S3 der Berliner S-Bahn (Quelle: dpa/Schoening)
Audio: Antenne Brandenburg | 08.12.2019 | Christina Torge | Bild: dpa/Schoening

Zwischen Ostkreuz und Friedrichshagen - Auf der S3 kommt alle 20 Minuten der Express

Mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember werden bei der Berliner S-Bahn Expresszüge zum Einsatz kommen. Auf der S3 fahren dann Verstärkerzüge, die schneller sind, weil sie mehrere Stopps auf der Strecke Richtung Erkner auslassen.

Am 15. Dezember ist es soweit: Dann startet mit dem Fahrplanwechsel die Deutschen Bahn die seit Jahren erste Express-S-Bahn. Auf dem Abschnitt der S3 zwischen Ostkreuz und Friedrichshagen fährt ein alle 20 Minuten startender so genannter Verstärkerzug an den Bahnhöfen Rummelsburg, Betriebsbahnhof Rummelsburg, Wuhlheide und Hirschgarten durch. 

Weil die Züge an vier der zehn Haltestellen nicht stoppen, brauchen sie für die Strecke nur 14 statt regulär 17 Minuten, drei Minuten weniger. Die Verstärkerzüge sollen nur werktags und nur zur Hauptverkehrszeit zwischen 6 und 9 Uhr sowie zwischen 14 und 19 Uhr fahren. Bislang fährt die S3 im 10-Minuten-Takt. Zur Begründung für diese Änderung nun gab die Bahn an, mit diesen Expresszügen darauf reagieren zu wollen, dass die S-Bahnen zur Hauptverkehrszeit regelmäßig voll und oft überfüllt sind.

An diesen Stationen soll der S3-Verstärkerzug halten (grau markiert sind die S-Bahnhöfe, an denen der Zug nicht halten soll):

Ein Express-S-Bahn zwischen Friedrichshagen und Ostbahnhof (Quelle: rbb|24)
| Bild: rbb|24

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg stellt auch den Fahrgästen der nun seltener angefahrenen Bahnhöfe auf der Strecke Verbesserungen in Aussicht. Ihre Reise werde "komfortabler", weil eben durch die nun eingesetzten Verstärkerzüge Entlastung geschaffen werde. Der Einsatz solcher Verstärkerzüge ist laut VBB bislang noch nicht für andere Strecken geplant, doch wolle der Verbund die Erfahrungen, die nun gemacht würden, für andere Strecken und eine mögliche Ausweitung solcher Angebote nutzen.

Expresszüge hatte es schon einmal gegeben

Bereits vor den Umbauarbeiten des Ostkreuzes fuhren auf der S3 während der Hauptverkehrszeit Verstärkerzüge. Während der Hochphase der Bauarbeiten am Bahnhof war das dann nicht mehr möglich, weil Gleiskapazität fehlte. Doch nun sind die Bahnanlagen am Ostkreuz fertig, die Infrastruktur lässt das Zusatzangebot wieder zu.

Die S3 verbindet auf ihrer gesamten Streckenlänge von 45,5 Kilometern Erkner in Brandenburg (Oder-Spree) südöstlich von Berlin und Spandau im Nordwesten. Sie ist eine wichtige Pendlerverbindung von Ost nach West, innerhalb des S-Bahn-Ringes fährt sie die gleichen Stationen wie die S5 und S7 an.

Express S-Bahnen hatte es in Berlin schon einmal gegeben: Von 1933 an legten S-Bahnen zwischen Wannsee und dem Stadtzentrum das Teilstück Zehlendorf – Potsdamer Fernbahnhof, also den heutigen Bahnhof Potsdamer Platz ohne Halt in 17 Minuten zurück. Diese so genannten  "Bankierszüge" fuhren bis zu 120 km/h schnell und waren für Pendler aus dem wohlhabenden Südwesten gedacht. Heute braucht die Linie S1 für die gleiche Strecke fünf Minuten länger.

Sendung: Antenne Brandenburg, 08.12.2019, 13.00 Uhr

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2 Kommentare

  1. 2.

    Bei diesen Zügen handelt es sich nicht um "Express-Züge",sondern bestenfalls um Züge,die nicht überall halten-und das auf einem Bruchteil der gesamten Ost-West-Strecke,auf der sie mit der normalen, langsamen Geschwindigkeit fahren,die bei der Berliner S-Bahn üblich ist.Unter "Express" verstehe ich Züge,die auf der Gesamtstrecke deutlich schneller fahren und
    Fahrgästen einen deutlichen Zeitgewinn verschaffen-3 min sind dagegen nichts !Diese Züge stellen sogar eine Verschlech-
    terung für die Kunden dar,da diese nicht mehr überall ein-bzw aussteigen können.Das Platzangebot bleibt eigentlich
    gleich ,nur nicht mehr für alle !

  2. 1.

    Normale Verstärkerzüge zwischen Köpenick und Alexanderplatz wären besser gewesen.

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