Feuerwehr in Berlin-Steglitz (Quelle:rbb/Morris Pudwell)
Video: rbb|24 | 15.12.2019 | Material: Morris Pudwell | | Bild: rbb/Morris Pudwell

Hausbewohner müssen in Ersatzquartiere - Wohnung von Feuerwehrmann brennt in Steglitz

Komplizierter Einsatz für die Berliner Feuerwehr in Steglitz: Erst nach sieben Stunden war ein Brand, der sich in der Wohnung eines Feuerwehrmannes ausbreitete, gelöscht. Die Bewohner können vorerst nicht in ihre Wohnungen zurück. Eine erste Gruppe bietet Hilfe an.

In einem siebenstündigen Einsatz hat die Berliner Feuerwehr mit einem Großaufgebot einen Wohnungsbrand im Stadtteil Steglitz gelöscht. Durch das Feuer kam ein Bewohner mit Brandverletzungen in ein Krankenhaus, drei weitere Menschen wurden leicht verletzt.

Weil das Feuer auf den Dachstuhl übergriff, wurden alle Bewohner evakuiert und können vorerst nicht in ihre Wohnungen zurück - auch über Nacht mussten die Bewohner in Ersatzquartieren unterkommen. Ob die Bewohner am Montag wieder in ihre Wohnungen zurückkehren können, ist unklar. Die Kriminalpolizei hat den Altbau zur Sicherung und Ermittlungen zur Brandursache abgesperrt, wie die Polizei am Montagmorgen mitteilte.

Hilfe vom Bezirk und auf Facebook

Denn Gas und Strom würden aus Sicherheitsgründen abgestellt. Wann die Betroffenen wieder in ihre Wohnungen zurück können, sei noch unklar, sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein rbb|24 auf Nachfrage. Ein Großteil der Anwohner sei kurz nach der Evakuierung bei Freunden oder Familienangehörigen untergekommen. "Eine Person wurde kurzfristig von einem Nachbarn aufgenommen", sagte Feuerwehrsprecher Kirstein.

Berliner haben auf Facebook derweil spontan eine Gruppe gegründet [facebook.com], in der sie den Betroffenen Essen, Kleidung und kurzfristige Hilfe anboten. Menschen, die helfen wollen, können sich laut Feuerwehr auch an den Bezirk wenden. Steglitz' Bezirksstadtrat für Soziales, Frank Mükisch (CDU), war persönlich vor Ort, um Hilfe zu organisieren.

Feuer bricht in Wohnung eines Feuerwehrmanns aus

Unklar ist derzeit noch, wie das Feuer ausgebrochen ist. Fest steht aber, dass der Brand in der Wohnung eines Feuerwehrmanns ausbrach. "Deswegen sind wir besonders betroffen", so Feuerwehrsprecher Kirstein. Erste Medienberichte, nach denen das Feuer bei Lötarbeiten ausgebrochen sein soll, bestätigte die Feuerwehr nicht.

Zwischenzeitlich war es für die Feuerwehr kompliziert, zu den Brandherden vorzudringen, weil Teile des Dachs hätten einstürzen können, wie Kirstein sagt. Die Flammen, die aus dem Dachgeschoss emporloderten, mussten die Einsatzkräfte deshalb lange von einer Drehleiter aus bekämpfen, ohne das brennende Geschoss zu betreten.

In Berlin Lichterfelde brennt das Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses am 15.12.2019 (Quelle: Morris Pudwell)
| Bild: Morris Pudwell

Brandschäden auf 400 Quadratmetern

Der Brand war am Sonntagmorgen im vierten Obergeschoss des gelb gestrichenen Altbaus ausgebrochen. Die Flammen griffen auch auf das ausgebaute Dachgeschoss und den Seitenflügel des Gebäudes über. Nach Schätzungen der Feuerwehr gab es auf einer Wohnfläche von rund 400 Quadratmetern Brandschäden. Im Gebäude gebe es insgesamt 15 Wohnungen, berichtete der Feuerwehrsprecher. Auch ein Teil des Daches im Nachbarhauses wurde durch das Feuer in Mitleidenschaft gezogen.

Auf dem beschädigten Dach sei Licht aufgebaut worden, um für die Suche nach Glutnestern auch im Dunkeln die Dachhaut aufnehmen zu können, ergänzte der Feuerwehrsprecher. Dabei seien auch Spezialisten für Arbeiten in der Höhe im Einsatz. Aus Sicherheitsgründen hatte die Feuerwehr den Strom eines anliegenden Hauses in der Haydenstraße abgeschaltet. Auf rbb|24-Nachfrage erklärte ein Sprecher der Feuerwehr um 15 Uhr, dass die Stromversorgung nun wieder eingeschaltet werde.

Mit großen Schäden durch das Löschwasser rechnet die Feuerwehr in den Wohnungen unter dem Brandherd bisher nicht. Es sei eine Folie ausgelegt worden, die das verhindern solle.

Feuerwehr in Berlin-Steglitz (Quelle:rbb/Morris Pudwell)
| Bild: rbb/Morris Pudwell

Sendung: Abendschau, 15.12.2019, 19:30 Uhr

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5 Kommentare

  1. 3.

    Sie meinen vermutlich die Haydnstraße. Benannt nach dem Komponisten Joseph Haydn.

  2. 2.

    Leider interessiert sich der Bezirksstadtrat nicht immer so sehr. Als unsere Wohnung im August 2017 unverschuldet abgebrannt ist, hat kein einziger Politiker mal gefragt wie jetzt eigentlich 6 Familien ohne Wohnung unterkommen. Und es war alles über ein Jahr unbewohnbar. Ich wünsche den Betroffenen zu Weihnachten alles Gute und viel Glück.

  3. 1.

    Mensch die armen Leute und das vor den Feiertagen! So etwas wünscht man keinem anderen Menschen. Hoffentlich können die anderen Bewohner noch vor den Feiertagen zurückkehren. Zu wünschen wäre es! Dafür müßten Spenden fließen!

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