27.11.2019, Sachsen, Dresden: Polizisten verlassen am Morgen das Residenzschloss. Nach dem Juwelendiebstahl im Grünen Gewölbe geht die Spurensuche der Polizei am Tatort weiter. (Quelle: dpa/Michael)
Video: Abendschau | 12.12.2019 | Kerstin Breinig | Bild: dpa/Michael

Ermittlungen zum Tatwerkzeug - Juwelendiebstahl in Dresden: Spur führt ins Berliner Clanmilieu

Der Juwelendiebstahl im Grünen Gewölbe Dresden könnte nach einem Zeitungsbericht mit arabischstämmigen Clans in Berlin zusammenhängen. Grund für die Vermutung ist offenbar ein Tatwerkzeug: Der Berliner Feuerwehr war ein solches Gerät gestohlen worden.

Der Juwelendiebstahl im Grünen Gewölbe Dresden könnte nach einem Zeitungsbericht mit arabischstämmigen Clans in Berlin zusammenhängen. Die Polizei prüfe entsprechende Hinweise aus Berlin, schrieb die "Berliner Morgenpost" am Donnerstag.

Die Einbrecher sollen demnach bei dem Einbruch ein hydraulisches Spreizwerkzeug benutzt haben. Solche Spezialwerkzeuge wurden in Berlin mehrfach bei der Feuerwehr gestohlen. Ein Gerät wurde bei einem Überfall auf einen Geldtransporter eingesetzt. Zudem soll ein bekanntes Clanmitglied erst kürzlich für den Einbruch bei der Hersteller-Firma der Werkzeuge in Bayern verurteilt worden sein.

Verbindungen zum Bode-Museums-Einbruch?

Nach Informationen der Berliner Morgenpost stellte die Sonderkommission "Epaulette" der Dresdner Polizei eine interne Abfrage an Polizeibehörden in ganz Deutschland, ob irgendwo Einbrüche bekannt seien, bei denen so ein Werkzeug gestohlen oder eingesetzt wurde.

Jürgen Schmidt von der Staatsanwaltschaft Dresden sagte, die Sonderkommission stehe auch mit den Berliner Kollegen in Kontakt, um mögliche Parallelen mit dem Diebstahl der "Big Maple Leaf"-Goldmünze 2017 aus dem Bode-Museum in Berlin abzugleichen.

Zwei Einbrecher hatten in der Nacht zum 25. November ein Gitter vor einem Fenster des Museums teilweise durchtrennt, das Fenster samt Rahmen entfernt und waren in die barocke Schatzkammer eingedrungen. Dort hatten sie mit einer Axt eine Vitrine eingeschlagen. Nach wenigen Minuten konnten sie mit Diamanten und Brillanten in hohem Wert flüchten.

Sendung: Inforadio, 12.12.2019, 11:15 Uhr

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28 Kommentare

  1. 28.

    Das ist ganz offensichtlich vorbei an allen Fakten und spätestens nach einer einfachen Websuche widerlegt: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/mafia-ndrangheta-muenchen-1.4247084

  2. 27.

    Diese Kabinett-Stücke a la Olsen-Bande oder Rififi, die uns seit geraumer Zeit präsentiert werden und unser Sicherheitssystem so fein bloßstellen, finde ich in Anbetracht unserer sicherheitstechnischen Unfähigkeit nicht unberechtigt...

    Was mich aber annervt ist, dass diese wertvollen Schmuckstücke (oder was auch immer es war) nun als modisches Accessoire in Neukölln rumrennen oder als Schwert der Yedi-Ritter im Kinderzimmer missbraucht werden.

    Und noch was - es gibt sooo gute Fälscher, könnte man nicht einfach Plagiate ausstellen? Fällt eh keinem auf...

  3. 26.

    Zur Information: Wachleute in Museen haben nur die Jedermannsrechte wie jeder Bürger und dürfen auch keinerlei Waffen, beim Dienst mit sich führen, und wer iim Dienst seinen Eigenschutz vernachlässigt kann auch arbeitsrechtlich zur Verantwortung gezogen werden!

  4. 25.

    Berlin als Stadt bzw. Die Berliner Behörden haben schon lange den Durchblick und das Durchsetzungsvermögen verloren. Wie kann es sein, dass überhaupt Clans in einzelnen Städten existieren. In München wäre das undenkbar.

  5. 24.

    Berlin gleicht heutzutage einer großen Räuberhöhle.

  6. 23.

    So schlimm wie es ist - August der Starke wäre wohl beeindruckt gewesen von dem Tempo und der Kraft der Diebe. Erinnert an den berühmten sächsischen Räuber Lips Tullian, der mit seiner Bande vor den Augen August des Starken und 20.000 Zuschauern 1715 auf dem Schafott auf dem Sande vor dem Schwarzen Tor endete.

  7. 22.

    Das ist verdammt nochmal Kulturgut, nicht irgendwelche Klunker. Das ist Geschichte. Schlimm ist doch, dass Sie das durch Ihren Kommentar nicht anerkennen und ja, dass diese Kulturschätze so unzureichend vor Banden geschützt werden, der Justizvollzug gegenüber skrupellosen Kriminellen so lax ist und sich Leute aufregen, man würde sie nicht respektieren und sie diskriminieren und sich selbst einen Dreck um andere scheren, die nicht gerade zu ihrer unmittelbaren Community gehören.

  8. 21.

    Sie haben mit Verlaub eine krude Auffassung von Rechtsstaat. Die Sippenhaft wurde bereits vor einiger Zeit abgeschafft. Clan hin und Ehre her, aber Sie können nicht einfach mal jemanden "mit harter Hand [die] Kante" zeigen, nur weil sein Cousin dritten Grades im noch unbestätigten Verdacht steht, eine Straftat begangen zu haben.

  9. 20.

    Das Dresdner Wachpersonal wusste offenbar sehr wohl, was zu tun war; immerhin war die Polizei nur wenige Minuten nachdem die Einbrecher entdeckt worden waren, vor Ort. Und die Wachleute haben genau so gehandelt, wie es vorgeschrieben war. Wachpersonal ist keine scharfe Einsatztruppe. Die Einbrecher waren mit einer Axt bewaffnet und setzten diese auch ein, ob sie außerdem weitere Waffen mit sich trugen oder eventuell bewaffnete Komplizen den Einbruch absicherten, war für die beiden Wachleute nicht erkennbar. In so einer Situation geht der Schutz von Menschen grundsätzlich vor und ja, auch Wachleute sind Menschen.
    Was Ihre Vermutung angeht, ohne negative PR wäre niemand mehr an den Belegen handwerklicher Meisterkunst interessiert: Die tägliche Schlange an der Kasse der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden führt sie ad absurdum.

  10. 19.

    Ach herrjemine:hier schlägt die Unwissenheit voll durch.Bloss ein paar Klunkern?
    Dann sollten Sie doch besser mal das Grüne Gewölbe persönlich besuchen.Damit schließen Sie Ihre offensichtlichen Bildungslücken..

  11. 18.

    Das Stadtschloss mit dem grünen Gewölbe ist nicht der Zwinger. Der liegt zwar in der Nähe, ist aber ein anderes Bauwerk.

  12. 17.

    Ich meine es vollkommen ernst damit. Neulich war darüber was zu lesen, als so ein Krimi aus Neukölln gedreht wurde( Titel habe ich jetzt nicht) bezugnehmend unter anderem auf Clan Aktivitäten. Da sollen sich tatsächlich echte arabische Clanmitglieder beworben haben um mitspielen zu dürfen. Deren Ego ist überheblich und groß. Die Lachen doch über unsere Staatsmacht. Zeigen überhaupt kein Respekt vor unsere Demokratie.

  13. 16.

    Sie waren offensichtlich noch nie in Dresden, geschweige denn im grünen Gewölbe! Werbung brauchen die ganz sicher nicht, die haben täglich mehr Interessenten, die sich die Schätze ansehen wollen, als täglich rein dürfen!

  14. 15.

    Naja ich stehe den Clans schon ehrfürchtig gegenüber. Der Staat kann sich scheinbar nicht gehen sie wehren und sie geben dieser lachhaften Justiz eine gute Schelle. Ehrbarer als die Polizei sind sie damit allemal.

  15. 14.

    Is blöd. Aber sind doch nur irgendwelche Klunker. Sollen Sie Duplikate machen . In Anbetracht dessen, welchen unschätzbaren Wert Sie hätten/haben ist die Sicherung ein Witz. Da oist ja jeder Aldi besser gesichert.

  16. 13.

    Man sollte aber auch nicht ausschließen, dass die "Clanmitglieder" (nennen wir sie mal so) auf dem Schwarzmarkt das Gerät an eine Bande aus einem völlig anderen Milieu weiterverscherbelt haben. Ähnlich wie für Waffen gibt es auch für Werkzeug, das auf dem freien Markt leicht weiterverfolgbar wäre, einen blühenden Schwarzmarkt - nur ist dieser um Einiges weniger risikoreich (eine Feuerwache stellt keine solche Herausforderung für einen Einbrecher dar wie ein Waffenlager, und auch die Verfolgung ist da erheblich laxer).

    Ich empfehle allen hier: BLOSS KEINE HETZE, wenn Ihr wollt, dass die Täter bestraft werden! Denn wenn die echten Ganoven, ob Clanangehörige oder nicht, vor dem Richter landen, kann ein findiger Anwalt immer noch sagen "Die Informationspolitik der Polizei und Presse hat zu einer Vorverurteilung unserer Mandanten geführt, welche den Rechtssprechungsprozess in fataler Weise beeinflusst hat" oder sonstwie. So kann man ein Urteil immer noch abschwächen oder anfechten.

  17. 12.

    Ich finde, die Clans sollten auch Gage von den Museen bekommen, denn wer Fenster offenlässt, weil sonst immer Fehlalarm losgeht (Berlin) oder wer zwar einen Plan hat,vwie Einbrüche entdeckt werden, aber nicht was man dann eigentlich tun, wenn jemand vor den Augen der Wachmanschaft einbricht (Dresden), der will ja ins Fernsehn, veemutlich um PR-kosten zu sparen. Ohne Einbruch intetessiert sich vermutlich niemand mehr für "unendlich wertvolle", aber verstaubte Exponate.

  18. 11.

    Egal wer dies getan hat. Diese Schaetze sind für immer verloren und ich bin untröstlich. Ich war etwa 10 Jahre alt als ich sie das erste Mal gesehen habe, noch in DDR-Zeiten im alten Grünen Gewölbe. Danach mehrmals in Jugendjahren als Reiseführer aus Ungarn und zuletzt im Maerz 2016, diesmal in der neuen Umgebung. Dieser letzte Besuch war mein Wunsch zu meinem 60. Geburtstag, ich wollte Dreseden noch einmals sehen, so wie diese Stadt neu geboren ist. Ich war verzaubert und beeindruckt wie das erste Mal. Sehr Schade dass diese Schaetze zum Opfer der Vandalismus gefallen sind.

  19. 10.

    Kann Ihnen einfach nur komplett zustimmen, denn diese verbale Stigmatisierung, ganz gleich ob von der Presse/TV oder von Kommentierenden, halte ich auch für fehl am Platze! Führt doch zu nix.
    Ich für meinen Teil stehe ja total auf Heist Movies á la Rififi, Gambit oder Italian Job (etc.) und finde die Nr. im Bode Museum und jetzt im Zwinger (oder muß es Swinger heißen?)absolut filmreif. Vom juristischen Unrechtsgehalt her ist das natürlich beides 'Pfui - macht man nicht!'

  20. 9.

    Klar ist,das keiner 24 Stunden lang vor einem Monitor mit demselben Bild sitzen kann,da sieht der bald nichts mehr.Da hilft dann aber ein Videosystem, das selbst erkennt,wenn jemand über den Zaun steigt oder ein Loch in den Zaun schneidet,und dann den Überwacher durch Signaltöne oder Lichtsignal warnt.Die Kameras im Museum hatten wohl keine intelligenten Sensorik ausgestattete Videoüberwachung.
    (Zwei Einbrecher hatten in der Nacht zum 25. November ein Gitter vor einem Fenster des Museums teilweise durchtrennt, das Fenster samt Rahmen entfernt)/Funken und so.
    Da sollten sich jetzt andere Museen ect. mal gedanken darüber machen.
    Damit sich sowas nicht wiederholt.

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