"Sozialpalast" in Berlin-Schöneberg (Bild: imago images/Jürgen Ritter)
Bild: imago images/Jürgen Ritter

Berlin-Schöneberg - Gezündete Pyrotechnik demoliert Autos und Fensterscheiben

Immer wieder war es zu Silvester rund um die Pallasstraße zu Angriffen und Randale mit Pyrotechnik gekommen - ein Böllerverbot sollte die Gegend in diesem Jahr befrieden. Doch bereits jetzt sind dort Autos und Häuser durch eine Explosion beschädigt worden.

Zwei Wochen vor Silvester haben Unbekannte mutmaßlich mit einem illegalen Feuerwerkskörper vier Autos in Berlin-Schöneberg beschädigt. Wie ein Sprecher der Polizei am Dienstag sagte, sei die Explosion wahrscheinlich von einer Kugelbombe ausgelöst worden. Dabei handelt es sich um den Bestandteil eines Höhenfeuerwerks.

Druckwelle trifft drei vorbeifahrende Autos

Laut Mitteilung vom Dienstag hätten Polizisten in einem Streifenfahrzeug die Detonation am Montagabend gegen 21 Uhr an der Kreuzung Pallasstraße, Potsdamer Straße und Goebenstraße beobachtet. Die Kugelbombe löste demnach wahrscheinlich eine Druckwelle aus, da sie auf dem Boden entzündet wurde.

Durch die Detonation wurden drei vorbeifahrende Wagen sowie ein parkendes Auto beschädigt. Auch drei Fensterscheiben eines Wohnhauses gingen zu Bruch. Verletzt wurde nach bisherigen Angaben niemand.

Zeugen hätten beobachtet, dass mehrere Personen nach der Explosion vom Tatort geflüchtet seien. Die Polizei nahm Ermittlungen zu dem Fall auf.

Böllerverbot zu Silvester

In den Straßen rund um den "Sozialpalast" in Schöneberg wurde in den vergangenen Jahren zum Jahreswechsel immer wieder ausgiebig geböllert und Pyrotechnik gezündet. Dabei waren auch Polizeibeamte mit Feuerwerkskörpern beschossen worden.

Rund um den "Gefahrenbrennpunkt" in Schöneberg gilt in diesem Jahr in der Silvesternacht erstmals ein offizielles Feuerwerk- und Böllerverbot. Ebenso wie auf der Partymeile am Brandenburger Tor und auf dem nördlichen Alexanderplatz sind damit rund um die Pallasstraße Raketen und andere Feuerwerkskörper verboten. Lediglich Knallerbsen, Wunderkerzen und Tischfeuerwerke sind laut Mitteilung der Polizei dort erlaubt.

Die Beamten entdecken zum Jahresende immer wieder illegale Silvesterknaller, die aus dem europäischen Ausland importiert werden. Im November beschlagnahmte die Polizei bei einer Autofahrerin im Landkreis Märkisch-Oderland etwa 100 Kilogramm Böller, Batterien und Raketen. Im vergangenen Jahr fanden die Fahnder bei ihren Kontrollen entlang der polnischen Grenze insgesamt 6,4 Tonnen illegales Silvester-Feuerwerk.

Sendung: Abendschau, 17.12.2019, 19:30 Uhr

12 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 12.

    Wer dabei erwischt wird, egal ob er über oder unter 14 Jahre alt ist, Anzeige und 500 Euro Strafe. Eltern zahlen für ihre Kids. Im Wiederholungsfall jeweils Verdoppelung der Strafsumme! Wenn es ans Portemonnaie werden die meisten Menschen vorsichtiger!

  2. 11.

    Wie die meisten Gesetze und/oder Regeln in der Stadt. So, what's new. Durch jahrzehntelanges "Laissez faire" haben wir uns diese Entwicklung selbst zu verdanken.

  3. 10.

    Leichter als durch das allgemeine Verbot von privatem Sylvesterfeuerwerk lassen sich kaum Klima- und Luftschadstoffe sowie vielfältige Verletzungen ersparen. Kaum zu glauben, dass bei der Explosion niemand ein Knalltrauma erlitten hat. Doch manche ernsthaften Verletzungen werden erst sehr viel später erkannt oder sind sogar unheilbar.
    Wir werden wie viele Nachbarn das "Kriegsgebiet" zum Jahreswechsel zum Schutz unserer Kinder wieder für einige Tage verlassen. Es bleibt die Sorge vor allem um Jugendliche, die von den Explosionen fasziniert sind und die Gefahren unterschätzen. Ich hoffe, dass dieses Jahr keine Kinder durch Feuerwerk verletzt werden. Auch wenn das angesichts der Realität seit vielen Jahren naiv erscheinen mag.

  4. 9.

    Das ist ein Problem von Berlin, von Deutschland und von ganz Europa.
    Gesetzte gibt es genügend aber zu wenige, die es kontrollieren....

  5. 8.

    Wie wahr sowie auch in den Seitenstrassen und das ist erst der Anfang.....

  6. 7.

    Hier hat es sich scheinbar einfach mal überhaupt nicht um einfaches "böllern" gehandelt - Kugelbomben am Boden sind nichts anderes als lebensgefährlicher Sprengstoff!!! Das hat nichts mit legaler Silvesterknallerei zu tun und gehört meines Erachtens nicht nur von der Polizei, sondern auch vom Staatsschutz verfolgt, denn damit kann man durchaus auch einen Terroranschlag verüben. Sie lachen? Schauen Sie sich bitte mal ein paar YouTube-Videos an... es gibt u.a. einen erschreckenden Kanal eines irren Pyromanen, der teilweise Klicks im Millionenbereich hat, scheinbar ohne dass dieser Mann vom Gesetz verfolgt wird... Die Suchbegriffe "Riesenböller" und "Baumstumpf" genügen. Und nun stellen Sie sich das vor, wenn Menschen in der Nähe sind... nicht auszudenken! PS. Vielleicht als Anregung an interessierte Journalisten: weshalb wird diesem Mann nicht das Handwerk gelegt? Gibt es überhaupt Ermittlungen dazu?

  7. 6.

    Kleinbürgertum:

    Das was dort in der Umgebung eines kleinen Blocks passiert, war in meiner Jugend im Pott völlig normal zu Silvester.
    Wo ist das Problem?

    Natürlich wird quer geschossen und nicht in den Himmel.
    Sonst macht es ja auch keinen Spaß.

  8. 5.

    Da stimmen wir völlig überein! Leider haben Politiker außer Verboten und Gesetzen als Beruhigungspillen selten echte Lösungsvorschläge.

  9. 4.

    " die Polizei zu Silvester ein Böllerverbot durchsetzen "

    dazu wird die Polizei kaum in der Lage sein ; Verbote zu verhängen ist leicht, wenn Übertretungen aber folgenlos bleiben sind die Verbote lachhaft

  10. 3.

    das Böllerverbot wird einfach ignoriert und ist somit wirkungslos

  11. 2.

    Am Rathaus Neukölln ist ja seit Samstag Silvester. Mit Böller und Schreckschusspistole. Immer so um 21/22 Uhr.

  12. 1.

    Das war bei diesen Auswirkungen ja wohl kein legaler Böller! Wahrscheinlich noch nicht mal in Polen. Wie will oder besser soll die Polizei zu Silvester ein Böllerverbot durchsetzen, wenn das noch nicht mal bei illegalen Sprengsätzen außerhalb der Böllerzeiten funktioniert? Ein Glück, dass niemand verletzt wurde!

Das könnte Sie auch interessieren