10.12.2019, Brandenburg, Potsdam: Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/ Die Grünen), zeigt bei einer Pressekonferenz zur Vorstellung der Maßnahmen zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg eine Karte mit den betroffenen Gebieten in Polen. (Bild: dpa/Monika Skolimowska)
Video: Brandenburg aktuell | 10.12.2019 | D. Gäsche/R. Wittig | Bild: dpa/Monika Skolimowska

Pläne zur Prävention - Brandenburg wappnet sich gegen Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest breitet sich in Polen weiter aus - und in Brandenburg wächst die Sorge, das Virus könne auch dort Tiere infizieren. Brandenburg will das verhindern. Konkrete Maßnahmen hat die Landesregierung am Dienstag präsentiert.

Brandenburg will sich gegen die Afrikanische Schweinepest wappnen, nachdem sich das Virus zuletzt in Polen in Richtung deutsch-polnischer Grenze ausbreitete.

Das Land Brandenburg habe die verstärkte Bejagung von Wildschweinen in der Grenzregion zu Polen sowie die virologische Beprobung aller verendeten Wildschweine angeordnet, sagte Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Dienstag in Potsdam.

Zuvor hatte Nonnemacher das Kabinett über den aktuellen Stand der Maßnahmen zur Verhinderung der Einschleppung und zur frühzeitigen Erkennung informiert.

Wildschutzzäune und Meldeprämie

Auch über das Aufstellen von mobilen Wildschutzzäunen werde nachgedacht, erste Zäune habe das Land bereits angeschafft, sagte Nonnemacher. Die Zäune könnten zeitlich begrenzt an den Oderdeichen aufgestellt werden.

Außerdem habe man alle Schweinehalter und Jäger schriftlich über die Lage informiert und die Meldeprämie pro aufgefundenem Wildschwein auf 50 Euro erhöht, sagte Landestierarzt Stephan Nickisch. Verbraucher seien aufgerufen, keine (schweine-)fleischhaltigen Lebensmittel aus Polen mitzubringen. Polnische Fleischwaren, die in Brandenburg über den Handel vertrieben würden, seien hingegen nach EU-Standards hergestellt und unbedenklich.

Sollte es zu einem Schweinepest-Ausbruch in Brandenburg kommen, sieht der Seuchenalarm-Plan drei Restriktionszonen vor: In der Kernzone von drei Kilometern um den Fundort des verendeten Wildschweins dürfen Schweinehalter ihre Tiere dann vorerst nicht mehr vermarkten. Eine massenhafte Tötung sei jedoch nicht vorgesehen, sagte Landestierarzt Nickisch, dafür aber die intensive virologische Untersuchung der Bestände.

Virus wird auch durch den Menschen verbreitet

Einen Fall von Schweinepest gibt es bisher in Brandenburg nicht. Vor einer Woche war das Virus allerdings bei einem toten Wildschwein nur gut 42 Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt gefunden worden - in der Nähe von Nowogrod Bobrzanski in der polnischen Woijewodschaft Lebus.

In Polen wurde nach rbb-Informationen bereits ein 120 Kilometer langer Wildschweinzaun errichtet, der die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest verhindern soll. Er steht zwischen den Woijewodschaften Lebus und Großpolen, rund 150 Kilometer vor der deutschen Grenze.

Der Deutsche Jagdverband hält einen Zaun im Kampf gegen die Schweinepest für nutzlos. Das Virus werde unter anderem durch weggeworfene Brote mit Wurst aus dem Fleisch infizierter Tiere, durch Schlamm in Radkästen von Autos oder in Schuhprofilen eingeschleppt - also durch den Menschen.

Betroffene Betriebe müssen alle Tiere töten

Der Erreger der Afrikanischen Schweinepest ist für Wild- und Hausschweine meist innerhalb weniger Tage tödlich. Für Menschen stellt die Krankheit keine Gefahr dar. Allerdings können auch sie das Virus übertragen. Deswegen sei es "extrem wichtig, dass Landwirte, Forstwirte, Jäger und Spaziergänger verdächtige Kadaver sowie Tiere mit Blut an Haut oder Schnauze sofort melden", mahnt der Deutsche Jagdverband. Tote oder erkrankte Tiere sollten auf keinen Fall berührt werden.

Nach der deutschen Schweinepestverordnung müssen in Betrieben, in denen die Afrikanische Schweinepest festgestellt wird, alle Tiere vorsorglich getötet werden. Es werden Sperrbezirke und Überwachungszonen eingerichtet, Transport und Handel werden erheblich eingeschränkt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 10.12.2019, 16:30 Uhr

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