Mann von LKW erfasst Kiefholzstraße Südostallee Treptow (Quelle: rbb/Pudwell)
Bild: rbb/Pudwell

Unfall beim Rechtsabbiegen - Radfahrer in Treptow unter Lastwagen eingeklemmt

Erneut ein schwerer Unfall mit einem LKW: In Berlin-Treptow ist ein 75 Jahre alter Radfahrer unter dem Fahrerhaus eingeklemmt worden. Der Laster hatte ihn beim Abbiegen erfasst. Auch in Brandenburg wurden mehrere Radfahrer durch abbiegende Fahrzeuge verletzt.

Ein Fahrradfahrer ist am Donnerstagmittag in Berlin-Treptow von einem rechtsabbiegenden Lastwagen erfasst und schwer verletzt worden. Wie die Polizei berichtete, war Radfahrer unter dem Lkw eingeklemmt gewesen und habe von Rettungskräften befreit werden müssen. Er kam in eine Klinik.

Laut Polizeiangaben vom Freitag war der 36 Jahre alte Lkw-Fahrer auf der Südostallee unterwegs und bog nach rechts in die Rixdorfer Straße ein. Dabei habe er den 75-Jährigen auf dem Fahrrad erfasst. Der Radfahrer habe schwere Verletzungen am ganzen Körper erlitten. 

Einem Augenzeugen zufolge wurde der Lkw-Fahrer erst durch Zurufe von an der Ampel wartenden Autofahrern auf den Unfall aufmerksam.

Unfallstelle für Stunden gesperrt

Die Kreuzung blieb wegen des Unfalls bis 17.45 Uhr gesperrt. Die Weiterbearbeitung des Unfalls habe der Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 6 übernommen, teilte die Polizei weiter mit.  

Wie der Feuerwehrsprecher erklärte, waren Ersthelfer schnell vor Ort, auch weil es kurz zuvor in der Südostallee einen weiteren Unfall gegeben habe. Dabei sei ein Auto gegen einen Baum geprallt. Ob auch dabei jemand verletzt wurde, war dem Feuerwehrsprecher zunächst nicht bekannt.

Mindestens vier Unfälle mit Radfahrern in Brandenburg

Auch in Brandenburg kam es in den vergangenen Stunden zu mehreren Abbiegeunfällen, bei denen Radfahrer verletzt wurden.

So übersah laut Polizei in Brandenburg an der Havel am Donnerstagfrüh ein 57 Jahre alter Lkw-Fahrer beim Linksabbiegen in die Zanderstraße ein radfahrendes Mädchen, das bei grüner Ampelschaltung die Fahrbahn überquerte. Das Kind musste zur Beobachtung in ein Krankenhaus gebracht werden.

In Rathenow (Havelland) wurde bereits am Mittwoch ein 48-jähriger Radfahrer von einem abbiegenden PKW übersehen, wie die Polizei mitteilte. Ein 64-Jähriger bog demnach auf der Ebert-Straße mit seinem Auto nach links auf einen Parkplatz ab - trotz durchgezogener Mittellinie. Er übersah dabei einen entgegenkommenden Radfahrer auf dem Fahrradstreifen. Dieser wurde leicht verletzt.

Einen weiteren Unfall gab es in Schönwalde-Glien (Havelland). Dort hatte laut Polizei eine 62-jährige Autofahrerin am Mittwochabend zwar zunächst an einem Stoppschild an der Kreuzung von Schulallee und Berliner Allee, beim Weiterfahren aber nicht ausreichend auf den fließenden Verkehr geachtet. Sie übersah einen Radfahrer, der die Straße vorfahrtsberechtigt kreuzte. Es kam zu einem Zusammenstoß mit dem 29-jährigen Radfahrer, der stürzte und in ein Krankenhaus gebracht werden musste.

Sendung: rbb 88,8, 12.12.2019

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Antwort auf [Mario K.] vom 13.12.2019 um 11:26
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28 Kommentare

  1. 28.

    Ich habe gelesen Radfahrer 75 Jahre alt. Bisschen mutig oder.
    Ich bin kein Radfahrer und weiß trotzdem: LKW-abbiegern-da-war-doch-was-Vorsicht. Mir würde im Traum nicht einfallen auf einen abbiegenden LKW drauf zu halten. Ich sehe den Blinker, ich sehe er bremst NICHT und das Vorderteil geht rum. Was für Fehlschlüsse kann man aus dieser Situation ziehen?
    Ich sehe laufend Radfahrer die ohne mit der Wimper zu zucken in den absehbaren Unfall hineinfahren. Es oft sogar darauf anlegen, damit sie ordentlich meckern können. §1 noch nie gehört.
    Mir selbst passierte das schon mal mit PKW , dass mir eine Radfahrerin die Vorfahrt nahm (rechts vor links) und selbst obwohl ich bereits auf der Kreuzung still stand, fuhr die Radfahrerin wie magisch angezogen direkt und ungebremst auf mein stehendes Auto und riss mir mit der Pedale das Nummernschild ab. Da darf man doch mal fragen, wer darf eigentlich alles ohne Fahrerlaubnis und psychologischer Eignung (Überforderung) am Verkehr teilnehmen.

  2. 27.

    " ich poche nicht unbedingt auf meine Vorfahrt und halte auch mal an, um den LKW abbiegen zu lassen! "

    das ist auch vernünftig, der abbiegende LKW will ja nicht einen Radfahrer verletzen, er sieht ihn schlicht nicht. Und der Radfahrer weiß doch um diese Probleme und fährt trotzdem los weil er berechtigt ist.... und hat dann den Schaden trotz Vorfahrt, ist es das wert ??

  3. 26.

    Nein, meine "Story" stößt nicht in das gleiche Horn. Keineswegs soll ein Radfahrer bremsen müssen, weil ein anderer Verkehrsteilnehmer ihm sein Vorfahrtsrecht nehmen will. Aber (und hier beziehe ich mich nur auf meine "Story") er sollte aufmerksam und bremssbereit sein. Gerade weil er leider der schwächste Verkehrsteilnehmer (neben Fußgängern) ist.

    Sie haben meine Story einfach nicht verstanden. Aber "den ramme ich mal" zeigt Ihre eigene aggressive Einstellung zum Miteinander.
    Aber noch einmal zur Erklärung: JEDER Verkehrsteilnehmer muss aufmerksam sein. JEDER Verkehrsteilnehmer muss einen Unfall vermeiden helfen.

  4. 25.

    Fortsetzung

    Kein Mensch will einen anderen absichtlich tot oder zum Krüppel fahren. Das setze ich einfach mal voraus.

    Es ist immer die Mischung aus überfordert, abgelenkt, Leichtsinn und leider immer öfter, Rücksichtslosigkeit.

    Wir werden, nein wir können die Menschen nicht ändern aber wir können sie StVO ändern.

  5. 24.

    Was wollen sie uns mit dieser Story mitteilen?

    Dass Menschen, egal mit welchen Verkehrmittel, unaufmerksam sind? Erzählen sie uns doch mal eine Story, wo ein Radfahrer auf einen LKW zusteuert, der schon abgebogen ist. Ha! Den ramme ich jetzt!

    Was für ein geballter Blödsinn!

    Genau DAS wird aber Radfahrern unterstellt. Wie sonst lassen sich solche Aussagen wie "Einfach mal dem Laster die Vorfahrt lasseno der den Verkehr beobachten und rechtzeitig bremsen." erklären?

    Ihre Story stösst in das gleiche Horn!

  6. 23.

    Fortsetzung:

    2 hintereinander fahrende Radfahrer wollen geradeaus, haben Vorfahrt. Der erste Radfahrer ist arg gefährdet, ich habe gedacht, gleich kracht es.
    Der erste Radfahrer fährt völlig sorglos und auf nichts achtend geradeaus, achtet überhaupt nicht auf die Gefahr, die ihn vom Rad geholt hätte, der zweite Radfahrer legt eine Vollbremsung hin. In letzter Sekunde bemerkte der Taxifahrer sein Fehlverhalten und bremst.
    Ich habe in der Fahrschule gelernt, man sitzt im eigenen Auto UND im davor- und dahinterfahrenden. Sprich: Achte auf das Verhalten der Mit-Verkehrsteilnehmer. Das hätte dem ersten Radfahrer auch ganz gut zu Gesicht gestanden. Aber er hatte ja schließlich Vorfahrt. Wozu also aufpassen?

  7. 22.

    "In keinem Fall gab es ein Fehlverhalten der RadfahrerInnen." Doch, gab es. Scheinbar kennen Radfahrer aber die Verkehrsregeln nicht. Seit wann darf man über einen Fußgängerüberweg RADELN?
    Gestern am Tauentzien: Taxi will von der mittleren Spur rechts abbiegen. Schon mal eine ziemlich üble Aktion.

  8. 21.

    Was für ein unglaublicher Unsinn! Die meisten Radfahrer werden beim Abbiegen erfasst die VORHER an der Kreuzung standen.

    Außerdem ist ihre Prozedur nur in einer Kleinstadt wie Bernau realistisch, in Berlin kämen sie überhaupt nicht mehr vorwärts.

    Aber erst mal "schön" das Opfer zum Täter machen. Pfui!

  9. 20.

    Yepp, ich bin Radfahrer und siehe da... Mir geht es gut, ich bin gesund und mache die Augen auf beim radeln. Dazu gehört auch mal die Bremse, wenn der LKW sich beim abbiegen quält.

  10. 19.

    Eine Frage : fahren Sie ab und zu Fahrrad ? Wenn sie bei jeder Kreuzung immer alle vorbeilassen, kommen Sie ûberhaupt nicht mehr voran. Es ist ja zum Glück so, dass in den meisten Fällen beim Rechtsabbiegen die Vorfahrt des Radfahrenden beachtet wird. Sie halten ja bestimmt auch nicht an jeder signalfreien Kreuzung nach einem Rechtsblich komplett an, um zu Vermeiden, dass ein von links kommendes Auto Ihnen eventuell die Vorfahrt nehmen und demzufolge in einen Unfall verwickelt wird?

    in der Logik Ihres Opferbashings bleibt die Strasse ein Raum, in denen nicht die StVO, sondern das Recht des Stärkeren herrscht...

  11. 18.

    Warum müssen die Radfahrer es immer drauf anlegen? Einfach mal dem Laster die Vorfahrt lasseno der den Verkehr beobachten und rechtzeitig bremsen. Ich sehe den LKW, der mich möglicherweise nicht. Was ist daran so schwer?

  12. 17.

    So hier noch kurz ein Interviewauszug, da die Kommentarfunktion mir ständig Fehlermeldungen sendet:
    Und warum bleiben sie in der falschen Position?
    Weil das Verstellen vielen Fahrern zu aufwendig ist: Sie müssen zwischen Fahrer- und Beifahrersitz hin und her klettern, für den vorderen Spiegel braucht man sogar eine Leiter. Solange Spiegel nicht elektrisch verstellbar sind, ist das für die Fahrer zu umständlich. Außerdem fehlt ihnen beim Einstellen der Bezugspunkt – so kommt es, dass der Rampenspiegel oft viel zu nah auf die Flanke des Lkw gestellt wird, so dass Radfahrer, die ein bis zwei Meter Abstand zum Fahrzeug haben, nicht gesehen werden.

    Quelle: Rückwärtsgooglen

  13. 16.

    Ich zitiere mal aus einem Dekra-Ratgeber zur Lkw-Spiegeleinstellung: Unfälle mit Lkw-
    Beteiligung
    entstehen sehr
    häufig aufgrund der schlechten
    Sicht (toter Winkel). Gemäß eines
    Beschlusses des EU-Verkehrs-
    ministerrates müssen seit dem
    26. Januar 2007 neu zugelassene
    Fahrzeuge (für Fahrzeuge ab 2000
    gilt eine Umrüstungspflicht bis zum
    1. April 2009) mit neuen Spiegeln
    ausgerüstet sein, um die Sicht für
    den/die Fahrer/in zu verbessern.
    Nur wenn der/die Fahrer/in in der
    Lage ist, diese technischen Hilfs-
    mittel entsprechend einzustellen
    und zu nutzen, ist gewährleistet,
    dass solche Neuregelungen im
    Ergebnis die Verkehrssicherheit
    erhöhen."

  14. 15.

    Bei den gesamten Unfällen und Vorkommnissen der letzten Tage lag die Schuld bei den Auto bzw. Lkw Fahrern. Ebenso bei der deutlichen Mehrheit aller tödlichen Verkehrsunfällen der letzten Jahre. Und sie schieben hier genau der Personengruppe die Schuld zu. Echt jetzt?Ich empfinde das, höflich ausgedrückt, als ziemlich unverschämt. Ich könnte ihnen übrigens mehrere Stunden Fehlverhalten ihrer Kollegen vorhallten. Tue ich aber nicht, ist hier nämlich fehl am Platz!!

  15. 14.

    Ja, genau das dachte ich auch. Zumal bei einem Autofahrer ja explizit noch das verbotene Linksabbiegen dabei war. Manchen Menschen wünscht man wirklich eine große Portion Verstand zu Weihnachten...

    Gute und vollständige Genesung allen Verletzten!

  16. 12.

    Bevor alle Lkws einen Abbiegeassistenten haben, wird sicher noch viel Zeit vergehen. Wie wärs inzwischen mit einer wesentlich einfacheren Lösung: verschiedene Ampelphasen für Fußgänger/Radfahrer einerseits und Autos andererseits. Grundvoraussetzung ist natürlich, dass ALLE sich an die Verkehrsregeln halten. Ok, schwierig wirds natürlich an ampelfreien Kreuzungen. Da ich Radfahrer und auch Lkw Fahrer bin - ich poche nicht unbedingt auf meine Vorfahrt und halte auch mal an, um den LKW abbiegen zu lassen!

  17. 11.

    Na das ändert sich ja im neuen Jahr. Wenn ich dann mit meinen 16,50m in Schrittgeschwindigkeit rechts abbiege werden etliche Radler bremsen müssen.Besonders die von der 40 kmh Fraktion.

  18. 10.

    „Viele Radfahrer bzw. Fußgänger wissen garnicht das sie beim Abbiegen aus dem LKW nicht gesehen werden können“

    Lieber Jörg, herzlichen Dank für das beste Argument FÜR einen Abbiegeassistenten oder sogar der Verbannung von LKWs. Von jemanden der selbst LKW fährt... wenn ein Einsehen der Radfahrer nicht möglich ist, kommt ihnen dann nicht selbst die Frage ob LKWs womöglich ein zu großes Risiko sind, wenn wir verschiedene Mobilitätsformen parallel leben?

    Mit diesem Argument die Rücksicht anderer Verkehrsteilnehmer einzufordern finde ich höchst problematisch! Mir fehlt ein Verantwortungsgefühl.

    Jeder der mal mit dem Auto im Berufsverkehr gesteckt hat muss zugeben, dass eben nicht alle Städter mit ihrem Auto auf die Straße passen. Ich wundere mich, wieso den Fahrradfahrern nicht mehr Dankbarkeit, Obacht und Fürsorge entgegen gebracht wird. Sie machen auch ihre Straße leerer und ihre Luft sauberer! Und wäre Fahrradfahren in berlin nicht so brutal gefährlich würden es sogar noch mehr mit Leidenschaft tun. Infrastruktur und Technik sind flexibel und gehören zum Schutz einer sich wandelnden Gesellschaft angepasst. Auch wenns erstmal weh tut. Lasst uns bitte mutiger und weitsichtiger planen sonst wird’s nie besser.

  19. 9.

    Wer war hier schneller unterwegs? Hat der LKW Fahrer geblinkt? Es ist schon unglaublich, wie schwer es einzuschätzen ist, ob das nächste Fahrzeug abbiegen wird oder nicht. Oft genug machen wir Radfahrer eine Vollbremsung , weil wir und nicht sicher sind, ob ein Fahrzeug spontan doch noch abbiegt. Liebe Autofahrer, bitte bedenkt, dass auch Radfahrer mit 40km/h durch die Stadt fahren! Gebt uns eine Chance zu reagieren. Spontane Entscheidungen sind tödlich für uns.

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