Geplantes Hallenbad in Falkensee (Quelle: Bauconzept)
Video: Brandenburg aktuell | 05.12.2019 | Theresa Majerowitsch | Bild: Bauconzept

Klimaschutz und hohe Kosten - Stadtverordnete stoppen Pläne für Hallenbad in Falkensee

Ein seit Jahren geplantes Hallenbad in Falkensee (Havelland) wird nicht gebaut. Die Stadtverordneten haben mit 19 zu 16 Stimmen gegen den Bau votiert. Geplant war nach Angaben der Stadt ein Bad mit 25-Meter-Becken, Sprunganlage, Lehrschwimm- und Kleinkinderbecken sowie Wasserspielplatz, Saunabereich, Bistro und Kegelbahn.

Die Grünen, die in der SVV die meisten Stadtverordneten stellen, kritisieren vor allem die Klimabilanz des geplanten Hallenbads. Auch die CDU-Stadtverordneten, die zweitstärkste Kraft, stimmten mehrheitlich gegen den Bau. Sie halten vor allem die Kosten, die mit rund 23 Millionen Euro veranschlagt wurden, für zu hoch. Schon in der Projektplanung hat das Hallenbad mindestens 1,2 Millionen Euro gekostet.

Im vergangenen Jahr überwiegend Zustimmung zum Hallenbad

Der Bürgermeister der 45.000-Einwohner-Stadt, Heiko Müller (SPD), hat auf die Abstimmung mit Unverständnis reagiert. Es habe Unterschriftensammlungen in Falkensee gegeben, bei denen sich viele Tausend für ein Hallenbad ausgesprochen hätten, sagte Müller am Donnerstag dem rbb.

Ein entsprechender Einwohnerantrag sei von der Stadtverordnetenversammlung angenommen worden. "Und dann gab es die Debatte – und die ist schon fast nicht mehr zu führen – dass der Klimaschutz Vorrang vor allem anderen hat. So ist das gestern sehr deutlich geworden", sagte der Bürgermeister über die Abstimmung.

Bereits vor 12 Jahren hat der Seniorenbeirat Falkensee, der sich für die Belange der älteren Einwohner der Stadt einsetzt, den Stadtverordneten rund 7.000 Unterschriften für ein Hallenbad übergeben. Acht Jahre später folgte nach Angaben der Stadt der Einwohnerantrag mit 8.000 Unterschriften für das Bad.

Noch im vergangenen Jahr hatten sich die Stadtverordneten mit Zweidrittelmehrheit für den Bau ausgesprochen. Und bei einer Befragung der Falkenseer im Sommer 2018 stimmten 78 Prozent für den Bau eines Hallenbads.

Sendung: rbb UM6, 05.12.2019, 18 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

18 Kommentare

  1. 17.

    Wenn Henningsdorf aber genauso Bürgerunfreundlich wie Falkensee gedacht hätte dann würde es das Hallenbad da auch nicht geben. Es geht doch darum das es möglich sein muss in einer Stadt von 45T Einwohnern ein Hallenbad zu bauen.

  2. 16.

    Bei jedem Großprojekt gibt es immer Vor und Nachteile. Bei der Klimadebatte aktuell, wäre es auch besser gewesen, wenn man die Energiebilanz noch verbessert hätte, aber das kann man auch nachträglich machen.
    Trotzdem hätte ich mich sehr über das Schwimmbad gefreut. Denn so müssten die Schüler nicht mehr bei 15 Grad ins Waldbad gehen oder der Schwimmunterricht würde auch nicht mehr ausfallen. Außerdem hätte man so die Stadt freizeittechnisch endlich mal aufgewertet, weil was haben wir in Falkensee, außer dem Kino und dem Waldbad, NICHTS.
    Da die Fläche dann nicht fürs Hallenbad genutzt wird, glaube ich, dass dort dann wieder mal Wohnungen gebaut werden und das führt bei der aktuellen Infrastruktur, zu einem noch größeren Chaos.
    Irgendwann sind wir nicht mehr die Gartenstadt, aufgrund der vielen Mehrfamilienhäuser.

  3. 15.

    Vor der Wahl für mehr Mitbestimmung plädieren und dann doch parteiideologisch entscheiden - genau mein Humor! Und das wegen einer Schwimmhalle für Falkensee und das Umland - ist das erst der Anfang? Ich gehe jetzt raus in den Garten und pflanze noch schnell 3 Obstbäume ein und ihr liebe Stadtverordneten dreht zu Hause die Gasheizung auf und denkt über zukünftige Klimaprojekte nach. Nicht labern, drangsalieren und verbieten, sondern selbst aktiv werden! Schöne Adventszeit! PS: Wer sich treu ist, trinkt jetzt auch keinen warmen Glühwein. Glück Auf!

  4. 14.

    Ich wohne zwar nicht in Falkensee, aber was Sie schreiben kann ich nur voll unterstützen.

  5. 13.

    Zwei Liter Benzin haben nichtmal genug Energie um einen Kubikmeter Wasser von Wasserhahntemperatur auf Hallenbadtemperatur zu erwärmen. Es würde mich nicht überraschen wenn es besser für's Klima wär eine halbe Stunde Auto zu fahren um ein besser besuchtes Schwimmbad zu nutzen, wo der Kubikmeter Wasser mehr Kunden zugute kommt bevor er ausgetauscht wird. Über genaue Zahlen würde ich mich freuen.

  6. 12.

    Ich finde es eigentlich ein trauriges Bild für die Stadt Falkensee, dass man so lange braucht und "1,2 Mio Euro" Steuergelder verschwendet, um dann zu so eine Entscheidung zu kommen. Ist ja nicht das Geld der Politiker. Zumal man erst teure komplizierte Umfragen an die Bürger startet die sich mehrheitlich dafür aussprachen. Auch wir haben dafür gestimmt. Da wird schon mal das Gelände eingezäunt, der Bürgersteig mit Asphalt geschützt und Schilder aufgestellt und das alles vor der endgültigen Entscheidung. Es gibt sicherlich genug andere Gemeinden in Deutschland von denen man sich Informationen über Baukosten, Unterhalt und Klimawerte hätte holen können, um abzuwägen ob gebaut werden kann oder nicht. Schade auch für die Schulkinder Kein privater Haushalt könnte so planen.

  7. 11.

    Die Bahn braucht von Falkensee nach Hennigsdorf 17 Minuten und fährt stündlich. Vom Bahnhof Hennigsdorf sind es 2km zum Schwimmbad. Einfach mitm Radel in die Bahn.

  8. 10.

    Die 8000 Leute, die da in das Hallenbad wollen müssen aber sehr oft hin, allein um die Baukosten wieder reinzuholen. Von den Betriebskosten ganz abgesehen. Wenn jeder von denen jede Woche hingeht und die 5,50, die die Berliner Bäderbetriebe verlangen, zahlt, sind die Baukosten nach 10 Jahren noch nicht abgezahlt. Da ist die Pleite doch schon vorprogrammiert. Ein Glück wird das Ding gar nicht erst gebaut.

  9. 9.

    Es ist natürlich klimaneutraler mit dem Auto eine halbe Stunde + ins nächste Schwimmbad zu fahren anstatt mit dem Fahrrad zum Schwimmbad in der eigenen Stadt. Folgt als nächstes ein Transportverbot für Schulkinder durch ihre Eltern (siehe Autoverkehr vor den Schulen)? Das mit der Traglufthalle wäre aber eine Überlegung wert. Dann könnte das jetzige Freibad ganzjährig genutzt werden. Nein sagen ist aber einfacher als die Masse zwischen den Ohren zu benutzen und nach Alternativen zu suchen.

  10. 8.

    Zum Glück hat die Vernunft gesiegt! Natürlich würde ich mir auch wünschen, in der kalten Jahreszeit schwimmen zu können - aber doch nicht um diesen Preis! Leider sind die Kosten - unmittelbare und nachhaltige - nicht ins Bewusstsein der Falkenseer gedrungen, als die höchst populistischen Umfragen angestellt wurden. Trotz besserem Wissen darüber hat die SPD, an erster Stelle Herr BM MÜller, versucht, sich ein Denkmal auf Kosten des Gemeinwohls zu setzen. Mit Saunalandschaft und Wasserrutsche! Herr BM Müller hätte seine Zeit und sein Gehalt besser genutzt, wenn er mit den angrenzenden Gemeinden über ein Gemeinschaftsprojekt Hallenbad verhandelt hätte. Dann wäre vielleicht auch ein tragfähiges und finanzierbares Projekt herausgekommen und den Kindern und Schwimmern geholfen worden.

  11. 7.

    Formel1-Rennen haben eine noch verheerendere Klimabilanz. Ich hoffe, dass die jetzt auch eingestellt werden. Ach ja, ich vergaß, da geht’s ja um Millionen, da spielt das Klima keine Rolle mehr.

  12. 5.

    Ich finde es sehr Schade, das die Umwelt vor Kinder und auch unseren Senioren gestellt wird. Man beklagt sich darüber, das unsere Kinder nicht, oder nur sehr schlecht schwimmen können. Nicht jeder hat ein Auto, um bis nach Hennigsdorf zu fahren. Schwimmen lernen gehört für mich in den Schulalltag, aber das fällt ja jetzt leider aus.

  13. 4.

    Es ist sehr bedauerlich, dass nun doch kein Schwimmbad kommt. Tatsächlich könnte Falkensee bei der Einwohnerzahl so etwas gebrauchen. Allerdings hat sich mir auch nicht wirklich erschlossen, wie man das finanzieren möchte?
    Aber noch erschreckender finde ich, dass die Grünen mittlerweile alles mit dem Argument Klimaschutz blockieren. Kreative Gegenvorschläge kommen in den seltensten Fällen. Dafür fehlt Ihnen offenbar die Fantasie. Ich hoffe, ihre Wähler merken das bald.

  14. 3.

    Das ist eine sehr bedauerliche Entscheidung - in dieser Grundsätzlichkeit. Ich hätte es absolut richtig gefunden, dass eine stets wachsende Stadt ein eigenes Bad baut, dessen Zuschussbedarf zwar nicht gering ist, doch eine finanziell gesunde Stadt wie Falkensee kann so etwas. Und als Berliner Randgemeinde sollte sie auch, statt sich auf der Berliner Infrastruktur - oft überfüllt - auszuruhen. Ich hätte es begrüßt, den Energiebedarf weiter zu optimieren, auch wenn dann ein paar zusätzliche Planungsmonate fällig geworden wären. Ja, auch der Standort war nicht der, den ich als Laie ideal finde, aber dazu hat es Untersuchungen und Abwägungen gegeben, die man dann auch einmal akzeptieren sollte. Die Ablehnung ist ein Fehler!

  15. 2.

    Da wurde doch meine Hoffnung auf ein bisschen Restverstand nicht enttäuscht.
    Für nichts ist in der Stadt wirklich Geld da, aber ein Hoch zu bezuschussendes Hallenbad soll gebaut werden.
    Weiterhin hätte man das Freibad geschlossen. Einer der wenigen Orte, an denen man mit seiner Familie noch günstig kurz schwimmen kann.
    Ein Hoch auf die Stadtverordneten und den Klimaschutz

  16. 1.

    Ich wusste gar nicht, dass in Falkensee soviele Westdeutsche wohnen.

Das könnte Sie auch interessieren