ärger. Die evangelische Kirche ist da schon wesentlich fortschrittlicher und offener. Und trotzdem bin ich strikt dafür Kirche und Staat sind getrennt zu halten. Der User @Steffen hat recht mit seiner Ausführung.

  47. 41.

    Ein Skandal. Die Kirche übt sich in unverschämter Trickserei und zeigt sich geldgeil. Das bestätigt die Richtigkeit meinerEntscheidung zum Kirchenaustritt vor zwei Jahren.

  48. 40.

    Wieso wird mir hier andauernd unterbreitet ich könne doch austreten aus der Kirche. Bin schon seit Mitte d.80er Jahre raus aus dieser Sekte. Kirchensteuer Abzocke wird durch den Staat noch gefördert.Dies muß dringend geändert werden. Als Homosexueller habe ich gute Gründe insbesonders die RKK abgrundtief nicht zu mögen. Und das ist hier noch sehr nett ausgedrückt. Falls Sie wirkliches Interesse an meine Unmutsäußerungen haben, so empfehle ich gerne mal ein Blick auf die Website „queer.de“. Ein Beispiel sei hier genannt. Die RKK lehnt weiterhin die „ Ehe für Alle“ schlichtweg ab.

  49. 38.

    Soso... niemand muss? Schöne Auffassung von Freiheit haben Sie da, aus China? Wo genau befindet sich denn diese Freiheit, wenn man erst gezwungen ist aus einer Religionsgemeinschaft auszutreten, nur weil man während frühester Kindheit einem wässrigen Ritual zwangsweise unterzogen worden ist.
    Frei wäre man in seiner Entscheidung, wenn die Kirche höflicherweise sich erkundigt hätte, ob man denn gewillt ist Beiträge zu leisten bevor man sie erhebt.

  50. 37.

    Ja klar, alles für lau haben wollen! Heiligabend in die Kirche gehen und über das Theaterstück auf der Bühne schwärmen, in jeder Stadt Gotteshäuser betrachten, bitte einen Pfarrer zur Beerdigung. Alles für lau.
    Geht nicht. So einfach. Jeder erwartet seine Gerechtigkeit und verlangt von den Anderen eine Großzügigkeit. Ich finde das gut so. Das ist einfach rechtens.

  51. 36.

    Soweit im Rechsstaat die Trennung von Staat und Kirche?

  52. 35.

    Beide großen deutschen Kirchen haben Jugendzeremonien, die der Bestätigung der Taufe und der Aufnahme in die Erwachsrnengemeinschaft dienen (Firmung und Konfirmation).
    Wir kann jemand Mitglied sein, der das nicht mitgemacht hat?

    Wo ist das Crowdfoundingprojekt zur Finanziwrung der Revision, bis vor das BVerfG?

  53. 34.

    Genau das ist doch die Krux, sie soll jetzt xx Jahre nachzahlen weil angenommen wird sie wurde damals getauft.
    Also eine Willenserklärung die ihre Eltern für sie abgegeben haben sollen führt jetzt nach jahrzehntelangen stillhalten zu einer Schuld.
    Und es ist hier Beweislastumkehr. Nicht die Kirche muss beweisen das sie eingetreten ist, die muss das nur behaupten., SIE muss beweisen das sie ausgetreten ist.

  54. 33.

    Das die Kirche/en sowas nötig haben ist für mich nicht sehr christlich, und dann auch noch eine Rentnerin, was kommt als nächstes, allein erziehende Mütter?

  55. 32.

    Wer die beiden großen christlichen Kirchen hier als "Sekten" bezeichnet, disqualifiziert sich selbst. Denn eine sektiererische, also "abweichende" Tätigkeit bezieht sich immer auf das Verhältnis des Sektierers zu den jeweils herrschenden Amtskirchen. Nur wer von deren Glauben abweicht, kann ein "Sektierer" sein - und aus demselben Grund können die Kirchen selbst niemals als "Sekten" bezeichnet werden. Wer so redet, will seiner Abscheu vor jedem christlichen Glauben Ausdruck verleihen - wählt aber die falschen Begriffe. Wohin der Atheismus dieser Menschen führt, sieht man meist auf dem Sterbebett. Alles Dieseitige muss dann zurückgelassen werden, und es gibt nur wenige Menschen, die das Heldentum und den Mut aufbringen, einsam und ohne jede Hoffnung zu sterben.

  56. 31.

    Viele der Kommentare hier zeugen mal wieder von mangelndem kulturgeschichtlichem Bewusstsein. Nicht der Kirche ist vorzuwerfen, dass ein neugeborenes Kind getauft wurde, sondern diese Entscheidung treffen die Eltern. Und aus guten Gründen entscheiden sie bis zum 18. Lebensjahr auch in vielen anderen Dingen für ihre Kinder - weshalb es m. E. auch ein Unding ist, dass die Elternrechte per Grundgesetz beschnitten werden sollen. Wer wissen will, warum die Taufe für die Kirche so wichtig ist, lese die Bibel und dort vor allem die Geschichte von Johannes, dem Täufer, der Jesus im Jordan taufte. Die Taufe wird im Übrigen mit einem Taufschein bescheinigt. Verantwortungsvolle Eltern, die ihr Kind haben taufen lassen, sollten ihm diesen Taufschein spätestens mit der Volljährigkeit oder besser noch mit der Konfirmation oder Firmung überreichen - dann können solche Missverständnisse nicht entstehen.

  57. 30.

    Ja und wenn man dann Jahrzehnte nach dem Austritt keinen schriftlichen Nachweis mehr über diesen hat (verloren, zerstört durch einen Wohnungsbrand etc.) ist man im Zweifel dann rückwirkend doch wieder Mitglied der Kirche. Die Tatsache, das einem jahrzehntelang keine Kirchensteuern abgezogen wurde reicht ja offenbar nicht um zu beweisen, das man kein Mitglied der Kirche ist. Wer irgendwann man getauft wurde, ist für den Rest seines Lebens in der Beweispflicht darüber kein Kirchenmitglied zu sein. Der Kirchenaustritt wird damit zur einzigen Steuerunterlage, für die es eine unendlich lange Aufbewahrungsfrist gibt.

  58. 29.

    Ich muss Kirchensteuer zahlen, weil meine Frau mal getauft wurde und wegen ihrer Eltern noch nicht ausgetreten ist. Aus familiären Anlässen sind wir gelegentlich in einem Gottesdienst. Dann singe ich meistens mit (laut und schlecht), bete aber nicht mit. Aus der Kollekte nehme ich meistens ein paar Münzen, um wenigstens einen kleinen Teil des abgezockten Geldes wieder zu kriegen. Wahrscheinlich bin ich dann in unserem «Rechtsstaat» der Verbrecher. Ja klar, die Kirche zahlt ja besser.

  59. 28.

    Da bin ich aber mal gespannt; ich kenne keine einzige karitative oder kirchliche schulische Einrichtung, die nicht zu _mindestens_ 50% aus öffentlichen Geldern bezuschusst wird. Ohne Geld zu fordern sind die Kirchen in erster Linie für sich selber tätig. Die sozialen Aufgaben, die sie wahrnehmen, sind immer an Bedingungen und Sonderrechte geknüpft. Das kann nicht nur Geld sein, sondern auch die Aushebelung von ansonsten für alle anderen gültigem Recht. Z.B. dem der Religionsfreiheit und Diskriminierungsverboten bei Einstellungen. Sozialarbeiter/-innen, Ärzte/-innen, Psychologen/-innen und Pflegepersonal ohne das richtige Bekenntnis oder mit dem falschen Sakramentsstatus (z.B. "wiederverheiratet") haben es in diesen Institutionen immer besonders schwer, sofern man sie überhaupt reinlässt. Wenn öffentliches Geld fließt, habe ich die Erwartung, dass auch öffentliches Recht gilt.

  60. 27.

    Gut, dass man mit dem Chef selber einfach so reden kann, wenn man mag, ganz ohne Mitgliedschaft im Verein - das fände er sicherlich auch befremdlich, dass man Geld zahlen muss, um vorsprechen zu dürfen.
    Ich frage mich, wofür genau man diese Steuern zahlt, denn in den Kirchen wird Geld für alles mögliche gesammelt - ok, nicht für den Pastor - aber wenn wir nur seine paar Kröten und die des Küsters zahlen müssten, wären wir nach einem Monat rum...

    Gut, dass der Chef nicht korrumpierbar ist, weder durch kleine noch durch große Geschenke... das mit dem Tempel und dem Opfern und so meinte ich sei geklärt seit ca. 2000 Jahren....

  61. 25.

    So wie ich das lese, wurde die Kirchensteuer rückwirkend verlangt - auf den Gehaltsabrechnungen vorher tauchte sie nicht auf. Da hilft anschauen nicht, was nicht drauf ist, taucht dadurch auch nicht auf.

  62. 24.

    Austreten setzt voraus, dass man eingetreten ist (nicht: eingetreten wurde).
    Sprich, mit dem Austrittsgesuch bekundet man, das man vorher irgendwann eingetreten ist - und damit womöglich schlafende Hunde wecken.
    Solche Konstruktionen gibt es z.B. bei Sportvereinen, wenn die Eltern für die Verpflichtung aus der Mitgliedschaft des Kindes einstehen. Allerdings erfolgt mit Volljährigkeit dann auch ein Wechsel der Geschäftsgrundlage, so dass die Eltern nicht mehr zuständig sind. Und als die Klägerin 18 wurde, war die Kirche auch nur "so ein Verein" - sprich die Mitgliedschaft hätte neu begründet werden müssen. Wo kann man für den Gang nach Karlsruhe spenden?

  63. 23.

    Es kann gut sein, das im einen Monat auf ihrer Gehaltsabrechnung 0€ Kirchensteuer vermerkt und im Folgemonat 1900€ Kirchensteuer für diesen und rückwirkend für diverse Vormonate ausgewiesen waren.

  64. 22.

    Markus 11:17

    Er belehrte sie und sagte: Heißt es nicht in der Schrift: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes für alle Völker genannt werden? Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht.

  65. 21.

    Aber ich bin ausgetreten. Und zwar im vergangenen Sommer. Es war eine einzigartige Befreiung, die mir gut getan hat. Für mich war entscheidend, dass ich meine Prioritäten geändert habe (in Zeiten von Fake-News, Unterlassungsklagen gegen Hömöopathiekritiker, Klimawandelleugnungen u.s.w.). Mein Bemühen um Wissen wurde mir wichtiger als mein Bemühen um meinen Glauben an die Mythen der Hebräer.
    Das Geld war eher eine Begleiterscheinung. Wenn allerdings jemand als Säugling etwas Wasser abbekommt und dafür nach über 50 Jahren eine Rechnung erhält, dann fühle ich mich solidarisch. Ich bereue meine eigenen jahrzehntelangen Kirchensteuerzahlungen gleich ein Bisschen mehr.

  66. 20.

    Die Kirche zahlt dem Staat Geld dafür, dass er die Kirchensteuer eintreibt. Das macht der Bund genauso, in dem er die Länder dafür bezahlt, dass diese Bundessteuern eintreiben. Das ist für alle die billigste Variante.

    ....
    Wer im übrigen die Kirchen als Abzockverein beleidigt, sollte mal in sich gehen - und überlegen, wo Kirchen ohne Geld zu fordern, tätig sind.

  67. 19.

    Einfach widerlich. Die Kirche, welche sich in der nachfolge Jesu sieht, hat Blut geleckt und einen menschen entdeckt, den sie melken und schröpfen kann. Die verantwortlichen in der Kirche sollten sich mal überlegen, waa Jesus in dieser Situation getan hätte. Übrigens hat Jesus niemals die organisierten Kirchen gewollt. Sie haben sich seiner bemächtigt und sollten sich was schämen. Ich weiß ganz genau, warum ich vor vilen Jahren aus der katholischen Kirche ausgetreten und nie wieder in eine Kirche eintreten werde. Als freier Christ kann ich mir der Kirchen wegen nur schämen.
    Es wird allerhöchste Zeit, daß eine Mitgliedschaft in einer Kirche ein beurkundungspflichtiger Verwaltungsakt sein muß, der erst mit Volljährigkeit und vollständiger Belehrung über die Rechtsfolgen vollzogen werden kann.

  68. 18.

    Das muss diese christliche Nächstenliebe sein, von der die immer Reden.
    Die muss so einer armen Rentnerin schon mal ein paar hundert Euro Wert sein.

  69. 17.

    Aber wenn sie doch nicht konfirmiert wurde... Wie kann sie dann dazugehören?

  70. 16.

    Als kirchenferner, in der DDR geborener, nicht getaufter, kann ich nur den Kopf schütteln. Das hat mit einem freien Rechtsstaat nichts mehr zu tun.

  71. 15.

    Abzocke? Ein Austritt ist jederzeit möglich. Wenn Sie schon etwas kritisieren, dann bitte sachlich. Niemand muss glauben, niemand muss Teil einer religiösen Organisation sein. Das gilt für alle Glaubensrichtungen.

  72. 14.

    „ stätigt, erklärte Konsistorialpräsident Jörg Antoine als Leiter der landeskirchlichen Verwaltung. Zugleich
    bedauerte er, dass es mit der Klägerin vorab zu keiner Verständigung gekommen sei. Die EKBO hatte angeboten, auf die Hälfte des Betrags zu verzichten.“. Es gab ein Angebot der Einigung, welches die Frau ausschlug. Das man durch Taufe Mitglied wird ist wirklich jedem bekannt. Und einen Austritt konnte sie nicht belegen. Das Gericht hat auch die verfassungsrechtliche Seite beleucht und klargestellt. Eigentlich ist der Fall so klar, dass eine gerichtliche Klärung überflüssig war.

  73. 13.

    Schon durch das homophobe Verhalten der RKK steht für mich jede weitere Diskussion um diese Sekte außer Frage. Weitere Anmerkungen hierzu darf ich nicht schreiben. Verstößt gegen die Netiquette.

  74. 12.

    Die Kirchen hatten in der Vergangenheit vielfach die Gelegenheit, sich wohlwollend, gnädig und einsichtig zu zeigen. Bei jeder einzelnen Gelegenheit haben sie sich für's Geld und gegen den eigenen Ruf entschieden! Eine Kirche der Nächstenliebe stelle ich mir anders vor. Glücklicherweise bin ich Atheist und auch nicht auf staatliche Leistungen angewiesen, so dass ich das wenigstens direkt nicht finanziell unterstützen muss. Etliches an Geld zahlt der Staat ja trotzdem noch. Trennung von Kirche und Staat sieht anders aus!

  75. 11.

    Ich hab es geahnt! Wie "CHRISTLICH"!

    Ich habe vor Jahren mal in einem katholschen Krankenhaus zur Behandlung gelegen - hoffentlich habe ich da nicht auch unwissentlich mit irgendeinem Einverständnis meinen Beitritt erklärt (Ironie aus)!

  76. 10.

    Wer zögert da noch? Austreten aus dem Abzock-Verein!

  77. 9.

    Kirchensteuerabzug ist doch auf den Gehaltsabrechnungen ersichtlich. Die Klägerin hätte sich diese mal anschauen sollen.

  78. 8.

    Widerspricht eine Kirchensteuer nicht der Trennung von Kirche und Staat? Also Kirchensteuer abschaffen! Mitglieder können gern einen Mitgliedsbeitrag an einen Kirchen e.V. zahlen.

  79. 7.

    Müssen Sie denn tatsächlich noch austreten? Ich vermute mal, dass Sie gar kein Mitglied sind, vielleicht nie eines gewesen sind. So jedenfalls liest sich Ihr Beitrag.

    Ich selbst zahle Kirchensteuer, und das auch halbwegs gern, wie man eben Steuern "gern" zahlt, deren Sinn einem einleuchtet.

    Trotzdem finde ich, dass die Kirche sich mit dieser Forderung an ein "Papier"-Mitglied, das mehr als 50 Jahre nix mit der Kirche zu tun hatte, keinen Gefallen getan hat, denn es wird mal wieder ein Sturm der Entrüstung durch die kirchenferne, uninformierte Mehrheit gehen, die ihre Vorurteile bestätigt sieht.

    Ich finde, da sollten die Kirchen grundsätzlich überlegen, ob sie wirklich wegen des Geldes solch einen Gegenwind heraufbeschwören möchten. Denn offene Ohren oder gar Verständnis dürfen sie nicht erwarten.

  80. 6.

    Absolut. Was die beiden Kirchen weiterhin betreiben, nenne ich pure Abzocke. Austreten ist angesagt.

  81. 5.

    Für die Fälle, in denen das Kind es nicht wissen kann, wie bspw. Tod der Eltern, Adoption o.ä., gilt das ja auch nicht. Dazu hat der Verfassungsgerichtshof Berlin bereits geurteilt. Diese Konstellation lag hier aber nicht vor.

  82. 4.

    Kirchensteuer abschaffen, Zwangsmitgliedschaft für Mitarbeiter*innen abschaffen, Gemeinnützigkeit der Kirchen ( nicht der sozialen und Gesundheitsprojekte, Kitas ) abschaffen .

  83. 3.

    Typisch Kirche.

  84. 2.

    Die Kirche ist eben auch nur eine Sekte.

  85. 1.

    Wie kann ein Baby eine Mitgliedschaft eingehen? Dies ist ein eklatanter Rechtsbruch. Ohne Mündigkeit und eigener Willenserklärung kommt kein Vertrag zustande. Was wäre, wenn man selbst von der Taufe nie erfährt? Als Baby getauft, die Eltern danach bei einem Verkehrsunfall gestorben und dann adoptiert. Man erfuhr so nie von der Taufe und Jahrzehnte später steht die Kirche mit ner Rechnung vor der Tür. Das ist doch nicht gerecht und auch nicht rechtmäßig. Das Urteil schützt die traditionelle Unrechtmäßigkeit, um die Kirchensteuer zu schützen. Das ist meiner Meinung ein politisch motiviertes Urteil.

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