Polizeiabsperrungen an der Kochstrasse (Quelle: Morris Pudwell/rbb)
Video: Abendschau | 30.12.2019 | Rainer Unruh und Timo Fabian Nicolas | Bild: rbb/Morris Pudwell

Berlin-Mitte - Großeinsatz der Polizei am Checkpoint Charlie

Nach Berichten über Schüsse und einen möglichen Raubüberfall gab es am Montag einen Polizeigroßeinsatz am Checkpoint Charlie. Doch offenbar war es weniger dramatisch: Hinweise auf einen Überfall fand die Polizei bislang nicht. 

Am Checkpoint Charlie im Zentrum Berlins hat es am Montagmittag einen großen Polizeieinsatz gegeben. Zunächst bestand der Verdacht, eine Starbucks-Filiale sei überfallen worden. Zeugen hatten gegen 13:20 Uhr Alarm geschlagen. Die Polizei sperrte den Bereich zunächst weiträumig ab, gab am Nachmittag dann aber Entwarnung. 

Patronenhülse gefunden, aber keinen Verdächtigen

Die Beamten fanden im Bereich der Kreuzung Friedrich- und Kochstraße eine Patronenhülse - vermutlich von einer Schreckschusswaffe. Dort hatte sich auch ein Mann aufgehalten, der durch Zeugenaussagen mit den Schüssen in Verbindung gebracht wurde. Der Verdächtige habe niemanden bedroht, so die Polizei. Einen Überfall habe es nicht gegeben. Gefunden wurde der Mann bis zum Abend nicht. 

Ob die Schreckschüsse in dem Café oder auf der Straße davor abgefeuert wurden, war noch unklar. Eine Redakteurin der Tageszeitung "taz" berichtete, sie habe in ihrer Mittagpause die Schüsse aus direkter Nähe mitgehört. Eine Patronenhülse sei neben ihr auf die Straße gefallen, darauf habe sie die Polizei hingewiesen. 

Am Nachmittag gaben die Beamten den Bereich um den Checkpoint Charlie wieder frei. Die Kriminalpolizei habe die weiteren Ermittlungen zum Sachverhalt übernommen, hieß es. 

Nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Schüsse im Zusammenhang mit der anstehenden Silvesternacht stehen. In den vergangenen Jahren wurden in Berlin neben Böllern und Raketen teilweise auch Schreckschusspistolen abgefeuert.

Für einige Stunden war der Bereich um die Kreuzung Friedrichstraße und Kochstraße weiträumig von der Polizei abgesperrt. Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) waren vor Ort. Zwischenzeitlich wurde die Rudi-Dutschke-Straße in beide Richtungen gesperrt, die U6 hielt nicht am Bahnhof Kochstraße, der Bus M29 wurde umgeleitet.

Checkpoint Charlie hieß der frühere alliierte Grenzübergang zwischen West- und Ost-Berlin an der Kreuzung Friedrichstraße und Zimmerstraße. Weltberühmt wurde die Stelle, als sich dort 1961 amerikanische und sowjetische Panzer gegenüber standen. Heute steht am Checkpoint Charlie die Nachbildung des früheren Kontrollhäuschens der Amerikaner. Der Ort ist einer der größten Anziehungspunkte für Touristen in der deutschen Hauptstadt.

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4 Kommentare

  1. 4.

    So ein Quatsch! An den "rechtsfreien Räumen" in Neukölln ist bestimmt auch Monika Herrmann schuld oder was?

    Und ich würde gerne mal sehen was sie mit ihrer Schrecksußwaffe machen wenn einer dann eine echte zieht. Aifrüstung war schon immer der falsche Weg.

    Es sei denn sie reden absichtlich die ""rechtsfreien Räumen" herbei um ihre Aufrüstung und Gesinnung zu rechtfertigen.

  2. 3.

    Das mitführen und benutzen einer Schreckschusswaffe ist nicht strafbar, insofern man einen kleinen Waffenschein besitzt. Heutzutage sollte man auch solch eine besitzen, da Berlin immer mehr rechtsfreie Gegenden hat, danke an die Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann

  3. 2.

    Schreckschusswaffen sind nicht generell verboten. Falls ich mich recht erinnere, brauch man den "kleinen" Waffenschein. Natürlich gibt es sicher noch viel Altbestand.

  4. 1.

    Letztes Neujahr waren die Straßen, Hinterhöfe und Kinderspielplätze hier im Kiez zum Teil übersät mit Platzpatronen aus Schreckschusswaffen. Offenbar wissen viele nicht, dass das verboten ist. "Bis die Ermittlungen abgeschlossen sind, besteht der „Verdacht auf eine Straftat“, wie es heißt. Denn in der Öffentlichkeit zu schießen, ob bei einem Raub oder einfach so, ist verboten." Und führt zu erheblichen Einschränkungen, wenn dem ernsthaft nachgegangen wird. "Polizisten hätten dann die Lokalbesitzer informiert, dass die Gäste nicht nach draußen dürfen. Für wie lange, war zunächst unbekannt, da die Situation auch für die Beamten noch nicht ganz klar war – erstmal auf Nummer sicher gehen. Denn wenn Zeugen Schüsse melden, müsse man das immer ernst nehmen, sagte die Sprecherin vor Ort. Darum auch der Großeinsatz." https://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/fehlalarm-am-checkpoint-charlie-schreckschusswaffe-loeste-polizei-grosseinsatz-aus/25375652.html

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