Menschen genießen auf Sitzmöbeln mitten auf der Friedrichstraße die Abwesenheit der Autos (Quelle: dpa/Annette Riedl).
Bild: dpa/Annette Riedl

Sperrung ab Juni geplant - Friedrichstraße soll 2020 drei Monate lang autofrei bleiben

Ein erster zweitägiger Test im Oktober lief vielversprechend, nun soll der Verkehrsversuch autofreie Friedrichstraße weiter ausgeweitet werden: Im kommenden Sommer soll ein Abschnitt der Friedrichstraße drei Monate lang den Fußgängern vorbehalten sein.

Die Friedrichstraße in Berlin-Mitte soll nach Plänen des Bezirks im nächsten Sommer für drei Monate autofrei werden. Startschuss dafür könnte der 21. Juni passend zum stadtweiten Musikfest Fête de la Musique sein, sagte Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) laut einem Bericht der "Berliner Morgenpost" [Registrierschranke].

Gesperrt werden solle dann bis September 2020 der Abschnitt zwischen der Französischen und der Leipziger Straße, hieß es. Bereits Anfang Oktober waren in einer Art Testlauf Teile der Friedrichstraße nur Fußgängern vorbehalten. Zwei Tage lang war die Strecke zwischen Französischer Straße und Mohrenstraße unter dem Motto "Friedrich, the Flâneur" abgesperrt.

Wiederkehr der Flaniermeile

Nur über einen längeren Zeitraum ließen sich die wirtschaftlichen Auswirkungen einer autofreien Straße ermitteln, sagte von Dassel dem rbb. Grundsätzlich sei der Versuch mit dem Senat vereinbart. Nun müssten die Einzelheiten geklärt werden.

Mit dem Experiment sollte nicht nur die Umwelt geschont, sondern auch die zuletzt kriselnde Einkaufsmeile im Herzen der Hauptstadt wieder attraktiver gemacht werden. Viele Geschäfte und das Quartier 206, das einst zahlreiche Luxusmarken beherbergte, stehen inzwischen leer. Auch die Zukunft der Galeries Lafayette ist ungewiss.

Sendung: Abendschau, 06.12.2019, 19:30 Uhr

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28 Kommentare

  1. 28.

    Sie haben wirklich eine sehr eingeschränkte Sichtweise, wenn Sie behaupten, das alle die keine Behinderung haben faul und bequem sind.
    Haben Sie schon mal etwas von persönlicher Lebensqualität gehört?

  2. 27.

    Faro, Dienstag, 10.12.2019 | 11:46 Uhr:
    "Antwort auf [Adrian] vom 10.12.2019 um 09:14
    Ja, klar. Wer da zum Bummeln hingeht... Aber es geht auch ums Einkaufen. Und mit 5 Tüten und Kind möchte ich nicht in die UBahn. Da bin ich froh, wenn alles im Auto verstaut ist."

    Ja, das Leben ist ohne Auto für jede Wegstrecke eine Zumutung!

    Wenn es für Sie nicht möglich ist, weil Sie behindert sind, dann gibt es sicherlich für Behinderte Ausnahmeregelungen.

    Wenn Sie aber keine Behinderung haben und einfach nur zu bequem und zu faul sind, dann fragen Sie einfach mal die zig Tausenden autolosen Eltern, wie man das in Berlin auch ohne Auto problemlos hinkriegt. Man muss nur wollen!

    Letztendlich können Sie in Berlin nur Auto fahren, weil viele andere Berliner auf ein Auto verzichten, denn sonst wäre die Stadt völlig verstopft mit parkenden und stauenden Autos! Seien Sie sich dessen mal bewußt!

  3. 25.

    Zum Verstauen der 5 Tüten und des Kindes im Auto stehen genügend gut zugängliche Parkhäuser und ebenerdige Parkplätze in den Seitenstraßen zur Verfügung. Der Wegfall der wenigen Parkplätze in der Friedrichstraße fällt nicht auf.
    Mein Tip: Einfach mal umschauen. Meistens gestaltet sich nach dem Einkauf der Weg ins Parkhaus wesentlich kürzer als zu einem oberirdischen, horrend teuren Parkplatz in der Friedrichstraße. Tüten im Auto verstauen und die Parkkostendifferenz in einer nahe gelegenen gastronomischen Einrichtung verprassen. So freuen sich alle :-)

  4. 23.

    Warum sollen Kunden vom Ku'Damm oder der Wilmersdorfer in die Friedrichstraße wechseln, wenn es überall in Berlin Malls und Arcaden gibt?

  5. 22.

    Stimmt. Ich wollte deren Gelassenheit, welche in Münster wunderbar funktioniert, der Aggressivität die hier in Berlin regelrecht besessen nicht funktioniert, gegenüber stellen. Die Größe einer Stadt spielt dabei keine eine Rolle.

  6. 21.

    Ja, klar. Wer da zum Bummeln hingeht... Aber es geht auch ums Einkaufen. Und mit 5 Tüten und Kind möchte ich nicht in die UBahn. Da bin ich froh, wenn alles im Auto verstaut ist.

  7. 20.

    Die Friedrichstraße ist exzellent mit der BVG angebunden. So sollen die Neukunden da hinkommen. Oder auch mit dem Rad.

  8. 19.

    Mehr Luxus und mehr Glamour ohne Autos - das ist die Zukunft. Nur noch die dicken Schlitten der Nomenklatura dürfen überall auf den Straßen Berlins fahren.

  9. 17.

    Genau! Keine Autos und andere Fahrzeuge mehr auf allen Straßen, nur noch Polizei, Krankenwagen, Feuerwehr und fahrende Imbißbuden wie es sich für eine Fußgängerzone gehört. Das gilt auch für die Fahrzeuge, die nächstes Jahr auf der IAA gezeigt werden.

  10. 16.

    Ganz Berlin muss endlich so attraktiv werden wie die Wilmersdorfer Straße, die Rathausstraße oder der Alex. Vor allem abends, nach Geschäftsschluss!

  11. 14.

    Sollen Sie machen, die Friedrichstraße vermisst eh niemand.

  12. 13.

    Man muss da nicht unbedingt einkaufen gehen.

  13. 12.

    Na bitte, es geht doch! Nun noch Tempo 30 innerhalb desS-Bahnrings und mehr Radwege, dann wird die Stadt lebenswert. Und das bitte nicht erst in zehn Jahren.

  14. 11.

    Oh wenn ich diesen Beitrag und die Kommentare lese, wird mir schlecht! Das Problem der Friedrichstraße ist nicht der Autoverkehr oder dass Fußgänger da nicht über die Straße kommen, sondern die fehlende Infrastruktur, die fehlenden Bewohner (Laufkundschaft) in der näheren Umgebung und die übermächtige Konkurrenz der um die Friedrichstraße herum gebauten Shoppingcenter.
    Statt das Verkehrsproblem zu lösen, wird der gerade noch funktionierende Verkehr behindert. Wie soll denn der potentielle Neukunde (der bisher mit Auto gefahren ist) für die Friedrichstraße (zurück-) gewonnen werden, wenn er nicht mehr hinkommt?
    Aber behindert mal den Verkehr weiter, vermüllt die Straßen mit Elektrofahrräder und -roller, das hilft der Umwelt genau so wenig, wie der Friedrichstraße. Jeder, der nur ein klein wenig nachdenkt, wird merken, dass ein Akku in Auto, Bus oder sonstigem Fahrzeug die Umwelt um ein Vielfaches mehr belastet, als jeder Verbrennungsmotor. Will man also die verkehrspolitische Wende, muss einzig der Nahverkehr ausgebaut werden, und zwar auf allen Ebenen, also S-Bahn, U-Bahn, Straßenbahn, und Bus nur mit Oberleitung (wie beispielsweise in Eberswalde). Alles andere ist Augenwischerei!

  15. 10.

    Mir ist aufgefallen, selbst in der Fahrradstadt Münster fahren Autos. Münsteraner Fahrradfahrer und Autofahrer gehen gelassener aufeinander zu - nicht so verbiestert wie in Berlin.

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