1.749 Menschen hatten sich um eine Wohnung in Berlin-Schöneberg beworben - diese beiden haben sie bekommen. (Foto: rbb)
Video: Abendschau | 04.12.2019 | Milan Panek | Bild: rbb

Nach Massenbesichtigung in Schöneberg - Zwei glückliche Bewerber bekommen Mietvertrag

1.700 Interessenten hatten sich Ende November für eine rund 50-Quadratmeter große Zwei-Zimmer-Wohnung in Schöneberg beworben und waren dann in einer Art Schichtbesichtigung durch die Räume gelotst worden - zwei glückliche Neumieter hat der Verwalter nun ausgesucht und ihnen seine Entscheidung bekannt gegeben: Die ursprünglich inserierte Wohnung mit einer Warmmiete von 550 Euro ging an eine junge Französin, eine weitere an einen Handwerker, der sich selbst um die notwendige Sanierung der Räume kümmern will.

Das Wohnungsinserat des Vermieters hatte vor zehn Tagen zu der Massenbesichtigung in einem Haus in Berlin-Schöneberg geführt. Mehrere Hundert Menschen versammelten sich dazu vor dem Haus in die Meininger Straße in der Nähe des Schöneberger Rathauses, um sich die beiden Wohnungen anzugucken.

Kritik vom Ring Deutscher Makler

Kritik an der gesamten Werbungs- und Vermarktungsaktion dieser Massenwohnungsbesichtigung übte der Landesvorsitzende des Rings Deutscher Makler, Markus Gruhn. Er sagte im rbb, es sei menschenverachtend, wie Vermieter und Eigentümer hier mit den Leuten umgegangen seien. "1.700 Menschen hinschicken zu einer Besichtigung - soetwas macht man nicht." Üblich sei es, Inserate zu schalten und wenn dann genug Bewerbungen eingelaufen seien, werde dieses Inserat offline geschaltet. Die Besichtigung erfolge dann mit fünf, an den Besitzer oder Verwalter würden dann drei zur Auswahl weitergeleitet. Bereits bei vier Absagen sei es schwierig, doch bei 1.700 Absagen schaffe man sich auch 1.700 "neue Feinde", sagte Gruhn in der Abendschau.

 

Sendung: Abendschau, 04.12.2019, 19.30 Uhr

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Antwort auf [SycoraxX ] vom 04.12.2019 um 23:43
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2 Kommentare

  1. 2.

    Mir sagt das, es gibt MINDESTENS 1747 Mieter zu viel in Berlin. Schaut man sich die offiziellen Zahlen an, dann gibt es mindestens gut 100.000 Mieter zu viel in der Stadt, die alle Ansprüche stellen. Da hilft ein Mietendeckel gar nix. Sondern Neubau.
    Wie wärs z.B. wenn Berlin mal ein paar weniger Partystudenten an den Unis Immatrikuliert. Den NC ordentlich hoch schraubt statt nach Masse abzufertigen. Und die Regierung mit ihren ganzen Gremien und Mitarbeitern (und Lobbyisten) machen die Situation auch nicht besser.

  2. 1.

    Sehr schöne Aktion seitens der Vermieter um einmal auf die Wohnungsmarktsituation in den Großstädten aufmerksam zu machen! Um so unverständlicher die Reaktion des Rings deutscher Mieter, der anscheinend völlig am Markt vorbei existiert und argumentiert. Bei diesen Wohnungen wären zwischen online und offline stellen keine zwei Minuten vergangen und man hätte trotzdem 100 Anfragen bekommen. Davon abgesehen - auf welche Weise macht man sich mehr Feinde: 1700 Menschen zur Besichtigung einzuladen oder ihnen nicht einmal auf ihre Onlineanfrage zu antworten.

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