Blick in die Leitwarte des Forschungsreaktors BER II am Helmholtz-Zentrum in Berlin-Wannsee (Quelle: dpa/Ludewig)
Audio: rbb 88.8 | 05.12.2019 | Anke Michel | Bild: dpa/Bernhard Ludewig

Helmholtz-Zentrum in Berlin-Wannsee - Forschungsreaktor-Rückbau kostet 240 Millionen Euro

Das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) geht davon aus, dass der Abriss des Forschungsreaktors BER II in Wannsee 240 Millionen Euro kosten wird. Dabei werde der größte Teil der Kosten vom Bund getragen, sagte eine Sprecherin des Instituts am Donnerstag.

Den bisherigen Planungen zufolge wird der Rückbau der Anlage mehr als ein Jahrzehnt dauern. Die hoch radioaktiven Brennelemente sollen dabei zunächst in das Zwischenlager im westfälischen Ahaus kommen. Allein Plutonium als radioaktives Spaltprodukt des Forschungsreaktors hat eine Halbwertszeit von mehr als 25.000 Jahren.

Neutronenquelle für die Materialforschung

Der seit 1973 betriebene Reaktor soll am 11. Dezember stillgelegt und anschließend abgebaut werden. Er diente als Dienstleister für die Forschung und lieferte nicht - wie ein Kernkraftwerk - elektrischen Strom, sondern einen Neutronenstrom, der in der Materialforschung benötigt wird. Im Vergleich zu einem Kernkraftwerk ist der BER II auch sehr klein: Er produziert mit zehn Megawatt nicht einmal ein Prozent der Leistung eines Kernkraftwerks.

Kritik gab es in der Vergangenheit vor allem von Anwohnern. Sie fürchteten eine Havarie in der in die Jahre gekommenen Anlage. Für Unruhe sorgte zudem die Tatsache, dass eine Flugroute des Flughafens Schönefeld in unmittelbarer Nähe des Reaktor verläuft - eine Route des künftigen Flughafens BER soll sogar über den Reaktor führen.

Vorgänger des BER II war der BER I, der zwischen 1958 und 1972 in Wannsee in Betrieb war. 2013 hat der Aufsichtsrat des HZB beschlossen, dass die Zeit der Materialforschung mit einem Reaktor in Wannsee nach gut 60 Jahren enden soll.

Sendung: Antenne Brandenburg, 05.12.2019, 08:30 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Wird dann gleichzeitig auch die ED-R 4 aufgehoben?

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