Paketzusteller bei der Arbeit (Quelle: dpa/Sven Simon)
Audio: Inforadio | 12.12.2019 | Jenny Barke | Bild: dpa/Sven Simon

Verschollene Pakete in Neukölln 12055 - DHL-Partner entlässt Zusteller nach Paket-Funden im Gebüsch

Das Weihnachtspaket des kleinen Jungen Mino aus Berlin-Neukölln ist wieder da: Es war unter den geplünderten Lieferungen, die in einem Gebüsch gefunden wurden. Nach internen Ermittlungen hat DHL auf den Fall reagiert. Von Jenny Barke

Nachdem mehrere dutzend Pakete in einem Gebüsch in der Saalestraße in Berlin-Neukölln gefunden worden waren, ist der Zusteller eines DHL-Subunternehmens entlassen worden. Wie DHL auf rbb-Anfrage am Donnerstag mitteilte, hat der Lieferant eines Service-Partners Hausverbot bekommen. Außerdem ist Anzeige bei der Polizei erstattet worden. Der Zusteller soll die verschollenen Pakete an sich genommen und den Inhalt entwendet haben.

Am Sonntag fanden Anwohner in der Nähe der Ringbahngleise "einen großen Haufen" Pakete. Viele davon waren aufgerissen und geplündert worden. Eine Anwohnerin konnte eine der Adressen ausfindig machen und dem Empfänger, Jonas Wegener, sein Paket überreichen. Der Neuköllner ging daraufhin selbst zum Fundort und entdeckte eine Sendung mit Weihnachtsgeschenken für einen Jungen. Eine Adresse war nicht mehr erkennbar, allerdings stand noch der Name "Mino" darauf. Wegener startete daraufhin via Instagram eine Suche nach dem Kind.

DHL bemüht sich, für jede Lieferung Empfänger zu finden

DHL habe sofort nach Bekanntwerden des Vorfalls Ermittlungen aufgenommen, erklärte das Unternehmen nun. Auf eine erste Anfrage von rbb|24 am Montag hin hatte ein Pressesprecher noch gesagt, dass bisher kein Lieferant die verschwundene Fuhre gemeldet habe. "Das ist offenbar nicht passiert, deswegen wundert einen das schon sehr", so der Sprecher zu Wochenbeginn. Auch bei der Berliner Polizei war kein Paketdiebstahl oder Raubüberfall eines DHL-Transporters gemeldet worden.

DHL bemüht sich nun nach eigenen Angaben darum, die verschollenen Sendungen den wartenden Empfängern zuzuordnen. Das werde jedoch nicht einfach, weil "diese zum Teil stark beschädigt und entsprechend schwer zuzuordnen sind. Dafür bitten wir um Verständnis". Jede einzelne Sendung werde derzeit überprüft, der Kontakt mit betroffenen Kunden schnellstmöglich gesucht.

Lieferungen mit Postleitzahl B-12055 Anfang Dezember betroffen

Bei den geplünderten Paketen handelt es sich um Lieferungen, die Anfang Dezember im Postleitzahlenbereich 12055 verschickt worden waren. "Sollte ein an diesen Postleitzahlenbereich verschicktes Paket bis Mitte Dezember den Empfänger nicht erreicht haben, empfehlen wir dem Absender, einen Nachforschungsantrag auf unserer Homepage zu stellen", teilt DHL mit [dhl.de]. Die Pakete, die beschädigt und dadurch zunächst nicht zuzuordnen seien, könnten dann mithilfe einer Paketermittlungsstelle ergänzend recherchiert werden. Grundsätzlich seien Pakete versichert. Die Deutsche Post DHL übernehme die Haftung für den versicherten Schaden.

Tipps bei verschwundenen Sendungen

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat eine Webseite [post-aerger.de] für Paket-Beschwerden ins Leben gerufen. Verbraucherschützerin Iwona Husemann hat die auf dem Portal eingegangenen Beschwerden aufgenommen. Demnach ist Berlin Spitzenreiter: mit 34 Beschwerden pro 100.000 Einwohner - so viel wie in keinem anderen Bundesland.

Dennoch sei der Fall aus Neukölln höchst ungewöhnlich, sagte Husemann am Donnerstag dem rbb. Um verschollene Pakete wiederzufinden, rät Husemann Kunden, Pakete statt Päckchen zu schicken - auch wenn das teurer ist: "Päckchen können nicht nachvollzogen werden, weil sie keine Sendungsverfolgungsnummer bekommen und der Transporteur deshalb keine Haftung übernimmt."

Beitrag von Jenny Barke

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Antwort auf [Rudi] vom 12.12.2019 um 18:33
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17 Kommentare

  1. 17.

    "DHL-Partner entlässt Zusteller nach Paket-Funden im Gebüsch "

    Erst entlassen und nu muß er auch noch im Gebüsch hocken? Gerechte Strafe! ;-)

  2. 16.

    Sehr richtig kommentiert. Die Gewerkschaft Verdi ist stinksauer was die DPAG da für ein Geschäftsmodell betreibt. Hat mit Kundenorientierung rein gar nichts mehr zu tun. Hinzu kommen in erster Linie befristete Verträge.

  3. 15.

    Die Mitarbeiter sind ja nicht mal bei DHL angestellt, sondern nur bei Subunternehmen (die im schlimmsten Fall wieder ein Subunternehmen beauftragen). Damit werden die Lohnkosten für den Arbeitgeber (hier eher Sklaventreiber) so gering, dass Menschen trotz 40 und mehr Stunden in der Woche kaum Geld zum Leben haben. DHL sollte mal Eier zeigen und viel mehr eigene Leute einstellen, die auch anständig bezahlt werden, denn: der Job ist extrem anstrengend und rechtfertigt eine angemessene Bezahlung, damit die Arbeitnehmer sich nicht wie eine ausgenommene Weihnachtsgans fühlen.

  4. 14.

    Am 5. Dezember habe ich am Kiehlufer zwischen Trept.- und Teupitzer Str. auch aufgerissene Pakete gesehen. Das kam mir gleich komisch vor. Empfänger öffnen die Kartons 1. ordentlich und 2. werfen sie die nicht mit Adresslabel an den Straßenrand. Das Stück ist wenig frequentiert und auch als illegale Müllkippe beliebt.

  5. 13.

    Erst einmal wohnen nicht alle Menschen in Städten wo es eine entsprechende Auswahl an Geschäften gibt und zweitens würde ich der in Berlin lebt sehr gerne öfters in Geschäften einkaufen aber sowohl bei Produkten der Wohnausstattung als auch bei Kleidung oder Technik habe ich immer wieder das Problem das bestimmte Artikel immer häufiger vor Ort im Geschäft leider nicht zu bekommen sind . Auch auf meine Frage hin ob das Geschäft denn wenigstens das Produkt bestellen kann habe ich schon mehrmals die Antwort bekommen das man an Lieferverträge mit bestimmten Händlern gebunden ist und daher nicht alles bestellen kann was der Kunde möchte . Mit geringeren Preisen im Internet hat das also eher weniger zu tun .

  6. 12.

    War bei mir genau Dasselbe. Als Beschwerdeantwort wurde mir lapidar mitgeteilt, dass dem Empfänger ein Weg zur Abholung von 3 km Luftlinie (!!!) zumutbar sei. Wo der Abhol-Standort ist, läge im Ermessen des Zustell-Mitarbeiters.
    Diese standardisierte Antwort erhielt ich mehrmals. Darüberhinaus gibt es inzwischen bei mir keine Packstationen mehr in Laufnähe. Gratuliere, DHL. Und die Bundesnetzagentur kann nur Statistiken über Beschwerden erstellen und diese weitergeben, Sanktionen können nicht verhängt werden. Es lebe die Privatisierung!

  7. 11.

    In Neukölln ist es reine Glückssache ob man ein Paket zugestellt bekommt. Hat man kein Glück, wird es ohne Benachrichtigung einfach wieder zurückgesendet. Mit wenig Glück gibt es eine Benachrichtigung bei der der Abgabeort nicht stimmt, dann klappert man die umliegenden Späties ab und fragt freundlich, gestresst und verwzweifelt nach. Vielleicht stimmt aber auch die Angegebene Postfiliale in den Arcaden. So muss man sich lediglich in eine Warteschlange von mindestens 30 Wartenden einreihen um die Pakete egal welcher Menge und Größe von überarbeiteten und deswegen unfreundlichen Menschen übergeben zu bekommen.Mit etwas mehr Glück nimmt es ein Nachbar an und gibt Bescheid. Viel Glück hat man oft in der Elternzeit: Der Paketdbote weiß man ist oft zuhause und man bekommt nicht nur die eigenen Sendungen,sondern auch die der Nachbarschaft. Dann stapeln sich die Kartons im Flur.

  8. 10.

    So ist es. Es geht nicht nur um Online Pakete.
    Sondern allgemein keinerlei Service.
    Schließlich bezahlt man doch dafür.

  9. 9.

    Witzbold.
    Online bekomme ich vieles preiswerter und auch Artikel, die es in keinem Laden zu kaufen gibt. Und bezahlen tue ich auch Versandkosten. Also kann ich erwarten, dass das Paket ordnungsgemäß bei mir an der Wohnungstür geliefert wird.
    Die Post sollte sich Beschwerden annehmen und verfolgen wenn ich mich als Kunde über von anderen Kommentatoren beschriebene Probleme anrufe. Aber die wissen schon warum eine 0180er-Nummer... Und wenn man dann mal eine Antwort bekommt ist das sowieso nur ein Einheitsbrief.
    Aber meine Vermutung war schon richtig mit den entsorgte Paketen.

  10. 7.

    Ich habe gerade in diesem Jahr extrem Probleme mit der Post. Aber das ist immer noch tausend mal besser als ZU Weihnachten in irgendein Geschäft zu gehen.

  11. 6.

    Leute geht wieder in Geschäften einkaufen statt Online.
    Dann geht ihr dem ganzen Ärger und Stress aus dem Weg.

  12. 5.

    Auch ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht !! Innerhalb von 2 Monaten 4 mal je 2 Pakete erwartet und extra rechtzeitig Wunschtag angegeben so das der Fahrer auch wusste das jemand zu Hause ist aber in allen 4 Fällen wurden die Pakete weder bei mir noch bei Nachbarn abgeliefert sondern 1 km entfernt in irgendwelchen Tabak Shops . Vor 3 Jahren hatte ich mich extra um den Fahrer das Leben etwas zu erleichtern für ein Postfach angemeldet aber auch dort nur Ärger denn nachdem die ersten beiden male tatsächlich noch an das von mir gewünschte Postfach abgeliefert wurde durfte ich die 10 Pakete danach ausschließlich 3 km entfernt an einer völlig anderen Station abholen was viel Zeit und zusätzlich Fahrkosten verursacht hat . Es sollte laut DHL eine Ausnahme bleiben aber das war nicht so weshalb ich mein Postfach seit einen Jahr nicht mehr nutze !! Es wurde von DHL immer wieder versprochen das man dafür sorgen wird das so etwas nicht wieder vorkommt jedoch bis HEUTE absolute Fehlanzeige !!

  13. 3.

    Es kann nicht sein das Briefe , Pakete, Einschreiben einfach so verschwinden., geschweige , das ein Paket angemeldet ist und es später heißt, nicht abgeholt, bez. keine Abholkarte im Briefkasten oder angeklebt ist. Durch Supunternehmer ist alles schön billig , die Kunden sind egal, aber wir bezahlen dafür.

  14. 2.

    Leider stimmt einiges nicht mehr bei der DHL.
    Die Fahrer klingeln oft gar nicht an der Tür.
    Online kann man dann lesen.
    Paket liegt Beim Nachbarn, falls man im Mehrfamilienhaus wohnt kann muss man das ganze Haus abklappern. Das ist kein Service.
    Verstehen können die meisten Fahren einen auch nicht.
    Ein einziges Chaos.

  15. 1.

    Wenn die Pakettypen keinen Bock auf Arbeiten haben, sollen sie es lassen und ALG beziehen.

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