Mitarbeiter der Schlösser in Berlin und Potsdam stehen vor dem Schloß Charlottenburg, demonstrierten für einen Haustarifvertrag unter Anwendung des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst. (Quelle: dpa/P. Zinken)
Video: Brandenburg Aktuell | 26.12.2019 | Michael Nowak | Bild: dpa/P. Zinken

Sanssouci und Charlottenburg - Warnstreik sorgt an Schlössern für eingeschränkten Zugang

Aufgrund von Warnstreiks der Beschäftigten der Schlösserstiftung standen am 2. Weihnachtsfeiertag Besucher des Neuen Palais in Potsdam und des Schlosses Charlottenburg teiltweilse vor verschlossenen Türen. Die Tarifverhandlungen waren zuletzt ins Stocken geraten.

Vor dem Neuen Palais im Potsdamer Park Sanssouci und vor dem Berliner Schloss Charlottenburg haben am Donnerstagvormittag Mitarbeiter demonstriert. Vor beiden Schlössern hätten sich insgesamt rund 50 Beschäftigte an Kundgebungen beteiligt, berichtete die Verhandlungsführerin der Dienstleistungsgesellschaft Verdi, Andrea Germanus.

Verdi hatte für Donnerstagvormittag zu einem zweistündigen Warnstreik aufgerufen. Nach Angaben der Gewerkschaft will sie damit die Aufnahme von Tarifverhandlungen mit der Geschäftsführung der Fridericus Service Gesellschaft (FSG) der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten erreichen. Eine Vielzahl der Beschäftigten sei nur geringfügig mit Stundenverträgen angestellt, hieß es. Dies gelte etwa für Schlossführer, Museumswärter und Kassierer. Es gebe zahlreiche Befristungen und Saisonverträge.

Für die Beschäftigten im Besucherservice der Schlösser gelte seit 2006 kein Tarifvertrag mehr, so Verdi. Ein Teil der Beschäftigten werde zwar nach dem Branchentarifvertrag des Wach- und Sicherheitsgewerbes bezahlt, erklärte Germanus. Es sei aber "eine Schande, dass sich öffentliche Auftraggeber mit solchen Ausgründungen in billigere Branchentarifverträge flüchten".

Einschränkungen für Besucher im Neuen Palais

Durch den Warnstreik hätten Besuchergruppen im Neuen Palais keinen Zugang bekommen, weil sich alle Schlossführer an dem Ausstand beteiligten, sagte Germanus am Donnerstag. Das Jagdschloss Glienicke sei geschlossen gewesen. Am Schloss Charlottenburg war nach Angaben von Gewerkschaftssekretärin Petra Honig nur ein eingeschränkter Zugang möglich.

Die Schlösser-Stiftung hatte im Vorfeld des Warnstreiks ihr Bedauern geäußert. "Dies hat zur Folge, dass das Neue Palais und das Schloss Cecilienhof in Potsdam sowie das Schloss Charlottenburg in Berlin in dieser Zeit nur eingeschränkt oder gar nicht besucht werden können", teilte die Stiftung mit. Die Gärten, die Museumsshops und die Gastronomie seien aber nicht betroffen.

Die Stiftung erklärte am Montag, die Forderung von Verdi nach einer Einführung des Tarifvertrags für den Öffentlichen Dienst für den Bereich Besucherservice würde der Leistungsfähigkeit der FSG widersprechen. Außerdem wende die FSG bereits Tarifverträge des Wach- und Reinigungsgewerbes an.

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3 Kommentare

  1. 2.

    "Dies hat zur Folge, dass das Neue Palais und das Schloss Cecilienhof in Potsdam sowie das Schloss Charlottenburg in Berlin in dieser Zeit nur eingeschränkt oder gar nicht besucht werden können"

    Da hat jemand den Sinn eines Streiks verstanden. Bingo!

    „Die Stiftung erklärte am Montag, die Forderung von Verdi nach einer Einführung des Tarifvertrags für den Öffentlichen Dienst für den Bereich Besucherservice würde der Leistungsfähigkeit der FSG widersprechen.“

    Da sollte man mit sich selbst ins Gericht gehen und sich gehen, wie das möglich ist, dass man auf einer Goldgrube sitzt, aber sich außerstande fühlt, seine Mitarbeiter anständig zu bezahlen.

    „Außerdem wende die FSH bereits Tarifverträge des Wach- und Reinigungsgewerbes an.“

    Für Museumsführer? Soll das ein Witz sein?

  2. 1.

    Einfach der SPSG den Stiftungsstatus aberkennen.
    Dass der ÖD extra ein Subunternehmen gründet, sagt doch alles. Politik/ ÖD fordern aber bei jeder Ausschreibung die Zahlung von Tarifentgelten/ Mindestlohn, nur bei ihrer Stiftung öffentlichen Rechts nicht. Das sagt alles!

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