Neuer Slogan in Cottbus (Quelle: twitter/Zecko)
Bild: twitter/Zecko

"Ende Gelände" - Mauer in Cottbus erneut beschmiert

Es begann mit einem "Ende Gelände stoppen"-Schriftzug im Zuge eines Anti-Kohle-Protests in der Lausitz auf einer Mauer. Aus dem Slogan wurde eine rechte Schmierei - Cottbuser Polizisten sind darin verwickelt. Nun wurde die Mauer in Cottbus erneut beschmiert.

Die Mauer in Cottbus, die in den letzten Tagen mit Slogans beschmiert war, wurde jetzt erneut mit einen Claim bemalt. Die "Interventionistische Linke Berlin" twitterte am Freitag ein Foto mit der Mauer, auf der in weißen Buchstaben steht: "We're unstoppable Love EG Hate Facism", danebendas Symbol von "Ende Gelände".

Wer hinter dem Foto steht und wer genau den Schriftzug auf der Wand hinterlassen hat, ist noch unklar. Die Brandenburger Polizei nannte die Aktion auf Twitter eine erneute Sachbeschädigung: "Die Ermittlungen dazu laufen."

Disziplinarverfahren gegen Bereitschaftspolizisten läuft

Eine Woche zuvor hatte ein rechtsextremer Slogan, den Cottbuser Bereitschaftspolizisten auf der Wand hinterlassen haben sollen, Empörung hervorgerufen. Seit knapp einer Woche läuft ein Disziplinarverfahren gegen neun Bereitschaftspolizisten, die vor einem geplanten Einsatz bei einer "Ende Gelände"-Aktion in der Lausitz vor der Wand posiert hatten, auf der damals noch "Stoppt Ende Gelände!" stand.

Nachdem das Foto in sozialen Netzwerken auftauchte und dort für Aufregung sorgte, beauftragte die Polizei die Bereitschaftspolizisten, das Graffito von der Wand zu entfernen. Wie sich im Laufe des Disziplinarverfahrens der Polizei herausstellte, sollen die Polizisten darauf das Symbol eines Krebses sowie das Kürzel "DC!" auf der Wand zurückgelassen haben. Beleg dafür sei ein bisher unveröffentlichtes Foto, welches das Graffito nach einer teilweisen Entfernung durch die Polizeibeamten zeigt, wie das Polizeipräsidium Brandenburg mitteilte.

Das Kürzel "DC" steht für den rechtsextremen Slogan "Defend Cottbus", also "Cottbus verteidigen", der laut Brandenburger Verfassungsschutz "sowohl von Personen mit Bezügen zur 'Neuen Rechten' (zum Beispiel: Identitäre Bewegung Cottbus), als auch von gewaltbereiten Rechtsextremisten im Großraum Cottbus" genutzt wird, wie ein Sprecher auf Anfrage von rbb|24 mitteilte. In Anlehnung an das Wappen der Stadt Cottbus sei auf den Propagandamaterialien von "Defend Cottbus" ein Flusskrebs zu sehen.

Stübgen: "Solche Tendenzen werden bei der Brandenburger Polizei nicht geduldet"

Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) kündigte eine rigorose Aufklärung der Vorwürfe an. Stübgen sagte am Dienstag im rbb, er könne dem Ergebnis der Untersuchung nicht vorgreifen. Es gebe aber Hinweise darauf, dass zumindest einige der Polizisten die Bedeutung des Kürzels DC kannten. Mit dieser Provokation hätten sie möglicherweise auch eine bestimmte Zielrichtung verfolgt. Solche Tendenzen würden in der Brandenburger Polizei nicht geduldet.

Die Polizeiführung habe unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe reagiert, so Stübgen. Die Polizisten seien identifiziert und sofort aus dem Einsatz genommen worden. Zudem seien sie an unterschiedliche Orte versetzt worden.

Kommentar

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Antwort auf [Berlinerin] vom 07.12.2019 um 22:32
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15 Kommentare

  1. 15.

    " Polizisten seien identifiziert und sofort aus dem Einsatz genommen worden "

    weil es ja jede Menge Polizisten gibt , Bewerber stehen Schlange

  2. 14.

    Wieso "mutmaßlich"? Gibt es Hinweise, dass die Mauer diesmal legal mit politischen Slogans versehen wurde?

  3. 13.

    ... und alle gucken hin. - Muss man nicht.

  4. 12.

    Lieber Herr Dr. Kawasaki,
    völlig unabhängig von der Aussage handelt es sich um mutmaßliche Sachbeschädigung.
    Viele Grüße
    rbb24

  5. 11.

    Lieber Herr Perman,
    genau genommen auf einem Acker nahe der Landesstraße Richtung Kolkwitz, aber noch in Cottbus.
    Viele Grüße und noch einen schönen Sonntag,
    rbb24

  6. 10.

    Was für ein Schmieren Theater..

  7. 9.

    "Narrenhände beschmieren Tisch und Wände." hat meine Mutter manchmal gesagt. Recht hatte sie.

  8. 8.

    Naja, "erneut beschmiert" würde ich das nicht nennen, wenn eine antifaschistische Botschaft und "love" da steht. Gegen Faschismus zu sein, ist schließlich eines der obersten Gebote jedes Demokraten. Außerdem war hier offenbar auch keine Polizei involviert (sowas passiert komischerweise immer nur bei rechten Taten, aber nie bei linken) und es gibt auch keine verfassungsfeindliche Botschaft. Also vergleichbar mit dem alten rechten Slogan ist das ganz und gar nicht und der RBB sollte hier keine falschen Vergleiche anstellen mit dieser Wortwahl.

    Faschismus und Antifaschismus sind eben nicht "beide irgendwie schlimm". Faschismus ist schlimm und Antifaschismus eben nicht! Auch wenn Faschisten permanent probieren, das Gegenteil in der öffentlichen Meinung durchzusetzen. Antifaschismus ist etwas Grundgutes und Urdemokratisches. Punkt!

  9. 6.

    *lach* was für eine Posse! Und Racism und Fascism gibt es zwar oft im Doppelpack, aber dennoch steht auf der Wand nur eines davon. Wäre vielleicht eine Idee fürs Umpinseln durch die örtliche Polizeidienststelle ;-)

    Weitere Ideen:

    Love EC = Energie Cottbus
    Hate BFC


    Nunja, also dann mal weitere Vorschläge für den Ideenwettbewerb!

  10. 5.

    Die Versetzung an andere Orte erinnert mich irgendwie an die kontraproduktive Strategie des Papstes mit Verdächtigen umzugehen. @rbb Auf dem Bild lese ich "HATE FASCISM" also "hasse Faschismus" auf deutsch. Mit Rassismus hatte zumindest die rechtsextreme Mobilisierung gegen Ende Gelände wohl auch weniger zu tun.

  11. 4.

    Ach wissen Sie, wenn alle Extremisten auf diese Art "gegeneinander kämpfen", soll es mir Recht sein. Hauptsache, niemand wird verletzt!

  12. 3.

    Ist eine Mauer so wichtig??

  13. 2.

    Die Cottbuser BePos haben doch noch Farbe übrig; denen fällt bestimmt noch etwas ein, wie man auch daraus einen Wink an ihre 'Gesinnungfreunde' pinseln kann . . .

  14. 1.

    Die gute Nachricht zuerst: Die Cottbuser Bereitschaftspolizei dürfte nicht unter Verdacht stehen.

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